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	<title>Lünepedia - Benutzerbeiträge [de]</title>
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		<title>Kreidebergsee</title>
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		<updated>2021-12-16T17:37:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Alisa Walenziak: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Kreidebergsee.jpg|mini|Kreidebergsee]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Kreidebergsee&#039;&#039;&#039; befindet sich nördlich der Innenstadt [[Lüneburg|Lüneburgs]] und westlich der Hamburger Straße. Somit liegt er in dem Lüneburger Stadtteil [[Kreideberg]]. Aufgrund seiner Nähe zur Innenstadt gilt der bis zu 30 Meter tiefe See  bei den Bewohner*innen Lüneburgs als Naherholungsgebiet.&amp;lt;ref&amp;gt;https://bi-gruenguertel-west.de/uploads/downloads/Landschaftsplan%20Lüneburg%201996_03%20EGL_LP_Lüneburg_Text.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geologie ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;map&amp;quot;&amp;gt;{{#display_map: Kreidebergsee, Lüneburg~|fullscreen=on|scrollzoom=off}}Lage des Kreidebergsees&amp;lt;/div&amp;gt; Der Kreidebergsee ist am nördlichen Seeufer von hellen Steilwänden umgeben. Diese Gesteinsschichten bestehen größtenteils aus dem Kalk Kalziumkarbonat.   Die Ablagerungen, die hier gefunden werden können, sind bis zu 27 Millionen Jahre alt. In diesen Kalkgesteinen wurden zudem bereits mehrere Fossilien von Moostierchen, Armfüßlern oder auch Seeigeln gefunden.  Durch das Aufsteigen des unter Lüneburg liegenden [[Salzstocks]] kam es zu salztektonischen Bewegungsvorgängen. Diese hatten zur Folge, dass sich die ursprünglich horizontal gelagerten Gesteinsschichten steil aufrichteten. Im Laufe der Zeit wurden die Gesteinsschichten aufgrund weiterer Bewegungen durch Inlandsgletschern von einer 60 cm dicken Sand- und Kiesschicht bedeckt.  Der eigentliche See entstand jedoch erst später.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Entstanden ist der Kreidebergsee durch den Kalk- und Gipsabbau, welcher in [[Lüneburg]], neben dem Abbau von Salz, schon seit Jahrhunderten eine enorme Bedeutung hat. Ab dem Jahre 1838 wurde der Kalkbruch im Rahmen seiner industriellen Nutzung um eine leistungsfähige Kalkbrennerei erweitert.  Dank seiner reichlich vorhandenen Rohstoffe, die zu dieser Zeit großenteils beim Häuserbau sowie in der Landwirtschaft genutzt wurden, war die Kalkbrennerei sehr erfolgreich. Es konnten um die Jahrhundertwende für 300 bis 400 Menschen Arbeitsplätze geschaffen werden. Somit galt die Kalkbrennerei als der größte Arbeitgeber seiner Zeit.  Im Jahre 1963 wurde der Kalk- und Gipsabbau in dem Gebiet eingestellt, da sich der Betrieb seit einigen Jahren wirtschaftlich nicht mehr lohnte. Zudem entstanden in der Nähe des Gebietes immer mehr Wohnsiedlungen, weshalb sich die Bürger*innen von der Kalkbrennerei gestört fühlten. Daraufhin wurden die Wasserpumpen eingestellt und die Grube lief langsam bis auf Grundwasserniveau voll.  Der so entstandene See wurde danach bis 1983 als Müll- und Bauschuttdeponie genutzt &amp;lt;ref&amp;gt;https://bi-gruenguertel-west.de/uploads/downloads/Landschaftsplan%20Lüneburg%201996_03%20EGL_LP_Lüneburg_Text.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; , bis dieser zum Naherholungsgebiet entwickelt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Flora und Fauna ==&lt;br /&gt;
Der Kreidebergsee gilt als wichtiges Biotop für Pflanzen und Tiere. Aufgrund seiner geomorphologischen Besonderheiten lassen sich dort einige speziell angepasste Pflanzenarten finden, welche sonst nur selten vorkommen.&amp;lt;ref&amp;gt;https://bi-gruenguertel-west.de/uploads/downloads/Landschaftsplan%20Lüneburg%201996_03%20EGL_LP_Lüneburg_Text.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;  Insgesamt umfasst der Pflanzenreichtum 235 Arten. Einige von ihnen stehen unter anderem auf der &#039;&#039;Roten Liste Niedersachsen&#039;&#039;. &lt;br /&gt;
Zudem lassen sich auch einige Tiere in dem Gebiet finden. So schwimmen in dem See verschiedenste Fische wie Hechte, Karpfen oder Zander. Obwohl es hier tendenziell zu eher viele als zu wenige Fische gibt, herrscht im See ein Angelverbot.  Zusätzlich lassen sich mehrere Wasservögel in dem Gebiet ausfindig machen, wobei die meisten den See nur als Rast aufsuchen und ihn nicht dauerhaft beherbergen. Im Laufe der Zeit wurden hier insgesamt 52 Vogelarten beobachtet. &lt;br /&gt;
Neben den Vögeln und Fischen sind hier zudem eine ausgeprägte Anzahl an Tagfaltern sowie Heuschrecken aufzufinden.  Damit gilt der Kreidebergsee als eines der artenvielfältigsten Gebiete Lüneburgs.&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.google.de/books/edition/Lüneburg_lieben_lernen_Der_perfekte_Rei/_dzYDwAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=lüneburg+lieben+lernen&amp;amp;printsec=frontcover&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Besonderheiten ==&lt;br /&gt;
Aufgrund des Salzstocks, der unter Lüneburg liegt, ist der Kreidebergsee viel salziger als die meisten anderen Flachlandseen in Norddeutschland. &lt;br /&gt;
Zudem ist im Kreidebergsee das Baden aufgrund fehlender Sicherheit verboten. Gründe hierfür sind unter anderem, dass aufgrund seiner früheren Funktion als Tongrube noch viel Bauschutt auf dem Untergrund liegt. Zudem herrschen in den Tiefen wechselnde Kalt- und Warmwasserströmungen, welche das Baden lebensgefährlich machen.&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.hansestadtlueneburg.de/Home-Hansestadt-Lueneburg/Gesellschaft-Soziales-und-Bildung/Sicherheit-und-Ordnung-hansestadt-lueneburg/Sommer-in-der-Stadt.aspx&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
Hanken, A. (2020): Lüneburg lieben lernen: Der perfekte Reiseführer für einen unvergesslichen Aufenthalt in Lüneburg inkl. Insider-Tipps, Tipps zum Geldsparen und Packliste. Deutschland: BoD - Books on Demand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
Lüneplaner: https://lueneplaner.de/alle-kategorien/der-kreidebergsee/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Umwelt]] [[Kategorie: Geographie]] [[Kategorie: Tourismus]] [[Kategorie: Seen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Alisa Walenziak</name></author>
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		<title>Kreidebergsee</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Alisa Walenziak: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Kreidebergsee.jpg|mini|Kreidebergsee]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;map&amp;quot;&amp;gt;{{#display_map: Kreidebergsee, Lüneburg~|fullscreen=on|scrollzoom=off}}Lage des Kreidebergsees&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Kreidebergsee&#039;&#039;&#039; befindet sich nördlich der Innenstadt [[Lüneburg|Lüneburgs]] und westlich der Hamburger Straße. Somit liegt er in dem Lüneburger Stadtteil [[Kreideberg]]. Aufgrund seiner Nähe zur Innenstadt gilt der bis zu 30 Meter tiefe See  bei den Bewohner*innen Lüneburgs als Naherholungsgebiet.&amp;lt;ref&amp;gt;https://bi-gruenguertel-west.de/uploads/downloads/Landschaftsplan%20Lüneburg%201996_03%20EGL_LP_Lüneburg_Text.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geologie ==&lt;br /&gt;
Der Kreidebergsee ist am nördlichen Seeufer von hellen Steilwänden umgeben. Diese Gesteinsschichten bestehen größtenteils aus dem Kalk Kalziumkarbonat.   Die Ablagerungen, die hier gefunden werden können, sind bis zu 27 Millionen Jahre alt. In diesen Kalkgesteinen wurden zudem bereits mehrere Fossilien von Moostierchen, Armfüßlern oder auch Seeigeln gefunden.  Durch das Aufsteigen des unter Lüneburg liegenden [[Salzstocks]] kam es zu salztektonischen Bewegungsvorgängen. Diese hatten zur Folge, dass sich die ursprünglich horizontal gelagerten Gesteinsschichten steil aufrichteten. Im Laufe der Zeit wurden die Gesteinsschichten aufgrund weiterer Bewegungen durch Inlandsgletschern von einer 60 cm dicken Sand- und Kiesschicht bedeckt.  Der eigentliche See entstand jedoch erst später.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Entstanden ist der Kreidebergsee durch den Kalk- und Gipsabbau, welcher in [[Lüneburg]], neben dem Abbau von Salz, schon seit Jahrhunderten eine enorme Bedeutung hat. Ab dem Jahre 1838 wurde der Kalkbruch im Rahmen seiner industriellen Nutzung um eine leistungsfähige Kalkbrennerei erweitert.  Dank seiner reichlich vorhandenen Rohstoffe, die zu dieser Zeit großenteils beim Häuserbau sowie in der Landwirtschaft genutzt wurden, war die Kalkbrennerei sehr erfolgreich. Es konnten um die Jahrhundertwende für 300 bis 400 Menschen Arbeitsplätze geschaffen werden. Somit galt die Kalkbrennerei als der größte Arbeitgeber seiner Zeit.  Im Jahre 1963 wurde der Kalk- und Gipsabbau in dem Gebiet eingestellt, da sich der Betrieb seit einigen Jahren wirtschaftlich nicht mehr lohnte. Zudem entstanden in der Nähe des Gebietes immer mehr Wohnsiedlungen, weshalb sich die Bürger*innen von der Kalkbrennerei gestört fühlten. Daraufhin wurden die Wasserpumpen eingestellt und die Grube lief langsam bis auf Grundwasserniveau voll.  Der so entstandene See wurde danach bis 1983 als Müll- und Bauschuttdeponie genutzt &amp;lt;ref&amp;gt;https://bi-gruenguertel-west.de/uploads/downloads/Landschaftsplan%20Lüneburg%201996_03%20EGL_LP_Lüneburg_Text.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; , bis dieser zum Naherholungsgebiet entwickelt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Flora und Fauna ==&lt;br /&gt;
Der Kreidebergsee gilt als wichtiges Biotop für Pflanzen und Tiere. Aufgrund seiner geomorphologischen Besonderheiten lassen sich dort einige speziell angepasste Pflanzenarten finden, welche sonst nur selten vorkommen.&amp;lt;ref&amp;gt;https://bi-gruenguertel-west.de/uploads/downloads/Landschaftsplan%20Lüneburg%201996_03%20EGL_LP_Lüneburg_Text.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;  Insgesamt umfasst der Pflanzenreichtum 235 Arten. Einige von ihnen stehen unter anderem auf der Roten Liste Niedersachsen. &lt;br /&gt;
Zudem lassen sich auch einige Tiere in dem Gebiet finden. So schwimmen in dem See verschiedenste Fische wie Hechte, Karpfen oder Zander. Obwohl es hier tendenziell zu viele als zu wenige Fische gibt, herrscht im See ein Angelverbot.  Zusätzlich lassen sich mehrere Wasservögel in dem Gebiet ausfindig machen, wobei die meisten den See nur als Rast aufsuchen und ihn nicht dauerhaft beherbergen. Im Laufe der Zeit wurden hier insgesamt 52 Vogelarten beobachtet. &lt;br /&gt;
Neben den Vögeln und Fischen sind hier zudem eine ausgeprägte Anzahl an Tagfaltern sowie Heuschrecken aufzufinden.  Damit gilt der Kreidebergsee als eines der artenvielfältigsten Gebiete Lüneburgs.&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.google.de/books/edition/Lüneburg_lieben_lernen_Der_perfekte_Rei/_dzYDwAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=lüneburg+lieben+lernen&amp;amp;printsec=frontcover&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Besonderheiten ==&lt;br /&gt;
Aufgrund des Salzstocks, der unter Lüneburg liegt, ist der Kreidebergsee viel salziger als die meisten anderen Flachlandseen in Norddeutschland. &lt;br /&gt;
Zudem ist im Kreidebergsee das Baden aufgrund fehlender Sicherheit verboten. Gründe hierfür sind unter anderem, dass aufgrund seiner früheren Funktion als Tongrube noch viel Bauschutt auf dem Untergrund liegt. Zudem herrschen in den Tiefen wechselnde Kalt- und Warmwasserströmungen, welche das Baden lebensgefährlich machen.&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.hansestadtlueneburg.de/Home-Hansestadt-Lueneburg/Gesellschaft-Soziales-und-Bildung/Sicherheit-und-Ordnung-hansestadt-lueneburg/Sommer-in-der-Stadt.aspx&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
Hanken, A. (2020): Lüneburg lieben lernen: Der perfekte Reiseführer für einen unvergesslichen Aufenthalt in Lüneburg inkl. Insider-Tipps, Tipps zum Geldsparen und Packliste. Deutschland: BoD - Books on Demand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
Lüneplaner: https://lueneplaner.de/alle-kategorien/der-kreidebergsee/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Umwelt]] [[Kategorie: Geographie]] [[Kategorie: Tourismus]] [[Kategorie: Seen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Alisa Walenziak</name></author>
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		<id>https://www.luenepedia.de/index.php?title=Zeitsprung_L%C3%BCneburg&amp;diff=11219</id>
		<title>Zeitsprung Lüneburg</title>
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		<updated>2021-09-13T12:35:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Alisa Walenziak: /* Projektidee und Entwicklung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Zeitsprung Beispielbild2.jpg|mini|rechts|App &#039;&#039;Zeitsprung&#039;&#039; am Sande]]&lt;br /&gt;
Die App &#039;&#039;Zeitsprung Lüneburg&#039;&#039; ermöglicht es ihren User:innen längst verschwundene Orte in [[Lüneburg]] durch die Unterstützung von Augmented Reality (dt. erweiterte Realität) wiederherzustellen und etwas über deren Geschichte zu erfahren. An den gekennzeichneten Plätzen in der Stadt können mithilfe eines Smartphones oder Tablets über 50 Orte während verschiedener Epochen betrachtet werden. Zu jeder Epoche erscheint ein Bildausschnitt sowie eine Informationsbox. User:innen haben die Möglichkeit, einzelne Orte zu besuchen oder einen der zwei Rundgänge der App-Entwickler abzugehen, um so mehr über die Stadtgeschichte zu erfahren&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zeitsprung Lüneburg App&amp;quot;&amp;gt; Zeitsprung Website: [https://zeitsprung-lueneburg.de/index.php/zeitsprung-app &#039;&#039;Die Zeitsprung-Lüneburg-APP&#039;&#039;]; o. D., zuletzt abgerufen am 05.09.2021.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufbau und Bedienung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Buttons neu.jpg|mini]]&lt;br /&gt;
Die App startet regulär in der Kamera-Ansicht. Darüber befindet sich ein Interface, welches wie folgt aussieht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der oberen rechten Ecke lassen sich drei Buttons auffinden, welche den Nutzer:innen erlauben zwischen verschiedenen Ansichten hin- und herzuwechseln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Bedienung des Buttons „Einführung“ (siehe Grafik rechts) öffnet sich eine detaillierte Erklärung über die Funktionen der App und wie diese anzuwenden sind. Außerdem beinhaltet die Ansicht eine Liste aller Sponsor:innen, den Copyrights und das Menü „Einstellungen“, in welchem Funktionen individuell angepasst werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter dem Button „Karte“ verbirgt sich eine Kartenansicht der Stadt Lüneburg mit fest-platzierten Wegpunkten, welche andeuten sollen, an welchem Standort ein Zeitsprung möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wegpunkte sind mit der [[Stadtmarke|Lüneburger Stadtmarke]] gekennzeichnet. Beim Auswählen einer dieser Markierungen öffnet sich ein Fenster mit Titel und Infotext zu dem jeweiligen Standort und dessen historischen Hintergrund. Außerdem bietet ein „Play“-Button die Option, das Geschriebene laut vorlesen zu lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wohl wichtigste Funktion bietet der „AR“-Button. Hierbei gelangt man in die Kamera-Ansicht, welche durch Augmented Reality (AR) alle Standorte, gekennzeichnet durch die [[Stadtmarke|Lüneburger Stadtmarke]], an die korrekte Position projiziert. Das Smartphone oder Tablet muss dafür nur in die passende Richtung gedreht werden. Nähert man sich einem der Wegpunkte, erscheint ein transparentes Bild auf dem Bildschirm, welches identisch zu der Umgebung des ausgewählten Standorts ist. Dieses Bild muss nach dem echten Erscheinungsbild ausgerichtet werden. Das Ausrichten kann über die „Plus“- und „Minus“-Tasten vereinfacht werden. Wurde das Bild ausgerichtet, kann über den Button „Manuelle Ausrichtung“ ein Zeitsprung durchgeführt werden. An derselben Stelle erscheint dann ein dreidimensionales Modell eines historischen Gebäudes. Mithilfe des Schiebereglers auf der rechten Seite kann die Epoche verändert werden. Manche Standorte bieten nicht nur einen Zeitsprung, sondern mehrere. Der Schieberegler bietet in der Kartenansicht dazu noch die Möglichkeit, Standorte nach Epoche zu filtern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwickler haben u. a. zwei Rundgänge in die App integriert, welche den Nutzer:innen bei mangelnder Zeit, sich alle 58 Standorte anzuschauen, eine ausgewählte Anzahl an Standorten vorgibt. Diese Rundgänge werden angezeigt, wenn der Schieberegler in die unterste Position gebracht wird&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zeitsprung Lüneburg App&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Projektidee und Entwicklung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entwickelt haben die App Wolfgang Graemer, Michael Dahl und Wolfgang Bütow&amp;lt;ref&amp;gt; Zeitsprung Website: [https://zeitsprung-lueneburg.de/index.php/partner| &#039;&#039;Partner&#039;&#039;]; o. D., zuletzt abgerufen am 05.09.2021.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Wolfgang Graemer ist für die Recherche, den Inhalt sowie die 3D-Konstruktion und Visualisierung der App zuständig. Michael Dahl verantwortet das App-Design sowie die Augmented Reality (dt. erweiterte Realität) und Wolfgang Bütow kümmert sich um den Bereich Grafik-Design und Marketing. Zur Darstellung und Wiederherstellung der verschwundenen Orte nutzen die Entwickler vorhandenes historisches Material. Laut einem Interview mit der Lüneburger [[Landeszeitung]] arbeiten sie dabei unter anderem mit Stichen und Chroniken von [https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Albrecht_Gebhardi Ludwig Albrecht Gebhardi] (* 13. April 1735 in [[Lüneburg]]; † 26. Oktober 1802), welcher im 18. Jahrhundert als Historiker und Bibliothekar an der [[Ritterakademie]] in [[Lüneburg]] unterrichtete&amp;lt;ref&amp;gt;Bericht der Lüneburger Landeszeitung vom 20.08.2019, Online aufzurufen unter https://zeitsprung-lueneburg.de/index.php/presse; zuletzt abgerufen am 05.09.2021. &amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Idee für die App &#039;&#039;Zeitsprung Lüneburg&#039;&#039; entstand aus dem Umstand heraus, dass viele Gebäude und Plätze in Lüneburg heute zerstört, verschwunden oder umgebaut sind. Das liegt unter anderem am [[Senkungsgebiet]] in der [[Altstadt]] von [[Lüneburg]] oder am Um- und Neubau in der Stadt. Wie die Entwickler der &#039;&#039;Zeitsprung Lüneburg&#039;&#039; App selbst angeben, sind insgesamt sieben Kirchen und Kapellen sowie Stadttore, Mauern und Wälle verschwunden&amp;lt;ref&amp;gt;Zeitsprung Website: [https://zeitsprung-lueneburg.de/index.php/das-projekt| &#039;&#039;Das Projekt&#039;&#039;]; o. D., zuletzt abgerufen am 05.09.2021.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung der App fand in drei Phasen statt. In Phase eins wurde eine Karte von Lüneburg um 1700 erstellt. Dafür wurden dreidimensionale digitale Abbilder von nicht mehr vorhandenen Stadttoren, Mauern, Häusern, Kirchen, Wällen und vielen andere Gebäuden am Computer erstellt. Anschließend nutzen die Entwickler in der ersten Phase Bildmaterialien aus dem 19. und 20. Jahrhundert, um die Zeitsprung-Standorte noch detaillierter darstellen zu können. In Phase eins wurden auch neuere Epochen berücksichtigt und weitere Orte hinzugefügt, wie die [[MTV-Turnhalle]] oder das Badehaus im [[Kurpark]]. Mithilfe des &#039;&#039;X-Ray Röntgenmodus&#039;&#039; versuchten die Entwickler bereits in der ersten Phase zu ermöglichen, dass User:innen hinter Mauern oder unter die Erde sehen können, um beispielsweise verschüttete Orte darzustellen. Dazu zählen der [[Springingut-Turm]] und die alten Bergwerke der [[Saline]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Phase zwei ermöglichten es die Entwickler den User:innen verschiedene Epochen an einem Ort anzusehen und zeigten so die Entwicklung der Orte über die Jahrhunderte hinweg. Außerdem wurden weitere Orte aus der Zeit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert hinzugefügt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Phase drei folgten Orte aus den ersten 50 Jahren des 20. Jahrhunderts. Es wurden Stolperstein-Standorte in [[Lüneburg]] in die Liste von Orten mit aufgenommen. Die Entwickler ermöglichen es den User:innen an diesen Orten die Lebensgeschichten teils ehemaliger Lüneburger:innen zu erfahren. Dafür nutzen sie Geschichten, Berichte und Fotos von Überlebenden und Nachkommen dieser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Liste von Zeitsprung-Orten&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zeitsprung Lüneburg Standorte&amp;quot;&amp;gt; Zeitsprung Website: [https://zeitsprung-lueneburg.de/index.php/app-standorte-april-2021|&#039;&#039;Standorte April 2021&#039;&#039;]; o. D., zuletzt abgerufen am 20.08.2021.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zeitsprung Lüneburg&amp;quot;&amp;gt; Zeitsprung Lüneburg App: &#039;&#039;Kartenansicht&#039;&#039;; o. D., zuletzt abgerufen am 20.08.2021.&amp;lt;/ref&amp;gt; ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;map&amp;quot; align=&amp;quot;left&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{#display_map: 53.247907, 10.416498~&#039;&#039;&#039;[[Befestigung der Stadt Lüneburg|Altenbrücker Tor]]&#039;&#039;&#039;; 53.251200, 10.415965~&#039;&#039;&#039;[[Befestigung der Stadt Lüneburg|Lüner Tor]]&#039;&#039;&#039;; 53.252946, 10.414604~&#039;&#039;&#039;[[Synagoge]]&#039;&#039;&#039;; 53.253023, 10.412036~&#039;&#039;&#039;[[Am Schifferwall]]&#039;&#039;&#039;; 53.253253, 10.412050~&#039;&#039;&#039;[[Aussenkaufhaus]]&#039;&#039;&#039;; 53.252361, 10.411715~&#039;&#039;&#039;[[Viskulenhof 1]]&#039;&#039;&#039;; Im Wendischen Dorfe 27, 21335 Lüneburg~&#039;&#039;&#039;[[Kastanienwall]]&#039;&#039;&#039;; 53.251483, 10.412966~&#039;&#039;&#039;[[Stintbrücke Viskulenhof]]&#039;&#039;&#039;; 53.251265, 10.412693~&#039;&#039;&#039;[[Altes Kaufhaus]]&#039;&#039;&#039;; 53.251271, 10.413825~&#039;&#039;&#039;[[Befestigung der Stadt Lüneburg|Lüner Tor innen]]&#039;&#039;&#039;; Bei der Lüner Mühle 3, 21335 Lüneburg~&#039;&#039;&#039;[[Lüner Mühle am Werder]]&#039;&#039;&#039;; 53.250333, 10.412134~&#039;&#039;&#039;[[Abtsmühle]]&#039;&#039;&#039;; 53.247535, 10.413794~&#039;&#039;&#039;[[Befestigung der Stadt Lüneburg|Altenbrücker Tor innen]]&#039;&#039;&#039;; 53.248950, 10.411005~&#039;&#039;&#039;[[Heiligentaler Kloster]]&#039;&#039;&#039;; 53.247971, 10.411266~&#039;&#039;&#039;[[Von Stern]]&#039;&#039;&#039;; 53.248351, 10.409949~&#039;&#039;&#039;[[Glockenstraße]]&#039;&#039;&#039;; 53.246804, 10.413088~&#039;&#039;&#039;[[Wasserturm]]&#039;&#039;&#039;; 53.246003, 10.414956~&#039;&#039;&#039;[[Roter Wall Papenmütze]]&#039;&#039;&#039;; 53.247491, 10.409116~&#039;&#039;&#039;[[Einhornapotheke]]&#039;&#039;&#039;; 53.247504, 10.408789~&#039;&#039;&#039;[[Hotel Deutsches Haus]]&#039;&#039;&#039;; 53.245304, 10.409612~&#039;&#039;&#039;[[Befestigung der Stadt Lüneburg|Rotes Tor]]&#039;&#039;&#039;; 53.244932, 10.409704~&#039;&#039;&#039;[[MTV Turnhalle]]&#039;&#039;&#039;; 53.250248, 10.408306~&#039;&#039;&#039;[[Stadtschloss]]&#039;&#039;&#039;; 53.251489, 10.409184~&#039;&#039;&#039;[[Witzendorfsche Haus]]&#039;&#039;&#039;; 53.252272, 10.409271~&#039;&#039;&#039;[[St. Nicolai 1]]&#039;&#039;&#039;; 53.252580, 10.409318~&#039;&#039;&#039;[[Alter Schlachthof]]&#039;&#039;&#039;; 53.253362, 10.409836~&#039;&#039;&#039;[[Befestigung der Stadt Lüneburg|Bardowicker Tor]]&#039;&#039;&#039;; 53.246220, 10.408256~&#039;&#039;&#039;[[Scharffsches Haus]]&#039;&#039;&#039;; 53.244208, 10.407557~&#039;&#039;&#039;[[Reeperbahn]]&#039;&#039;&#039;; 53.245520, 10.406847~&#039;&#039;&#039;[[Wallstraße Pumpgestänge]]&#039;&#039;&#039;; 53.246037, 10.406615~&#039;&#039;&#039;[[Ritterstraße]]&#039;&#039;&#039;; Rackerstraße, Lüneburg~&#039;&#039;&#039;[[Rackerstraße]]&#039;&#039;&#039;; 53.244118, 10.403973~&#039;&#039;&#039;[[Sülztor außen]]&#039;&#039;&#039;; 53.245120, 10.402609~&#039;&#039;&#039;[[St. Lamberti|St. Lamberti 1]]&#039;&#039;&#039;; 53.247521, 10.403826~&#039;&#039;&#039;[[Vierorten erste Ampel]]&#039;&#039;&#039;; 53.247625, 10.403043~&#039;&#039;&#039;[[Auf der Rübekuhle]]&#039;&#039;&#039;; 53.248004, 10.405229~&#039;&#039;&#039;[[Obere Schrangenstraße]]&#039;&#039;&#039;; 53.248624, 10.404889~&#039;&#039;&#039;[[Schaubühne Neue Sülze]]&#039;&#039;&#039;; 53.250283, 10.405824~&#039;&#039;&#039;[[Alte Post]]&#039;&#039;&#039;; 53.250127, 10.405229~&#039;&#039;&#039;[[Marienplatz]]&#039;&#039;&#039;; 53.252078, 10.405236~&#039;&#039;&#039;[[Goldschmiedezwinger]]&#039;&#039;&#039;; 53.252599, 10.406554~&#039;&#039;&#039;[[Graalwall Bastion]]&#039;&#039;&#039;; 53.243855, 10.401558~&#039;&#039;&#039;[[Saline|Saline 1]]&#039;&#039;&#039;; 53.244632, 10.400103~&#039;&#039;&#039;[[Saline|Saline 2]]&#039;&#039;&#039;; 53.248925, 10.401458~&#039;&#039;&#039;[[St. Michaelis|Michaelisschule]]&#039;&#039;&#039;; 53.247699, 10.399143~&#039;&#039;&#039;[[Kettenstrafanstalt]]&#039;&#039;&#039;; 53.249461, 10.399468~&#039;&#039;&#039;[[Befestigung der Stadt Lüneburg|Stadttor Beim Benedikt]]&#039;&#039;&#039;; 53.250802, 10.400858~&#039;&#039;&#039;[[Befestigung der Stadt Lüneburg|Springitgut Turm]]&#039;&#039;&#039;; 53.252321, 10.401861~&#039;&#039;&#039;[[Tor zur Unterwelt]]&#039;&#039;&#039;; 53.249539, 10.397221~&#039;&#039;&#039;[[Kalkbergfestung]]&#039;&#039;&#039;; 53.250612, 10.395776~&#039;&#039;&#039;[[Neues Tor]]&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 |fullscreen=on&lt;br /&gt;
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 }}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Abtsmühle]] || [[Befestigung der Stadt Lüneburg|Bardowicker Tor]] || [[Kastanienwall]] || [[Rackerstraße]] || [[Schaubühne Neue Sülze]] || [[Synagoge]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Befestigung der Stadt Lüneburg|Altenbrücker Tor]] || [[Einhornapotheke]] || [[Kettenstrafanstalt]] || [[Reeperbahn]] || [[Befestigung der Stadt Lüneburg|Springitgut Turm]] || [[Tor zur Unterwelt]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Befestigung der Stadt Lüneburg|Altenbrücker Tor innen]] || [[Glockenstraße]] || [[Lüner Mühle am Werder]] || [[Ritterstraße]] || [[Stadtschloss]] || [[Vierorten erste Ampel]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Alte Post]] || [[Goldschmiedezwinger]] || [[Befestigung der Stadt Lüneburg|Lüner Tor]] || [[Roter Wall Papenmütze]] || [[Befestigung der Stadt Lüneburg|Stadttor Beim Benedikt]] || [[Viskulenhof 1]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Alter Schlachthof]] || [[Graalwall Bastion]] || [[Befestigung der Stadt Lüneburg|Lüner Tor innen]] || [[Befestigung der Stadt Lüneburg|Rotes Tor]] || [[Stintbrücke Viskulenhof]] || [[Wallstraße Pumpgestänge]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Altes Kaufhaus]] || [[Heiligentaler Kloster]] || [[MTV Turnhalle]] || [[Saline|Saline 1]] || [[St. Lamberti|St. Lamberti 1]] || [[Witzendorfsche Haus]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Am Schifferwall]] || [[Hotel Deutsches Haus]] || [[Befestigung der Stadt Lüneburg|Neues Tor]] || [[Saline|Saline 2]] || [[St. Michaelis|Michaelisschule]] ||&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Aussenkaufhaus]] || [[Kalkbergfestung]] || [[Obere Schrangenstraße]] || [[Scharffsches Haus]] || [[Befestigung der Stadt Lüneburg|Sülztor außen]] ||&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Technische Voraussetzungen ==&lt;br /&gt;
Zum Verwenden der App ist ein Smartphone oder Tablet vonnöten, welches entweder das &#039;&#039;Apple&#039;&#039;-eigene Betriebssystem &#039;&#039;iOS&#039;&#039; oder das &#039;&#039;Google&#039;&#039;-eigene Betriebssystem &#039;&#039;Android&#039;&#039; geladen hat. Bei &#039;&#039;Apple&#039;&#039; muss mindestens &#039;&#039;iOS&#039;&#039; in der Version 10.0 vorhanden sein. &#039;&#039;Android&#039;&#039; muss mindestens in der Version 5.0 mit dem Namen „Lollipop“ auf dem zu verwendenden Gerät laufen. Allerdings wird die App bei mangelnder Kompatibilität auch nicht im &#039;&#039;Google Play Store&#039;&#039; angezeigt. Des Weiteren sollte das Gerät über eine integrierte Kamera verfügen und ein Gyroskop verbaut haben, damit der AR-Modus funktioniert. Jedes Gerät auf dem ein Online-Kartendienst mit Standorterkennung (z. B. Google Maps) läuft, hat ein integriertes Gyroskop&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zeitsprung Lüneburg App&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|https://www.youtube.com/watch?v=kATwOGMvHDY|300|right|Erklärvideo zur &#039;&#039;Zeitsprung&#039;&#039; App}}&lt;br /&gt;
Pressearchiv der Hansestadt Lüneburg: [https://www.hansestadtlueneburg.de/Home-Hansestadt-Lueneburg/Stadt-und-Politik/Aktuelles-hansestadt-lueneburg/Pressearchiv-hansestadt-lueneburg/app-macht-zeitsprung-in-lueneburgs-vergangenheit-moeglich-hansestadt-foerdert-projekt-mit-9-000-euro.aspx| App macht Zeitsprung in Lüneburgs Vergangenheit möglich – Hansestadt fördert Projekt mit 9.000 Euro]; 15.04.2021; zuletzt abgerufen am 05.09.2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Alisa Walenziak</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.luenepedia.de/index.php?title=St._Lamberti&amp;diff=11218</id>
		<title>St. Lamberti</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.luenepedia.de/index.php?title=St._Lamberti&amp;diff=11218"/>
