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Lüneburger Wochen gegen Rassismus

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Die "Lüneburger Wochen gegen Rassismus - Für eine offenen Gesellschaft"(LWgR) sind eine jährlich stattfindende Veranstaltungsreihe für eine offene Gesellschaft. 2024 fanden sie das neunte Mal statt. Es finden Veranstaltungen zu den Themen Antirassismus, Antifaschismus, Antidiskriminierung, Diversität, Sinti*ze und Rom*nja, Geschichte des Nationalsozialismus, Völkische Siedlungen und weiterer statt. Die LWgR finden im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus statt.[1]

Leitbild der LWgR[edit | edit source]

Die „Lüneburger Wochen gegen Rassismus – Für eine offene Gesellschaft“ werden von verschiedenen Institutionen, zivilgesellschaftlichen Gruppen und Einzelpersonen getragen. Es soll mit der Durchführung der jährlichen Veranstaltungsreihe ein klares Zeichen für die Veränderung unserer Gesellschaft hin zu einem diskriminierungs- und rassismuskritischen Gemeinwesen gesetzt werden. Mit den vielfältigen Veranstaltungen und Aktionen sollen angesichts der angespannten politischen Gegenwart immer wieder gemeinsam die Auseinandersetzung mit dem komplexen Thema „Rassismus-Ursache und Auswirkung“ ermöglichen. Dabei gehe es darum, die gesamtgesellschaftliche Aufgabe eines menschenwürdigen Zusammenlebens gemeinsam anzugehen.

Hintergrund und Geschichte[edit | edit source]

Wie kam es zu den Internationalen Wochen gegen Rassismus?[edit | edit source]

Am Vormittag des 21. März 1960 fanden sich an verschiedenen Orten der kleinen Stadt Sharpeville, 50 km südlich von Johannesburg (Südafrika) zwischen 5.000 und 7.000 Menschen zusammen. Sie folgten einem Aufruf des Pan African Congress (PAC), der eine fünftägige gewaltfreie und friedliche Protestaktion angekündigt hatte. Die Menschen demonstrierten gegen die Passgesetze des Apartheid-Regimes. Diese regelten das »Aufenthaltsrecht« der schwarzen Südafrikaner*innen.
Die Anzahl der Schwarzen außerhalb der »homelands« sollte so auf ein Minimum beschränkt werden, ihre Arbeitskraft aber weiter zur Verfügung stehen. Die Demonstrierenden setzten sich in Richtung Polizeistation im Sharpeviller Zentrum in Bewegung. Die Polizei hielt die friedlich demonstrierende Menge mit niedrig fliegenden Flugzeugen und Tränengas in Schach. Um kurz nach 13 Uhr eskalierte dann schließlich die Situation: Angeblich als Reaktion auf Steinewerfer schoss die Polizei in die Menge. Die Menschen flohen in Panik, die Polizei schoss weiter. 69 Menschen wurden getötet, darunter acht Frauen und zehn Kinder. Viele – die Angaben variieren von 180 bis zu über 300 Personen – wurden verletzt, teilweise schwer.
Als Gedenktag an das Massaker von Sharpeville wurde sechs Jahre später, 1966, der 21. März von den Vereinten Nationen zum »Internationalen Tag zur Überwindung von rassistischer Diskriminierung« ausgerufen. 1979 wurde dieser Gedenktag durch die Einladung der Vereinten Nationen an ihre Mitgliedstaaten ergänzt, eine alljährliche Aktionswoche der Solidarität im Zusammenschluss von Rassismus Betroffener und Verbündeter zu organisieren.
Am 10. Dezember 1996, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, setzt Nelson Mandela in Sharpeville schließlich mit seiner Unterschrift die neue demokratische Verfassung Südafrikas in Kraft. Der 21. März wird in Südafrika als South African Human Rights Day, als »Südafrikanischer Tag der Menschenrechte« begangen.
Seit 1994 koordinierte der Interkulturelle Rat die Initiativen und Aktivitäten rund um den 21. März in Deutschland. Im Jahr 2008 wurde der Aktionszeitraum auf Grund der Vielzahl der Veranstaltungen und steigenden Beteiligung auf zwei Wochen ausgeweitet. Um diese wichtige Arbeit nachhaltig zu sichern, hat der Interkulturelle Rat im Jahr 2014 die gemeinnützige Stiftung für die Internationalen Wochen gegen Rassismus gegründet. Seit Januar 2016 laufen die operativen Arbeiten des Projektes über die Stiftung für die Internationalen Wochen gegen Rassismus.

