WohnWende: Unterschied zwischen den Versionen
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WohnWende Lüneburg thematisiert Möglichkeiten einer sozial-ökologischen Wohnraumpolitik. Dazu gehört die Aufhebung von Zweckentfremdung in Form von Leerstand und illegaler Ferienwohnungen sowie Möglichkeiten zu einer größeren Wohnflächengerechtigkeit. | WohnWende Lüneburg thematisiert Möglichkeiten einer sozial-ökologischen Wohnraumpolitik. Dazu gehört die Aufhebung von Zweckentfremdung in Form von Leerstand und illegaler Ferienwohnungen sowie Möglichkeiten zu einer größeren Wohnflächengerechtigkeit.<ref name="LB18042026">[[Lüne-Blog]] (18.04.2026): [https://luene-blog.de/mieten-notstand-und-leerstaende-in-lueneburg-einwohnerantrag-der-linken-forderungen-der-initiative-wohnwende/ Mieten-Notstand und Leerstände: Einwohnerantrag der Linken – Forderungen der Initiative WohnWende Lüneburg]</ref> | ||
===Wohnungsverlust in der Lüneburger Altstadt=== | ===Wohnungsverlust in der Lüneburger Altstadt=== | ||
6027 Personen wohnten 2019 in der Lüneburger [[Altstadt]]. Ende 2025 waren es noch 5630. Das ist ein Verlust von ca. 400 Personen in sechs Jahren.<ref>[[Landeszeitung]] (09.05.2026): [https://www.landeszeitung.de/lokales/lueneburg-lk/lueneburg/lueneburger-altstadt-an-diesen-orten-stehen-schon-seit-jahren-haeuser-leer-JEUJCLMGQFEFLMK3PNVVXHGZGI.html Mit Karte und Fotos: An diesen Orten stehen in der Lüneburger Altstadt Häuser leer]</ref> Überall leere Fenster: gemeint sind nicht die leeren Schaufenster im Erdgeschoss, sondern die nunmehr unbewohnten ehemaligen Wohnungen im Obergeschoss. Schätzungsweise über 300 Wohn-Leerstände gibt es in der Innenstadt – die meisten davon dauerhaft. Und das, obwohl sehr viele Menschen auf der Suche nach Wohnraum sind. Die Initiative WohnWende Lüneburg möchte, dass Leerstand und weitere Zweckentfremdung in Lüneburg endlich ernsthaft angegangen werden. | 6027 Personen wohnten 2019 in der Lüneburger [[Altstadt]]. Ende 2025 waren es noch 5630. Das ist ein Verlust von ca. 400 Personen in sechs Jahren.<ref name="LZ09052026">[[Landeszeitung]] (09.05.2026): [https://www.landeszeitung.de/lokales/lueneburg-lk/lueneburg/lueneburger-altstadt-an-diesen-orten-stehen-schon-seit-jahren-haeuser-leer-JEUJCLMGQFEFLMK3PNVVXHGZGI.html Mit Karte und Fotos: An diesen Orten stehen in der Lüneburger Altstadt Häuser leer]</ref> Überall leere Fenster: gemeint sind nicht die leeren Schaufenster im Erdgeschoss, sondern die nunmehr unbewohnten ehemaligen Wohnungen im Obergeschoss. Schätzungsweise über 300 Wohn-Leerstände gibt es in der Innenstadt – die meisten davon dauerhaft. Und das, obwohl sehr viele Menschen auf der Suche nach Wohnraum sind. Die Initiative WohnWende Lüneburg möchte, dass Leerstand und weitere Zweckentfremdung in Lüneburg endlich ernsthaft angegangen werden. | ||
Die Initiative sieht darin ein erhebliches Potential, Wohnungen im Bestand statt nur durch Neubau „auf der grünen Wiese“ am Stadtrand zu schaffen. Mit gleichem Personalaufwand kann durch eine andere Wohnungspolitik nicht nur die Innenstadt wieder belebt und viele Menschen mit Wohnraum versorgt werden, sondern auch verhindert werden, dass immer neue Baugebiete sich immer weiter ins Umland ausbreiten. | Die Initiative sieht darin ein erhebliches Potential, Wohnungen im Bestand statt nur durch Neubau „auf der grünen Wiese“ am Stadtrand zu schaffen. Mit gleichem Personalaufwand kann durch eine andere Wohnungspolitik nicht nur die Innenstadt wieder belebt und viele Menschen mit Wohnraum versorgt werden, sondern auch verhindert werden, dass immer neue Baugebiete sich immer weiter ins Umland ausbreiten. | ||