		<updated>2021-09-13T12:29:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Alisa Walenziak: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ehemalige St. Lamberti Kirche1.jpg|mini|rechts|St. Lamberti Kirche mit der Zeitsprung App, Fotograf: Lukas Essig|verweis=Special:FilePath/Ehemalige_St._Lamberti_Kirche1.jpg]] Die St. Lamberti Kirche war eine Kirche in der [[Altstadt]] von Lüneburg. Der Name &#039;&#039;St. Lamberti&#039;&#039; geht auf einen Heiligen aus Maastricht zurück, welcher 705 oder 706 aufgrund seines Glaubens sterben musste und deshalb als Märtyrer gilt&amp;lt;ref&amp;gt;Lüneburger Landeszeitung Online: https://www.landeszeitung.de/lueneburg/45764-warum-st-lamberti-verschwand-und-wo-sich-noch-spuren-finden/, zuletzt geöffnet am 09.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Erstmalig wurde die Kirche 1269 erwähnt, das genaue Baujahr ist allerdings unbekannt. Im Laufe der Jahre litt das Fundament stark unter dem Salzabbau in der Stadt. Im Jahr 1860/1861 musste sie aufgrund von vielen Schäden im Fundament abgerissen werden. Am St. [[Lambertiplatz]] befindet sich noch heute eine Info-Tafel zur Geschichte und den archäologischen Grabungen, welche zwischen 1998 und 2000 auf dem ehemaligen Kirchengelände stattfanden. Mit der App [[Zeitsprung Lüneburg]] lässt sich die ehemalige Kirche mithilfe von Augmentet Reality (dt. erweiterte Realität) betrachten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;map&amp;quot;&amp;gt;{{#display_map:St.Lambertiplatz, Lüneburg~&#039;&#039;&#039;St. Lambertiplatz zu Lüneburg&#039;&#039;&#039;|fullscreen=on|scrollzoom=off}}St. Lambertiplatz zu Lüneburg&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Übersicht zur Geschichte der Kirche &amp;lt;ref&amp;gt;Die Ausgrabungen in der St. Lambertikirche, Online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;== &lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1269 || Die St. Lamberti Kapelle wird zum ersten Mal erwähnt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1382 || Einweihung der Sakristei&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1398 || Bau des Kirchturms&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1491 || Umgestaltung des Kirchturms zugunsten eines leichteren Turmgestells &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1530|| Durch die Reformation erlangt die St. Lamberti Kapelle den Status einer Pfarrkirche, der Lüneburger Rat schafft die katholische Messe ab und führt evangelische Gottesdienste ein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1541 || Das erste Taufbecken wird in der Kirche aufgestellt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1544 - 1545 || Der Kirchturm wird erneut umgestaltet und erhält eine pyramidale Spitze&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1578|| Durch einen Sturm wird der Kirchturm beschädigt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1703|| Ein Sturm bringt den Kirchturm zum Einsturz&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1712 || Eine neue Turmspitze in Form einer niedrigen Haube mit offener Laterne wird gebaut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1732 - 1738|| Das Gewölbe der Kirche bröckelt, weshalb eine Holzdecke gebaut werden muss. Der Gottesdienst wird in die Marienkirche zu Lüneburg verlegt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1752 || Die Glocken im Kirchturm müssen stabilisiert und ein Stockwerk tiefer angebracht werden, der Turm wird mit Pfeilern gestützt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1806 - 1814 || Die Kirche wird von der französischen Besatzung als Magazin zweckentfremdet&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1818 || Die Kirche befindet sich wieder in Lüneburger Händen und die Kirche muss erneut am Gewölbe restauriert werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1829 || Aufgrund von anhaltenden Schäden muss das Glockenläuten eingestellt werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1844|| Aufgrund von Einsturzgefahr berät der Lüneburger Rat darüber, die Kirche abreißen zu lassen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1858 || Der letzte Gottesdienst&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1860 - 1861|| Abriss der Kirche&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte der Kirche==&lt;br /&gt;
Die ehemalige St. Lamberti Kirche wird zum ersten Mal im Jahr 1269 erwähnt, ihr genaues Baujahr ist allerdings unbekannt. Durch die historische Erwähnung und Ausgrabungen durch den Stadtarchäologen [[Dr. Edgar Ring]] in den Jahren 1998 - 2000, wird der Baubeginn um 1300 vermutet&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ehemalige Kirche wurde direkt auf der Abbruchkante zum Lüneburger [[Senkungsgebiet]] und der [[Saline]] gebaut, wodurch das Mauerwerk stetig anfällig für Schäden war. Dieser Umstand führte dazu, dass die Kirche zwischen 1860 und 1861 abgerissen werden musste. &lt;br /&gt;
[[Datei:St. Lamberti Kirche, Zeitsprung App Lüneburg.png|mini|rechts|Fotograf: Lukas Essig]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau des dreischiffigen Gotteshauses wurde durch Mittel der Lüneburger [[Sülfmeister]] und Bürger*innen der Stadt Lüneburg finanziert&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Jahr 1382 wurde die Sakristei der Kirche eingeweiht. Bereits 1491 musste der Kirchturm durch eine leichtere Spitze ersetzt werden, um den Bau zu entlasten&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Im Jahr 1503 beschloss der Lüneburger Rat sich der Reformation anzuschließen und schaffte die katholischen Messen zugunsten von evangelischen Gottesdiensten ab. Am 6. Mai 1530 begann der evangelische Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche, welche von da an die Rechte einer Pfarrkirche besaß. Noch vor der Reformation hatte die ehemalige Kirche den Status einer Kapelle und besaß deshalb neben dem Hauptaltar noch 22 Nebenalte, welche im Zuge der Reformation abgeschafft wurden&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1541 wurde das erste Taufbecken aufgestellt. Bereits zu dieser Zeit zeigten sich an der Kirche beträchtliche Bauschäden aufgrund des Salzabbaus in der Lüneburger [[Altstadt]]. 1544-1545 musste der Kirchturm erneut umgestaltet werden und bekam eine pyramidale Spitze mit Galerien und Ecktürmen. Doch nicht nur der Salzabbau in Lüneburg schadete dem Bauwerk enorm. Zwei Stürme sorgten letztendlich für den Einsturz des Kirchturmes. 1578 wurde die Kirche durch einen Sturm zunächst nur stark beschädigt. 1703 sorgte ein erneuter starker Sturm dafür, dass der Kirchturm einstürzte. Erst neun Jahre später, im Jahr 1712, wurde der Kirchturm repariert und durch eine niedrige Haube ausgetauscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während eines Gottesdienstes im Jahr 1732 brachen einige Steine aus dem Gewölbe der Kirche. Um die Besucher*innen der Kirche zu schützen, mussten umfangreiche Bauarbeiten am Gewölbe vorgenommen werden. Der Gottesdienst wurde während des Umbaus deshalb in die [[Marienkirche]] verlegt, welche sich noch heute in der Friedenstraße 8 in [[Lüneburg]] befindet. Die Bauarbeiten dauerten sechs Jahre. Bis 1738 wurde die Gewölbedecke durch eine Holzdecke ersetzt und die Kirchenkonstruktion mit Stützpfeilern verstärkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur 14 Jahre später mussten die Kirchenglocken ein Stockwerk tiefer aufgehängt werden, um den gefährdeten Kirchturm zu stabilisieren. Im Westen wurde der Turm durch weitere Strebepfeiler gestützt, um einen Einsturz und die Gefährdung der Kirchenbesucher*innen zu verhindern&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der französischen Besatzung Lüneburgs zwischen 1806-1814 wurde die St. Lamberti Kirche als Magazin zweckentfremdet. In der Folge einer Niederlage Preußens in der Schlacht bei Jena und Auerstedt im Jahr 1806 war das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg von napoleonischen Truppen besetzt &amp;lt;ref&amp;gt;Wikipedia-Artikel zur Braunschweiger Franzosenzeit, online verfügbar unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Braunschweiger_Franzosenzeit, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nach dem Ende der Besetzung konnte der Gottesdienst bereits im frühen 19. Jahrhundert wieder aufgenommen werden. 1818 musste der Gottesdienst allerdings abermals eingestellt werden, da erneut Bauarbeiten am Gewölbe notwendig waren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1829 musste letztendlich, nach anhaltenden Schäden, das Glockenläuten eingestellt werden. Der Klöppel wurde von da an nur noch von Hand gegen die Glocke geschlagen, um ein Schwingen der Glocke zu unterbinden. Als dann 1844, trotz aller Bemühungen, das Gewölbe einzustürzen drohte, wurden die Stimmen im [[Stadtrat]] laut, die Kirche aufzugeben und zum Abriss zu verkaufen.&lt;br /&gt;
Im Jahr 1858 feierte die Kirchengemeinschaft daraufhin den letzten Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche. Am 21.02.1860 wurde folgende Anzeige in der Neuen Hannoverschen Zeitung geschaltet&amp;lt;ref&amp;gt;Lüneburger Stadtarchäologie , online verfügbar unter: https://www.luene-info.de/stadtarch/lamberti/langtxt.htm, zuletzt geöffnet am 09.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;: &lt;br /&gt;
[[Datei:Bekanntmachung Abriss St. Lamberti Kirche.png|mini|links]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einigen Einsendungen erhielt der Maurer- und Zimmermeister Westphal die Möglichkeit, die St. Lamberti Kirche für 13.050 Taler abzureißen. Viele Teile der Kirche konnten allerdings wiederverwertet werden, unter anderem das Kupferdach und einige bauhistorische Besonderheiten, wodurch das Geschäft für den Maurer- und Zimmermeister lukrativ war&amp;lt;ref&amp;gt; Lüneburger Landeszeitung Online:https://www.landeszeitung.de/lueneburg/45764-warum-st-lamberti-verschwand-und-wo-sich-noch-spuren-finden/,(9.09.2021)&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Jahr 1861 war die Kirche vollkommen verschwunden, heute befindet sich auf dem St. Lambertiplatz nur noch eine Infotafel, die an das Bestehen der Kirche erinnert. Das Inventar der Kirche wurde allerdings an andere Kirchen in Lüneburg verteilt. Die [[St. Johanneskirche]] erhielt das 1541 eingeweihte Taufbecken und die [[St. Nicolaikirche]] den Hauptaltar aus dem Jahr 1443. Das Hospital zum heiligen Geist erhielt die Sonntagsglocke und das Uhrwerk der Kirche, welche bis in die fünfziger Jahre genutzt wurde. Dieses wurde anschließend im [[Kaufhaus]] am Hafen in [[Lüneburg]] gelagert und fiel dort Brandstiftern zum Opfer&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=all&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Stadtarchäologische Grabungen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Grabung am [[Lambertiplatz|St. Lambertiplatz]] fand zwischen 1998 und 1999 statt. Eine 140m² große Fläche wurde vom Lüneburger Stadtarchäologen [[Dr. Edgar Ring]] und seinen Hilfskräften geöffnet, mit dem Ziel die 1861 abgerissene Kirche genau zu lokalisieren. Außerdem interessierte sich das Team rund um Dr. Edgar Ring für den Zeitraum des Baubeginns der Kirche, welcher zu diesem Zeitpunkt noch nicht genau festgelegt werden konnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als der erste Schnitt im Nordosten der Kirche vorgenommen wurde, war es das Ziel, aussagekräftige Funde über die Fundamente der Umgebung des Chores innerhalb und außerhalb der Kirche zu gewinnen&amp;lt;ref&amp;gt; Ergebnisse der Grabungskampagnen 1998–1999, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam1.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die nächsten Schnitte wurden in unmittelbarer Nähe des ersten gesetzt. Nachdem Teile des Fundaments gefunden und mit alten Grundrissen abgeglichen wurden, konnte das Team den genauen Standort der Kirche lokalisieren. Außerdem wurden Scherben aus dem späten 13. Jahrhundert im Fundament gefunden, wodurch die Forschenden annehmen, dass der Baubeginn rund 100 Jahre später als zuerst vermutet stattgefunden haben muss. Durch das Fundament bekamen die Forschenden außerdem Aufschluss über die bereits oben erwähnten verschiedenen Bauphasen der Kirche. &lt;br /&gt;
[[Datei:Lüneburg St. Lamberti.jpg|mini|rechts]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Grabungen wurden auch drei Grüfte gefunden. Alle hatten einen etwa rechteckigen Grundriss aus Ziegeln und konnten als Gräber identifiziert werden. Das größte und am sorgfältigsten gebaute Grab besitzt ein Tonnengewölbe. Die beiden kleineren Gräber sind hingegen nur mit mit flachen Grabsteinen bedeckt gewesen. Wie bereits von [[Wilhelm Friedrich Volger]] (* 31. März 1794 in Neetze; † 6. März 1879 Lüneburg) in den Stadtchroniken beschrieben, waren laut Lüneburger Stadtarchäologie e. V. alle Gräber mit Schutt gefüllt. In jedem Grab lagen zwei Gräber nebeneinander. In den beiden kleineren Grüften mussten aus Platzgründen die älteren Gräber den später Verstorbenen in die darunter liegenden Knochengrube weichen. Das große Grab, dessen Breite Platz für vier Särge bieten kann, enthielt nur zwei Särge. Der in diesem Grab gefundene wappen­förmige Sargbeschlag war für die Forschenden sehr aufschlussreich, da es der Adelsfamilie von Döring, die bis zum 18. Jahrhundert in Lüneburg lebte, zugeordnet werden konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Grabungen wurde außerdem ein Schraubtalers aus dem Jahr 1598 gefunden. Ein Schraubtaler ist ein Geldstück, welches aus zwei Teilen besteht und mit einem Gewinde versehen ist. Es wurde in einem der Gräber gefunden und hat einen Durchmesser von 41 mm. Auf der Vorderseite sind die drei sächsischen Kurfürsten Christian II., Johann Georg I. und August zu sehen sowie die Aufschrift &#039;&#039;„CHRISTIAN·JOHAN GEORG·ET·AVGVSTUS“&#039;&#039;. Auf der Rückseite befindet sich die Aufschrift &#039;&#039;„FRAT:ET·DVCES·SAXON“&#039;&#039;, was so viel heißt wie &amp;quot;&#039;&#039;Brüder und Fürsten Sachsens&amp;quot;&#039;&#039;. Beim Öffnen des Schraubtalers entdeckten die Forschenden auf der Innenfläche ein Porträt einer unbekannten Person, und auf der anderen Seite zwei Tauben mit Ringen im Schnabel, darunter ein brennendes Herz und das Jahr 1635. Von den Forschenden wird vermutet, dass der Schraubtaler ein Hochzeitsgeschenk des abgebildeten Mannes an seine Frau war, bevor es an der St. Lamberti Kirche mit begraben wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem wurden drei Würfel entdeckt, deren Bedeutung allerdings ungewiss bleibt. Es wurden außerdem noch weitere Gräber ohne bedeutende Gaben gefunden. Sie alle wurden christlich in West-Ost-Richtung, teilweise übereinander, begraben. Die gefundenen Gebeine wurden nach der Untersuchung wieder bestattet&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Grabungen im Jahr 2000 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2000 fand eine weitere Grabung der Lüneburger [[Stadtarchäologie]] am St. [[Lambertiplatz]] statt, bei der das Kirchenschiff in der Nähe des Kirchturms ausgegraben werden sollte. Die Forschenden hofften drauf, weitere Gruften und eine Seitenkapelle zu entdecken, da der Bereich von den Umbaumaßnahmen des 18. Jahrhunderts nicht betroffen sein sollte&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang Juni setzten die Forschenden der Lüneburger [[Stadtarchäologie]] einen 6 x 15 m großen Schnitt von der Nordseite der Kirche, bis in die Mitte des Hauptschiffs hinein. Die Grabungen stellten sich allerdings als erfolglos heraus, da ein Splitterschutzgraben aus dem Zweiter Weltkrieg die Außenfundamente der Seitenkapelle nahezu vollständig zerstört hatte&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Aus diesem Umstand heraus verzichtete das Ausgrabungsteam auf weitere Ausgrabungen in diesem Abschnitt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Südlich des Splitterschutzgrabens hingegen konnte erstmalig das Fußbodenniveau der St. Lamberti Kirche dokumentiert werden, welcher aus trocken gesetzten Backsteinen im Fischgrätenmuster bestand&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Außerdem konnte der Standort der westlichen Pfeiler bestätigt werden, indem Fundamentreste am West- und Ostrand der Pfeiler freigelegt wurden. Bei diesen Grabungen konnte ebenfalls bestätigt werden, dass die Kirche direkt auf der sogenannten Abbruchkante zum [[Senkungsgebiet]] der Lüneburger [[Altstadt]] und der [[Saline]] erbaut wurde. Der westliche Pfeiler zeigte bei den Ausgrabungen keine Veränderung seit der Erbauungszeit im 13. Jahrhundert, war aber stark nach Westen gekippt. Der östliche Pfeiler hingegen war im 18. Jahrhundert ausgebessert worden, was auch historische Berichte bestätigen. Durch die Absenkung in diesem Gebiet neigte sich der Pfeiler bis 1730 so stark nach Westen, dass er ausgebessert werden musste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery class=&amp;quot;centered&amp;quot; mode=&amp;quot;packed&amp;quot; widths=200px heights=300px caption=&amp;quot;Funde der Grabungen an der St. Lamberti Kirche&amp;quot; &amp;gt;&lt;br /&gt;
Funde Grabungen 1.png&lt;br /&gt;
Funde Grabungen 2.png&lt;br /&gt;
Funde Grabungen 3.png&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Forschenden konnten ebenfalls herausfinden, dass die ehemalige St. Lamberti Kirche zunächst aus einer massiven Backsteinkonstruktion bestand, welche anschließend im 18. Jahrhundert durch ein Schalenmauerwerk aus Backsteinen und Feldsteinen, gefüllt mit Bauschutt, ausgetauscht wurde. Die Grabungen zeigten außerdem, dass beim Abriss der Kirche im Jahr 1860/61 nur noch das unterste Niveau des Fundamentes bestehen blieb und der Rest der Kirche abgetragen wurde. Es wurden außerdem sieben große Feldsteine entdeckt, welche an der nördlichen und westlichen Kante das Fundament begrenzten. Zusätzlich konnte eine Gipsmörtelschicht mit einer Dicke von etwa 5 cm freigelegt werden, welche sich im Inneren der Kirche befand. In diese waren etwa 30 rechteckige, 30–40 cm lange Pfosten eingeschlagen. Alle Pfosten waren annähernd quadratisch, mit einer Kantenlänge von etwa 10 cm und am unteren Ende angespitzt. Diese wären, aufgrund der Gegebenheiten des Bodens, bei der Erbauung um 1300 theoretisch nicht nötig gewesen. Die Forschenden nehmen deshalb an, dass bereits beim Bau der Kirche Senkungsschäden auftraten, welche durch den Einsatz der eben beschriebenen Maßnahmen kompensiert werden sollten&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch bei der Grabung im Jahr 2000 konnten wieder Gräber freigelegt werden, welche sich bis auf eines alle im Hauptschiff befanden. Aus Platzgründen wurden auch diese in mehreren Schichten begraben. Es wurden nur Särge aus Holz mit metallenen Griffen gefunden, wobei es Unterschiede bei der Anzahl und Anbringung der Griffe gab. Die Lüneburger [[Stadtarchäologie]] nimmt aus diesem Grund an, dass die unterschiedliche Anzahl und Verarbeitung der Griffe auf soziale Unterschiede der Verstorbenen hinweist&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Grabungen konnte eine ganz besondere Bestattung dokumentiert werden. Eine Frau wurde mit reichlichen Schmuckbeigaben beerdigt. An den Armen trug sie Armbänder aus Hohlglasperlen und auf dem Haupt eine Totenkrone, welche als Schmuckgegenstand für die Bestattung von jung Verstorbenen, Ledigen oder auch bei Kindern und Säuglingen zugegeben wurde&amp;lt;ref&amp;gt;Wikipedia Artikel zur Totenkrone, online verfügbar unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Totenkrone, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. An der Krone wurden noch Reste des Haupthaars und aufgenähter Textilien gefunden. Auf Höhe der Ohren der Verstorbenen wurden außerdem zwei Anhänger aus feinem Kupfer- und Bronzegeflechten entdeckt, welche ebenfalls mit Glasperlen verziert waren. Diese Anhänger wurden im [https://kulturerbe.niedersachsen.de/kultureinrichtung/isil_DE-2299/ Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege] restauriert. Ebenfalls zur Restaurierung wurde eine Metallplatte gegeben, bei der unter der beschädigten Oberfläche eine Heiligendarstellung vermutet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein benachbartes weibliches Skelett wurde ebenfalls geborgen und wies einen bemerkenswert schlechten Zustand der Zähne auf, wobei ein starker Kariesbefall auf der linken Seite des Kiefers festgestellt wurde und eine sehr geringe Abnutzung rechtsseitig. Diese Funde weisen darauf hin, dass die Frau offenbar jahrelang nur die linke Kieferseite zum Kauen nutze&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit diesen Ergebnissen werden die Grabungen an der St. Lamberti Kirche vorerst abgeschlossen. Es konnte kein Vorgängerbau nachgewiesen werden, jedoch konnte das Baujahr der Kirche weiter konkretisiert werden. Die zunächst 100 Jahre später vermutete kunsthistorische Datierung konnte außerdem korrigiert werden. Statt wie zunächst angenommen im 14. Jahrhundert, konnte der Bau der Kirche im 13. Jahrhundert festgestellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise zur weitergehenden Rechereche==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Dreger, Klaus und Joachim Stark (1999):&#039;&#039;&#039; St. Lamberti. Ausgrabung einer untergegangenen Kirche. Denkmalpflege in Lüneburg 1999.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ring, Edgar (1999):&#039;&#039;&#039; Lamberti. Ausgrabung einer untergegangenen Kirche in Lüneburg. Archäologie in Niedersachsen 2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kühlborn, Marc (2000):&#039;&#039;&#039; Die Ausgrabungen in der Lüneburger St. Lambertikirche. Denkmalpflege in Lüneburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ring, Edgar (2000):&#039;&#039;&#039; Der verschlossene Mann. Ein Schraubtaler aus der Gruft der St. Lambertikirche. Denkmalpflege in Lüneburg.&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Alisa Walenziak</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.luenepedia.de/index.php?title=St._Lamberti&amp;diff=11213</id>
		<title>St. Lamberti</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.luenepedia.de/index.php?title=St._Lamberti&amp;diff=11213"/>
		<updated>2021-09-13T12:12:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Alisa Walenziak: /* Stadtarchäologische Grabungen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ehemalige St. Lamberti Kirche1.jpg|mini|rechts|St. Lamberti Kirche mit der Zeitsprung App, Fotograf: Lukas Essig|verweis=Special:FilePath/Ehemalige_St._Lamberti_Kirche1.jpg]] Die St. Lamberti Kirche war eine Kirche in der [[Altstadt]] von Lüneburg. Der Name &#039;&#039;St. Lamberti&#039;&#039; geht auf einen Heiligen aus Maastricht zurück, welcher 705 oder 706 aufgrund seines Glaubens sterben musste und deshalb als Märtyrer gilt&amp;lt;ref&amp;gt;Lüneburger Landeszeitung Online: https://www.landeszeitung.de/lueneburg/45764-warum-st-lamberti-verschwand-und-wo-sich-noch-spuren-finden/, zuletzt geöffnet am 09.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Erstmalig wurde die Kirche 1269 erwähnt, das genaue Baujahr bleibt allerdings unbekannt. Im Laufe der Jahre litt das Fundament stark unter dem Salzabbau in der Stadt. Im Jahr 1860/1861 musste sie aufgrund von vielen Schäden im Fundament abgerissen werden. Am St. [[Lambertiplatz]] befindet sich noch heute eine Informationstafel zur Geschichte und den Grabungen, welche zwischen 1998 und 2000 auf dem ehemaligen Kirchengelände stattfanden. Mit der App [[Zeitsprung Lüneburg]] lässt sich die ehemalige Kirche mithilfe von Augmentet Reality (dt. erweiterte Realität) betrachten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;map&amp;quot;&amp;gt;{{#display_map:St.Lambertiplatz, Lüneburg~&#039;&#039;&#039;St. Lambertiplatz zu Lüneburg&#039;&#039;&#039;|fullscreen=on|scrollzoom=off}}St. Lambertiplatz zu Lüneburg&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Übersicht zur Geschichte der Kirche &amp;lt;ref&amp;gt;Die Ausgrabungen in der St. Lambertikirche, Online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;== &lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1269 || Die St. Lamberti Kapelle wird zum ersten Mal erwähnt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1382 || Einweihung der Sakristei&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1398 || Bau des Kirchturms&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1491 || Umgestaltung des Kirchturms zugunsten eines leichteren Turmgestells &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1530|| Durch die Reformation erlangt die St. Lamberti den Status einer Pfarrkirche, der Lüneburger Rat schafft die katholische Messe ab und führt evangelische Gottesdienste ein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1541 || Das erste Taufbecken wird in der Kirche aufgestellt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1544-45 || Der Kirchturm wird erneut umgestaltet und erhält eine pyramidale Spitze &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1578|| Durch einen Sturm wird der Kirchturm beschädigt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1703|| Ein Sturm bringt den Kirchturm zum Einsturz&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1712 || Eine neue Turmspitze in Form einer niedrigen Haube mit offener Laterne wird gebaut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1732-1738|| Das Gewölbe der Kirche bröckelt, weshalb eine Holzdecke gebaut werden muss, der Gottesdienst wird in die Marienkirche zu Lüneburg verlegt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1752 || Die Glocken im Kirchturm müssen stabilisiert und ein Stockwerk tiefer angebracht werden, der Turm wird mit Pfeilern gestützt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1806-1814 || Die Kirche wird von der französischen Besatzung als Magazin zweckentfremdet&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1818 || Die Kirche befand sich wieder in Lüneburger Händen und das musste erneut am Gewölbe restauriert werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1829 || Aufgrund von anhaltenden Schäden muss das Glockenläuten eingestellt werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1844|| Aufgrund von Einsturzgefahr berät der Lüneburger Rat darüber, die Kirche abreißen zu lassen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1858 || Der letzte Gottesdienst&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1860-1861|| Abriss der Kirche&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte der Kirche==&lt;br /&gt;
Die ehemalige St. Lamberti Kirche wird zum ersten Mal im Jahr 1269 erwähnt, ihr genaues Baujahr ist allerdings unbekannt. Durch die historische Erwähnung und Ausgrabungen durch den Stadtarchäologen Dr. Edgar Ring in den Jahren 1998-2000, wird der Baubeginn um 1300 vermutet&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ehemalige Kirche wurde direkt auf der Abbruchkante zum Lüneburger [[Senkungsgebiet]] und der [[Saline]] gebaut, wodurch das Mauerwerk stetig anfällig für Schäden war. Dieser Umstand führte dazu, dass die Kirche im Jahre 1860/61 abgerissen werden musste. &lt;br /&gt;
[[Datei:St. Lamberti Kirche, Zeitsprung App Lüneburg.png|mini|rechts|Fotograf: Lukas Essig]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau des dreischiffigen Gotteshauses wurde durch Mittel der Lüneburger [[Sülfmeister]] und Bürger*innen der Stadt Lüneburg finanziert&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Jahr 1382 wurde die Sakristei der Kirche eingeweiht. Bereits 1491 musste der Kirchturm durch eine leichtere Spitze ersetzt werden, um den Bau zu entlasten&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Im Jahr 1503 beschloss der Lüneburger Rat sich der Reformation anzuschließen und schaffte die katholischen Messen zugunsten von evangelischen Gottesdiensten ab. Am 6. Mai 1530 begann der evangelische Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche, welche von da an die Rechte einer Pfarrkirche besaß. Noch vor der Reformation hatte die ehemalige Kirche den Status einer Kapelle und besaß deshalb neben dem Hauptaltar noch 22 Nebenalte, welche im Zuge der Reformation abgeschafft wurden&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1541 wurde das erste Taufbecken aufgestellt. Bereits zu dieser Zeit zeigten sich an der Kirche beträchtliche Bauschäden aufgrund des Salzabbaus in der Lüneburger [[Altstadt]]. 1544-1545 musste der Kirchturm erneut umgestaltet werden und bekam eine pyramidale Spitze mit Galerien und Ecktürmen. Doch nicht nur der Salzabbau in Lüneburg schadete dem Bauwerk enorm. Zwei Stürme sorgten letztendlich für den Einsturz des Kirchturmes. 1578 wurde die Kirche durch einen Sturm zunächst nur stark beschädigt. 1703 sorgte ein erneuter starker Sturm dafür, dass der Kirchturm einstürzte. Erst neun Jahre später, im Jahr 1712, wurde der Kirchturm repariert und durch eine niedrige Haube ausgetauscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während eines Gottesdienstes im Jahr 1732 brachen einige Steine aus dem Gewölbe der Kirche. Um die Besucher*innen der Kirche zu schützen, mussten umfangreiche Bauarbeiten am Gewölbe vorgenommen werden. Der Gottesdienst wurde während des Umbaus deshalb in die [[Marienkirche]] verlegt, welche sich noch heute in der Friedenstraße 8 in [[Lüneburg]] befindet. Die Bauarbeiten dauerten sechs Jahre. Bis 1738 wurde die Gewölbedecke durch eine Holzdecke ersetzt und die Kirchenkonstruktion mit Stützpfeilern verstärkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur 14 Jahre später mussten die Kirchenglocken ein Stockwerk tiefer aufgehängt werden, um den gefährdeten Kirchturm zu stabilisieren. Im Westen wurde der Turm durch weitere Strebepfeiler gestützt, um einen Einsturz und die Gefährdung der Kirchenbesucher*innen zu verhindern&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der französischen Besatzung Lüneburgs zwischen 1806-1814 wurde die St. Lamberti Kirche als Magazin zweckentfremdet. In der Folge einer Niederlage Preußens in der Schlacht bei Jena und Auerstedt im Jahr 1806 war das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg von napoleonischen Truppen besetzt &amp;lt;ref&amp;gt;Wikipedia-Artikel zur Braunschweiger Franzosenzeit, online verfügbar unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Braunschweiger_Franzosenzeit, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nach dem Ende der Besetzung konnte der Gottesdienst bereits im frühen 19. Jahrhundert wieder aufgenommen werden. 1818 musste der Gottesdienst allerdings abermals eingestellt werden, da erneut Bauarbeiten am Gewölbe notwendig waren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1829 musste letztendlich, nach anhaltenden Schäden, das Glockenläuten eingestellt werden. Der Klöppel wurde von da an nur noch von Hand gegen die Glocke geschlagen, um ein Schwingen der Glocke zu unterbinden. Als dann 1844, trotz aller Bemühungen, das Gewölbe einzustürzen drohte, wurden die Stimmen im [[Stadtrat]] laut, die Kirche aufzugeben und zum Abriss zu verkaufen.&lt;br /&gt;