Welche gesellschaftliche Situation in Deutschland wird thematisiert?[edit | edit source]

Die Wahlerfolge rechtspopulistischer Parteien, aktuelle Studien und Untersuchungen (z. B. rassistische Diskriminierung beim Zugang zu Wohnraum), die Normalisierung von Gewalt gegen Geflüchtete und Hate Speech in den sozialen Medien sowie tägliche persönliche Erfahrungen zeigen, wie manifest rassistische Denkstrukturen sind, wie Rassismus in allen Bereichen der deutschen Gesellschaft wirkt und wie niedrig die Hemmschwelle ist, dass dieser auch zu Gewaltanwendung führt. Daher ist es dem Netzwerk wichtig, die zugrunde liegenden Gesellschaftskonzepte und Mechanismen von Ein- und Ausgrenzung zu erkennen, sich mit (eigenen) Denk- und Handlungsmustern auseinanderzusetzen und sich gemeinsam auf einen rassismuskritischen Weg zu begeben, um die verinnerlichten Denkmuster und gesellschaftlich verfestigten Strukturen der Ungleichwertigkeit zu verändern.
Die Internationalen Wochen gegen Rassismus, ihre Kooperationspartner*innen und Akteur*innen wollen für diese schwierige – aber unumgängliche – Aufgabe, vielfältige Anregungen, Impulse und gegenseitige Unterstützung geben.

Wer sind die LWgR und was wollen sie in Lüneburg unternehmen?[edit | edit source]

Auf Initiative von Nurka Casanova haben 2015 auch in Lüneburg erstmals Menschen zusammengefunden, um Veranstaltungen zu den Internationalen Wochen gegen Rassismus 2016 vorzubereiten. Bei einem ersten öffentlichen Treffen wurden dort, auf Basis der gesellschaftlichen Erfahrungen, Ideen für die Vorgehensweise zur Planung der Aktionswochen gesammelt. Ein wesentlicher Grundgedanke war die verbindliche und kontinuierliche Zusammenarbeit einer offenen Planungsgruppe.

LWgR 2024[edit | edit source]

2024 finden die LWGR vom 2. bis 24. März statt. Es gibt es insgesamt 38 Angebote, darunter Workshops, Lesungen, Vorträge, Filme, Stadtrundgänge, Podiumsdiskussionen, Theater/Performance, Musik, Ausstellungen, Kundgebungen sowie spontane Aktionen zum Mitmachen in der Innenstadt. Diese werden organisiert von rund 60 Veranstaltenden in Stadt und Umland.[2][3][4][5][6]

Aktiv werden[edit | edit source]

Alle Menschen, die sich aktiv gegen Rassismus und für eine offene Gesellschaft einsetzen wollen, sind herzlich bei den LWgR willkommen.

Wer aktiv bei den "Lüneburger Wochen gegen Rassismus - Für eine offene Gesellschaft" mitmachen möchte und auch selbst mit einer Gruppe, mit einer Organisation oder auch allein Veranstaltungen im Rahmen der „Lüneburger Wochen gegen Rassismus – Für eine offene Gesellschaft“ anbieten möchte, kann sich an die Planungsgruppe wenden.

Über einen E-Mail-Verteiler werden alle wichtigen Informationen und Termine verschickt.

Weblinks[edit | edit source]

Kontakt[edit | edit source]

  • E-Mail: info@lwgr.de

Einzelnachweise[edit | edit source]

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