Den Bau einer Wohnung in einem Neubaugebiet zu ermöglichen, kostet die Hansestadt Lüneburg etwa 50.000 € – Geld, mit dem man auch Personalstellen schaffen könnte, um ernsthaft gegen Wohnungsleerstand und illegale Ferienwohnungen vorzugehen. | Den Bau einer Wohnung in einem Neubaugebiet zu ermöglichen, kostet die Hansestadt Lüneburg etwa 50.000 € – Geld, mit dem man auch Personalstellen schaffen könnte, um ernsthaft gegen Wohnungsleerstand und illegale Ferienwohnungen vorzugehen. | ||
Wesentliche Probleme zur mangelnden Anwendung der [[Zweckentfremdungssatzung (Hansestadt Lüneburg)|Zweckentfremdungssatzung]] sind laut der Initiative fehlendes Personal in der Verwaltung sowie rechtliche Lücken.<ref name="LZ22072026"/> | |||
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==Geschichte== | ==Geschichte== | ||
Die Wohnkrise ist eines der zentralen Themen in Lüneburg. Bereits 2023 wurde beschlossen, dass ein Leerstandskataster in Lüneburg erstellt werden soll<ref>[[Landeszeitung]] (08.05.2023): [https://www.landeszeitung.de/lokales/lueneburg-lk/lueneburg/lueneburg-leerer-wohnraum-soll-aufgelistet-werden-sinnvoll-oder-nutzlos-BXLH2IHO7JCCTN47NQZWPIRNW4.html Leerer Wohnraum soll aufgelistet werden – sinnvoll oder nutzlos?]</ref>, was auch eine Forderung der Initiative WohnWende ist. Dies wurde in den folgenden Jahren trotz politischen Beschlusses nicht umgesetzt. | |||
Die Initiative gründete sich in Folge von Veranstaltungen bei der [[Wandelwoche]] 2025.<br> | Die Initiative gründete sich in Folge von Veranstaltungen bei der [[Wandelwoche]] 2025.<br> | ||
Im April 2026 thematisierte sie die Themen Leerstand und weitere Zweckentfremdung als Ursache für die Wohnungsnot in Lüneburg, vor allem in der Altstadt.<ref>[[Lüne-Blog]] ( | Im April 2026 thematisierte sie die Themen Leerstand und weitere Zweckentfremdung als Ursache für die Wohnungsnot in Lüneburg, vor allem in der Altstadt.<<ref name="LB18042026"/><ref name="LZ09052026"/> Zu diesem Thema wird auch eine Leerstands-Führung durchgeführt, die auf großes Interesse stieß.<ref>[[Lüne-Blog]] (09.06.2026): [https://luene-blog.de/wohnwende-lueneburg-fuehrung-leerstand-25-juni-2026/ WohnWende Lüneburg: Wo steht Wohnraum leer? Führung am 25. Juni 2026]</ref><ref>[[Lüne-Blog]] (01.07.2026): [https://luene-blog.de/wohnwende-lueneburg-stadtrundgang-leerstaende/ Wohnwende Lüneburg: Dunkle Fenster – Stadtrundgang zu Leerständen]</ref><ref>[[Uelzener Presse]] (30.06.2026): [https://uelzener-presse.de/2026/06/30/leerstands-fuehrung-in-lueneburg-ueberall-dunkle-fenster/ Leerstands-Führung in Lüneburg – überall dunkle Fenster]</ref> | ||
Im Mai 2026 findet ein Interview mit [[Radio ZuSa]] statt, in dem die Problematik und mögliche Lösungen der Lüneburger Wohnkrise besprochen werden.<ref>[[Zukunftsrat Lüneburg]] (14.07.2026): [https://zukunftsrat-lueneburg.de/die-initiative-wohnwende-lueneburg-im-gespraech-mit-radio-zusa/ Die Initiative WohnWende Lüneburg im Gespräch mit Radio ZuSa]</ref> | |||
Das Thema Wohnraum insgesamt und Zweckentfremdung im Besonderen wurde auch eines der zentralen Themen im [[Kommunalwahl 2026|Kommunalwahlkampf 2026]].<ref name="LZ22072026">[[Landeszeitung]] (22.07.2026): [https://www.landeszeitung.de/lokales/lueneburg-lk/lueneburg/hausleerstand-in-lueneburg-warum-das-verbot-der-zweckentfremdung-kaum-wirkt-CRL62M5W5FGXXL55QGKAVHMV2Y.html Hausleerstand in der Altstadt: Stadt erhebt seit 2019 nur zwei Mal Zwangsgelder]</ref> | |||
== Kontakt und Weblinks == | == Kontakt und Weblinks == | ||
Aktuelle Version vom 28. Juli 2026, 20:50 Uhr
WohnWende Lüneburg ist eine Initiative des Zukunftsrats, die sich für eine sozial-ökologische Wohnraumpolitik in Lüneburg einsetzt. Ziele sind dabei eine Verminderung von Leerstand und weiterer Zweckentfremdung und eine soziale Wohnraumpolitik statt neuer Wohngebiete am Stadtrand.