Im Jahr 1858 feierte die Kirchengemeinschaft daraufhin den letzten Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche. Am 21.02.1860 wurde folgende Anzeige in der Neuen Hannoverschen Zeitung geschaltet&amp;lt;ref&amp;gt;Lüneburger Stadtarchäologie , online verfügbar unter: https://www.luene-info.de/stadtarch/lamberti/langtxt.htm, zuletzt geöffnet am 09.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;: &lt;br /&gt;
[[Datei:Bekanntmachung Abriss St. Lamberti Kirche.png|mini|links]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einigen Einsendungen erhielt der Maurer- und Zimmermeister Westphal die Möglichkeit, die St. Lamberti Kirche für 13.050 Taler abzureißen. Viele Teile der Kirche konnten allerdings wiederverwertet werden, unter anderem das Kupferdach und einige bauhistorische Besonderheiten, wodurch das Geschäft für den Maurer- und Zimmermeister lukrativ war&amp;lt;ref&amp;gt; Lüneburger Landeszeitung Online:https://www.landeszeitung.de/lueneburg/45764-warum-st-lamberti-verschwand-und-wo-sich-noch-spuren-finden/,(9.09.2021)&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Jahr 1861 war die Kirche vollkommen verschwunden, heute befindet sich auf dem St. Lambertiplatz nur noch eine Infotafel, die an das Bestehen der Kirche erinnert. Das Inventar der Kirche wurde allerdings an andere Kirchen in Lüneburg verteilt. Die [[St. Johanneskirche]] erhielt das 1541 eingeweihte Taufbecken und die [[St. Nicolaikirche]] den Hauptaltar aus dem Jahr 1443. Das Hospital zum heiligen Geist erhielt die Sonntagsglocke und das Uhrwerk der Kirche, welche bis in die fünfziger Jahre genutzt wurde. Dieses wurde anschließend im [[Kaufhaus]] am Hafen in [[Lüneburg]] gelagert und fiel dort Brandstiftern zum Opfer&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=all&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Stadtarchäologische Grabungen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Grabung am [[Lambertiplatz|St. Lambertiplatz]] fand zwischen 1998 und 1999 statt. Eine 140m² große Fläche wurde vom Lüneburger Stadtarchäologen [[Dr. Edgar Ring]] und seinen Hilfskräften geöffnet, mit dem Ziel die 1861 abgerissene Kirche genau zu lokalisieren. Außerdem interessierte sich das Team rund um Dr. Edgar Ring für den Zeitraum des Baubeginns der Kirche, welcher zu diesem Zeitpunkt noch nicht genau festgelegt werden konnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als der erste Schnitt im Nordosten der Kirche vorgenommen wurde, war es das Ziel, aussagekräftige Funde über die Fundamente der Umgebung des Chores innerhalb und außerhalb der Kirche zu gewinnen&amp;lt;ref&amp;gt; Ergebnisse der Grabungskampagnen 1998–1999, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam1.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die nächsten Schnitte wurden in unmittelbarer Nähe des ersten gesetzt. Nachdem Teile des Fundaments gefunden und mit alten Grundrissen abgeglichen wurden, konnte das Team den genauen Standort der Kirche lokalisieren. Außerdem wurden Scherben aus dem späten 13. Jahrhundert im Fundament gefunden, wodurch die Forschenden annehmen, dass der Baubeginn rund 100 Jahre später als zuerst vermutet stattgefunden haben muss. Durch das Fundament bekamen die Forschenden außerdem Aufschluss über die bereits oben erwähnten verschiedenen Bauphasen der Kirche. &lt;br /&gt;
[[Datei:Lüneburg St. Lamberti.jpg|mini|rechts]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Grabungen wurden auch drei Grüfte gefunden. Alle hatten einen etwa rechteckigen Grundriss aus Ziegeln und konnten als Gräber identifiziert werden. Das größte und am sorgfältigsten gebaute Grab besitzt ein Tonnengewölbe. Die beiden kleineren Gräber sind hingegen nur mit mit flachen Grabsteinen bedeckt gewesen. Wie bereits von [[Wilhelm Friedrich Volger]] (* 31. März 1794 in Neetze; † 6. März 1879 Lüneburg) in den Stadtchroniken beschrieben, waren laut Lüneburger Stadtarchäologie e. V. alle Gräber mit Schutt gefüllt. In jedem Grab lagen zwei Gräber nebeneinander. In den beiden kleineren Grüften mussten aus Platzgründen die älteren Gräber den später Verstorbenen in die darunter liegenden Knochengrube weichen. Das große Grab, dessen Breite Platz für vier Särge bieten kann, enthielt nur zwei Särge. Der in diesem Grab gefundene wappen­förmige Sargbeschlag war für die Forschenden sehr aufschlussreich, da es der Adelsfamilie von Döring, die bis zum 18. Jahrhundert in Lüneburg lebte, zugeordnet werden konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Grabungen wurde außerdem ein Schraubtalers aus dem Jahr 1598 gefunden. Ein Schraubtaler ist ein Geldstück, welches aus zwei Teilen besteht und mit einem Gewinde versehen ist. Es wurde in einem der Gräber gefunden und hat einen Durchmesser von 41 mm. Auf der Vorderseite sind die drei sächsischen Kurfürsten Christian II., Johann Georg I. und August zu sehen sowie die Aufschrift &#039;&#039;„CHRISTIAN·JOHAN GEORG·ET·AVGVSTUS“&#039;&#039;. Auf der Rückseite befindet sich die Aufschrift &#039;&#039;„FRAT:ET·DVCES·SAXON“&#039;&#039;, was so viel heißt wie &amp;quot;&#039;&#039;Brüder und Fürsten Sachsens&amp;quot;&#039;&#039;. Beim Öffnen des Schraubtalers entdeckten die Forschenden auf der Innenfläche ein Porträt einer unbekannten Person, und auf der anderen Seite zwei Tauben mit Ringen im Schnabel, darunter ein brennendes Herz und das Jahr 1635. Von den Forschenden wird vermutet, dass der Schraubtaler ein Hochzeitsgeschenk des abgebildeten Mannes an seine Frau war, bevor es an der St. Lamberti Kirche mit begraben wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem wurden drei Würfel entdeckt, deren Bedeutung allerdings ungewiss bleibt. Es wurden außerdem noch weitere Gräber ohne bedeutende Gaben gefunden. Sie alle wurden christlich in West-Ost-Richtung, teilweise übereinander, begraben. Die gefundenen Gebeine wurden nach der Untersuchung wieder bestattet&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Grabungen im Jahr 2000 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2000 fand eine weitere Grabung der Lüneburger [[Stadtarchäologie]] am St. [[Lambertiplatz]] statt, bei der das Kirchenschiff in der Nähe des Kirchturms ausgegraben werden sollte. Die Forschenden hofften drauf, weitere Gruften und eine Seitenkapelle zu entdecken, da der Bereich von den Umbaumaßnahmen des 18. Jahrhunderts nicht betroffen sein sollte&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang Juni setzten die Forschenden der Lüneburger [[Stadtarchäologie]] einen 6 x 15 m großen Schnitt von der Nordseite der Kirche, bis in die Mitte des Hauptschiffs hinein. Die Grabungen stellten sich allerdings als erfolglos heraus, da ein Splitterschutzgraben aus dem Zweiter Weltkrieg die Außenfundamente der Seitenkapelle nahezu vollständig zerstört hatte&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Aus diesem Umstand heraus verzichtete das Ausgrabungsteam auf weitere Ausgrabungen in diesem Abschnitt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Südlich des Splitterschutzgrabens hingegen konnte erstmalig das Fußbodenniveau der St. Lamberti Kirche dokumentiert werden, welcher aus trocken gesetzten Backsteinen im Fischgrätenmuster bestand&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Außerdem konnte der Standort der westlichen Pfeiler bestätigt werden, indem Fundamentreste am West- und Ostrand der Pfeiler freigelegt wurden. Bei diesen Grabungen konnte ebenfalls bestätigt werden, dass die Kirche direkt auf der sogenannten Abbruchkante zum [[Senkungsgebiet]] der Lüneburger [[Altstadt]] und der [[Saline]] erbaut wurde. Der westliche Pfeiler zeigte bei den Ausgrabungen keine Veränderung seit der Erbauungszeit im 13. Jahrhundert, war aber stark nach Westen gekippt. Der östliche Pfeiler hingegen war im 18. Jahrhundert ausgebessert worden, was auch historische Berichte bestätigen. Durch die Absenkung in diesem Gebiet neigte sich der Pfeiler bis 1730 so stark nach Westen, dass er ausgebessert werden musste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery class=&amp;quot;centered&amp;quot; mode=&amp;quot;packed&amp;quot; widths=200px heights=300px caption=&amp;quot;Funde der Grabungen an der St. Lamberti Kirche&amp;quot; &amp;gt;&lt;br /&gt;
Funde Grabungen 1.png&lt;br /&gt;
Funde Grabungen 2.png&lt;br /&gt;
Funde Grabungen 3.png&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Forschenden konnten ebenfalls herausfinden, dass die ehemalige St. Lamberti Kirche zunächst aus einer massiven Backsteinkonstruktion bestand, welche anschließend im 18. Jahrhundert durch ein Schalenmauerwerk aus Backsteinen und Feldsteinen, gefüllt mit Bauschutt, ausgetauscht wurde. Die Grabungen zeigten außerdem, dass beim Abriss der Kirche im Jahr 1860/61 nur noch das unterste Niveau des Fundamentes bestehen blieb und der Rest der Kirche abgetragen wurde. Es wurden außerdem sieben große Feldsteine entdeckt, welche an der nördlichen und westlichen Kante das Fundament begrenzten. Zusätzlich konnte eine Gipsmörtelschicht mit einer Dicke von etwa 5 cm freigelegt werden, welche sich im Inneren der Kirche befand. In diese waren etwa 30 rechteckige, 30–40 cm lange Pfosten eingeschlagen. Alle Pfosten waren annähernd quadratisch, mit einer Kantenlänge von etwa 10 cm und am unteren Ende angespitzt. Diese wären, aufgrund der Gegebenheiten des Bodens, bei der Erbauung um 1300 theoretisch nicht nötig gewesen. Die Forschenden nehmen deshalb an, dass bereits beim Bau der Kirche Senkungsschäden auftraten, welche durch den Einsatz der eben beschriebenen Maßnahmen kompensiert werden sollten&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch bei der Grabung im Jahr 2000 konnten wieder Gräber freigelegt werden, welche sich bis auf eines alle im Hauptschiff befanden. Aus Platzgründen wurden auch diese in mehreren Schichten begraben. Es wurden nur Särge aus Holz mit metallenen Griffen gefunden, wobei es Unterschiede bei der Anzahl und Anbringung der Griffe gab. Die Lüneburger [[Stadtarchäologie]] nimmt aus diesem Grund an, dass die unterschiedliche Anzahl und Verarbeitung der Griffe auf soziale Unterschiede der Verstorbenen hinweist&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Grabungen konnte eine ganz besondere Bestattung dokumentiert werden. Eine Frau wurde mit reichlichen Schmuckbeigaben beerdigt. An den Armen trug sie Armbänder aus Hohlglasperlen und auf dem Haupt eine Totenkrone, welche als Schmuckgegenstand für die Bestattung von jung Verstorbenen, Ledigen oder auch bei Kindern und Säuglingen zugegeben wurde&amp;lt;ref&amp;gt;Wikipedia Artikel zur Totenkrone, online verfügbar unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Totenkrone, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. An der Krone wurden noch Reste des Haupthaars und aufgenähter Textilien gefunden. Auf Höhe der Ohren der Verstorbenen wurden außerdem zwei Anhänger aus feinem Kupfer- und Bronzegeflechten entdeckt, welche ebenfalls mit Glasperlen verziert waren. Diese Anhänger wurden im [https://kulturerbe.niedersachsen.de/kultureinrichtung/isil_DE-2299/ Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege] restauriert. Ebenfalls zur Restaurierung wurde eine Metallplatte gegeben, bei der unter der beschädigten Oberfläche eine Heiligendarstellung vermutet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein benachbartes weibliches Skelett wurde ebenfalls geborgen und wies einen bemerkenswert schlechten Zustand der Zähne auf, wobei ein starker Kariesbefall auf der linken Seite des Kiefers festgestellt wurde und eine sehr geringe Abnutzung rechtsseitig. Diese Funde weisen darauf hin, dass die Frau offenbar jahrelang nur die linke Kieferseite zum Kauen nutze&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit diesen Ergebnissen werden die Grabungen an der St. Lamberti Kirche vorerst abgeschlossen. Es konnte kein Vorgängerbau nachgewiesen werden, jedoch konnte das Baujahr der Kirche weiter konkretisiert werden. Die zunächst 100 Jahre später vermutete kunsthistorische Datierung konnte außerdem korrigiert werden. Statt wie zunächst angenommen im 14. Jahrhundert, konnte der Bau der Kirche im 13. Jahrhundert festgestellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise zur weitergehenden Rechereche==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Dreger, Klaus und Joachim Stark (1999):&#039;&#039;&#039; St. Lamberti. Ausgrabung einer untergegangenen Kirche. Denkmalpflege in Lüneburg 1999.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ring, Edgar (1999):&#039;&#039;&#039; Lamberti. Ausgrabung einer untergegangenen Kirche in Lüneburg. Archäologie in Niedersachsen 2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kühlborn, Marc (2000):&#039;&#039;&#039; Die Ausgrabungen in der Lüneburger St. Lambertikirche. Denkmalpflege in Lüneburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ring, Edgar (2000):&#039;&#039;&#039; Der verschlossene Mann. Ein Schraubtaler aus der Gruft der St. Lambertikirche. Denkmalpflege in Lüneburg.&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Alisa Walenziak</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.luenepedia.de/index.php?title=St._Lamberti&amp;diff=11208</id>
		<title>St. Lamberti</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.luenepedia.de/index.php?title=St._Lamberti&amp;diff=11208"/>
		<updated>2021-09-13T11:56:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Alisa Walenziak: /* Geschichte der Kirche */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ehemalige St. Lamberti Kirche1.jpg|mini|rechts|St. Lamberti Kirche mit der Zeitsprung App, Fotograf: Lukas Essig|verweis=Special:FilePath/Ehemalige_St._Lamberti_Kirche1.jpg]] Die St. Lamberti Kirche war eine Kirche in der [[Altstadt]] von Lüneburg. Der Name &#039;&#039;Sankt Lamberti&#039;&#039; geht auf einen Heiligen in Maastricht zurück, welcher 705 oder 706 aufgrund seines Glaubens sterben musste und deshalb als Märtyrer galt&amp;lt;ref&amp;gt;Lüneburger Landeszeitung Online: https://www.landeszeitung.de/lueneburg/45764-warum-st-lamberti-verschwand-und-wo-sich-noch-spuren-finden/, zuletzt geöffnet am 09.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Erstmalig wurde sie 1269 erwähnt, das genaue Baujahr bleibt allerdings unbekannt. Im Laufe der Jahre litt das Fundament stark unter dem Salzabbau in der Stadt. Im Jahr 1860/1861 musste sie aufgrund von vielen Schäden im Fundament abgerissen werden. Am St. [[Lambertiplatz]] befindet sich noch heute eine Informationstafel zur Geschichte und den Grabungen, welche zwischen 1998 und 2000 auf dem ehemaligen Kirchengelände stattfanden. Mit der App [[Zeitsprung Lüneburg]] lässt sich die ehemalige Kirche mithilfe von Augmentet Reality (dt. erweiterte Realität) betrachten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;map&amp;quot;&amp;gt;{{#display_map:St.Lambertiplatz, Lüneburg~&#039;&#039;&#039;St. Lambertiplatz zu Lüneburg&#039;&#039;&#039;|fullscreen=on|scrollzoom=off}}St. Lambertiplatz zu Lüneburg&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Übersicht zur Geschichte der Kirche &amp;lt;ref&amp;gt;Die Ausgrabungen in der St. Lambertikirche, Online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;== &lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1269 || Die St. Lamberti Kapelle wird zum ersten Mal erwähnt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1382 || Einweihung der Sakristei&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1398 || Bau des Kirchturms&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1491 || Umgestaltung des Kirchturms zugunsten eines leichteren Turmgestells &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1530|| Durch die Reformation erlangt die St. Lamberti den Status einer Pfarrkirche, der Lüneburger Rat schafft die katholische Messe ab und führt evangelische Gottesdienste ein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1541 || Das erste Taufbecken wird in der Kirche aufgestellt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1544-45 || Der Kirchturm wird erneut umgestaltet und erhält eine pyramidale Spitze &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1578|| Durch einen Sturm wird der Kirchturm beschädigt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1703|| Ein Sturm bringt den Kirchturm zum Einsturz&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1712 || Eine neue Turmspitze in Form einer niedrigen Haube mit offener Laterne wird gebaut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1732-1738|| Das Gewölbe der Kirche bröckelt, weshalb eine Holzdecke gebaut werden muss, der Gottesdienst wird in die Marienkirche zu Lüneburg verlegt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1752 || Die Glocken im Kirchturm müssen stabilisiert und ein Stockwerk tiefer angebracht werden, der Turm wird mit Pfeilern gestützt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1806-1814 || Die Kirche wird von der französischen Besatzung als Magazin zweckentfremdet&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1818 || Die Kirche befand sich wieder in Lüneburger Händen und das musste erneut am Gewölbe restauriert werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1829 || Aufgrund von anhaltenden Schäden muss das Glockenläuten eingestellt werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1844|| Aufgrund von Einsturzgefahr berät der Lüneburger Rat darüber, die Kirche abreißen zu lassen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1858 || Der letzte Gottesdienst&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1860-1861|| Abriss der Kirche&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte der Kirche==&lt;br /&gt;
Die ehemalige St. Lamberti Kirche wird zum ersten Mal im Jahr 1269 erwähnt, ihr genaues Baujahr ist allerdings unbekannt. Durch die historische Erwähnung und Ausgrabungen durch den Stadtarchäologen Dr. Edgar Ring in den Jahren 1998-2000, wird der Baubeginn um 1300 vermutet&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ehemalige Kirche wurde direkt auf der Abbruchkante zum Lüneburger [[Senkungsgebiet]] und der [[Saline]] gebaut, wodurch das Mauerwerk stetig anfällig für Schäden war. Dieser Umstand führte dazu, dass die Kirche im Jahre 1860/61 abgerissen werden musste. &lt;br /&gt;
[[Datei:St. Lamberti Kirche, Zeitsprung App Lüneburg.png|mini|rechts|Fotograf: Lukas Essig]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau des dreischiffigen Gotteshauses wurde durch Mittel der Lüneburger [[Sülfmeister]] und Bürger*innen der Stadt Lüneburg finanziert&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Jahr 1382 wurde die Sakristei der Kirche eingeweiht. Bereits 1491 musste der Kirchturm durch eine leichtere Spitze ersetzt werden, um den Bau zu entlasten&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Im Jahr 1503 beschloss der Lüneburger Rat sich der Reformation anzuschließen und schaffte die katholischen Messen zugunsten von evangelischen Gottesdiensten ab. Am 6. Mai 1530 begann der evangelische Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche, welche von da an die Rechte einer Pfarrkirche besaß. Noch vor der Reformation hatte die ehemalige Kirche den Status einer Kapelle und besaß deshalb neben dem Hauptaltar noch 22 Nebenalte, welche im Zuge der Reformation abgeschafft wurden&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1541 wurde das erste Taufbecken aufgestellt. Bereits zu dieser Zeit zeigten sich an der Kirche beträchtliche Bauschäden aufgrund des Salzabbaus in der Lüneburger [[Altstadt]]. 1544-1545 musste der Kirchturm erneut umgestaltet werden und bekam eine pyramidale Spitze mit Galerien und Ecktürmen. Doch nicht nur der Salzabbau in Lüneburg schadete dem Bauwerk enorm. Zwei Stürme sorgten letztendlich für den Einsturz des Kirchturmes. 1578 wurde die Kirche durch einen Sturm zunächst nur stark beschädigt. 1703 sorgte ein erneuter starker Sturm dafür, dass der Kirchturm einstürzte. Erst neun Jahre später, im Jahr 1712, wurde der Kirchturm repariert und durch eine niedrige Haube ausgetauscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während eines Gottesdienstes im Jahr 1732 brachen einige Steine aus dem Gewölbe der Kirche. Um die Besucher*innen der Kirche zu schützen, mussten umfangreiche Bauarbeiten am Gewölbe vorgenommen werden. Der Gottesdienst wurde während des Umbaus deshalb in die [[Marienkirche]] verlegt, welche sich noch heute in der Friedenstraße 8 in [[Lüneburg]] befindet. Die Bauarbeiten dauerten sechs Jahre. Bis 1738 wurde die Gewölbedecke durch eine Holzdecke ersetzt und die Kirchenkonstruktion mit Stützpfeilern verstärkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur 14 Jahre später mussten die Kirchenglocken ein Stockwerk tiefer aufgehängt werden, um den gefährdeten Kirchturm zu stabilisieren. Im Westen wurde der Turm durch weitere Strebepfeiler gestützt, um einen Einsturz und die Gefährdung der Kirchenbesucher*innen zu verhindern&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der französischen Besatzung Lüneburgs zwischen 1806-1814 wurde die St. Lamberti Kirche als Magazin zweckentfremdet. In der Folge einer Niederlage Preußens in der Schlacht bei Jena und Auerstedt im Jahr 1806 war das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg von napoleonischen Truppen besetzt &amp;lt;ref&amp;gt;Wikipedia-Artikel zur Braunschweiger Franzosenzeit, online verfügbar unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Braunschweiger_Franzosenzeit, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nach dem Ende der Besetzung konnte der Gottesdienst bereits im frühen 19. Jahrhundert wieder aufgenommen werden. 1818 musste der Gottesdienst allerdings abermals eingestellt werden, da erneut Bauarbeiten am Gewölbe notwendig waren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1829 musste letztendlich, nach anhaltenden Schäden, das Glockenläuten eingestellt werden. Der Klöppel wurde von da an nur noch von Hand gegen die Glocke geschlagen, um ein Schwingen der Glocke zu unterbinden. Als dann 1844, trotz aller Bemühungen, das Gewölbe einzustürzen drohte, wurden die Stimmen im [[Stadtrat]] laut, die Kirche aufzugeben und zum Abriss zu verkaufen.&lt;br /&gt;
Im Jahr 1858 feierte die Kirchengemeinschaft daraufhin den letzten Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche. Am 21.02.1860 wurde folgende Anzeige in der Neuen Hannoverschen Zeitung geschaltet&amp;lt;ref&amp;gt;Lüneburger Stadtarchäologie , online verfügbar unter: https://www.luene-info.de/stadtarch/lamberti/langtxt.htm, zuletzt geöffnet am 09.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;: &lt;br /&gt;
[[Datei:Bekanntmachung Abriss St. Lamberti Kirche.png|mini|links]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einigen Einsendungen erhielt der Maurer- und Zimmermeister Westphal die Möglichkeit, die St. Lamberti Kirche für 13.050 Taler abzureißen. Viele Teile der Kirche konnten allerdings wiederverwertet werden, unter anderem das Kupferdach und einige bauhistorische Besonderheiten, wodurch das Geschäft für den Maurer- und Zimmermeister lukrativ war&amp;lt;ref&amp;gt; Lüneburger Landeszeitung Online:https://www.landeszeitung.de/lueneburg/45764-warum-st-lamberti-verschwand-und-wo-sich-noch-spuren-finden/,(9.09.2021)&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Jahr 1861 war die Kirche vollkommen verschwunden, heute befindet sich auf dem St. Lambertiplatz nur noch eine Infotafel, die an das Bestehen der Kirche erinnert. Das Inventar der Kirche wurde allerdings an andere Kirchen in Lüneburg verteilt. Die [[St. Johanneskirche]] erhielt das 1541 eingeweihte Taufbecken und die [[St. Nicolaikirche]] den Hauptaltar aus dem Jahr 1443. Das Hospital zum heiligen Geist erhielt die Sonntagsglocke und das Uhrwerk der Kirche, welche bis in die fünfziger Jahre genutzt wurde. Dieses wurde anschließend im [[Kaufhaus]] am Hafen in [[Lüneburg]] gelagert und fiel dort Brandstiftern zum Opfer&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=all&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Stadtarchäologische Grabungen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Grabung am [[Lambertiplatz|St. Lambertiplatz]] fand zwischen 1998 und 1999 statt. Eine 140m² große Fläche wurde vom Lüneburger Stadtarchäologen [[Dr. Edgar Ring]] und Hilfskräften geöffnet, mit dem Ziel die 1861 abgerissene Kirche genau zu lokalisieren. Außerdem interessierte sich das Team rund um Dr. Edgar Ring für den Zeitraum des Baubeginns der Kirche, welcher zu diesem Zeitpunkt noch nicht genau festgelegt werden konnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als der erste Schnitt im Nordosten der Kirche vorgenommen wurde, war es das Ziel, aussagekräftige Funde über die Fundamente der Umgebung des Chores innerhalb und außerhalb der Kirche zu gewinnen&amp;lt;ref&amp;gt; Ergebnisse der Grabungskampagnen 1998–1999, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam1.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die nächsten Schnitte wurden in unmittelbarer Nähe des ersten gesetzt. Nachdem Teile des Fundaments gefunden und mit alten Grundrissen abgeglichen wurden, konnte das Team den genauen Standort der Kirche lokalisieren. Außerdem wurden Scherben aus dem späten 13. Jahrhundert im Fundament gefunden, wodurch die Forschenden annehmen, dass der Baubeginn rund 100 Jahre später als zuerst vermutet stattgefunden haben muss. Durch das Fundament bekamen die Forschenden außerdem Aufschluss über die bereits oben erwähnten verschiedenen Bauphasen der Kirche. &lt;br /&gt;
[[Datei:Lüneburg St. Lamberti.jpg|mini|rechts]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Grabungen wurden auch drei Grüfte gefunden. Alle haben einen etwa rechteckigen Grundriss aus Ziegeln und konnten als Gräber identifiziert werden. Das größte und am sorgfältigsten gebaute Grab besitzt ein Tonnengewölbe. Die beiden kleineren Gräber sind hingegen nur mit mit flachen Grabsteinen bedeckt gewesen. Wie bereits von [[Wilhelm Friedrich Volger]] (* 31. März 1794 in Neetze; † 6.März 1879 Lüneburg) in den Stadtchroniken beschrieben, waren alle Gräber mit Schutt gefüllt. In jedem Grab lagen, unter den Trümmern begraben, zwei Gräber nebeneinander. Die beiden kleineren Gräber sind offensichtlich seit Generationen besetzt, aus Platzgründen mussten die älteren Gräber späteren Gräbern in der darunter liegenden Knochengrube weichen. Das große Grab, dessen Breite Platz für vier Särge bieten kann, enthielt nur zwei. Der in diesem Grab gefundene wappen­förmige Sargbeschlag war für die Forschenden sehr aufschlussreich, da es der Adelsfamilie von Döring, die bis zum 18. Jahrhundert in Lüneburg lebte, zugeordnet werden konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders interessant war für die Forschenden außerdem der Fund eines Schraubtalers von 1598. Ein Schraubtaler ist ein Geldstück, welches aus zwei Teilen besteht und mit einem Gewinde versehen ist. Es wurde in einem der Gräber gefunden und hat einen Durchmesser von 41 mm. Auf der Vorderseite sind die drei sächsischen Kurfürsten Christian II., Johann Georg I. und August zu sehen sowie die Aufschrift „CHRISTIAN·JOHAN GEORG·ET·AVGVSTUS“. Auf der Rückseite befindet sich die Aufschrift „FRAT:ET·DVCES·SAXON“, was so viel heißt wie  Brüder und Fürsten Sachsens. Beim Öffnen des Schraubtalers entdeckten die Forschenden auf der Innenfläche ein Porträt einer unbekannten Person, und auf der anderen Seite zwei Tauben mit Ringen im Schnabel, darunter ein brennendes Herz und das Jahr 1635. Es wird vermutet, dass der Schraubtaler ein Hochzeitsgeschenk des abgebildeten Mannes an seine Frau war, bevor er an der St. Lamberti Kirche begraben wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem wurden drei Würfel entdeckt, dessen Bedeutung allerdings ungewiss bleibt. Es wurden außerdem noch weitere Gräber ohne bedeutende Gaben gefunden. Sie alle wurden christlich in West-Ost-Richtung, teilweise übereinander, begraben. Die Gebeine wurden nach der Untersuchung wieder bestattet&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Grabungen im Jahr 2000 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2000 fand eine erneute Grabung der Lüneburger [[Stadtarchäologie]] am [[Lambertiplatz]] statt, bei der das Kirchenschiff in der Nähe des Kirchturms ausgegraben werden sollte. Die Forschenden hofften drauf, weitere Gruften und eine Seitenkapelle zu entdecken, da der Bereich von den Umbaumaßnahmen des 18. Jahrhunderts nicht betroffen sein sollte&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang Juni setzten die Forschenden der Lüneburger [[Stadtarchäologie]] einen 6x15 m großen Schnitt von der Nordseite der Kirche, bis in die Mitte des Hauptschiffs hinein. Die Grabungen stellten sich allerdings als erfolglos heraus, da ein Splitterschutzgraben aus dem 2. Weltkrieg die Außenfundamente der Seitenkapelle nahezu vollständig zerstört hatte&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Aus diesem Umstand heraus verzichtete das Ausgrabungsteam auf weitere Ausgrabungen in diesem Abschnitt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Südlich des Splitterschutzgrabens hingegen konnte erstmalig das Fußbodenniveau der St. Lamberti Kirche dokumentiert werden, welcher aus trocken gesetzten Backsteinen im Fischgrätenmuster bestand&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Außerdem konnte der Standort der westlichen Pfeiler bestätigt werden, indem Fundamentreste am West- und Ostrand der Pfeiler freigelegt wurden. Bei diesen Grabungen konnte ebenfalls bestätigt werden, dass die Kirche direkt auf der sogenannten Abbruchkante zum [[Senkungsgebiet]] der Lüneburger [[Altstadt]] und der [[Saline]] erbaut wurde. Der westliche Pfeiler zeigte bei den Ausgrabungen keine Veränderung seit der Erbauungszeit im 13. Jahrhundert, war aber stark nach Westen gekippt. Der östliche Pfeiler hingegen war im 18. Jahrhundert ausgebessert worden, was auch historische Berichte bestätigen. Durch die Absenkung in diesem Gebiet neigte sich der Pfeiler bis 1730 so stark nach Westen, dass er ausgebessert werden musste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery class=&amp;quot;centered&amp;quot; mode=&amp;quot;packed&amp;quot; widths=200px heights=300px caption=&amp;quot;Funde der Grabungen an der St. Lamberti Kirche&amp;quot; &amp;gt;&lt;br /&gt;
