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Abwasser

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Abwasser von Haushalten und öffentlichen Gebäuden, aus dem Gewerbe und Niederschlagswasser werden in der Hansestadt Lüneburg, wie in den meisten Orten in Deutschland, zunächst in einem Kanalisationssystem gesammelt und anschließend in der Kläranlage der Abwasser, Grün & Lüneburg Service GmbH (AGL) gereinigt und schließlich in Fließgewässer geleitet. Die Kanalisation ist ein unsichtbarer, aber wichtiger Bestandteil der Infrastruktur.

Abwasser, Grün & Lüneburg Service GmbH (AGL)[edit | edit source]

Abwasser, Grün & Lüneburg Service GmbH.jpg
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Abwasser, Grün & Lüneburg Service GmbH mit Kläranlage

Die Abwasser, Grün & Lüneburg Service GmbH (AGL) wurde 1997 als Abwassergesellschaft Lüneburg mbH gegründet. 2008 wurde der Firmenname geändert und das Gelände an der Bockelmannstraße 1 in Betrieb genommen.[1] Geschäftsführer der AGL ist Dipl. Ing. Lars Strehse. Die AGL ist verantwortlich für den öffentlichen Bereich der Kanalisation, nicht für Abwasser und Regenwasser auf privatem Grund.[2] Seit 2010 ist die AGL Mitglied im Güteschutz Kanalbau. Die AGL ist in Lüneburg nicht nur für das Abwasser und die Kanalisation verantwortlich, sondern auch für die Gewässer, die Straßen und die Begrünung der Stadt.

Hauptaufgaben der AGL[edit | edit source]

  • Sammeln, Fortleiten, Behandeln und Einleiten von Abwasser
  • Entwässern und Verwertung des Klärschlamms
  • Planung und Ausführung von Baumaßnahmen für die Erweiterung und den Ausbau des Kanalnetzes und der Abwasserbehandlungsanlage[3]

Klimaschutz[edit | edit source]

Die AGL will bis 2029 alle möglichen Fahrzeuge durch E-Fahrzeuge ersetzen und somit klimaneutral werden.[4] Außerdem will die AGL bis Ende 2021 im Rahmen des Klimaschutzprojekts „Kläranlage Lüneburg – Optimierung des Belüftungssystems und der Drucklufterzeugung“ das Belüftungssystem und die Drucklufterzeuger der Kläranlage erneuern. So soll die Sauerstoffeintragseffizienz verbessert werden und der Energiebedarf der Kläranlage gesenkt. Außerdem soll die Eigenenergieerzeugungsrate der Kläranlage Lüneburg auf etwa 124 % gesteigert werden.[5]

Kanalisation[edit | edit source]

Das Lüneburger Kanalnetz wurde 1854 in Betrieb genommen und war damals eines der modernsten seiner Zeit. Durch das damals neue Ei-Profil der Kanäle kann das Abwasser auch bei niedrigem Wasserstand ablaufen, sodass die Kanäle gut durchspült werden. Heute ist das städtische Kanalnetz 566 Kilometer lang und etwa 40.000 Hausanschlüsse münden in das Netz, wodurch mehr als 300 Kilometer Hausanschlussleitungen dazukommen.[6] Die Kanäle haben Durchmesser von mindestens 150 mm und maximal 2000 mm und befinden sich bis zu 9 Meter tief unter der Erde.[7] Durch die Kanalisation und die Kläranlagen sollen Boden, Gewässer und das Grundwasser vor schädlichen Verunreinigungen geschützt werden, wofür die Umweltverwaltung der Hansestadt Lüneburg zuständig ist.[8]

Kanalisationserhaltung[edit | edit source]

Die Kanäle werden von der AGL regelmäßig repariert, renoviert oder erneuert. Dafür betreibt die AGL drei Saugwagen, zwei Spülfahrzeuge und ein Spezialfahrzeug mit einem Wasseraufbereiter.[9] Seit 2020 gibt es außerdem eine neue und moderne Kanalsonde. Diese soll den Ist-Zustand der Kanäle erfassen, Daten für geplante Sanierungen erheben und das bestehende Kanalkataster aktualisieren.[10]

Kanaldeckel mit der Stadtmarke

Schachtdeckel[edit | edit source]

Viele Schachtdeckel, umgangssprachlich auch Gullideckel, die in der Lüneburger Innenstadt den Zugang zu der Kanalisation darstellen, sind mit der Stadtmarke verziert. Diese setzt sich aus den Anfangsbuchstaben von Mons, Pons und Fons zusammen. Mons (lat. für Berg) steht für den Kalkberg, Pons (lat. für Brücke) für die Brücken über die Ilmenau und Fons (lat. für Quelle) für die Solequelle. Diese drei Wahrzeichen waren eine wichtige Voraussetzung für die Gründung der Hansestadt.[11]

Kläranlage[edit | edit source]

Wie funktioniert die Kläranalge?

Das Abwasser von 150.000 Einwohnern der Hansestadt Lüneburg sowie den Samtgemeinden Bardowick, Gellersen, Ilmenau Scharnebeck und Ostheide wird in der Kläranlage der AGL in der Bockelmannstraße 1 aufbereitet. Die Kläranlage gehört zu den 100 größten Kläranlagen in Deutschland.[12] Jährlich werden, Stand 2018, 9 bis 10 Millionen Kubikmeter Abwasser gereinigt und dabei 12.000 bis 13.000 Tonnen Klärschlamm produziert. Dieser wird soweit möglich in der Landwirtschaft als Dünger verwertet.[13] Seit März 2021 findet die erste, mechanische Stufe der Abwasser-Reinigung durch ein neues Rechen- und Pumpwerk statt.[14] [15]
Die Kläranlage verfügt nicht über eine vierte Reinigungsstufe (Filter, Aktivkohle, Ozonisierung), die zur vollständigeren Entfernung von Medikamentenrückständen und Mikroplastik notwendig wäre.[12]

Weblinks[edit | edit source]

Einzelnachweise[edit | edit source]