Hintergrund
WohnWende Lüneburg thematisiert Möglichkeiten einer sozial-ökologischen Wohnraumpolitik. Dazu gehört die Aufhebung von Zweckentfremdung in Form von Leerstand und illegaler Ferienwohnungen sowie Möglichkeiten zu einer größeren Wohnflächengerechtigkeit.[1]
Wohnungsverlust in der Lüneburger Altstadt
6027 Personen wohnten 2019 in der Lüneburger Altstadt. Ende 2025 waren es noch 5630. Das ist ein Verlust von ca. 400 Personen in sechs Jahren.[2] Überall leere Fenster: gemeint sind nicht die leeren Schaufenster im Erdgeschoss, sondern die nunmehr unbewohnten ehemaligen Wohnungen im Obergeschoss. Schätzungsweise über 300 Wohn-Leerstände gibt es in der Innenstadt – die meisten davon dauerhaft. Und das, obwohl sehr viele Menschen auf der Suche nach Wohnraum sind. Die Initiative WohnWende Lüneburg möchte, dass Leerstand und weitere Zweckentfremdung in Lüneburg endlich ernsthaft angegangen werden. Die Initiative sieht darin ein erhebliches Potential, Wohnungen im Bestand statt nur durch Neubau „auf der grünen Wiese“ am Stadtrand zu schaffen. Mit gleichem Personalaufwand kann durch eine andere Wohnungspolitik nicht nur die Innenstadt wieder belebt und viele Menschen mit Wohnraum versorgt werden, sondern auch verhindert werden, dass immer neue Baugebiete sich immer weiter ins Umland ausbreiten. Den Bau einer Wohnung in einem Neubaugebiet zu ermöglichen, kostet die Hansestadt Lüneburg etwa 50.000 € – Geld, mit dem man auch Personalstellen schaffen könnte, um ernsthaft gegen Wohnungsleerstand und illegale Ferienwohnungen vorzugehen. Wesentliche Probleme zur mangelnden Anwendung der Zweckentfremdungssatzung sind laut der Initiative fehlendes Personal in der Verwaltung sowie rechtliche Lücken.[3]
Wohnraumteilung
Während im Jahr 1956 noch pro Person 18,4 qm Wohnraum benötigt wurden, sind es 2024 durchschnittlich 49,2 qm. Gerade viele ältere Menschen bewohnen irgendwann ein ganzes Haus mit nur 1-2 Personen. Gleichzeitig fühlen sich viele ältere Menschen einsam. Es gibt bereits Fördermöglichkeiten und konkrete Beispiele wie in diesen Fällen wieder ein gemeinschaftlicheres Wohnen hergestellt werden kann (Beratung beim Wohnraumbüro Lüneburg). Es gibt es viele Maßnahmen in anderen Kommunen (z. B. Anreize zur Wohnraumverkleinerung bei der Münchner Wohnen oder zur Wohnraumteilung in Karlsruhe), von denen Lüneburg laut der Initiative lernen sollte.
Geschichte
Die Wohnkrise ist eines der zentralen Themen in Lüneburg. Bereits 2023 wurde beschlossen, dass ein Leerstandskataster in Lüneburg erstellt werden soll[4], was auch eine Forderung der Initiative WohnWende ist. Dies wurde in den folgenden Jahren trotz politischen Beschlusses nicht umgesetzt.
Die Initiative gründete sich in Folge von Veranstaltungen bei der Wandelwoche 2025.
Im April 2026 thematisierte sie die Themen Leerstand und weitere Zweckentfremdung als Ursache für die Wohnungsnot in Lüneburg, vor allem in der Altstadt.<[1][2] Zu diesem Thema wird auch eine Leerstands-Führung durchgeführt, die auf großes Interesse stieß.[5][6][7]
Im Mai 2026 findet ein Interview mit Radio ZuSa statt, in dem die Problematik und mögliche Lösungen der Lüneburger Wohnkrise besprochen werden.[8]
Das Thema Wohnraum insgesamt und Zweckentfremdung im Besonderen wurde auch eines der zentralen Themen im Kommunalwahlkampf 2026.[3]
Kontakt und Weblinks
- Emailadresse: kontakt@zukunftsrat-lueneburg.de
- Webseite: zukunftsrat-lueneburg.de/projekte/wohnwende-lueneburg
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 Lüne-Blog (18.04.2026): Mieten-Notstand und Leerstände: Einwohnerantrag der Linken – Forderungen der Initiative WohnWende Lüneburg
- ↑ 2,0 2,1 Landeszeitung (09.05.2026): Mit Karte und Fotos: An diesen Orten stehen in der Lüneburger Altstadt Häuser leer
- ↑ 3,0 3,1 Landeszeitung (22.07.2026): Hausleerstand in der Altstadt: Stadt erhebt seit 2019 nur zwei Mal Zwangsgelder
- ↑ Landeszeitung (08.05.2023): Leerer Wohnraum soll aufgelistet werden – sinnvoll oder nutzlos?
- ↑ Lüne-Blog (09.06.2026): WohnWende Lüneburg: Wo steht Wohnraum leer? Führung am 25. Juni 2026
- ↑ Lüne-Blog (01.07.2026): Wohnwende Lüneburg: Dunkle Fenster – Stadtrundgang zu Leerständen
- ↑ Uelzener Presse (30.06.2026): Leerstands-Führung in Lüneburg – überall dunkle Fenster
- ↑ Zukunftsrat Lüneburg (14.07.2026): Die Initiative WohnWende Lüneburg im Gespräch mit Radio ZuSa