Funde Grabungen 1.png&lt;br /&gt;
Funde Grabungen 2.png&lt;br /&gt;
Funde Grabungen 3.png&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Forschenden konnten ebenfalls herausfinden, dass die ehemalige St. Lamberti Kirche zunächst aus einer massiven Backsteinkonstruktion bestand, welche anschließend im 18. Jahrhundert durch ein Schalenmauerwerk aus Backsteinen und Feldsteinen, gefüllt mit Bauschutt, ausgetauscht wurde. Die Grabungen zeigten außerdem, dass beim Abriss der Kirche im Jahr 1860/61 nur noch das unterste Niveau des Fundamentes bestehen blieb und der Rest der Kirche abgetragen wurde. Es wurden außerdem sieben große Feldsteine entdeckt, welche an der nördlichen und westlichen Kante das Fundament begrenzten. Zusätzlich konnte eine Gipsmörtelschicht mit einer Dicke von etwa 5 cm freigelegt werden, welche sich im Inneren der Kirche befand. In diese waren etwa 30 rechteckige, 30 – 40 cm lange Pfosten eingeschlagen. Alle Pfosten waren annähernd quadratisch, mit einer Kantenlänge von etwa 10 cm und am unteren Ende angespitzt. Diese wären bei der Erbauung um 1300 theoretisch nicht nötig gewesen, aufgrund der Gegebenheiten des Bodens. Die Forschenden nehmen deshalb an, dass bereits beim Bau der Kirche Senkungsschäden auftraten, welche durch den Einsatz der eben beschriebenen Maßnahmen kompensiert werden sollten&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch bei der Grabung im Jahr 2000 konnten wieder viele Gräber freigelegt werden, welche sich bis auf eines alle im Hauptschiff befanden. Aus Platzgründen wurden auch diese in mehreren Schichten begraben. Es wurden nur Särge aus Holz mit metallenen Griffen gefunden, wobei es Unterschiede bei der Anzahl und Anbringung der Griffe gab. Die Lüneburger [[Stadtarchäologie]] nimmt aus diesem Grund an, dass die unterschiedliche Anzahl und Verarbeitung der Griffe auf soziale Unterschiede der Verstorbenen hinweist&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Grabungen konnte eine ganz besondere Bestattung dokumentiert werden. Eine Frau wurde mit reichlichen Schmuckbeigaben beerdigt. An den Armen trug sie Armbänder aus Hohlglasperlen und auf dem Haupt eine Totenkrone, welche als Schmuckgegenstand für die Bestattung von jung Verstorbenen, Ledigen oder auch bei Kindern und Säuglingen zugegeben wurde&amp;lt;ref&amp;gt;Wikipedia Artikel zur Totenkrone, online verfügbar unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Totenkrone, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. An der Krone wurden noch Reste des Haupthaars und aufgenähter Textilien gefunden. Auf Höhe der Ohren der Verstorbenen wurden außerdem zwei Anhänger aus feinem Kupfer- und Bronzegeflechten entdeckt, welche ebenfalls mit Glasperlen verziert waren. Diese Anhänger wurden im [https://kulturerbe.niedersachsen.de/kultureinrichtung/isil_DE-2299/ Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege] restauriert. Ebenfalls zur Restaurierung wurde eine Metallplatte gegeben, bei der unter der beschädigten Oberfläche eine Heiligendarstellung vermutet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein benachbartes weibliches Skelett wurde ebenfalls geborgen und wies einen bemerkenswert schlechten Zustand der Zähne auf, wobei ein starker Kariesbefall auf der linken Seite des Kiefers festgestellt wurde und eine sehr geringe Abnutzung rechtsseitig. Diese Funde weisen darauf hin, dass die Frau offenbar jahrelang nur die linke Kieferseite zum Kauen nutze&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit diesen Ergebnissen werden die Grabungen an der St. Lamberti Kirche vorerst abgeschlossen. Es konnte kein Vorgängerbau nachgewiesen werden, jedoch konnte das Baujahr der Kirche weiter konkretisiert werden. Die zunächst 100 Jahre später vermutete kunsthistorische Datierung konnte außerdem korrigiert werden. Statt wie zunächst angenommen im 14. Jahrhundert, konnte der Bau der Kirche im 13. Jahrhundert festgestellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise zur weitergehenden Rechereche==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Dreger, Klaus und Joachim Stark (1999):&#039;&#039;&#039; St. Lamberti. Ausgrabung einer untergegangenen Kirche. Denkmalpflege in Lüneburg 1999.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ring, Edgar (1999):&#039;&#039;&#039; Lamberti. Ausgrabung einer untergegangenen Kirche in Lüneburg. Archäologie in Niedersachsen 2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kühlborn, Marc (2000):&#039;&#039;&#039; Die Ausgrabungen in der Lüneburger St. Lambertikirche. Denkmalpflege in Lüneburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ring, Edgar (2000):&#039;&#039;&#039; Der verschlossene Mann. Ein Schraubtaler aus der Gruft der St. Lambertikirche. Denkmalpflege in Lüneburg.&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Alisa Walenziak</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.luenepedia.de/index.php?title=St._Lamberti&amp;diff=11206</id>
		<title>St. Lamberti</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.luenepedia.de/index.php?title=St._Lamberti&amp;diff=11206"/>
		<updated>2021-09-13T11:50:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Alisa Walenziak: /* Geschichte der Kirche */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ehemalige St. Lamberti Kirche1.jpg|mini|rechts|St. Lamberti Kirche mit der Zeitsprung App, Fotograf: Lukas Essig|verweis=Special:FilePath/Ehemalige_St._Lamberti_Kirche1.jpg]] Die St. Lamberti Kirche war eine Kirche in der [[Altstadt]] von Lüneburg. Der Name &#039;&#039;Sankt Lamberti&#039;&#039; geht auf einen Heiligen in Maastricht zurück, welcher 705 oder 706 aufgrund seines Glaubens sterben musste und deshalb als Märtyrer galt&amp;lt;ref&amp;gt;Lüneburger Landeszeitung Online: https://www.landeszeitung.de/lueneburg/45764-warum-st-lamberti-verschwand-und-wo-sich-noch-spuren-finden/, zuletzt geöffnet am 09.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Erstmalig wurde sie 1269 erwähnt, das genaue Baujahr bleibt allerdings unbekannt. Im Laufe der Jahre litt das Fundament stark unter dem Salzabbau in der Stadt. Im Jahr 1860/1861 musste sie aufgrund von vielen Schäden im Fundament abgerissen werden. Am St. [[Lambertiplatz]] befindet sich noch heute eine Informationstafel zur Geschichte und den Grabungen, welche zwischen 1998 und 2000 auf dem ehemaligen Kirchengelände stattfanden. Mit der App [[Zeitsprung Lüneburg]] lässt sich die ehemalige Kirche mithilfe von Augmentet Reality (dt. erweiterte Realität) betrachten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;map&amp;quot;&amp;gt;{{#display_map:St.Lambertiplatz, Lüneburg~&#039;&#039;&#039;St. Lambertiplatz zu Lüneburg&#039;&#039;&#039;|fullscreen=on|scrollzoom=off}}St. Lambertiplatz zu Lüneburg&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Übersicht zur Geschichte der Kirche &amp;lt;ref&amp;gt;Die Ausgrabungen in der St. Lambertikirche, Online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;== &lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1269 || Die St. Lamberti Kapelle wird zum ersten Mal erwähnt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1382 || Einweihung der Sakristei&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1398 || Bau des Kirchturms&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1491 || Umgestaltung des Kirchturms zugunsten eines leichteren Turmgestells &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1530|| Durch die Reformation erlangt die St. Lamberti den Status einer Pfarrkirche, der Lüneburger Rat schafft die katholische Messe ab und führt evangelische Gottesdienste ein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1541 || Das erste Taufbecken wird in der Kirche aufgestellt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1544-45 || Der Kirchturm wird erneut umgestaltet und erhält eine pyramidale Spitze &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1578|| Durch einen Sturm wird der Kirchturm beschädigt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1703|| Ein Sturm bringt den Kirchturm zum Einsturz&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1712 || Eine neue Turmspitze in Form einer niedrigen Haube mit offener Laterne wird gebaut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1732-1738|| Das Gewölbe der Kirche bröckelt, weshalb eine Holzdecke gebaut werden muss, der Gottesdienst wird in die Marienkirche zu Lüneburg verlegt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1752 || Die Glocken im Kirchturm müssen stabilisiert und ein Stockwerk tiefer angebracht werden, der Turm wird mit Pfeilern gestützt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1806-1814 || Die Kirche wird von der französischen Besatzung als Magazin zweckentfremdet&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1818 || Die Kirche befand sich wieder in Lüneburger Händen und das musste erneut am Gewölbe restauriert werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1829 || Aufgrund von anhaltenden Schäden muss das Glockenläuten eingestellt werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1844|| Aufgrund von Einsturzgefahr berät der Lüneburger Rat darüber, die Kirche abreißen zu lassen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1858 || Der letzte Gottesdienst&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1860-1861|| Abriss der Kirche&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte der Kirche==&lt;br /&gt;
Die ehemalige St. Lamberti Kirche wird zum ersten Mal im Jahr 1269 erwähnt, ihr genaues Baujahr ist allerdings unbekannt. Durch die historische Erwähnung und Ausgrabungen durch den Stadtarchäologen Dr. Edgar Ring in den Jahren 1998-2000, wird der Baubeginn um 1300 vermutet&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ehemalige Kirche wurde direkt auf der Abbruchkante zum Lüneburger [[Senkungsgebiet]] und der [[Saline]] gebaut, wodurch das Mauerwerk stetig anfällig für Schäden war. Dieser Umstand führte dazu, dass die Kirche im Jahre 1860/61 abgerissen werden musste. &lt;br /&gt;
[[Datei:St. Lamberti Kirche, Zeitsprung App Lüneburg.png|mini|rechts|Fotograf: Lukas Essig]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau des dreischiffigen Gotteshauses wurde durch Mittel der Lüneburger [[Sülfmeister]] und Bürger*innen der Stadt Lüneburg finanziert&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Jahr 1382 wurde die Sakristei der Kirche eingeweiht. Bereits 1491 musste der Kirchturm durch eine leichtere Spitze ersetzt werden, um den Bau zu entlasten&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Im Jahr 1503 beschloss der Lüneburger Rat sich der Reformation anzuschließen und schaffte die katholischen Messen zugunsten von evangelischen Gottesdiensten ab. Am 6. Mai 1530 begann der evangelische Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche, welche von da an die Rechte einer Pfarrkirche besaß. Noch vor der Reformation hatte die ehemalige Kirche den Status einer Kapelle und besaß deshalb neben dem Hauptaltar noch 22 Nebenalte, welche im Zuge der Reformation abgeschafft wurden&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1541 wurde das erste Taufbecken aufgestellt. Bereits zu dieser Zeit zeigten sich an der Kirche beträchtliche Bauschäden aufgrund des Salzabbaus in der Lüneburger [[Altstadt]]. 1544-1545 musste der Kirchturm erneut umgestaltet werden und bekam eine pyramidale Spitze mit Galerien und Ecktürmen. Doch nicht nur der Salzabbau in Lüneburg schadete dem Bauwerk enorm. Zwei Stürme sorgten letztendlich für den Einsturz des Kirchturmes. 1578 wurde die Kirche durch einen Sturm zunächst nur stark beschädigt, 1703 sorgte ein starker Sturm dann dafür, dass der Kirchturm einstürzte. Erst neun Jahre später, im Jahr 1712, wurde der Kirchturm repariert und durch eine niedrige Haube ausgetauscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während eines Gottesdienstes im Jahr 1732 brachen einige Steine aus dem Gewölbe der Kirche. Um die Besucher*innen der Kirche zu schützen, mussten umfangreiche Bauarbeiten am Gewölbe vorgenommen werden. Der Gottesdienst wurde während des Umbaus deshalb in die [[Marienkirche]] verlegt, welche sich noch heute in der Friedenstraße 8 in [[Lüneburg]] befindet. Die Bauarbeiten dauerten sechs Jahre. Bis 1738 wurde die Gewölbedecke durch eine Holzdecke ersetzt und die Kirchenkonstruktion mit Stützpfeilern verstärkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur vierzehn Jahre später mussten die Kirchenglocken ein Stockwerk tiefer aufgehängt werden, um den gefährdeten Kirchturm zu stabilisieren. Im Westen wurde der Turm durch weitere Strebepfeiler gestützt, um einen Einsturz und die Gefährdung der Kirchenbesucher*innen zu verhindern&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der französischen Besatzung Lüneburgs zwischen 1806- 1814 wurde die St. Lamberti Kirche als Magazin zweckentfremdet. In der Folge einer Niederlage Preußens in der Schlacht bei Jena und Auerstedt im Jahr 1806 war das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg von napoleonischen Truppen besetzt &amp;lt;ref&amp;gt;Wikipedia-Artikel zur Braunschweiger Franzosenzeit, online verfügbar unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Braunschweiger_Franzosenzeit, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nach dem Ende der Besetzung konnte der Gottesdienst bereits im frühen 19. Jahrhundert wieder aufgenommen werden. 1818 musste der Gottesdienst allerdings abermals eingestellt zu werden, da erneute Bauarbeiten am Gewölbe notwendig waren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1829 musste letztendlich, nach anhaltenden Schäden, das Glockenläuten eingestellt werden. Der Klöppel wurde von da an nur noch von Hand gegen die Glocke geschlagen, um ein Schwingen der Glocke zu unterbinden. Als dann 1844, trotz aller Bemühungen, das Gewölbe einzustürzen drohte, wurden die Stimmen im [[Stadtrat]] laut, die Kirche aufzugeben und zum Abriss zu verkaufen.&lt;br /&gt;
Im Jahr 1858 feierte die Kirchengemeinschaft daraufhin den letzten Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche. Am 21.02.1860 wurde folgende Anzeige in der Neuen Hannoverschen Zeitung geschaltet&amp;lt;ref&amp;gt;Lüneburger Stadtarchäologie , online verfügbar unter: https://www.luene-info.de/stadtarch/lamberti/langtxt.htm, zuletzt geöffnet am 09.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;: &lt;br /&gt;
[[Datei:Bekanntmachung Abriss St. Lamberti Kirche.png|mini|links]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einigen Einsendungen erhielt der Maurer- und Zimmermeister Westphal die Möglichkeit, die St. Lamberti Kirche für 13.050 Taler abzureißen. Viele Teile der Kirche konnten allerdings wiederverwertet werden, unter anderem das Kupferdach und einige bauhistorische Besonderheiten, wodurch das Geschäft für den Maurer- und Zimmermeister lukrativ war&amp;lt;ref&amp;gt; Lüneburger Landeszeitung Online:https://www.landeszeitung.de/lueneburg/45764-warum-st-lamberti-verschwand-und-wo-sich-noch-spuren-finden/,(9.09.2021)&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Jahr 1861 war die Kirche vollkommen verschwunden, heute befindet sich auf dem St. Lambertiplatz nur noch eine Infotafel, die an das Bestehen der Kirche erinnert. Das Inventar der Kirche wurde allerdings an andere Kirchen in Lüneburg verteilt. Die [[St. Johanneskirche]] erhielt das 1541 eingeweihte Taufbecken und die [[St. Nicolaikirche]] den Hauptaltar aus dem Jahr 1443. Das Hospital zum heiligen Geist erhielt die Sonntagsglocke und das Uhrwerk der Kirche, welche bis in die fünfziger Jahre genutzt wurde. Dieses wurde anschließend im [[Kaufhaus]] am Hafen in [[Lüneburg]] gelagert und fiel dort Brandstiftern zum Opfer&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=all&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Stadtarchäologische Grabungen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Grabung am [[Lambertiplatz|St. Lambertiplatz]] fand 1998 und 1999 statt. Eine 140m² große Fläche wurde vom Lüneburger Stadtarchäologen [[Dr. Edgar Ring]] und einigen, unter anderem studentischen, Hilfskräften geöffnet, mit dem Ziel die 1861 abgerissene Kirche genau zu lokalisieren. Außerdem interessierte sich das Team rund um Dr. Edgar Ring für den Zeitraum des Baubeginns der Kirche, welcher zu diesem Zeitpunkt noch nicht genau festgelegt werden konnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als der erste Schnitt im Nordosten der Kirche vorgenommen wurde, war es das Ziel, aussagekräftige Funde über die Fundamente der Umgebung des Chores innerhalb und außerhalb der Kirche zu gewinnen&amp;lt;ref&amp;gt; Ergebnisse der Grabungskampagnen 1998–1999, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam1.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die nächsten Schnitte wurden in unmittelbarer Nähe des ersten gesetzt. Nachdem Teile des Fundaments gefunden und mit alten Grundrissen abgeglichen wurden, konnte das Team den genauen Standort der Kirche lokalisieren. Außerdem wurden Scherben aus dem späten 13. Jahrhundert im Fundament gefunden, wodurch die Forschenden annehmen, dass der Baubeginn rund 100 Jahre später als zuerst vermutet stattgefunden haben muss. Durch das Fundament bekamen die Forschenden außerdem Aufschluss über die bereits oben erwähnten verschiedenen Bauphasen der Kirche. &lt;br /&gt;
[[Datei:Lüneburg St. Lamberti.jpg|mini|rechts]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Grabungen wurden auch drei Grüfte gefunden. Alle haben einen etwa rechteckigen Grundriss aus Ziegeln und konnten als Gräber identifiziert werden. Das größte und am sorgfältigsten gebaute Grab besitzt ein Tonnengewölbe. Die beiden kleineren Gräber sind hingegen nur mit mit flachen Grabsteinen bedeckt gewesen. Wie bereits von [[Wilhelm Friedrich Volger]] (* 31. März 1794 in Neetze; † 6.März 1879 Lüneburg) in den Stadtchroniken beschrieben, waren alle Gräber mit Schutt gefüllt. In jedem Grab lagen, unter den Trümmern begraben, zwei Gräber nebeneinander. Die beiden kleineren Gräber sind offensichtlich seit Generationen besetzt, aus Platzgründen mussten die älteren Gräber späteren Gräbern in der darunter liegenden Knochengrube weichen. Das große Grab, dessen Breite Platz für vier Särge bieten kann, enthielt nur zwei. Der in diesem Grab gefundene wappen­förmige Sargbeschlag war für die Forschenden sehr aufschlussreich, da es der Adelsfamilie von Döring, die bis zum 18. Jahrhundert in Lüneburg lebte, zugeordnet werden konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders interessant war für die Forschenden außerdem der Fund eines Schraubtalers von 1598. Ein Schraubtaler ist ein Geldstück, welches aus zwei Teilen besteht und mit einem Gewinde versehen ist. Es wurde in einem der Gräber gefunden und hat einen Durchmesser von 41 mm. Auf der Vorderseite sind die drei sächsischen Kurfürsten Christian II., Johann Georg I. und August zu sehen sowie die Aufschrift „CHRISTIAN·JOHAN GEORG·ET·AVGVSTUS“. Auf der Rückseite befindet sich die Aufschrift „FRAT:ET·DVCES·SAXON“, was so viel heißt wie  Brüder und Fürsten Sachsens. Beim Öffnen des Schraubtalers entdeckten die Forschenden auf der Innenfläche ein Porträt einer unbekannten Person, und auf der anderen Seite zwei Tauben mit Ringen im Schnabel, darunter ein brennendes Herz und das Jahr 1635. Es wird vermutet, dass der Schraubtaler ein Hochzeitsgeschenk des abgebildeten Mannes an seine Frau war, bevor er an der St. Lamberti Kirche begraben wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem wurden drei Würfel entdeckt, dessen Bedeutung allerdings ungewiss bleibt. Es wurden außerdem noch weitere Gräber ohne bedeutende Gaben gefunden. Sie alle wurden christlich in West-Ost-Richtung, teilweise übereinander, begraben. Die Gebeine wurden nach der Untersuchung wieder bestattet&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Grabungen im Jahr 2000 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2000 fand eine erneute Grabung der Lüneburger [[Stadtarchäologie]] am [[Lambertiplatz]] statt, bei der das Kirchenschiff in der Nähe des Kirchturms ausgegraben werden sollte. Die Forschenden hofften drauf, weitere Gruften und eine Seitenkapelle zu entdecken, da der Bereich von den Umbaumaßnahmen des 18. Jahrhunderts nicht betroffen sein sollte&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang Juni setzten die Forschenden der Lüneburger [[Stadtarchäologie]] einen 6x15 m großen Schnitt von der Nordseite der Kirche, bis in die Mitte des Hauptschiffs hinein. Die Grabungen stellten sich allerdings als erfolglos heraus, da ein Splitterschutzgraben aus dem 2. Weltkrieg die Außenfundamente der Seitenkapelle nahezu vollständig zerstört hatte&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Aus diesem Umstand heraus verzichtete das Ausgrabungsteam auf weitere Ausgrabungen in diesem Abschnitt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Südlich des Splitterschutzgrabens hingegen konnte erstmalig das Fußbodenniveau der St. Lamberti Kirche dokumentiert werden, welcher aus trocken gesetzten Backsteinen im Fischgrätenmuster bestand&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Außerdem konnte der Standort der westlichen Pfeiler bestätigt werden, indem Fundamentreste am West- und Ostrand der Pfeiler freigelegt wurden. Bei diesen Grabungen konnte ebenfalls bestätigt werden, dass die Kirche direkt auf der sogenannten Abbruchkante zum [[Senkungsgebiet]] der Lüneburger [[Altstadt]] und der [[Saline]] erbaut wurde. Der westliche Pfeiler zeigte bei den Ausgrabungen keine Veränderung seit der Erbauungszeit im 13. Jahrhundert, war aber stark nach Westen gekippt. Der östliche Pfeiler hingegen war im 18. Jahrhundert ausgebessert worden, was auch historische Berichte bestätigen. Durch die Absenkung in diesem Gebiet neigte sich der Pfeiler bis 1730 so stark nach Westen, dass er ausgebessert werden musste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery class=&amp;quot;centered&amp;quot; mode=&amp;quot;packed&amp;quot; widths=200px heights=300px caption=&amp;quot;Funde der Grabungen an der St. Lamberti Kirche&amp;quot; &amp;gt;&lt;br /&gt;
Funde Grabungen 1.png&lt;br /&gt;
Funde Grabungen 2.png&lt;br /&gt;
Funde Grabungen 3.png&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Forschenden konnten ebenfalls herausfinden, dass die ehemalige St. Lamberti Kirche zunächst aus einer massiven Backsteinkonstruktion bestand, welche anschließend im 18. Jahrhundert durch ein Schalenmauerwerk aus Backsteinen und Feldsteinen, gefüllt mit Bauschutt, ausgetauscht wurde. Die Grabungen zeigten außerdem, dass beim Abriss der Kirche im Jahr 1860/61 nur noch das unterste Niveau des Fundamentes bestehen blieb und der Rest der Kirche abgetragen wurde. Es wurden außerdem sieben große Feldsteine entdeckt, welche an der nördlichen und westlichen Kante das Fundament begrenzten. Zusätzlich konnte eine Gipsmörtelschicht mit einer Dicke von etwa 5 cm freigelegt werden, welche sich im Inneren der Kirche befand. In diese waren etwa 30 rechteckige, 30 – 40 cm lange Pfosten eingeschlagen. Alle Pfosten waren annähernd quadratisch, mit einer Kantenlänge von etwa 10 cm und am unteren Ende angespitzt. Diese wären bei der Erbauung um 1300 theoretisch nicht nötig gewesen, aufgrund der Gegebenheiten des Bodens. Die Forschenden nehmen deshalb an, dass bereits beim Bau der Kirche Senkungsschäden auftraten, welche durch den Einsatz der eben beschriebenen Maßnahmen kompensiert werden sollten&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch bei der Grabung im Jahr 2000 konnten wieder viele Gräber freigelegt werden, welche sich bis auf eines alle im Hauptschiff befanden. Aus Platzgründen wurden auch diese in mehreren Schichten begraben. Es wurden nur Särge aus Holz mit metallenen Griffen gefunden, wobei es Unterschiede bei der Anzahl und Anbringung der Griffe gab. Die Lüneburger [[Stadtarchäologie]] nimmt aus diesem Grund an, dass die unterschiedliche Anzahl und Verarbeitung der Griffe auf soziale Unterschiede der Verstorbenen hinweist&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Grabungen konnte eine ganz besondere Bestattung dokumentiert werden. Eine Frau wurde mit reichlichen Schmuckbeigaben beerdigt. An den Armen trug sie Armbänder aus Hohlglasperlen und auf dem Haupt eine Totenkrone, welche als Schmuckgegenstand für die Bestattung von jung Verstorbenen, Ledigen oder auch bei Kindern und Säuglingen zugegeben wurde&amp;lt;ref&amp;gt;Wikipedia Artikel zur Totenkrone, online verfügbar unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Totenkrone, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. An der Krone wurden noch Reste des Haupthaars und aufgenähter Textilien gefunden. Auf Höhe der Ohren der Verstorbenen wurden außerdem zwei Anhänger aus feinem Kupfer- und Bronzegeflechten entdeckt, welche ebenfalls mit Glasperlen verziert waren. Diese Anhänger wurden im [https://kulturerbe.niedersachsen.de/kultureinrichtung/isil_DE-2299/ Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege] restauriert. Ebenfalls zur Restaurierung wurde eine Metallplatte gegeben, bei der unter der beschädigten Oberfläche eine Heiligendarstellung vermutet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein benachbartes weibliches Skelett wurde ebenfalls geborgen und wies einen bemerkenswert schlechten Zustand der Zähne auf, wobei ein starker Kariesbefall auf der linken Seite des Kiefers festgestellt wurde und eine sehr geringe Abnutzung rechtsseitig. Diese Funde weisen darauf hin, dass die Frau offenbar jahrelang nur die linke Kieferseite zum Kauen nutze&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit diesen Ergebnissen werden die Grabungen an der St. Lamberti Kirche vorerst abgeschlossen. Es konnte kein Vorgängerbau nachgewiesen werden, jedoch konnte das Baujahr der Kirche weiter konkretisiert werden. Die zunächst 100 Jahre später vermutete kunsthistorische Datierung konnte außerdem korrigiert werden. Statt wie zunächst angenommen im 14. Jahrhundert, konnte der Bau der Kirche im 13. Jahrhundert festgestellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise zur weitergehenden Rechereche==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Dreger, Klaus und Joachim Stark (1999):&#039;&#039;&#039; St. Lamberti. Ausgrabung einer untergegangenen Kirche. Denkmalpflege in Lüneburg 1999.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ring, Edgar (1999):&#039;&#039;&#039; Lamberti. Ausgrabung einer untergegangenen Kirche in Lüneburg. Archäologie in Niedersachsen 2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kühlborn, Marc (2000):&#039;&#039;&#039; Die Ausgrabungen in der Lüneburger St. Lambertikirche. Denkmalpflege in Lüneburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ring, Edgar (2000):&#039;&#039;&#039; Der verschlossene Mann. Ein Schraubtaler aus der Gruft der St. Lambertikirche. Denkmalpflege in Lüneburg.&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Alisa Walenziak</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.luenepedia.de/index.php?title=St._Lamberti&amp;diff=10869</id>
		<title>St. Lamberti</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.luenepedia.de/index.php?title=St._Lamberti&amp;diff=10869"/>
		<updated>2021-09-09T13:15:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Alisa Walenziak: /* Grabungen im Jahr 2000 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ehemalige St. Lamberti Kirche1.jpg|mini|rechts|St. Lamberti Kirche mit der Zeitsprung App, Fotograf: Lukas Essig|verweis=Special:FilePath/Ehemalige_St._Lamberti_Kirche1.jpg]] Die St. Lamberti Kirche war eine Kirche in der [[Altstadt]] von Lüneburg. Der Name &#039;&#039;Sankt Lamberti&#039;&#039; geht auf einen Heiligen in Maastricht zurück, welcher 705 oder 706 aufgrund seines Glaubens sterben musste und deshalb als Märtyrer galt&amp;lt;ref&amp;gt;Lüneburger Landeszeitung Online: https://www.landeszeitung.de/lueneburg/45764-warum-st-lamberti-verschwand-und-wo-sich-noch-spuren-finden/, zuletzt geöffnet am 09.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Erstmalig wurde sie 1269 erwähnt, das genaue Baujahr bleibt allerdings unbekannt. Im Laufe der Jahre litt das Fundament stark unter dem Salzabbau in der Stadt. Im Jahr 1860/1861 musste sie aufgrund von vielen Schäden im Fundament abgerissen werden. Am St. [[Lambertiplatz]] befindet sich noch heute eine Informationstafel zur Geschichte und den Grabungen, welche zwischen 1998 und 2000 auf dem ehemaligen Kirchengelände stattfanden. Mit der App [[Zeitsprung Lüneburg]] lässt sich die ehemalige Kirche mithilfe von Augmentet Reality (dt. erweiterte Realität) betrachten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;map&amp;quot;&amp;gt;{{#display_map:St.Lambertiplatz, Lüneburg~&#039;&#039;&#039;St. Lambertiplatz zu Lüneburg&#039;&#039;&#039;|fullscreen=on|scrollzoom=off}}St. Lambertiplatz zu Lüneburg&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Übersicht zur Geschichte der Kirche &amp;lt;ref&amp;gt;Die Ausgrabungen in der St. Lambertikirche, Online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;== &lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1269 || Die St. Lamberti Kapelle wird zum ersten Mal erwähnt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1382 || Einweihung der Sakristei&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1398 || Bau des Kirchturms&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1491 || Umgestaltung des Kirchturms zugunsten eines leichteren Turmgestells &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1530|| Durch die Reformation erlangt die St. Lamberti den Status einer Pfarrkirche, der Lüneburger Rat schafft die katholische Messe ab und führt evangelische Gottesdienste ein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1541 || Das erste Taufbecken wird in der Kirche aufgestellt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1544-45 || Der Kirchturm wird erneut umgestaltet und erhält eine pyramidale Spitze &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1578|| Durch einen Sturm wird der Kirchturm beschädigt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1703|| Ein Sturm bringt den Kirchturm zum Einsturz&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1712 || Eine neue Turmspitze in Form einer niedrigen Haube mit offener Laterne wird gebaut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1732-1738|| Das Gewölbe der Kirche bröckelt, weshalb eine Holzdecke gebaut werden muss, der Gottesdienst wird in die Marienkirche zu Lüneburg verlegt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1752 || Die Glocken im Kirchturm müssen stabilisiert und ein Stockwerk tiefer angebracht werden, der Turm wird mit Pfeilern gestützt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1806-1814 || Die Kirche wird von der französischen Besatzung als Magazin zweckentfremdet&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1818 || Die Kirche befand sich wieder in Lüneburger Händen und das musste erneut am Gewölbe restauriert werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1829 || Aufgrund von anhaltenden Schäden muss das Glockenläuten eingestellt werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1844|| Aufgrund von Einsturzgefahr berät der Lüneburger Rat darüber, die Kirche abreißen zu lassen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1858 || Der letzte Gottesdienst&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1860-1861|| Abriss der Kirche&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte der Kirche==&lt;br /&gt;
Die ehemalige St. Lamberti Kirche wird zum ersten Mal im Jahr 1269 erwähnt, ihr genaues Baujahr ist allerdings unbekannt. Durch die historische Erwähnung und Ausgrabungen durch den Stadtarchäologen Dr. Edgar Ring in den Jahren 1998-2000, wird der Baubeginn um 1300 vermutet&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ehemalige Kirche wurde direkt auf der Abbruchkante zum Lüneburger [[Senkungsgebiet]] und der [[Saline]] gebaut, wodurch das Mauerwerk stetig anfällig für Schäden war. Dieser Umstand führte dazu, dass die Kirche im Jahre 1860/61 abgerissen werden musste. &lt;br /&gt;
[[Datei:St. Lamberti Kirche, Zeitsprung App Lüneburg.png|mini|rechts|Fotograf: Lukas Essig]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau des dreischiffigen Gotteshauses wurde durch Mittel der Lüneburger [[Sülfmeister]] und Bürger*innen der Stadt Lüneburg finanziert&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Jahr 1382 wurde die Sakristei der Kirche eingeweiht. Bereits 1491 musste der Kirchturm durch eine leichtere Spitze ersetzt werden, um den Bau zu entlasten&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Im Jahr 1503 beschloss der Lüneburger Rat sich der Reformation anzuschließen und schaffte die katholischen Messen zugunsten von evangelischen Gottesdiensten ab. Am 6.Mai 1530 begann der evangelische Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche, welche von da an die Rechte einer Pfarrkirche besaß. Noch vor der Reformation hatte die ehemalige Kirche den Status einer Kapelle und besaß deshalb neben dem Hauptaltar noch 22 Nebenalte, welche im Zuge der Reformation abgeschafft wurden&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1541 wurde das erste Taufbecken aufgestellt. Bereits zu dieser Zeit zeigten sich an der Kirche beträchtliche Bauschäden aufgrund des Salzabbaus in der Lüneburger [[Altstadt]]. 1544-1545 musste der Kirchturm erneut umgestaltet werden und bekam eine pyramidale Spitze mit Galerien und Ecktürmen. Doch nicht nur der Salzabbau in Lüneburg schadete dem Bauwerk enorm. Zwei Stürme sorgten letztendlich für den Einsturz des Kirchturmes. 1578 wurde die Kirche durch einen Sturm zunächst nur stark beschädigt, 1703 sorgte ein starker Sturm dann dafür, dass der Kirchturm einstürzte. Erst neun Jahre später, im Jahr 1712, wurde der Kirchturm repariert und durch eine niedrige Haube ausgetauscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während eines Gottesdienstes im Jahr 1732 brachen einige Steine aus dem Gewölbe der Kirche. Um die Besucher*innen der Kirche zu schützen, mussten umfangreiche Bauarbeiten am Gewölbe vorgenommen werden. Der Gottesdienst wurde während des Umbaus deshalb in die [[Marienkirche]] verlegt, welche sich noch heute in der Friedenstraße 8 in [[Lüneburg]] befindet. Die Bauarbeiten dauerten sechs Jahre. Bis 1738 wurde die Gewölbedecke durch eine Holzdecke ersetzt und die Kirchenkonstruktion mit Stützpfeilern verstärkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur vierzehn Jahre später mussten die Kirchenglocken ein Stockwerk tiefer aufgehängt werden, um den gefährdeten Kirchturm zu stabilisieren. Im Westen wurde der Turm durch weitere Strebepfeiler gestützt, um einen Einsturz und die Gefährdung der Kirchenbesucher*innen zu verhindern&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der französischen Besatzung Lüneburgs zwischen 1806- 1814 wurde die St. Lamberti Kirche als Magazin zweckentfremdet. In der Folge einer Niederlage Preußens in der Schlacht bei Jena und Auerstedt im Jahr 1806 war das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg von napoleonischen Truppen besetzt &amp;lt;ref&amp;gt;Wikipedia-Artikel zur Braunschweiger Franzosenzeit, online verfügbar unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Braunschweiger_Franzosenzeit, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nach dem Ende der Besetzung konnte der Gottesdienst bereits im frühen 19. Jahrhundert wieder aufgenommen werden. 1818 musste der Gottesdienst allerdings abermals eingestellt zu werden, da erneute Bauarbeiten am Gewölbe notwendig waren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1829 musste letztendlich, nach anhaltenden Schäden, das Glockenläuten eingestellt werden. Der Klöppel wurde von da an nur noch von Hand gegen die Glocke geschlagen, um ein Schwingen der Glocke zu unterbinden. Als dann 1844, trotz aller Bemühungen, das Gewölbe einzustürzen drohte, wurden die Stimmen im [[Stadtrat]] laut, die Kirche aufzugeben und zum Abriss zu verkaufen.&lt;br /&gt;
Im Jahr 1858 feierte die Kirchengemeinschaft daraufhin den letzten Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche. Am 21.02.1860 wurde folgende Anzeige in der Neuen Hannoverschen Zeitung geschaltet&amp;lt;ref&amp;gt;Lüneburger Stadtarchäologie , online verfügbar unter: https://www.luene-info.de/stadtarch/lamberti/langtxt.htm, zuletzt geöffnet am 09.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;: &lt;br /&gt;
[[Datei:Bekanntmachung Abriss St. Lamberti Kirche.png|mini|links]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einigen Einsendungen erhielt der Maurer- und Zimmermeister Westphal die Möglichkeit, die St. Lamberti Kirche für 13.050 Taler abzureißen. Viele Teile der Kirche konnten allerdings wiederverwertet werden, unter anderem das Kupferdach und einige bauhistorische Besonderheiten, wodurch das Geschäft für den Maurer- und Zimmermeister lukrativ war&amp;lt;ref&amp;gt; Lüneburger Landeszeitung Online:https://www.landeszeitung.de/lueneburg/45764-warum-st-lamberti-verschwand-und-wo-sich-noch-spuren-finden/,(9.09.2021)&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Jahr 1861 war die Kirche vollkommen verschwunden, heute befindet sich auf dem St. Lambertiplatz nur noch eine Infotafel, die an das Bestehen der Kirche erinnert. Das Inventar der Kirche wurde allerdings an andere Kirchen in Lüneburg verteilt. Die [[St. Johanneskirche]] erhielt das 1541 eingeweihte Taufbecken und die [[St. Nicolaikirche]] den Hauptaltar aus dem Jahr 1443. Das Hospital zum heiligen Geist erhielt die Sonntagsglocke und das Uhrwerk der Kirche, welche bis in die fünfziger Jahre genutzt wurde. Dieses wurde anschließend im [[Kaufhaus]] am Hafen in [[Lüneburg]] gelagert und fiel dort Brandstiftern zum Opfer&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=all&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Stadtarchäologische Grabungen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Grabung am [[Lambertiplatz|St. Lambertiplatz]] fand 1998 und 1999 statt. Eine 140m² große Fläche wurde vom Lüneburger Stadtarchäologen [[Dr. Edgar Ring]] und einigen, unter anderem studentischen, Hilfskräften geöffnet, mit dem Ziel die 1861 abgerissene Kirche genau zu lokalisieren. Außerdem interessierte sich das Team rund um Dr. Edgar Ring für den Zeitraum des Baubeginns der Kirche, welcher zu diesem Zeitpunkt noch nicht genau festgelegt werden konnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als der erste Schnitt im Nordosten der Kirche vorgenommen wurde, war es das Ziel, aussagekräftige Funde über die Fundamente der Umgebung des Chores innerhalb und außerhalb der Kirche zu gewinnen&amp;lt;ref&amp;gt; Ergebnisse der Grabungskampagnen 1998–1999, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam1.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die nächsten Schnitte wurden in unmittelbarer Nähe des ersten gesetzt. Nachdem Teile des Fundaments gefunden und mit alten Grundrissen abgeglichen wurden, konnte das Team den genauen Standort der Kirche lokalisieren. Außerdem wurden Scherben aus dem späten 13. Jahrhundert im Fundament gefunden, wodurch die Forschenden annehmen, dass der Baubeginn rund 100 Jahre später als zuerst vermutet stattgefunden haben muss. Durch das Fundament bekamen die Forschenden außerdem Aufschluss über die bereits oben erwähnten verschiedenen Bauphasen der Kirche. &lt;br /&gt;
[[Datei:Lüneburg St. Lamberti.jpg|mini|rechts]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Grabungen wurden auch drei Grüfte gefunden. Alle haben einen etwa rechteckigen Grundriss aus Ziegeln und konnten als Gräber identifiziert werden. Das größte und am sorgfältigsten gebaute Grab besitzt ein Tonnengewölbe. Die beiden kleineren Gräber sind hingegen nur mit mit flachen Grabsteinen bedeckt gewesen. Wie bereits von [[Wilhelm Friedrich Volger]] (* 31. März 1794 in Neetze; † 6.März 1879 Lüneburg) in den Stadtchroniken beschrieben, waren alle Gräber mit Schutt gefüllt. In jedem Grab lagen, unter den Trümmern begraben, zwei Gräber nebeneinander. Die beiden kleineren Gräber sind offensichtlich seit Generationen besetzt, aus Platzgründen mussten die älteren Gräber späteren Gräbern in der darunter liegenden Knochengrube weichen. Das große Grab, dessen Breite Platz für vier Särge bieten kann, enthielt nur zwei. Der in diesem Grab gefundene wappen­förmige Sargbeschlag war für die Forschenden sehr aufschlussreich, da es der Adelsfamilie von Döring, die bis zum 18. Jahrhundert in Lüneburg lebte, zugeordnet werden konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders interessant war für die Forschenden außerdem der Fund eines Schraubtalers von 1598. Ein Schraubtaler ist ein Geldstück, welches aus zwei Teilen besteht und mit einem Gewinde versehen ist. Es wurde in einem der Gräber gefunden und hat einen Durchmesser von 41 mm. Auf der Vorderseite sind die drei sächsischen Kurfürsten Christian II., Johann Georg I. und August zu sehen sowie die Aufschrift „CHRISTIAN·JOHAN GEORG·ET·AVGVSTUS“. Auf der Rückseite befindet sich die Aufschrift „FRAT:ET·DVCES·SAXON“, was so viel heißt wie  Brüder und Fürsten Sachsens. Beim Öffnen des Schraubtalers entdeckten die Forschenden auf der Innenfläche ein Porträt einer unbekannten Person, und auf der anderen Seite zwei Tauben mit Ringen im Schnabel, darunter ein brennendes Herz und das Jahr 1635. Es wird vermutet, dass der Schraubtaler ein Hochzeitsgeschenk des abgebildeten Mannes an seine Frau war, bevor er an der St. Lamberti Kirche begraben wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem wurden drei Würfel entdeckt, dessen Bedeutung allerdings ungewiss bleibt. Es wurden außerdem noch weitere Gräber ohne bedeutende Gaben gefunden. Sie alle wurden christlich in West-Ost-Richtung, teilweise übereinander, begraben. Die Gebeine wurden nach der Untersuchung wieder bestattet&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Grabungen im Jahr 2000 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2000 fand eine erneute Grabung der Lüneburger [[Stadtarchäologie]] am [[Lambertiplatz]] statt, bei der das Kirchenschiff in der Nähe des Kirchturms ausgegraben werden sollte. Die Forschenden hofften drauf, weitere Gruften und eine Seitenkapelle zu entdecken, da der Bereich von den Umbaumaßnahmen des 18. Jahrhunderts nicht betroffen sein sollte&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang Juni setzten die Forschenden der Lüneburger [[Stadtarchäologie]] einen 6x15 m großen Schnitt von der Nordseite der Kirche, bis in die Mitte des Hauptschiffs hinein. Die Grabungen stellten sich allerdings als erfolglos heraus, da ein Splitterschutzgraben aus dem 2. Weltkrieg die Außenfundamente der Seitenkapelle nahezu vollständig zerstört hatte&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Aus diesem Umstand heraus verzichtete das Ausgrabungsteam auf weitere Ausgrabungen in diesem Abschnitt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Südlich des Splitterschutzgrabens hingegen konnte erstmalig das Fußbodenniveau der St. Lamberti Kirche dokumentiert werden, welcher aus trocken gesetzten Backsteinen im Fischgrätenmuster bestand&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Außerdem konnte der Standort der westlichen Pfeiler bestätigt werden, indem Fundamentreste am West- und Ostrand der Pfeiler freigelegt wurden. Bei diesen Grabungen konnte ebenfalls bestätigt werden, dass die Kirche direkt auf der sogenannten Abbruchkante zum [[Senkungsgebiet]] der Lüneburger [[Altstadt]] und der [[Saline]] erbaut wurde. Der westliche Pfeiler zeigte bei den Ausgrabungen keine Veränderung seit der Erbauungszeit im 13. Jahrhundert, war aber stark nach Westen gekippt. Der östliche Pfeiler hingegen war im 18. Jahrhundert ausgebessert worden, was auch historische Berichte bestätigen. Durch die Absenkung in diesem Gebiet neigte sich der Pfeiler bis 1730 so stark nach Westen, dass er ausgebessert werden musste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery class=&amp;quot;centered&amp;quot; mode=&amp;quot;packed&amp;quot; widths=200px heights=300px caption=&amp;quot;Funde der Grabungen an der St. Lamberti Kirche&amp;quot; &amp;gt;&lt;br /&gt;
Funde Grabungen 1.png&lt;br /&gt;
Funde Grabungen 2.png&lt;br /&gt;
Funde Grabungen 3.png&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Forschenden konnten ebenfalls herausfinden, dass die ehemalige St. Lamberti Kirche zunächst aus einer massiven Backsteinkonstruktion bestand, welche anschließend im 18. Jahrhundert durch ein Schalenmauerwerk aus Backsteinen und Feldsteinen, gefüllt mit Bauschutt, ausgetauscht wurde. Die Grabungen zeigten außerdem, dass beim Abriss der Kirche im Jahr 1860/61 nur noch das unterste Niveau des Fundamentes bestehen blieb und der Rest der Kirche abgetragen wurde. Es wurden außerdem sieben große Feldsteine entdeckt, welche an der nördlichen und westlichen Kante das Fundament begrenzten. Zusätzlich konnte eine Gipsmörtelschicht mit einer Dicke von etwa 5 cm freigelegt werden, welche sich im Inneren der Kirche befand. In diese waren etwa 30 rechteckige, 30 – 40 cm lange Pfosten eingeschlagen. Alle Pfosten waren annähernd quadratisch, mit einer Kantenlänge von etwa 10 cm und am unteren Ende angespitzt. Diese wären bei der Erbauung um 1300 theoretisch nicht nötig gewesen, aufgrund der Gegebenheiten des Bodens. Die Forschenden nehmen deshalb an, dass bereits beim Bau der Kirche Senkungsschäden auftraten, welche durch den Einsatz der eben beschriebenen Maßnahmen kompensiert werden sollten&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch bei der Grabung im Jahr 2000 konnten wieder viele Gräber freigelegt werden, welche sich bis auf eines alle im Hauptschiff befanden. Aus Platzgründen wurden auch diese in mehreren Schichten begraben. Es wurden nur Särge aus Holz mit metallenen Griffen gefunden, wobei es Unterschiede bei der Anzahl und Anbringung der Griffe gab. Die Lüneburger [[Stadtarchäologie]] nimmt aus diesem Grund an, dass die unterschiedliche Anzahl und Verarbeitung der Griffe auf soziale Unterschiede der Verstorbenen hinweist&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Grabungen konnte eine ganz besondere Bestattung dokumentiert werden. Eine Frau wurde mit reichlichen Schmuckbeigaben beerdigt. An den Armen trug sie Armbänder aus Hohlglasperlen und auf dem Haupt eine Totenkrone, welche als Schmuckgegenstand für die Bestattung von jung Verstorbenen, Ledigen oder auch bei Kindern und Säuglingen zugegeben wurde&amp;lt;ref&amp;gt;Wikipedia Artikel zur Totenkrone, online verfügbar unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Totenkrone, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. An der Krone wurden noch Reste des Haupthaars und aufgenähter Textilien gefunden. Auf Höhe der Ohren der Verstorbenen wurden außerdem zwei Anhänger aus feinem Kupfer- und Bronzegeflechten entdeckt, welche ebenfalls mit Glasperlen verziert waren. Diese Anhänger wurden im [https://kulturerbe.niedersachsen.de/kultureinrichtung/isil_DE-2299/ Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege] restauriert. Ebenfalls zur Restaurierung wurde eine Metallplatte gegeben, bei der unter der beschädigten Oberfläche eine Heiligendarstellung vermutet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein benachbartes weibliches Skelett wurde ebenfalls geborgen und wies einen bemerkenswert schlechten Zustand der Zähne auf, wobei ein starker Kariesbefall auf der linken Seite des Kiefers festgestellt wurde und eine sehr geringe Abnutzung rechtsseitig. Diese Funde weisen darauf hin, dass die Frau offenbar jahrelang nur die linke Kieferseite zum Kauen nutze&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit diesen Ergebnissen werden die Grabungen an der St. Lamberti Kirche vorerst abgeschlossen. Es konnte kein Vorgängerbau nachgewiesen werden, jedoch konnte das Baujahr der Kirche weiter konkretisiert werden. Die zunächst 100 Jahre später vermutete kunsthistorische Datierung konnte außerdem korrigiert werden. Statt wie zunächst angenommen im 14. Jahrhundert, konnte der Bau der Kirche im 13. Jahrhundert festgestellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise zur weitergehenden Rechereche==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Dreger, Klaus und Joachim Stark (1999):&#039;&#039;&#039; St. Lamberti. Ausgrabung einer untergegangenen Kirche. Denkmalpflege in Lüneburg 1999.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ring, Edgar (1999):&#039;&#039;&#039; Lamberti. Ausgrabung einer untergegangenen Kirche in Lüneburg. Archäologie in Niedersachsen 2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kühlborn, Marc (2000):&#039;&#039;&#039; Die Ausgrabungen in der Lüneburger St. Lambertikirche. Denkmalpflege in Lüneburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ring, Edgar (2000):&#039;&#039;&#039; Der verschlossene Mann. Ein Schraubtaler aus der Gruft der St. Lambertikirche. Denkmalpflege in Lüneburg.&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Alisa Walenziak</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.luenepedia.de/index.php?title=St._Lamberti&amp;diff=10868</id>
		<title>St. Lamberti</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.luenepedia.de/index.php?title=St._Lamberti&amp;diff=10868"/>
		<updated>2021-09-09T13:06:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Alisa Walenziak: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ehemalige St. Lamberti Kirche1.jpg|mini|rechts|St. Lamberti Kirche mit der Zeitsprung App, Fotograf: Lukas Essig|verweis=Special:FilePath/Ehemalige_St._Lamberti_Kirche1.jpg]] Die St. Lamberti Kirche war eine Kirche in der [[Altstadt]] von Lüneburg. Der Name &#039;&#039;Sankt Lamberti&#039;&#039; geht auf einen Heiligen in Maastricht zurück, welcher 705 oder 706 aufgrund seines Glaubens sterben musste und deshalb als Märtyrer galt&amp;lt;ref&amp;gt;Lüneburger Landeszeitung Online: https://www.landeszeitung.de/lueneburg/45764-warum-st-lamberti-verschwand-und-wo-sich-noch-spuren-finden/, zuletzt geöffnet am 09.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Erstmalig wurde sie 1269 erwähnt, das genaue Baujahr bleibt allerdings unbekannt. Im Laufe der Jahre litt das Fundament stark unter dem Salzabbau in der Stadt. Im Jahr 1860/1861 musste sie aufgrund von vielen Schäden im Fundament abgerissen werden. Am St. [[Lambertiplatz]] befindet sich noch heute eine Informationstafel zur Geschichte und den Grabungen, welche zwischen 1998 und 2000 auf dem ehemaligen Kirchengelände stattfanden. Mit der App [[Zeitsprung Lüneburg]] lässt sich die ehemalige Kirche mithilfe von Augmentet Reality (dt. erweiterte Realität) betrachten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;map&amp;quot;&amp;gt;{{#display_map:St.Lambertiplatz, Lüneburg~&#039;&#039;&#039;St. Lambertiplatz zu Lüneburg&#039;&#039;&#039;|fullscreen=on|scrollzoom=off}}St. Lambertiplatz zu Lüneburg&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Übersicht zur Geschichte der Kirche &amp;lt;ref&amp;gt;Die Ausgrabungen in der St. Lambertikirche, Online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;== &lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1269 || Die St. Lamberti Kapelle wird zum ersten Mal erwähnt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1382 || Einweihung der Sakristei&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1398 || Bau des Kirchturms&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1491 || Umgestaltung des Kirchturms zugunsten eines leichteren Turmgestells &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1530|| Durch die Reformation erlangt die St. Lamberti den Status einer Pfarrkirche, der Lüneburger Rat schafft die katholische Messe ab und führt evangelische Gottesdienste ein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1541 || Das erste Taufbecken wird in der Kirche aufgestellt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1544-45 || Der Kirchturm wird erneut umgestaltet und erhält eine pyramidale Spitze &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1578|| Durch einen Sturm wird der Kirchturm beschädigt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1703|| Ein Sturm bringt den Kirchturm zum Einsturz&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1712 || Eine neue Turmspitze in Form einer niedrigen Haube mit offener Laterne wird gebaut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1732-1738|| Das Gewölbe der Kirche bröckelt, weshalb eine Holzdecke gebaut werden muss, der Gottesdienst wird in die Marienkirche zu Lüneburg verlegt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1752 || Die Glocken im Kirchturm müssen stabilisiert und ein Stockwerk tiefer angebracht werden, der Turm wird mit Pfeilern gestützt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1806-1814 || Die Kirche wird von der französischen Besatzung als Magazin zweckentfremdet&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1818 || Die Kirche befand sich wieder in Lüneburger Händen und das musste erneut am Gewölbe restauriert werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1829 || Aufgrund von anhaltenden Schäden muss das Glockenläuten eingestellt werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1844|| Aufgrund von Einsturzgefahr berät der Lüneburger Rat darüber, die Kirche abreißen zu lassen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1858 || Der letzte Gottesdienst&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1860-1861|| Abriss der Kirche&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte der Kirche==&lt;br /&gt;
Die ehemalige St. Lamberti Kirche wird zum ersten Mal im Jahr 1269 erwähnt, ihr genaues Baujahr ist allerdings unbekannt. Durch die historische Erwähnung und Ausgrabungen durch den Stadtarchäologen Dr. Edgar Ring in den Jahren 1998-2000, wird der Baubeginn um 1300 vermutet&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ehemalige Kirche wurde direkt auf der Abbruchkante zum Lüneburger [[Senkungsgebiet]] und der [[Saline]] gebaut, wodurch das Mauerwerk stetig anfällig für Schäden war. Dieser Umstand führte dazu, dass die Kirche im Jahre 1860/61 abgerissen werden musste. &lt;br /&gt;
[[Datei:St. Lamberti Kirche, Zeitsprung App Lüneburg.png|mini|rechts|Fotograf: Lukas Essig]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau des dreischiffigen Gotteshauses wurde durch Mittel der Lüneburger [[Sülfmeister]] und Bürger*innen der Stadt Lüneburg finanziert&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Jahr 1382 wurde die Sakristei der Kirche eingeweiht. Bereits 1491 musste der Kirchturm durch eine leichtere Spitze ersetzt werden, um den Bau zu entlasten&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Im Jahr 1503 beschloss der Lüneburger Rat sich der Reformation anzuschließen und schaffte die katholischen Messen zugunsten von evangelischen Gottesdiensten ab. Am 6.Mai 1530 begann der evangelische Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche, welche von da an die Rechte einer Pfarrkirche besaß. Noch vor der Reformation hatte die ehemalige Kirche den Status einer Kapelle und besaß deshalb neben dem Hauptaltar noch 22 Nebenalte, welche im Zuge der Reformation abgeschafft wurden&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1541 wurde das erste Taufbecken aufgestellt. Bereits zu dieser Zeit zeigten sich an der Kirche beträchtliche Bauschäden aufgrund des Salzabbaus in der Lüneburger [[Altstadt]]. 1544-1545 musste der Kirchturm erneut umgestaltet werden und bekam eine pyramidale Spitze mit Galerien und Ecktürmen. Doch nicht nur der Salzabbau in Lüneburg schadete dem Bauwerk enorm. Zwei Stürme sorgten letztendlich für den Einsturz des Kirchturmes. 1578 wurde die Kirche durch einen Sturm zunächst nur stark beschädigt, 1703 sorgte ein starker Sturm dann dafür, dass der Kirchturm einstürzte. Erst neun Jahre später, im Jahr 1712, wurde der Kirchturm repariert und durch eine niedrige Haube ausgetauscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während eines Gottesdienstes im Jahr 1732 brachen einige Steine aus dem Gewölbe der Kirche. Um die Besucher*innen der Kirche zu schützen, mussten umfangreiche Bauarbeiten am Gewölbe vorgenommen werden. Der Gottesdienst wurde während des Umbaus deshalb in die [[Marienkirche]] verlegt, welche sich noch heute in der Friedenstraße 8 in [[Lüneburg]] befindet. Die Bauarbeiten dauerten sechs Jahre. Bis 1738 wurde die Gewölbedecke durch eine Holzdecke ersetzt und die Kirchenkonstruktion mit Stützpfeilern verstärkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur vierzehn Jahre später mussten die Kirchenglocken ein Stockwerk tiefer aufgehängt werden, um den gefährdeten Kirchturm zu stabilisieren. Im Westen wurde der Turm durch weitere Strebepfeiler gestützt, um einen Einsturz und die Gefährdung der Kirchenbesucher*innen zu verhindern&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der französischen Besatzung Lüneburgs zwischen 1806- 1814 wurde die St. Lamberti Kirche als Magazin zweckentfremdet. In der Folge einer Niederlage Preußens in der Schlacht bei Jena und Auerstedt im Jahr 1806 war das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg von napoleonischen Truppen besetzt &amp;lt;ref&amp;gt;Wikipedia-Artikel zur Braunschweiger Franzosenzeit, online verfügbar unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Braunschweiger_Franzosenzeit, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nach dem Ende der Besetzung konnte der Gottesdienst bereits im frühen 19. Jahrhundert wieder aufgenommen werden. 1818 musste der Gottesdienst allerdings abermals eingestellt zu werden, da erneute Bauarbeiten am Gewölbe notwendig waren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1829 musste letztendlich, nach anhaltenden Schäden, das Glockenläuten eingestellt werden. Der Klöppel wurde von da an nur noch von Hand gegen die Glocke geschlagen, um ein Schwingen der Glocke zu unterbinden. Als dann 1844, trotz aller Bemühungen, das Gewölbe einzustürzen drohte, wurden die Stimmen im [[Stadtrat]] laut, die Kirche aufzugeben und zum Abriss zu verkaufen.&lt;br /&gt;
Im Jahr 1858 feierte die Kirchengemeinschaft daraufhin den letzten Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche. Am 21.02.1860 wurde folgende Anzeige in der Neuen Hannoverschen Zeitung geschaltet&amp;lt;ref&amp;gt;Lüneburger Stadtarchäologie , online verfügbar unter: https://www.luene-info.de/stadtarch/lamberti/langtxt.htm, zuletzt geöffnet am 09.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;: &lt;br /&gt;
[[Datei:Bekanntmachung Abriss St. Lamberti Kirche.png|mini|links]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einigen Einsendungen erhielt der Maurer- und Zimmermeister Westphal die Möglichkeit, die St. Lamberti Kirche für 13.050 Taler abzureißen. Viele Teile der Kirche konnten allerdings wiederverwertet werden, unter anderem das Kupferdach und einige bauhistorische Besonderheiten, wodurch das Geschäft für den Maurer- und Zimmermeister lukrativ war&amp;lt;ref&amp;gt; Lüneburger Landeszeitung Online:https://www.landeszeitung.de/lueneburg/45764-warum-st-lamberti-verschwand-und-wo-sich-noch-spuren-finden/,(9.09.2021)&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Jahr 1861 war die Kirche vollkommen verschwunden, heute befindet sich auf dem St. Lambertiplatz nur noch eine Infotafel, die an das Bestehen der Kirche erinnert. Das Inventar der Kirche wurde allerdings an andere Kirchen in Lüneburg verteilt. Die [[St. Johanneskirche]] erhielt das 1541 eingeweihte Taufbecken und die [[St. Nicolaikirche]] den Hauptaltar aus dem Jahr 1443. Das Hospital zum heiligen Geist erhielt die Sonntagsglocke und das Uhrwerk der Kirche, welche bis in die fünfziger Jahre genutzt wurde. Dieses wurde anschließend im [[Kaufhaus]] am Hafen in [[Lüneburg]] gelagert und fiel dort Brandstiftern zum Opfer&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=all&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Stadtarchäologische Grabungen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Grabung am [[Lambertiplatz|St. Lambertiplatz]] fand 1998 und 1999 statt. Eine 140m² große Fläche wurde vom Lüneburger Stadtarchäologen [[Dr. Edgar Ring]] und einigen, unter anderem studentischen, Hilfskräften geöffnet, mit dem Ziel die 1861 abgerissene Kirche genau zu lokalisieren. Außerdem interessierte sich das Team rund um Dr. Edgar Ring für den Zeitraum des Baubeginns der Kirche, welcher zu diesem Zeitpunkt noch nicht genau festgelegt werden konnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als der erste Schnitt im Nordosten der Kirche vorgenommen wurde, war es das Ziel, aussagekräftige Funde über die Fundamente der Umgebung des Chores innerhalb und außerhalb der Kirche zu gewinnen&amp;lt;ref&amp;gt; Ergebnisse der Grabungskampagnen 1998–1999, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam1.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die nächsten Schnitte wurden in unmittelbarer Nähe des ersten gesetzt. Nachdem Teile des Fundaments gefunden und mit alten Grundrissen abgeglichen wurden, konnte das Team den genauen Standort der Kirche lokalisieren. Außerdem wurden Scherben aus dem späten 13. Jahrhundert im Fundament gefunden, wodurch die Forschenden annehmen, dass der Baubeginn rund 100 Jahre später als zuerst vermutet stattgefunden haben muss. Durch das Fundament bekamen die Forschenden außerdem Aufschluss über die bereits oben erwähnten verschiedenen Bauphasen der Kirche. &lt;br /&gt;
[[Datei:Lüneburg St. Lamberti.jpg|mini|rechts]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Grabungen wurden auch drei Grüfte gefunden. Alle haben einen etwa rechteckigen Grundriss aus Ziegeln und konnten als Gräber identifiziert werden. Das größte und am sorgfältigsten gebaute Grab besitzt ein Tonnengewölbe. Die beiden kleineren Gräber sind hingegen nur mit mit flachen Grabsteinen bedeckt gewesen. Wie bereits von [[Wilhelm Friedrich Volger]] (* 31. März 1794 in Neetze; † 6.März 1879 Lüneburg) in den Stadtchroniken beschrieben, waren alle Gräber mit Schutt gefüllt. In jedem Grab lagen, unter den Trümmern begraben, zwei Gräber nebeneinander. Die beiden kleineren Gräber sind offensichtlich seit Generationen besetzt, aus Platzgründen mussten die älteren Gräber späteren Gräbern in der darunter liegenden Knochengrube weichen. Das große Grab, dessen Breite Platz für vier Särge bieten kann, enthielt nur zwei. Der in diesem Grab gefundene wappen­förmige Sargbeschlag war für die Forschenden sehr aufschlussreich, da es der Adelsfamilie von Döring, die bis zum 18. Jahrhundert in Lüneburg lebte, zugeordnet werden konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders interessant war für die Forschenden außerdem der Fund eines Schraubtalers von 1598. Ein Schraubtaler ist ein Geldstück, welches aus zwei Teilen besteht und mit einem Gewinde versehen ist. Es wurde in einem der Gräber gefunden und hat einen Durchmesser von 41 mm. Auf der Vorderseite sind die drei sächsischen Kurfürsten Christian II., Johann Georg I. und August zu sehen sowie die Aufschrift „CHRISTIAN·JOHAN GEORG·ET·AVGVSTUS“. Auf der Rückseite befindet sich die Aufschrift „FRAT:ET·DVCES·SAXON“, was so viel heißt wie  Brüder und Fürsten Sachsens. Beim Öffnen des Schraubtalers entdeckten die Forschenden auf der Innenfläche ein Porträt einer unbekannten Person, und auf der anderen Seite zwei Tauben mit Ringen im Schnabel, darunter ein brennendes Herz und das Jahr 1635. Es wird vermutet, dass der Schraubtaler ein Hochzeitsgeschenk des abgebildeten Mannes an seine Frau war, bevor er an der St. Lamberti Kirche begraben wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem wurden drei Würfel entdeckt, dessen Bedeutung allerdings ungewiss bleibt. Es wurden außerdem noch weitere Gräber ohne bedeutende Gaben gefunden. Sie alle wurden christlich in West-Ost-Richtung, teilweise übereinander, begraben. Die Gebeine wurden nach der Untersuchung wieder bestattet&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Grabungen im Jahr 2000 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2000 fand eine erneute Grabung der Lüneburger [[Stadtarchäologie]] am [[Lambertiplatz]] statt, bei der das Kirchenschiff in der Nähe des Kirchturms ausgegraben werden sollte. Die Forschenden hofften drauf, weitere Gruften und eine Seitenkapelle zu entdecken, da der Bereich von den Umbaumaßnahmen des 18. Jahrhunderts nicht betroffen sein sollte&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang Juni setzten die Forschenden der Lüneburger [[Stadtarchäologie]] einen 6x15 m großen Schnitt von der Nordseite der Kirche, bis in die Mitte des Hauptschiffs hinein. Die Grabungen stellten sich allerdings als erfolglos heraus, da ein Splitterschutzgraben aus dem 2. Weltkrieg die Außenfundamente der Seitenkapelle nahezu vollständig zerstört hatte&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Aus diesem Umstand heraus verzichtete das Ausgrabungsteam auf weitere Ausgrabungen in diesem Abschnitt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Südlich des Splitterschutzgrabens hingegen konnte erstmalig das Fußbodenniveau der St. Lamberti Kirche dokumentiert werden, welcher aus trocken gesetzten Backsteinen im Fischgrätenmuster bestand&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Außerdem konnte der Standort der westlichen Pfeiler bestätigt werden, indem Fundamentreste am West- und Ostrand der Pfeiler freigelegt wurden. Bei diesen Grabungen konnte ebenfalls bestätigt werden, dass die Kirche direkt auf der sogenannten Abbruchkante zum [[Senkungsgebiet]] der Lüneburger [[Altstadt]] und der [[Saline]] erbaut wurde. Der westliche Pfeiler zeigte bei den Ausgrabungen keine Veränderung seit der Erbauungszeit im 13. Jahrhundert, war aber stark nach Westen gekippt. Der östliche Pfeiler hingegen war im 18. Jahrhundert ausgebessert worden, was auch historische Berichte bestätigen. Durch die Absenkung in diesem Gebiet neigte sich der Pfeiler bis 1730 so stark nach Westen, dass er ausgebessert werden musste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery class=&amp;quot;centered&amp;quot; mode=&amp;quot;packed&amp;quot; widths=200px heights=300px caption=&amp;quot;Funde der Grabungen an der St. Lamberti Kirche&amp;quot; &amp;gt;&lt;br /&gt;
Funde Grabungen 1.png&lt;br /&gt;
Funde Grabungen 2.png&lt;br /&gt;
Funde Grabungen 3.png&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Forschenden konnten ebenfalls herausfinden, dass die ehemalige St. Lamberti Kirche zunächst aus einer massiven Backsteinkonstruktion bestand, welche anschließend im 18. Jahrhundert durch ein Schalenmauerwerk aus Backsteinen und Feldsteinen, gefüllt mit Bauschutt, ausgetauscht wurde. Die Grabungen zeigten außerdem, dass beim Abriss der Kirche im Jahr 1860/61 nur noch das unterste Niveau des Fundamentes bestehen blieb und der Rest der Kirche abgetragen wurde. Es wurden außerdem sieben große Feldsteine entdeckt, welche an der nördlichen und westlichen Kante das Fundament begrenzten. Zusätzlich konnte eine Gipsmörtelschicht mit einer Dicke von etwa 5 cm freigelegt werden, welche sich im Inneren der Kirche befand. In diese waren etwa 30 rechteckige, 30 – 40 cm lange Pfosten eingeschlagen. Alle Pfosten waren annähernd quadratisch, mit einer Kantenlänge von etwa 10 cm und am unteren Ende angespitzt. Diese wären bei der Erbauung um 1300 theoretisch nicht nötig gewesen, aufgrund der Gegebenheiten des Bodens. Die Forschenden nehmen deshalb an, dass bereits beim Bau der Kirche Senkungsschäden auftraten, welche durch den Einsatz der eben beschriebenen Maßnahmen kompensiert werden sollten&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch bei der Grabung im Jahr 2000 konnten wieder viele Gräber freigelegt werden, welche sich bis auf eines alle im Hauptschiff befanden. Aus Platzgründen wurden auch diese in mehreren Schichten begraben. Es wurden nur Särge aus Holz mit metallenen Griffen gefunden, wobei es Unterschiede bei der Anzahl und Anbringung der Griffe gab. Die Lüneburger [[Stadtarchäologie]] nimmt aus diesem Grund an, dass die unterschiedliche Anzahl und Verarbeitung der Griffe auf soziale Unterschiede der Verstorbenen hinweist&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Grabungen konnte eine ganz besondere Bestattung dokumentiert werden. Eine Frau wurde mit reichlichen Schmuckbeigaben beerdigt. An den Armen trug sie Armbänder aus Hohlglasperlen und auf dem Haupt eine Totenkrone, welche als Schmuckgegenstand für die Bestattung von jung Verstorbenen, Ledigen oder auch bei Kindern und Säuglingen zugegeben wurde&amp;lt;ref&amp;gt;Wikipedia Artikel zur Totenkrone, online verfügbar unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Totenkrone, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. An der Krone wurden noch Reste des Haupthaars und aufgenähter Textilien gefunden. Auf Höhe der Ohren der Verstorbenen wurden außerdem zwei Anhänger aus feinem Kupfer- und Bronzegeflechten entdeckt, welche ebenfalls mit Glasperlen verziert waren. Diese Anhänger wurden im [https://kulturerbe.niedersachsen.de/kultureinrichtung/isil_DE-2299/ Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege] restauriert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein benachbartes weibliches Skelett wurde ebenfalls geborgen und wies einen bemerkenswert schlechten Zustand der Zähne auf, wobei ein starker Kariesbefall auf der linken Seite des Kiefers festgestellt wurde und eine sehr geringe Abnutzung rechtsseitig. Diese Funde weisen darauf hin, dass die Frau offenbar jahrelang nur die linke Kieferseite zum Kauen nutze&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise zur weitergehenden Rechereche==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Dreger, Klaus und Joachim Stark (1999):&#039;&#039;&#039; St. Lamberti. Ausgrabung einer untergegangenen Kirche. Denkmalpflege in Lüneburg 1999.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ring, Edgar (1999):&#039;&#039;&#039; Lamberti. Ausgrabung einer untergegangenen Kirche in Lüneburg. Archäologie in Niedersachsen 2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kühlborn, Marc (2000):&#039;&#039;&#039; Die Ausgrabungen in der Lüneburger St. Lambertikirche. Denkmalpflege in Lüneburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ring, Edgar (2000):&#039;&#039;&#039; Der verschlossene Mann. Ein Schraubtaler aus der Gruft der St. Lambertikirche. Denkmalpflege in Lüneburg.&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Alisa Walenziak</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.luenepedia.de/index.php?title=St._Lamberti&amp;diff=10867</id>
		<title>St. Lamberti</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.luenepedia.de/index.php?title=St._Lamberti&amp;diff=10867"/>
		<updated>2021-09-09T13:03:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Alisa Walenziak: /* Grabungen im Jahr 2000 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ehemalige St. Lamberti Kirche1.jpg|mini|rechts|St. Lamberti Kirche mit der Zeitsprung App, Fotograf: Lukas Essig|verweis=Special:FilePath/Ehemalige_St._Lamberti_Kirche1.jpg]] Die St. Lamberti Kirche war eine Kirche in der [[Altstadt]] von Lüneburg. Der Name &#039;&#039;Sankt Lamberti&#039;&#039; geht auf einen Heiligen in Maastricht zurück, welcher 705 oder 706 aufgrund seines Glaubens sterben musste und deshalb als Märtyrer galt&amp;lt;ref&amp;gt;Lüneburger Landeszeitung Online: https://www.landeszeitung.de/lueneburg/45764-warum-st-lamberti-verschwand-und-wo-sich-noch-spuren-finden/, zuletzt geöffnet am 09.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Erstmalig wurde sie 1269 erwähnt, das genaue Baujahr bleibt allerdings unbekannt. Im Laufe der Jahre litt das Fundament stark unter dem Salzabbau in der Stadt. Im Jahr 1860/1861 musste sie aufgrund von vielen Schäden im Fundament abgerissen werden. Am St. [[Lambertiplatz]] befindet sich noch heute eine Informationstafel zur Geschichte und den Grabungen, welche zwischen 1998 und 2000 auf dem ehemaligen Kirchengelände stattfanden. Mit der App [[Zeitsprung Lüneburg]] lässt sich die ehemalige Kirche mithilfe von Augmentet Reality (dt. erweiterte Realität) betrachten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;map&amp;quot;&amp;gt;{{#display_map:St.Lambertiplatz, Lüneburg~&#039;&#039;&#039;St. Lambertiplatz zu Lüneburg&#039;&#039;&#039;|fullscreen=on|scrollzoom=off}}St. Lambertiplatz zu Lüneburg&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Übersicht zur Geschichte der Kirche &amp;lt;ref&amp;gt;Die Ausgrabungen in der St. Lambertikirche, Online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;== &lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1269 || Die St. Lamberti Kapelle wird zum ersten Mal erwähnt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1382 || Einweihung der Sakristei&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1398 || Bau des Kirchturms&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1491 || Umgestaltung des Kirchturms zugunsten eines leichteren Turmgestells &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1530|| Durch die Reformation erlangt die St. Lamberti den Status einer Pfarrkirche, der Lüneburger Rat schafft die katholische Messe ab und führt evangelische Gottesdienste ein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1541 || Das erste Taufbecken wird in der Kirche aufgestellt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1544-45 || Der Kirchturm wird erneut umgestaltet und erhält eine pyramidale Spitze &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1578|| Durch einen Sturm wird der Kirchturm beschädigt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1703|| Ein Sturm bringt den Kirchturm zum Einsturz&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1712 || Eine neue Turmspitze in Form einer niedrigen Haube mit offener Laterne wird gebaut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1732-1738|| Das Gewölbe der Kirche bröckelt, weshalb eine Holzdecke gebaut werden muss, der Gottesdienst wird in die Marienkirche zu Lüneburg verlegt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1752 || Die Glocken im Kirchturm müssen stabilisiert und ein Stockwerk tiefer angebracht werden, der Turm wird mit Pfeilern gestützt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1806-1814 || Die Kirche wird von der französischen Besatzung als Magazin zweckentfremdet&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1818 || Die Kirche befand sich wieder in Lüneburger Händen und das musste erneut am Gewölbe restauriert werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1829 || Aufgrund von anhaltenden Schäden muss das Glockenläuten eingestellt werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1844|| Aufgrund von Einsturzgefahr berät der Lüneburger Rat darüber, die Kirche abreißen zu lassen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1858 || Der letzte Gottesdienst&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1860-1861|| Abriss der Kirche&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte der Kirche==&lt;br /&gt;
Die ehemalige St. Lamberti Kirche wird zum ersten Mal im Jahr 1269 erwähnt, ihr genaues Baujahr ist allerdings unbekannt. Durch die historische Erwähnung und Ausgrabungen durch den Stadtarchäologen Dr. Edgar Ring in den Jahren 1998-2000, wird der Baubeginn um 1300 vermutet&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ehemalige Kirche wurde direkt auf der Abbruchkante zum Lüneburger [[Senkungsgebiet]] und der [[Saline]] gebaut, wodurch das Mauerwerk stetig anfällig für Schäden war. Dieser Umstand führte dazu, dass die Kirche im Jahre 1860/61 abgerissen werden musste. &lt;br /&gt;
[[Datei:St. Lamberti Kirche, Zeitsprung App Lüneburg.png|mini|rechts|Fotograf: Lukas Essig]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau des dreischiffigen Gotteshauses wurde durch Mittel der Lüneburger [[Sülfmeister]] und Bürger*innen der Stadt Lüneburg finanziert&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Jahr 1382 wurde die Sakristei der Kirche eingeweiht. Bereits 1491 musste der Kirchturm durch eine leichtere Spitze ersetzt werden, um den Bau zu entlasten&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Im Jahr 1503 beschloss der Lüneburger Rat sich der Reformation anzuschließen und schaffte die katholischen Messen zugunsten von evangelischen Gottesdiensten ab. Am 6.Mai 1530 begann der evangelische Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche, welche von da an die Rechte einer Pfarrkirche besaß. Noch vor der Reformation hatte die ehemalige Kirche den Status einer Kapelle und besaß deshalb neben dem Hauptaltar noch 22 Nebenalte, welche im Zuge der Reformation abgeschafft wurden&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1541 wurde das erste Taufbecken aufgestellt. Bereits zu dieser Zeit zeigten sich an der Kirche beträchtliche Bauschäden aufgrund des Salzabbaus in der Lüneburger [[Altstadt]]. 1544-1545 musste der Kirchturm erneut umgestaltet werden und bekam eine pyramidale Spitze mit Galerien und Ecktürmen. Doch nicht nur der Salzabbau in Lüneburg schadete dem Bauwerk enorm. Zwei Stürme sorgten letztendlich für den Einsturz des Kirchturmes. 1578 wurde die Kirche durch einen Sturm zunächst nur stark beschädigt, 1703 sorgte ein starker Sturm dann dafür, dass der Kirchturm einstürzte. Erst neun Jahre später, im Jahr 1712, wurde der Kirchturm repariert und durch eine niedrige Haube ausgetauscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während eines Gottesdienstes im Jahr 1732 brachen einige Steine aus dem Gewölbe der Kirche. Um die Besucher*innen der Kirche zu schützen, mussten umfangreiche Bauarbeiten am Gewölbe vorgenommen werden. Der Gottesdienst wurde während des Umbaus deshalb in die [[Marienkirche]] verlegt, welche sich noch heute in der Friedenstraße 8 in [[Lüneburg]] befindet. Die Bauarbeiten dauerten sechs Jahre. Bis 1738 wurde die Gewölbedecke durch eine Holzdecke ersetzt und die Kirchenkonstruktion mit Stützpfeilern verstärkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur vierzehn Jahre später mussten die Kirchenglocken ein Stockwerk tiefer aufgehängt werden, um den gefährdeten Kirchturm zu stabilisieren. Im Westen wurde der Turm durch weitere Strebepfeiler gestützt, um einen Einsturz und die Gefährdung der Kirchenbesucher*innen zu verhindern&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der französischen Besatzung Lüneburgs zwischen 1806- 1814 wurde die St. Lamberti Kirche als Magazin zweckentfremdet. In der Folge einer Niederlage Preußens in der Schlacht bei Jena und Auerstedt im Jahr 1806 war das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg von napoleonischen Truppen besetzt &amp;lt;ref&amp;gt;Wikipedia-Artikel zur Braunschweiger Franzosenzeit, online verfügbar unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Braunschweiger_Franzosenzeit, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nach dem Ende der Besetzung konnte der Gottesdienst bereits im frühen 19. Jahrhundert wieder aufgenommen werden. 1818 musste der Gottesdienst allerdings abermals eingestellt zu werden, da erneute Bauarbeiten am Gewölbe notwendig waren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1829 musste letztendlich, nach anhaltenden Schäden, das Glockenläuten eingestellt werden. Der Klöppel wurde von da an nur noch von Hand gegen die Glocke geschlagen, um ein Schwingen der Glocke zu unterbinden. Als dann 1844, trotz aller Bemühungen, das Gewölbe einzustürzen drohte, wurden die Stimmen im [[Stadtrat]] laut, die Kirche aufzugeben und zum Abriss zu verkaufen.&lt;br /&gt;
Im Jahr 1858 feierte die Kirchengemeinschaft daraufhin den letzten Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche. Am 21.02.1860 wurde folgende Anzeige in der Neuen Hannoverschen Zeitung geschaltet&amp;lt;ref&amp;gt;Lüneburger Stadtarchäologie , online verfügbar unter: https://www.luene-info.de/stadtarch/lamberti/langtxt.htm, zuletzt geöffnet am 09.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;: &lt;br /&gt;
[[Datei:Bekanntmachung Abriss St. Lamberti Kirche.png|mini|links]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einigen Einsendungen erhielt der Maurer- und Zimmermeister Westphal die Möglichkeit, die St. Lamberti Kirche für 13.050 Taler abzureißen. Viele Teile der Kirche konnten allerdings wiederverwertet werden, unter anderem das Kupferdach und einige bauhistorische Besonderheiten, wodurch das Geschäft für den Maurer- und Zimmermeister lukrativ war&amp;lt;ref&amp;gt; Lüneburger Landeszeitung Online:https://www.landeszeitung.de/lueneburg/45764-warum-st-lamberti-verschwand-und-wo-sich-noch-spuren-finden/,(9.09.2021)&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Jahr 1861 war die Kirche vollkommen verschwunden, heute befindet sich auf dem St. Lambertiplatz nur noch eine Infotafel, die an das Bestehen der Kirche erinnert. Das Inventar der Kirche wurde allerdings an andere Kirchen in Lüneburg verteilt. Die [[St. Johanneskirche]] erhielt das 1541 eingeweihte Taufbecken und die [[St. Nicolaikirche]] den Hauptaltar aus dem Jahr 1443. Das Hospital zum heiligen Geist erhielt die Sonntagsglocke und das Uhrwerk der Kirche, welche bis in die fünfziger Jahre genutzt wurde. Dieses wurde anschließend im [[Kaufhaus]] am Hafen in [[Lüneburg]] gelagert und fiel dort Brandstiftern zum Opfer&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=all&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Stadtarchäologische Grabungen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Grabung am [[Lambertiplatz|St. Lambertiplatz]] fand 1998 und 1999 statt. Eine 140m² große Fläche wurde vom Lüneburger Stadtarchäologen [[Dr. Edgar Ring]] und einigen, unter anderem studentischen, Hilfskräften geöffnet, mit dem Ziel die 1861 abgerissene Kirche genau zu lokalisieren. Außerdem interessierte sich das Team rund um Dr. Edgar Ring für den Zeitraum des Baubeginns der Kirche, welcher zu diesem Zeitpunkt noch nicht genau festgelegt werden konnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als der erste Schnitt im Nordosten der Kirche vorgenommen wurde, war es das Ziel, aussagekräftige Funde über die Fundamente der Umgebung des Chores innerhalb und außerhalb der Kirche zu gewinnen&amp;lt;ref&amp;gt; Ergebnisse der Grabungskampagnen 1998–1999, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam1.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die nächsten Schnitte wurden in unmittelbarer Nähe des ersten gesetzt. Nachdem Teile des Fundaments gefunden und mit alten Grundrissen abgeglichen wurden, konnte das Team den genauen Standort der Kirche lokalisieren. Außerdem wurden Scherben aus dem späten 13. Jahrhundert im Fundament gefunden, wodurch die Forschenden annehmen, dass der Baubeginn rund 100 Jahre später als zuerst vermutet stattgefunden haben muss. Durch das Fundament bekamen die Forschenden außerdem Aufschluss über die bereits oben erwähnten verschiedenen Bauphasen der Kirche. &lt;br /&gt;
[[Datei:Lüneburg St. Lamberti.jpg|mini|rechts]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Grabungen wurden auch drei Grüfte gefunden. Alle haben einen etwa rechteckigen Grundriss aus Ziegeln und konnten als Gräber identifiziert werden. Das größte und am sorgfältigsten gebaute Grab besitzt ein Tonnengewölbe. Die beiden kleineren Gräber sind hingegen nur mit mit flachen Grabsteinen bedeckt gewesen. Wie bereits von [[Wilhelm Friedrich Volger]] (* 31. März 1794 in Neetze; † 6.März 1879 Lüneburg) in den Stadtchroniken beschrieben, waren alle Gräber mit Schutt gefüllt. In jedem Grab lagen, unter den Trümmern begraben, zwei Gräber nebeneinander. Die beiden kleineren Gräber sind offensichtlich seit Generationen besetzt, aus Platzgründen mussten die älteren Gräber späteren Gräbern in der darunter liegenden Knochengrube weichen. Das große Grab, dessen Breite Platz für vier Särge bieten kann, enthielt nur zwei. Der in diesem Grab gefundene wappen­förmige Sargbeschlag war für die Forschenden sehr aufschlussreich, da es der Adelsfamilie von Döring, die bis zum 18. Jahrhundert in Lüneburg lebte, zugeordnet werden konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders interessant war für die Forschenden außerdem der Fund eines Schraubtalers von 1598. Ein Schraubtaler ist ein Geldstück, welches aus zwei Teilen besteht und mit einem Gewinde versehen ist. Es wurde in einem der Gräber gefunden und hat einen Durchmesser von 41 mm. Auf der Vorderseite sind die drei sächsischen Kurfürsten Christian II., Johann Georg I. und August zu sehen sowie die Aufschrift „CHRISTIAN·JOHAN GEORG·ET·AVGVSTUS“. Auf der Rückseite befindet sich die Aufschrift „FRAT:ET·DVCES·SAXON“, was so viel heißt wie  Brüder und Fürsten Sachsens. Beim Öffnen des Schraubtalers entdeckten die Forschenden auf der Innenfläche ein Porträt einer unbekannten Person, und auf der anderen Seite zwei Tauben mit Ringen im Schnabel, darunter ein brennendes Herz und das Jahr 1635. Es wird vermutet, dass der Schraubtaler ein Hochzeitsgeschenk des abgebildeten Mannes an seine Frau war, bevor er an der St. Lamberti Kirche begraben wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem wurden drei Würfel entdeckt, dessen Bedeutung allerdings ungewiss bleibt. Es wurden außerdem noch weitere Gräber ohne bedeutende Gaben gefunden. Sie alle wurden christlich in West-Ost-Richtung, teilweise übereinander, begraben. Die Gebeine wurden nach der Untersuchung wieder bestattet&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Grabungen im Jahr 2000 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2000 fand eine erneute Grabung der Lüneburger [[Stadtarchäologie]] am [[Lambertiplatz]] statt, bei der das Kirchenschiff in der Nähe des Kirchturms ausgegraben werden sollte. Die Forschenden hofften drauf, weitere Gruften und eine Seitenkapelle zu entdecken, da der Bereich von den Umbaumaßnahmen des 18. Jahrhunderts nicht betroffen sein sollte&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang Juni setzten die Forschenden der Lüneburger [[Stadtarchäologie]] einen 6x15 m großen Schnitt von der Nordseite der Kirche, bis in die Mitte des Hauptschiffs hinein. Die Grabungen stellten sich allerdings als erfolglos heraus, da ein Splitterschutzgraben aus dem 2. Weltkrieg die Außenfundamente der Seitenkapelle nahezu vollständig zerstört hatte&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Aus diesem Umstand heraus verzichtete das Ausgrabungsteam auf weitere Ausgrabungen in diesem Abschnitt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Südlich des Splitterschutzgrabens hingegen konnte erstmalig das Fußbodenniveau der St. Lamberti Kirche dokumentiert werden, welcher aus trocken gesetzten Backsteinen im Fischgrätenmuster bestand&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Außerdem konnte der Standort der westlichen Pfeiler bestätigt werden, indem Fundamentreste am West- und Ostrand der Pfeiler freigelegt wurden. Bei diesen Grabungen konnte ebenfalls bestätigt werden, dass die Kirche direkt auf der sogenannten Abbruchkante zum [[Senkungsgebiet]] der Lüneburger [[Altstadt]] und der [[Saline]] erbaut wurde. Der westliche Pfeiler zeigte bei den Ausgrabungen keine Veränderung seit der Erbauungszeit im 13. Jahrhundert, war aber stark nach Westen gekippt. Der östliche Pfeiler hingegen war im 18. Jahrhundert ausgebessert worden, was auch historische Berichte bestätigen. Durch die Absenkung in diesem Gebiet neigte sich der Pfeiler bis 1730 so stark nach Westen, dass er ausgebessert werden musste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery class=&amp;quot;centered&amp;quot; mode=&amp;quot;nolines&amp;quot; widths=200px heights=300px caption=&amp;quot;Funde der Grabungen an der St. Lamberti Kirche&amp;quot; &amp;gt;&lt;br /&gt;
Funde Grabungen 1.png&lt;br /&gt;
Funde Grabungen 2.png&lt;br /&gt;
Funde Grabungen 3.png&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Forschenden konnten ebenfalls herausfinden, dass die ehemalige St. Lamberti Kirche zunächst aus einer massiven Backsteinkonstruktion bestand, welche anschließend im 18. Jahrhundert durch ein Schalenmauerwerk aus Backsteinen und Feldsteinen, gefüllt mit Bauschutt, ausgetauscht wurde. Die Grabungen zeigten außerdem, dass beim Abriss der Kirche im Jahr 1860/61 nur noch das unterste Niveau des Fundamentes bestehen blieb und der Rest der Kirche abgetragen wurde. Es wurden außerdem sieben große Feldsteine entdeckt, welche an der nördlichen und westlichen Kante das Fundament begrenzten. Zusätzlich konnte eine Gipsmörtelschicht mit einer Dicke von etwa 5 cm freigelegt werden, welche sich im Inneren der Kirche befand. In diese waren etwa 30 rechteckige, 30 – 40 cm lange Pfosten eingeschlagen. Alle Pfosten waren annähernd quadratisch, mit einer Kantenlänge von etwa 10 cm und am unteren Ende angespitzt. Diese wären bei der Erbauung um 1300 theoretisch nicht nötig gewesen, aufgrund der Gegebenheiten des Bodens. Die Forschenden nehmen deshalb an, dass bereits beim Bau der Kirche Senkungsschäden auftraten, welche durch den Einsatz der eben beschriebenen Maßnahmen kompensiert werden sollten&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch bei der Grabung im Jahr 2000 konnten wieder viele Gräber freigelegt werden, welche sich bis auf eines alle im Hauptschiff befanden. Aus Platzgründen wurden auch diese in mehreren Schichten begraben. Es wurden nur Särge aus Holz mit metallenen Griffen gefunden, wobei es Unterschiede bei der Anzahl und Anbringung der Griffe gab. Die Lüneburger [[Stadtarchäologie]] nimmt aus diesem Grund an, dass die unterschiedliche Anzahl und Verarbeitung der Griffe auf soziale Unterschiede der Verstorbenen hinweist&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Grabungen konnte eine ganz besondere Bestattung dokumentiert werden. Eine Frau wurde mit reichlichen Schmuckbeigaben beerdigt. An den Armen trug sie Armbänder aus Hohlglasperlen und auf dem Haupt eine Totenkrone, welche als Schmuckgegenstand für die Bestattung von jung Verstorbenen, Ledigen oder auch bei Kindern und Säuglingen zugegeben wurde&amp;lt;ref&amp;gt;Wikipedia Artikel zur Totenkrone, online verfügbar unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Totenkrone, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. An der Krone wurden noch Reste des Haupthaars und aufgenähter Textilien gefunden. Auf Höhe der Ohren der Verstorbenen wurden außerdem zwei Anhänger aus feinem Kupfer- und Bronzegeflechten entdeckt, welche ebenfalls mit Glasperlen verziert waren. Diese Anhänger wurden im [https://kulturerbe.niedersachsen.de/kultureinrichtung/isil_DE-2299/ Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege] restauriert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein benachbartes weibliches Skelett wurde ebenfalls geborgen und wies einen bemerkenswert schlechten Zustand der Zähne auf, wobei ein starker Kariesbefall auf der linken Seite des Kiefers festgestellt wurde und eine sehr geringe Abnutzung rechtsseitig. Diese Funde weisen darauf hin, dass die Frau offenbar jahrelang nur die linke Kieferseite zum Kauen nutze&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise zur weitergehenden Rechereche==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Dreger, Klaus und Joachim Stark (1999):&#039;&#039;&#039; St. Lamberti. Ausgrabung einer untergegangenen Kirche. Denkmalpflege in Lüneburg 1999.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ring, Edgar (1999):&#039;&#039;&#039; Lamberti. Ausgrabung einer untergegangenen Kirche in Lüneburg. Archäologie in Niedersachsen 2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kühlborn, Marc (2000):&#039;&#039;&#039; Die Ausgrabungen in der Lüneburger St. Lambertikirche. Denkmalpflege in Lüneburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ring, Edgar (2000):&#039;&#039;&#039; Der verschlossene Mann. Ein Schraubtaler aus der Gruft der St. Lambertikirche. Denkmalpflege in Lüneburg.&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Alisa Walenziak</name></author>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Alisa Walenziak: Funde der Grabungen der Lüneburger  Stadtarchäologie&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Funde der Grabungen der Lüneburger  Stadtarchäologie&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Alisa Walenziak</name></author>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Funde der Grabungen der Lüneburger  Stadtarchäologie&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Alisa Walenziak</name></author>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Alisa Walenziak: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Funde der drei Grabungen der Lüneburger Stadtarchäologie&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Alisa Walenziak</name></author>
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		<title>St. Lamberti</title>
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		<updated>2021-09-09T12:07:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Alisa Walenziak: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ehemalige St. Lamberti Kirche1.jpg|mini|rechts|St. Lamberti Kirche mit der Zeitsprung App, Fotograf: Lukas Essig|verweis=Special:FilePath/Ehemalige_St._Lamberti_Kirche1.jpg]] Die St. Lamberti Kirche war eine Kirche in der [[Altstadt]] von Lüneburg. Der Name &#039;&#039;Sankt Lamberti&#039;&#039; geht auf einen Heiligen in Maastricht zurück, welcher 705 oder 706 aufgrund seines Glaubens sterben musste und deshalb als Märtyrer galt&amp;lt;ref&amp;gt;Lüneburger Landeszeitung Online: https://www.landeszeitung.de/lueneburg/45764-warum-st-lamberti-verschwand-und-wo-sich-noch-spuren-finden/, zuletzt geöffnet am 09.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Erstmalig wurde sie 1269 erwähnt, das genaue Baujahr bleibt allerdings unbekannt. Im Laufe der Jahre litt das Fundament stark unter dem Salzabbau in der Stadt. Im Jahr 1860/1861 musste sie aufgrund von vielen Schäden im Fundament abgerissen werden. Am St. [[Lambertiplatz]] befindet sich noch heute eine Informationstafel zur Geschichte und den Grabungen, welche zwischen 1998 und 2000 auf dem ehemaligen Kirchengelände stattfanden. Mit der App [[Zeitsprung Lüneburg]] lässt sich die ehemalige Kirche mithilfe von Augmentet Reality (dt. erweiterte Realität) betrachten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;map&amp;quot;&amp;gt;{{#display_map:St.Lambertiplatz, Lüneburg~&#039;&#039;&#039;St. Lambertiplatz zu Lüneburg&#039;&#039;&#039;|fullscreen=on|scrollzoom=off}}St. Lambertiplatz zu Lüneburg&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Übersicht zur Geschichte der Kirche &amp;lt;ref&amp;gt;Die Ausgrabungen in der St. Lambertikirche, Online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;== &lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1269 || Die St. Lamberti Kapelle wird zum ersten Mal erwähnt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1382 || Einweihung der Sakristei&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1398 || Bau des Kirchturms&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1491 || Umgestaltung des Kirchturms zugunsten eines leichteren Turmgestells &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1530|| Durch die Reformation erlangt die St. Lamberti den Status einer Pfarrkirche, der Lüneburger Rat schafft die katholische Messe ab und führt evangelische Gottesdienste ein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1541 || Das erste Taufbecken wird in der Kirche aufgestellt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1544-45 || Der Kirchturm wird erneut umgestaltet und erhält eine pyramidale Spitze &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1578|| Durch einen Sturm wird der Kirchturm beschädigt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1703|| Ein Sturm bringt den Kirchturm zum Einsturz&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1712 || Eine neue Turmspitze in Form einer niedrigen Haube mit offener Laterne wird gebaut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1732-1738|| Das Gewölbe der Kirche bröckelt, weshalb eine Holzdecke gebaut werden muss, der Gottesdienst wird in die Marienkirche zu Lüneburg verlegt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1752 || Die Glocken im Kirchturm müssen stabilisiert und ein Stockwerk tiefer angebracht werden, der Turm wird mit Pfeilern gestützt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1806-1814 || Die Kirche wird von der französischen Besatzung als Magazin zweckentfremdet&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1818 || Die Kirche befand sich wieder in Lüneburger Händen und das musste erneut am Gewölbe restauriert werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1829 || Aufgrund von anhaltenden Schäden muss das Glockenläuten eingestellt werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1844|| Aufgrund von Einsturzgefahr berät der Lüneburger Rat darüber, die Kirche abreißen zu lassen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1858 || Der letzte Gottesdienst&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1860-1861|| Abriss der Kirche&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte der Kirche==&lt;br /&gt;
Die ehemalige St. Lamberti Kirche wird zum ersten Mal im Jahr 1269 erwähnt, ihr genaues Baujahr ist allerdings unbekannt. Durch die historische Erwähnung und Ausgrabungen durch den Stadtarchäologen Dr. Edgar Ring in den Jahren 1998-2000, wird der Baubeginn um 1300 vermutet&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ehemalige Kirche wurde direkt auf der Abbruchkante zum Lüneburger [[Senkungsgebiet]] und der [[Saline]] gebaut, wodurch das Mauerwerk stetig anfällig für Schäden war. Dieser Umstand führte dazu, dass die Kirche im Jahre 1860/61 abgerissen werden musste. &lt;br /&gt;
[[Datei:St. Lamberti Kirche, Zeitsprung App Lüneburg.png|mini|rechts|Fotograf: Lukas Essig]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau des dreischiffigen Gotteshauses wurde durch Mittel der Lüneburger [[Sülfmeister]] und Bürger*innen der Stadt Lüneburg finanziert&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Jahr 1382 wurde die Sakristei der Kirche eingeweiht. Bereits 1491 musste der Kirchturm durch eine leichtere Spitze ersetzt werden, um den Bau zu entlasten&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Im Jahr 1503 beschloss der Lüneburger Rat sich der Reformation anzuschließen und schaffte die katholischen Messen zugunsten von evangelischen Gottesdiensten ab. Am 6.Mai 1530 begann der evangelische Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche, welche von da an die Rechte einer Pfarrkirche besaß. Noch vor der Reformation hatte die ehemalige Kirche den Status einer Kapelle und besaß deshalb neben dem Hauptaltar noch 22 Nebenalte, welche im Zuge der Reformation abgeschafft wurden&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1541 wurde das erste Taufbecken aufgestellt. Bereits zu dieser Zeit zeigten sich an der Kirche beträchtliche Bauschäden aufgrund des Salzabbaus in der Lüneburger [[Altstadt]]. 1544-1545 musste der Kirchturm erneut umgestaltet werden und bekam eine pyramidale Spitze mit Galerien und Ecktürmen. Doch nicht nur der Salzabbau in Lüneburg schadete dem Bauwerk enorm. Zwei Stürme sorgten letztendlich für den Einsturz des Kirchturmes. 1578 wurde die Kirche durch einen Sturm zunächst nur stark beschädigt, 1703 sorgte ein starker Sturm dann dafür, dass der Kirchturm einstürzte. Erst neun Jahre später, im Jahr 1712, wurde der Kirchturm repariert und durch eine niedrige Haube ausgetauscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während eines Gottesdienstes im Jahr 1732 brachen einige Steine aus dem Gewölbe der Kirche. Um die Besucher*innen der Kirche zu schützen, mussten umfangreiche Bauarbeiten am Gewölbe vorgenommen werden. Der Gottesdienst wurde während des Umbaus deshalb in die [[Marienkirche]] verlegt, welche sich noch heute in der Friedenstraße 8 in [[Lüneburg]] befindet. Die Bauarbeiten dauerten sechs Jahre. Bis 1738 wurde die Gewölbedecke durch eine Holzdecke ersetzt und die Kirchenkonstruktion mit Stützpfeilern verstärkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur vierzehn Jahre später mussten die Kirchenglocken ein Stockwerk tiefer aufgehängt werden, um den gefährdeten Kirchturm zu stabilisieren. Im Westen wurde der Turm durch weitere Strebepfeiler gestützt, um einen Einsturz und die Gefährdung der Kirchenbesucher*innen zu verhindern&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der französischen Besatzung Lüneburgs zwischen 1806- 1814 wurde die St. Lamberti Kirche als Magazin zweckentfremdet. In der Folge einer Niederlage Preußens in der Schlacht bei Jena und Auerstedt im Jahr 1806 war das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg von napoleonischen Truppen besetzt &amp;lt;ref&amp;gt;Wikipedia-Artikel zur Braunschweiger Franzosenzeit, online verfügbar unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Braunschweiger_Franzosenzeit, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nach dem Ende der Besetzung konnte der Gottesdienst bereits im frühen 19. Jahrhundert wieder aufgenommen werden. 1818 musste der Gottesdienst allerdings abermals eingestellt zu werden, da erneute Bauarbeiten am Gewölbe notwendig waren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1829 musste letztendlich, nach anhaltenden Schäden, das Glockenläuten eingestellt werden. Der Klöppel wurde von da an nur noch von Hand gegen die Glocke geschlagen, um ein Schwingen der Glocke zu unterbinden. Als dann 1844, trotz aller Bemühungen, das Gewölbe einzustürzen drohte, wurden die Stimmen im [[Stadtrat]] laut, die Kirche aufzugeben und zum Abriss zu verkaufen.&lt;br /&gt;
Im Jahr 1858 feierte die Kirchengemeinschaft daraufhin den letzten Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche. Am 21.02.1860 wurde folgende Anzeige in der Neuen Hannoverschen Zeitung geschaltet&amp;lt;ref&amp;gt;Lüneburger Stadtarchäologie , online verfügbar unter: https://www.luene-info.de/stadtarch/lamberti/langtxt.htm, zuletzt geöffnet am 09.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;: &lt;br /&gt;
[[Datei:Bekanntmachung Abriss St. Lamberti Kirche.png|mini|links]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einigen Einsendungen erhielt der Maurer- und Zimmermeister Westphal die Möglichkeit, die St. Lamberti Kirche für 13.050 Taler abzureißen. Viele Teile der Kirche konnten allerdings wiederverwertet werden, unter anderem das Kupferdach und einige bauhistorische Besonderheiten, wodurch das Geschäft für den Maurer- und Zimmermeister lukrativ war&amp;lt;ref&amp;gt; Lüneburger Landeszeitung Online:https://www.landeszeitung.de/lueneburg/45764-warum-st-lamberti-verschwand-und-wo-sich-noch-spuren-finden/,(9.09.2021)&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Jahr 1861 war die Kirche vollkommen verschwunden, heute befindet sich auf dem St. Lambertiplatz nur noch eine Infotafel, die an das Bestehen der Kirche erinnert. Das Inventar der Kirche wurde allerdings an andere Kirchen in Lüneburg verteilt. Die [[St. Johanneskirche]] erhielt das 1541 eingeweihte Taufbecken und die [[St. Nicolaikirche]] den Hauptaltar aus dem Jahr 1443. Das Hospital zum heiligen Geist erhielt die Sonntagsglocke und das Uhrwerk der Kirche, welche bis in die fünfziger Jahre genutzt wurde. Dieses wurde anschließend im [[Kaufhaus]] am Hafen in [[Lüneburg]] gelagert und fiel dort Brandstiftern zum Opfer&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=all&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Stadtarchäologische Grabungen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Grabung am [[Lambertiplatz|St. Lambertiplatz]] fand 1998 und 1999 statt. Eine 140m² große Fläche wurde vom Lüneburger Stadtarchäologen [[Dr. Edgar Ring]] und einigen, unter anderem studentischen, Hilfskräften geöffnet, mit dem Ziel die 1861 abgerissene Kirche genau zu lokalisieren. Außerdem interessierte sich das Team rund um Dr. Edgar Ring für den Zeitraum des Baubeginns der Kirche, welcher zu diesem Zeitpunkt noch nicht genau festgelegt werden konnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als der erste Schnitt im Nordosten der Kirche vorgenommen wurde, war es das Ziel, aussagekräftige Funde über die Fundamente der Umgebung des Chores innerhalb und außerhalb der Kirche zu gewinnen&amp;lt;ref&amp;gt; Ergebnisse der Grabungskampagnen 1998–1999, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam1.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die nächsten Schnitte wurden in unmittelbarer Nähe des ersten gesetzt. Nachdem Teile des Fundaments gefunden und mit alten Grundrissen abgeglichen wurden, konnte das Team den genauen Standort der Kirche lokalisieren. Außerdem wurden Scherben aus dem späten 13. Jahrhundert im Fundament gefunden, wodurch die Forschenden annehmen, dass der Baubeginn rund 100 Jahre später als zuerst vermutet stattgefunden haben muss. Durch das Fundament bekamen die Forschenden außerdem Aufschluss über die bereits oben erwähnten verschiedenen Bauphasen der Kirche. &lt;br /&gt;
[[Datei:Lüneburg St. Lamberti.jpg|mini|rechts]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Grabungen wurden auch drei Grüfte gefunden. Alle haben einen etwa rechteckigen Grundriss aus Ziegeln und konnten als Gräber identifiziert werden. Das größte und am sorgfältigsten gebaute Grab besitzt ein Tonnengewölbe. Die beiden kleineren Gräber sind hingegen nur mit mit flachen Grabsteinen bedeckt gewesen. Wie bereits von [[Wilhelm Friedrich Volger]] (* 31. März 1794 in Neetze; † 6.März 1879 Lüneburg) in den Stadtchroniken beschrieben, waren alle Gräber mit Schutt gefüllt. In jedem Grab lagen, unter den Trümmern begraben, zwei Gräber nebeneinander. Die beiden kleineren Gräber sind offensichtlich seit Generationen besetzt, aus Platzgründen mussten die älteren Gräber späteren Gräbern in der darunter liegenden Knochengrube weichen. Das große Grab, dessen Breite Platz für vier Särge bieten kann, enthielt nur zwei. Der in diesem Grab gefundene wappen­förmige Sargbeschlag war für die Forschenden sehr aufschlussreich, da es der Adelsfamilie von Döring, die bis zum 18. Jahrhundert in Lüneburg lebte, zugeordnet werden konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders interessant war für die Forschenden außerdem der Fund eines Schraubtalers von 1598. Ein Schraubtaler ist ein Geldstück, welches aus zwei Teilen besteht und mit einem Gewinde versehen ist. Es wurde in einem der Gräber gefunden und hat einen Durchmesser von 41 mm. Auf der Vorderseite sind die drei sächsischen Kurfürsten Christian II., Johann Georg I. und August zu sehen sowie die Aufschrift „CHRISTIAN·JOHAN GEORG·ET·AVGVSTUS“. Auf der Rückseite befindet sich die Aufschrift „FRAT:ET·DVCES·SAXON“, was so viel heißt wie  Brüder und Fürsten Sachsens. Beim Öffnen des Schraubtalers entdeckten die Forschenden auf der Innenfläche ein Porträt einer unbekannten Person, und auf der anderen Seite zwei Tauben mit Ringen im Schnabel, darunter ein brennendes Herz und das Jahr 1635. Es wird vermutet, dass der Schraubtaler ein Hochzeitsgeschenk des abgebildeten Mannes an seine Frau war, bevor er an der St. Lamberti Kirche begraben wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem wurden drei Würfel entdeckt, dessen Bedeutung allerdings ungewiss bleibt. Es wurden außerdem noch weitere Gräber ohne bedeutende Gaben gefunden. Sie alle wurden christlich in West-Ost-Richtung, teilweise übereinander, begraben. Die Gebeine wurden nach der Untersuchung wieder bestattet&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Grabungen im Jahr 2000 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2000 fand eine erneute Grabung der Lüneburger [[Stadtarchäologie]] am [[Lambertiplatz]] statt, bei der das Kirchenschiff in der Nähe des Kirchturms ausgegraben werden sollte. Die Forschenden hofften drauf, weitere Gruften und eine Seitenkapelle zu entdecken, da der Bereich von den Umbaumaßnahmen des 18. Jahrhunderts nicht betroffen sein sollte&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang Juni setzten die Forschenden der Lüneburger [[Stadtarchäologie]] einen 6x15 m großen Schnitt von der Nordseite der Kirche, bis in die Mitte des Hauptschiffs hinein. Die Grabungen stellten sich allerdings als erfolglos heraus, da ein Splitterschutzgraben aus dem 2. Weltkrieg die Außenfundamente der Seitenkapelle nahezu vollständig zerstört hatte&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Aus diesem Umstand heraus verzichtete das Ausgrabungsteam auf weitere Ausgrabungen in diesem Abschnitt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Südlich des Splitterschutzgrabens hingegen konnte erstmalig das Fußbodenniveau der St. Lamberti Kirche dokumentiert werden, welcher aus trocken gesetzten Backsteinen im Fischgrätenmuster bestand&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Außerdem konnte der Standort der westlichen Pfeiler bestätigt werden, indem Fundamentreste am West- und Ostrand der Pfeiler freigelegt wurden. Bei diesen Grabungen konnte ebenfalls bestätigt werden, dass die Kirche direkt auf der sogenannten Abbruchkante zum [[Senkungsgebiet]] der Lüneburger [[Altstadt]] und der [[Saline]] erbaut wurde. Der westliche Pfeiler zeigte bei den Ausgrabungen keine Veränderung seit der Erbauungszeit im 13. Jahrhundert, war aber stark nach Westen gekippt. Der östliche Pfeiler hingegen war im 18. Jahrhundert ausgebessert worden, was auch historische Berichte bestätigen. Durch die Absenkung in diesem Gebiet neigte sich der Pfeiler bis 1730 so stark nach Westen, dass er ausgebessert werden musste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Forschenden konnten ebenfalls herausfinden, dass die ehemalige St. Lamberti Kirche zunächst aus einer massiven Backsteinkonstruktion bestand, welche anschließend im 18. Jahrhundert durch ein Schalenmauerwerk aus Backsteinen und Feldsteinen, gefüllt mit Bauschutt, ausgetauscht wurde. Die Grabungen zeigten außerdem, dass beim Abriss der Kirche im Jahr 1860/61 nur noch das unterste Niveau des Fundamentes bestehen blieb und der Rest der Kirche abgetragen wurde. Es wurden außerdem sieben große Feldsteine entdeckt, welche an der nördlichen und westlichen Kante das Fundament begrenzten. Zusätzlich konnte eine Gipsmörtelschicht mit einer Dicke von etwa 5 cm freigelegt werden, welche sich im Inneren der Kirche befand. In diese waren etwa 30 rechteckige, 30 – 40 cm lange Pfosten eingeschlagen. Alle Pfosten waren annähernd quadratisch, mit einer Kantenlänge von etwa 10 cm und am unteren Ende angespitzt. Diese wären bei der Erbauung um 1300 theoretisch nicht nötig gewesen, aufgrund der Gegebenheiten des Bodens. Die Forschenden nehmen deshalb an, dass bereits beim Bau der Kirche Senkungsschäden auftraten, welche durch den Einsatz der eben beschriebenen Maßnahmen kompensiert werden sollten&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch bei der Grabung im Jahr 2000 konnten wieder viele Gräber freigelegt werden, welche sich bis auf eines alle im Hauptschiff befanden. Aus Platzgründen wurden auch diese in mehreren Schichten begraben. Es wurden nur Särge aus Holz mit metallenen Griffen gefunden, wobei es Unterschiede bei der Anzahl und Anbringung der Griffe gab. Die Lüneburger [[Stadtarchäologie]] nimmt aus diesem Grund an, dass die unterschiedliche Anzahl und Verarbeitung der Griffe auf soziale Unterschiede der Verstorbenen hinweist&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Grabungen konnte eine ganz besondere Bestattung dokumentiert werden. Eine Frau wurde mit reichlichen Schmuckbeigaben beerdigt. An den Armen trug sie Armbänder aus Hohlglasperlen und auf dem Haupt eine Totenkrone, welche als Schmuckgegenstand für die Bestattung von jung Verstorbenen, Ledigen oder auch bei Kindern und Säuglingen zugegeben wurde&amp;lt;ref&amp;gt;Wikipedia Artikel zur Totenkrone, online verfügbar unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Totenkrone, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. An der Krone wurden noch Reste des Haupthaars und aufgenähter Textilien gefunden. Auf Höhe der Ohren der Verstorbenen wurden außerdem zwei Anhänger aus feinem Kupfer- und Bronzegeflechten entdeckt, welche ebenfalls mit Glasperlen verziert waren. Diese Anhänger wurden im [https://kulturerbe.niedersachsen.de/kultureinrichtung/isil_DE-2299/ Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege] restauriert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein benachbartes weibliches Skelett wurde ebenfalls geborgen und wies einen bemerkenswert schlechten Zustand der Zähne auf, wobei ein starker Kariesbefall auf der linken Seite des Kiefers festgestellt wurde und eine sehr geringe Abnutzung rechtsseitig. Diese Funde weisen darauf hin, dass die Frau offenbar jahrelang nur die linke Kieferseite zum Kauen nutze&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise zur weitergehenden Rechereche==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Dreger, Klaus und Joachim Stark (1999):&#039;&#039;&#039; St. Lamberti. Ausgrabung einer untergegangenen Kirche. Denkmalpflege in Lüneburg 1999.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ring, Edgar (1999):&#039;&#039;&#039; Lamberti. Ausgrabung einer untergegangenen Kirche in Lüneburg. Archäologie in Niedersachsen 2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kühlborn, Marc (2000):&#039;&#039;&#039; Die Ausgrabungen in der Lüneburger St. Lambertikirche. Denkmalpflege in Lüneburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ring, Edgar (2000):&#039;&#039;&#039; Der verschlossene Mann. Ein Schraubtaler aus der Gruft der St. Lambertikirche. Denkmalpflege in Lüneburg.&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Alisa Walenziak</name></author>
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		<id>https://www.luenepedia.de/index.php?title=St._Lamberti&amp;diff=10862</id>
		<title>St. Lamberti</title>
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		<updated>2021-09-09T12:00:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Alisa Walenziak: /* Geschichte der Kirche */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ehemalige St. Lamberti Kirche1.jpg|mini|rechts|St. Lamberti Kirche mit der Zeitsprung App, Fotograf: Lukas Essig|verweis=Special:FilePath/Ehemalige_St._Lamberti_Kirche1.jpg]] Die St. Lamberti Kirche ist eine ehemalige Kirche in der Stadt Lüneburg. Erstmalig wurde sie 1269 erwähnt. Im Jahr 1860/1861 musste sie aufgrund von vielen Schäden abgerissen werden. Am St. [[Lambertiplatz]] befindet sich noch heute eine Informationstafel zur Geschichte und den Grabungen, welche zwischen 1998 und 2000 stattfanden. Mit der App [[Zeitsprung Lüneburg]] lässt sich die ehemalige Kirche mithilfe von Augmentet Reality (dt. erweiterte Realität) betrachten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;map&amp;quot;&amp;gt;{{#display_map:St.Lambertiplatz, Lüneburg~&#039;&#039;&#039;St. Lambertiplatz zu Lüneburg&#039;&#039;&#039;|fullscreen=on|scrollzoom=off}}St. Lambertiplatz zu Lüneburg&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Übersicht zur Geschichte der Kirche &amp;lt;ref&amp;gt;Die Ausgrabungen in der St. Lambertikirche, Online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;== &lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1269 || Die St. Lamberti Kapelle wird zum ersten Mal erwähnt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1382 || Einweihung der Sakristei&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1398 || Bau des Kirchturms&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1491 || Umgestaltung des Kirchturms zugunsten eines leichteren Turmgestells &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1530|| Durch die Reformation erlangt die St. Lamberti den Status einer Pfarrkirche, der Lüneburger Rat schafft die katholische Messe ab und führt evangelische Gottesdienste ein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1541 || Das erste Taufbecken wird in der Kirche aufgestellt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1544-45 || Der Kirchturm wird erneut umgestaltet und erhält eine pyramidale Spitze &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1578|| Durch einen Sturm wird der Kirchturm beschädigt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1703|| Ein Sturm bringt den Kirchturm zum Einsturz&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1712 || Eine neue Turmspitze in Form einer niedrigen Haube mit offener Laterne wird gebaut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1732-1738|| Das Gewölbe der Kirche bröckelt, weshalb eine Holzdecke gebaut werden muss, der Gottesdienst wird in die Marienkirche zu Lüneburg verlegt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1752 || Die Glocken im Kirchturm müssen stabilisiert und ein Stockwerk tiefer angebracht werden, der Turm wird mit Pfeilern gestützt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1806-1814 || Die Kirche wird von der französischen Besatzung als Magazin zweckentfremdet&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1818 || Die Kirche befand sich wieder in Lüneburger Händen und das musste erneut am Gewölbe restauriert werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1829 || Aufgrund von anhaltenden Schäden muss das Glockenläuten eingestellt werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1844|| Aufgrund von Einsturzgefahr berät der Lüneburger Rat darüber, die Kirche abreißen zu lassen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1858 || Der letzte Gottesdienst&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1860-1861|| Abriss der Kirche&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte der Kirche==&lt;br /&gt;
Die ehemalige St. Lamberti Kirche wird zum ersten Mal im Jahr 1269 erwähnt, ihr genaues Baujahr ist allerdings unbekannt. Durch die historische Erwähnung und Ausgrabungen durch den Stadtarchäologen Dr. Edgar Ring in den Jahren 1998-2000, wird der Baubeginn um 1300 vermutet&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ehemalige Kirche wurde direkt auf der Abbruchkante zum Lüneburger [[Senkungsgebiet]] und der [[Saline]] gebaut, wodurch das Mauerwerk stetig anfällig für Schäden war. Dieser Umstand führte dazu, dass die Kirche im Jahre 1860/61 abgerissen werden musste. &lt;br /&gt;
[[Datei:St. Lamberti Kirche, Zeitsprung App Lüneburg.png|mini|rechts|Fotograf: Lukas Essig]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau des dreischiffigen Gotteshauses wurde durch Mittel der Lüneburger [[Sülfmeister]] und Bürger*innen der Stadt Lüneburg finanziert&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Jahr 1382 wurde die Sakristei der Kirche eingeweiht. Bereits 1491 musste der Kirchturm durch eine leichtere Spitze ersetzt werden, um den Bau zu entlasten&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Im Jahr 1503 beschloss der Lüneburger Rat sich der Reformation anzuschließen und schaffte die katholischen Messen zugunsten von evangelischen Gottesdiensten ab. Am 6.Mai 1530 begann der evangelische Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche, welche von da an die Rechte einer Pfarrkirche besaß. Noch vor der Reformation hatte die ehemalige Kirche den Status einer Kapelle und besaß deshalb neben dem Hauptaltar noch 22 Nebenalte, welche im Zuge der Reformation abgeschafft wurden&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1541 wurde das erste Taufbecken aufgestellt. Bereits zu dieser Zeit zeigten sich an der Kirche beträchtliche Bauschäden aufgrund des Salzabbaus in der Lüneburger [[Altstadt]]. 1544-1545 musste der Kirchturm erneut umgestaltet werden und bekam eine pyramidale Spitze mit Galerien und Ecktürmen. Doch nicht nur der Salzabbau in Lüneburg schadete dem Bauwerk enorm. Zwei Stürme sorgten letztendlich für den Einsturz des Kirchturmes. 1578 wurde die Kirche durch einen Sturm zunächst nur stark beschädigt, 1703 sorgte ein starker Sturm dann dafür, dass der Kirchturm einstürzte. Erst neun Jahre später, im Jahr 1712, wurde der Kirchturm repariert und durch eine niedrige Haube ausgetauscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während eines Gottesdienstes im Jahr 1732 brachen einige Steine aus dem Gewölbe der Kirche. Um die Besucher*innen der Kirche zu schützen, mussten umfangreiche Bauarbeiten am Gewölbe vorgenommen werden. Der Gottesdienst wurde während des Umbaus deshalb in die [[Marienkirche]] verlegt, welche sich noch heute in der Friedenstraße 8 in [[Lüneburg]] befindet. Die Bauarbeiten dauerten sechs Jahre. Bis 1738 wurde die Gewölbedecke durch eine Holzdecke ersetzt und die Kirchenkonstruktion mit Stützpfeilern verstärkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur vierzehn Jahre später mussten die Kirchenglocken ein Stockwerk tiefer aufgehängt werden, um den gefährdeten Kirchturm zu stabilisieren. Im Westen wurde der Turm durch weitere Strebepfeiler gestützt, um einen Einsturz und die Gefährdung der Kirchenbesucher*innen zu verhindern&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der französischen Besatzung Lüneburgs zwischen 1806- 1814 wurde die St. Lamberti Kirche als Magazin zweckentfremdet. In der Folge einer Niederlage Preußens in der Schlacht bei Jena und Auerstedt im Jahr 1806 war das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg von napoleonischen Truppen besetzt &amp;lt;ref&amp;gt;Wikipedia-Artikel zur Braunschweiger Franzosenzeit, online verfügbar unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Braunschweiger_Franzosenzeit, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nach dem Ende der Besetzung konnte der Gottesdienst bereits im frühen 19. Jahrhundert wieder aufgenommen werden. 1818 musste der Gottesdienst allerdings abermals eingestellt zu werden, da erneute Bauarbeiten am Gewölbe notwendig waren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1829 musste letztendlich, nach anhaltenden Schäden, das Glockenläuten eingestellt werden. Der Klöppel wurde von da an nur noch von Hand gegen die Glocke geschlagen, um ein Schwingen der Glocke zu unterbinden. Als dann 1844, trotz aller Bemühungen, das Gewölbe einzustürzen drohte, wurden die Stimmen im [[Stadtrat]] laut, die Kirche aufzugeben und zum Abriss zu verkaufen.&lt;br /&gt;
Im Jahr 1858 feierte die Kirchengemeinschaft daraufhin den letzten Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche. Am 21.02.1860 wurde folgende Anzeige in der Neuen Hannoverschen Zeitung geschaltet&amp;lt;ref&amp;gt;Lüneburger Stadtarchäologie , online verfügbar unter: https://www.luene-info.de/stadtarch/lamberti/langtxt.htm, zuletzt geöffnet am 09.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;: &lt;br /&gt;
[[Datei:Bekanntmachung Abriss St. Lamberti Kirche.png|mini|links]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einigen Einsendungen erhielt der Maurer- und Zimmermeister Westphal die Möglichkeit, die St. Lamberti Kirche für 13.050 Taler abzureißen. Viele Teile der Kirche konnten allerdings wiederverwertet werden, unter anderem das Kupferdach und einige bauhistorische Besonderheiten, wodurch das Geschäft für den Maurer- und Zimmermeister lukrativ war&amp;lt;ref&amp;gt; Lüneburger Landeszeitung Online:https://www.landeszeitung.de/lueneburg/45764-warum-st-lamberti-verschwand-und-wo-sich-noch-spuren-finden/,(9.09.2021)&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Jahr 1861 war die Kirche vollkommen verschwunden, heute befindet sich auf dem St. Lambertiplatz nur noch eine Infotafel, die an das Bestehen der Kirche erinnert. Das Inventar der Kirche wurde allerdings an andere Kirchen in Lüneburg verteilt. Die [[St. Johanneskirche]] erhielt das 1541 eingeweihte Taufbecken und die [[St. Nicolaikirche]] den Hauptaltar aus dem Jahr 1443. Das Hospital zum heiligen Geist erhielt die Sonntagsglocke und das Uhrwerk der Kirche, welche bis in die fünfziger Jahre genutzt wurde. Dieses wurde anschließend im [[Kaufhaus]] am Hafen in [[Lüneburg]] gelagert und fiel dort Brandstiftern zum Opfer&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=all&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Stadtarchäologische Grabungen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Grabung am [[Lambertiplatz|St. Lambertiplatz]] fand 1998 und 1999 statt. Eine 140m² große Fläche wurde vom Lüneburger Stadtarchäologen [[Dr. Edgar Ring]] und einigen, unter anderem studentischen, Hilfskräften geöffnet, mit dem Ziel die 1861 abgerissene Kirche genau zu lokalisieren. Außerdem interessierte sich das Team rund um Dr. Edgar Ring für den Zeitraum des Baubeginns der Kirche, welcher zu diesem Zeitpunkt noch nicht genau festgelegt werden konnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als der erste Schnitt im Nordosten der Kirche vorgenommen wurde, war es das Ziel, aussagekräftige Funde über die Fundamente der Umgebung des Chores innerhalb und außerhalb der Kirche zu gewinnen&amp;lt;ref&amp;gt; Ergebnisse der Grabungskampagnen 1998–1999, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam1.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die nächsten Schnitte wurden in unmittelbarer Nähe des ersten gesetzt. Nachdem Teile des Fundaments gefunden und mit alten Grundrissen abgeglichen wurden, konnte das Team den genauen Standort der Kirche lokalisieren. Außerdem wurden Scherben aus dem späten 13. Jahrhundert im Fundament gefunden, wodurch die Forschenden annehmen, dass der Baubeginn rund 100 Jahre später als zuerst vermutet stattgefunden haben muss. Durch das Fundament bekamen die Forschenden außerdem Aufschluss über die bereits oben erwähnten verschiedenen Bauphasen der Kirche. &lt;br /&gt;
[[Datei:Lüneburg St. Lamberti.jpg|mini|rechts]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Grabungen wurden auch drei Grüfte gefunden. Alle haben einen etwa rechteckigen Grundriss aus Ziegeln und konnten als Gräber identifiziert werden. Das größte und am sorgfältigsten gebaute Grab besitzt ein Tonnengewölbe. Die beiden kleineren Gräber sind hingegen nur mit mit flachen Grabsteinen bedeckt gewesen. Wie bereits von [[Wilhelm Friedrich Volger]] (* 31. März 1794 in Neetze; † 6.März 1879 Lüneburg) in den Stadtchroniken beschrieben, waren alle Gräber mit Schutt gefüllt. In jedem Grab lagen, unter den Trümmern begraben, zwei Gräber nebeneinander. Die beiden kleineren Gräber sind offensichtlich seit Generationen besetzt, aus Platzgründen mussten die älteren Gräber späteren Gräbern in der darunter liegenden Knochengrube weichen. Das große Grab, dessen Breite Platz für vier Särge bieten kann, enthielt nur zwei. Der in diesem Grab gefundene wappen­förmige Sargbeschlag war für die Forschenden sehr aufschlussreich, da es der Adelsfamilie von Döring, die bis zum 18. Jahrhundert in Lüneburg lebte, zugeordnet werden konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders interessant war für die Forschenden außerdem der Fund eines Schraubtalers von 1598. Ein Schraubtaler ist ein Geldstück, welches aus zwei Teilen besteht und mit einem Gewinde versehen ist. Es wurde in einem der Gräber gefunden und hat einen Durchmesser von 41 mm. Auf der Vorderseite sind die drei sächsischen Kurfürsten Christian II., Johann Georg I. und August zu sehen sowie die Aufschrift „CHRISTIAN·JOHAN GEORG·ET·AVGVSTUS“. Auf der Rückseite befindet sich die Aufschrift „FRAT:ET·DVCES·SAXON“, was so viel heißt wie  Brüder und Fürsten Sachsens. Beim Öffnen des Schraubtalers entdeckten die Forschenden auf der Innenfläche ein Porträt einer unbekannten Person, und auf der anderen Seite zwei Tauben mit Ringen im Schnabel, darunter ein brennendes Herz und das Jahr 1635. Es wird vermutet, dass der Schraubtaler ein Hochzeitsgeschenk des abgebildeten Mannes an seine Frau war, bevor er an der St. Lamberti Kirche begraben wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem wurden drei Würfel entdeckt, dessen Bedeutung allerdings ungewiss bleibt. Es wurden außerdem noch weitere Gräber ohne bedeutende Gaben gefunden. Sie alle wurden christlich in West-Ost-Richtung, teilweise übereinander, begraben. Die Gebeine wurden nach der Untersuchung wieder bestattet&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Grabungen im Jahr 2000 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2000 fand eine erneute Grabung der Lüneburger [[Stadtarchäologie]] am [[Lambertiplatz]] statt, bei der das Kirchenschiff in der Nähe des Kirchturms ausgegraben werden sollte. Die Forschenden hofften drauf, weitere Gruften und eine Seitenkapelle zu entdecken, da der Bereich von den Umbaumaßnahmen des 18. Jahrhunderts nicht betroffen sein sollte&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang Juni setzten die Forschenden der Lüneburger [[Stadtarchäologie]] einen 6x15 m großen Schnitt von der Nordseite der Kirche, bis in die Mitte des Hauptschiffs hinein. Die Grabungen stellten sich allerdings als erfolglos heraus, da ein Splitterschutzgraben aus dem 2. Weltkrieg die Außenfundamente der Seitenkapelle nahezu vollständig zerstört hatte&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Aus diesem Umstand heraus verzichtete das Ausgrabungsteam auf weitere Ausgrabungen in diesem Abschnitt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Südlich des Splitterschutzgrabens hingegen konnte erstmalig das Fußbodenniveau der St. Lamberti Kirche dokumentiert werden, welcher aus trocken gesetzten Backsteinen im Fischgrätenmuster bestand&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Außerdem konnte der Standort der westlichen Pfeiler bestätigt werden, indem Fundamentreste am West- und Ostrand der Pfeiler freigelegt wurden. Bei diesen Grabungen konnte ebenfalls bestätigt werden, dass die Kirche direkt auf der sogenannten Abbruchkante zum [[Senkungsgebiet]] der Lüneburger [[Altstadt]] und der [[Saline]] erbaut wurde. Der westliche Pfeiler zeigte bei den Ausgrabungen keine Veränderung seit der Erbauungszeit im 13. Jahrhundert, war aber stark nach Westen gekippt. Der östliche Pfeiler hingegen war im 18. Jahrhundert ausgebessert worden, was auch historische Berichte bestätigen. Durch die Absenkung in diesem Gebiet neigte sich der Pfeiler bis 1730 so stark nach Westen, dass er ausgebessert werden musste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Forschenden konnten ebenfalls herausfinden, dass die ehemalige St. Lamberti Kirche zunächst aus einer massiven Backsteinkonstruktion bestand, welche anschließend im 18. Jahrhundert durch ein Schalenmauerwerk aus Backsteinen und Feldsteinen, gefüllt mit Bauschutt, ausgetauscht wurde. Die Grabungen zeigten außerdem, dass beim Abriss der Kirche im Jahr 1860/61 nur noch das unterste Niveau des Fundamentes bestehen blieb und der Rest der Kirche abgetragen wurde. Es wurden außerdem sieben große Feldsteine entdeckt, welche an der nördlichen und westlichen Kante das Fundament begrenzten. Zusätzlich konnte eine Gipsmörtelschicht mit einer Dicke von etwa 5 cm freigelegt werden, welche sich im Inneren der Kirche befand. In diese waren etwa 30 rechteckige, 30 – 40 cm lange Pfosten eingeschlagen. Alle Pfosten waren annähernd quadratisch, mit einer Kantenlänge von etwa 10 cm und am unteren Ende angespitzt. Diese wären bei der Erbauung um 1300 theoretisch nicht nötig gewesen, aufgrund der Gegebenheiten des Bodens. Die Forschenden nehmen deshalb an, dass bereits beim Bau der Kirche Senkungsschäden auftraten, welche durch den Einsatz der eben beschriebenen Maßnahmen kompensiert werden sollten&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch bei der Grabung im Jahr 2000 konnten wieder viele Gräber freigelegt werden, welche sich bis auf eines alle im Hauptschiff befanden. Aus Platzgründen wurden auch diese in mehreren Schichten begraben. Es wurden nur Särge aus Holz mit metallenen Griffen gefunden, wobei es Unterschiede bei der Anzahl und Anbringung der Griffe gab. Die Lüneburger [[Stadtarchäologie]] nimmt aus diesem Grund an, dass die unterschiedliche Anzahl und Verarbeitung der Griffe auf soziale Unterschiede der Verstorbenen hinweist&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Grabungen konnte eine ganz besondere Bestattung dokumentiert werden. Eine Frau wurde mit reichlichen Schmuckbeigaben beerdigt. An den Armen trug sie Armbänder aus Hohlglasperlen und auf dem Haupt eine Totenkrone, welche als Schmuckgegenstand für die Bestattung von jung Verstorbenen, Ledigen oder auch bei Kindern und Säuglingen zugegeben wurde&amp;lt;ref&amp;gt;Wikipedia Artikel zur Totenkrone, online verfügbar unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Totenkrone, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. An der Krone wurden noch Reste des Haupthaars und aufgenähter Textilien gefunden. Auf Höhe der Ohren der Verstorbenen wurden außerdem zwei Anhänger aus feinem Kupfer- und Bronzegeflechten entdeckt, welche ebenfalls mit Glasperlen verziert waren. Diese Anhänger wurden im [https://kulturerbe.niedersachsen.de/kultureinrichtung/isil_DE-2299/ Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege] restauriert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein benachbartes weibliches Skelett wurde ebenfalls geborgen und wies einen bemerkenswert schlechten Zustand der Zähne auf, wobei ein starker Kariesbefall auf der linken Seite des Kiefers festgestellt wurde und eine sehr geringe Abnutzung rechtsseitig. Diese Funde weisen darauf hin, dass die Frau offenbar jahrelang nur die linke Kieferseite zum Kauen nutze&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise zur weitergehenden Rechereche==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Dreger, Klaus und Joachim Stark (1999):&#039;&#039;&#039; St. Lamberti. Ausgrabung einer untergegangenen Kirche. Denkmalpflege in Lüneburg 1999.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ring, Edgar (1999):&#039;&#039;&#039; Lamberti. Ausgrabung einer untergegangenen Kirche in Lüneburg. Archäologie in Niedersachsen 2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kühlborn, Marc (2000):&#039;&#039;&#039; Die Ausgrabungen in der Lüneburger St. Lambertikirche. Denkmalpflege in Lüneburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ring, Edgar (2000):&#039;&#039;&#039; Der verschlossene Mann. Ein Schraubtaler aus der Gruft der St. Lambertikirche. Denkmalpflege in Lüneburg.&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Alisa Walenziak</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.luenepedia.de/index.php?title=St._Lamberti&amp;diff=10861</id>
		<title>St. Lamberti</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.luenepedia.de/index.php?title=St._Lamberti&amp;diff=10861"/>
		<updated>2021-09-09T11:59:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Alisa Walenziak: /* Geschichte der Kirche */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ehemalige St. Lamberti Kirche1.jpg|mini|rechts|St. Lamberti Kirche mit der Zeitsprung App, Fotograf: Lukas Essig|verweis=Special:FilePath/Ehemalige_St._Lamberti_Kirche1.jpg]] Die St. Lamberti Kirche ist eine ehemalige Kirche in der Stadt Lüneburg. Erstmalig wurde sie 1269 erwähnt. Im Jahr 1860/1861 musste sie aufgrund von vielen Schäden abgerissen werden. Am St. [[Lambertiplatz]] befindet sich noch heute eine Informationstafel zur Geschichte und den Grabungen, welche zwischen 1998 und 2000 stattfanden. Mit der App [[Zeitsprung Lüneburg]] lässt sich die ehemalige Kirche mithilfe von Augmentet Reality (dt. erweiterte Realität) betrachten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;map&amp;quot;&amp;gt;{{#display_map:St.Lambertiplatz, Lüneburg~&#039;&#039;&#039;St. Lambertiplatz zu Lüneburg&#039;&#039;&#039;|fullscreen=on|scrollzoom=off}}St. Lambertiplatz zu Lüneburg&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Übersicht zur Geschichte der Kirche &amp;lt;ref&amp;gt;Die Ausgrabungen in der St. Lambertikirche, Online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;== &lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1269 || Die St. Lamberti Kapelle wird zum ersten Mal erwähnt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1382 || Einweihung der Sakristei&lt;br /&gt;
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| 1398 || Bau des Kirchturms&lt;br /&gt;
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| 1491 || Umgestaltung des Kirchturms zugunsten eines leichteren Turmgestells &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1530|| Durch die Reformation erlangt die St. Lamberti den Status einer Pfarrkirche, der Lüneburger Rat schafft die katholische Messe ab und führt evangelische Gottesdienste ein&lt;br /&gt;
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| 1541 || Das erste Taufbecken wird in der Kirche aufgestellt&lt;br /&gt;
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| 1544-45 || Der Kirchturm wird erneut umgestaltet und erhält eine pyramidale Spitze &lt;br /&gt;
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| 1578|| Durch einen Sturm wird der Kirchturm beschädigt&lt;br /&gt;
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| 1703|| Ein Sturm bringt den Kirchturm zum Einsturz&lt;br /&gt;
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| 1712 || Eine neue Turmspitze in Form einer niedrigen Haube mit offener Laterne wird gebaut&lt;br /&gt;
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| 1732-1738|| Das Gewölbe der Kirche bröckelt, weshalb eine Holzdecke gebaut werden muss, der Gottesdienst wird in die Marienkirche zu Lüneburg verlegt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1752 || Die Glocken im Kirchturm müssen stabilisiert und ein Stockwerk tiefer angebracht werden, der Turm wird mit Pfeilern gestützt&lt;br /&gt;
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| 1806-1814 || Die Kirche wird von der französischen Besatzung als Magazin zweckentfremdet&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1818 || Die Kirche befand sich wieder in Lüneburger Händen und das musste erneut am Gewölbe restauriert werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1829 || Aufgrund von anhaltenden Schäden muss das Glockenläuten eingestellt werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1844|| Aufgrund von Einsturzgefahr berät der Lüneburger Rat darüber, die Kirche abreißen zu lassen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1858 || Der letzte Gottesdienst&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1860-1861|| Abriss der Kirche&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte der Kirche==&lt;br /&gt;
Die ehemalige St. Lamberti Kirche wird zum ersten Mal im Jahr 1269 erwähnt, ihr genaues Baujahr ist allerdings unbekannt. Durch die historische Erwähnung und Ausgrabungen durch den Stadtarchäologen Dr. Edgar Ring in den Jahren 1998-2000, wird der Baubeginn um 1300 vermutet&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ehemalige Kirche wurde direkt auf der Abbruchkante zum Lüneburger [[Senkungsgebiet]] und der [[Saline]] gebaut, wodurch das Mauerwerk stetig anfällig für Schäden war. Dieser Umstand führte dazu, dass die Kirche im Jahre 1860/61 abgerissen werden musste. &lt;br /&gt;
[[Datei:St. Lamberti Kirche, Zeitsprung App Lüneburg.png|mini|rechts|Fotograf: Lukas Essig]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau des dreischiffigen Gotteshauses wurde durch Mittel der Lüneburger [[Sülfmeister]] und Bürger*innen der Stadt Lüneburg finanziert&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Jahr 1382 wurde die Sakristei der Kirche eingeweiht. Bereits 1491 musste der Kirchturm durch eine leichtere Spitze ersetzt werden, um den Bau zu entlasten&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Im Jahr 1503 beschloss der Lüneburger Rat sich der Reformation anzuschließen und schaffte die katholischen Messen zugunsten von evangelischen Gottesdiensten ab. Am 6.Mai 1530 begann der evangelische Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche, welche von da an die Rechte einer Pfarrkirche besaß. Noch vor der Reformation hatte die ehemalige Kirche den Status einer Kapelle und besaß deshalb neben dem Hauptaltar noch 22 Nebenalte, welche im Zuge der Reformation abgeschafft wurden&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1541 wurde das erste Taufbecken aufgestellt. Bereits zu dieser Zeit zeigten sich an der Kirche beträchtliche Bauschäden aufgrund des Salzabbaus in der Lüneburger [[Altstadt]]. 1544-1545 musste der Kirchturm erneut umgestaltet werden und bekam eine pyramidale Spitze mit Galerien und Ecktürmen. Doch nicht nur der Salzabbau in Lüneburg schadete dem Bauwerk enorm. Zwei Stürme sorgten letztendlich für den Einsturz des Kirchturmes. 1578 wurde die Kirche durch einen Sturm zunächst nur stark beschädigt, 1703 sorgte ein starker Sturm dann dafür, dass der Kirchturm einstürzte. Erst neun Jahre später, im Jahr 1712, wurde der Kirchturm repariert und durch eine niedrige Haube ausgetauscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während eines Gottesdienstes im Jahr 1732 brachen einige Steine aus dem Gewölbe der Kirche. Um die Besucher*innen der Kirche zu schützen, mussten umfangreiche Bauarbeiten am Gewölbe vorgenommen werden. Der Gottesdienst wurde während des Umbaus deshalb in die [[Marienkirche]] verlegt, welche sich noch heute in der Friedenstraße 8 in [[Lüneburg]] befindet. Die Bauarbeiten dauerten sechs Jahre. Bis 1738 wurde die Gewölbedecke durch eine Holzdecke ersetzt und die Kirchenkonstruktion mit Stützpfeilern verstärkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur vierzehn Jahre später mussten die Kirchenglocken ein Stockwerk tiefer aufgehängt werden, um den gefährdeten Kirchturm zu stabilisieren. Im Westen wurde der Turm durch weitere Strebepfeiler gestützt, um einen Einsturz und die Gefährdung der Kirchenbesucher*innen zu verhindern&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der französischen Besatzung Lüneburgs zwischen 1806- 1814 wurde die St. Lamberti Kirche als Magazin zweckentfremdet. In der Folge einer Niederlage Preußens in der Schlacht bei Jena und Auerstedt im Jahr 1806 war das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg von napoleonischen Truppen besetzt &amp;lt;ref&amp;gt;Wikipedia-Artikel zur Braunschweiger Franzosenzeit, online verfügbar unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Braunschweiger_Franzosenzeit, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nach dem Ende der Besetzung konnte der Gottesdienst bereits im frühen 19. Jahrhundert wieder aufgenommen werden. 1818 musste der Gottesdienst allerdings abermals eingestellt zu werden, da erneute Bauarbeiten am Gewölbe notwendig waren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1829 musste letztendlich, nach anhaltenden Schäden, das Glockenläuten eingestellt werden. Der Klöppel wurde von da an nur noch von Hand gegen die Glocke geschlagen, um ein Schwingen der Glocke zu unterbinden. Als dann 1844, trotz aller Bemühungen, das Gewölbe einzustürzen drohte, wurden die Stimmen im [[Stadtrat]] laut, die Kirche aufzugeben und zum Abriss zu verkaufen.&lt;br /&gt;
Im Jahr 1858 feierte die Kirchengemeinschaft daraufhin den letzten Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche. Am 21.02.1860 wurde folgende Anzeige in der Neuen Hannoverschen Zeitung geschaltet&amp;lt;ref&amp;gt;Lüneburger Stadtarchäologie , online verfügbar unter: https://www.luene-info.de/stadtarch/lamberti/langtxt.htm, zuletzt geöffnet am 09.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;: &lt;br /&gt;
[[Datei:Bekanntmachung Abriss St. Lamberti Kirche.png|mini|links]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einigen Einsendungen erhielt der Maurer- und Zimmermeister Westphal die Möglichkeit, die St. Lamberti Kirche für 13.050 Taler abzureißen. Viele Teile der Kirche konnten allerdings wiederverwertet werden, unter anderem das Kupferdach und einige bauhistorische Besonderheiten, wodurch das Geschäft für den Maurer- und Zimmermeister lukrativ war&amp;lt;ref Lüneburger Landeszeitung, online verfügbar unter: https://www.landeszeitung.de/lueneburg/45764-warum-st-lamberti-verschwand-und-wo-sich-noch-spuren-finden/, zuletzt geöffnet am 9.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Jahr 1861 war die Kirche vollkommen verschwunden, heute befindet sich auf dem St. Lambertiplatz nur noch eine Infotafel, die an das Bestehen der Kirche erinnert. Das Inventar der Kirche wurde allerdings an andere Kirchen in Lüneburg verteilt. Die [[St. Johanneskirche]] erhielt das 1541 eingeweihte Taufbecken und die [[St. Nicolaikirche]] den Hauptaltar aus dem Jahr 1443. Das Hospital zum heiligen Geist erhielt die Sonntagsglocke und das Uhrwerk der Kirche, welche bis in die fünfziger Jahre genutzt wurde. Dieses wurde anschließend im [[Kaufhaus]] am Hafen in [[Lüneburg]] gelagert und fiel dort Brandstiftern zum Opfer&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=all&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Stadtarchäologische Grabungen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Grabung am [[Lambertiplatz|St. Lambertiplatz]] fand 1998 und 1999 statt. Eine 140m² große Fläche wurde vom Lüneburger Stadtarchäologen [[Dr. Edgar Ring]] und einigen, unter anderem studentischen, Hilfskräften geöffnet, mit dem Ziel die 1861 abgerissene Kirche genau zu lokalisieren. Außerdem interessierte sich das Team rund um Dr. Edgar Ring für den Zeitraum des Baubeginns der Kirche, welcher zu diesem Zeitpunkt noch nicht genau festgelegt werden konnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als der erste Schnitt im Nordosten der Kirche vorgenommen wurde, war es das Ziel, aussagekräftige Funde über die Fundamente der Umgebung des Chores innerhalb und außerhalb der Kirche zu gewinnen&amp;lt;ref&amp;gt; Ergebnisse der Grabungskampagnen 1998–1999, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam1.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die nächsten Schnitte wurden in unmittelbarer Nähe des ersten gesetzt. Nachdem Teile des Fundaments gefunden und mit alten Grundrissen abgeglichen wurden, konnte das Team den genauen Standort der Kirche lokalisieren. Außerdem wurden Scherben aus dem späten 13. Jahrhundert im Fundament gefunden, wodurch die Forschenden annehmen, dass der Baubeginn rund 100 Jahre später als zuerst vermutet stattgefunden haben muss. Durch das Fundament bekamen die Forschenden außerdem Aufschluss über die bereits oben erwähnten verschiedenen Bauphasen der Kirche. &lt;br /&gt;
[[Datei:Lüneburg St. Lamberti.jpg|mini|rechts]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Grabungen wurden auch drei Grüfte gefunden. Alle haben einen etwa rechteckigen Grundriss aus Ziegeln und konnten als Gräber identifiziert werden. Das größte und am sorgfältigsten gebaute Grab besitzt ein Tonnengewölbe. Die beiden kleineren Gräber sind hingegen nur mit mit flachen Grabsteinen bedeckt gewesen. Wie bereits von [[Wilhelm Friedrich Volger]] (* 31. März 1794 in Neetze; † 6.März 1879 Lüneburg) in den Stadtchroniken beschrieben, waren alle Gräber mit Schutt gefüllt. In jedem Grab lagen, unter den Trümmern begraben, zwei Gräber nebeneinander. Die beiden kleineren Gräber sind offensichtlich seit Generationen besetzt, aus Platzgründen mussten die älteren Gräber späteren Gräbern in der darunter liegenden Knochengrube weichen. Das große Grab, dessen Breite Platz für vier Särge bieten kann, enthielt nur zwei. Der in diesem Grab gefundene wappen­förmige Sargbeschlag war für die Forschenden sehr aufschlussreich, da es der Adelsfamilie von Döring, die bis zum 18. Jahrhundert in Lüneburg lebte, zugeordnet werden konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders interessant war für die Forschenden außerdem der Fund eines Schraubtalers von 1598. Ein Schraubtaler ist ein Geldstück, welches aus zwei Teilen besteht und mit einem Gewinde versehen ist. Es wurde in einem der Gräber gefunden und hat einen Durchmesser von 41 mm. Auf der Vorderseite sind die drei sächsischen Kurfürsten Christian II., Johann Georg I. und August zu sehen sowie die Aufschrift „CHRISTIAN·JOHAN GEORG·ET·AVGVSTUS“. Auf der Rückseite befindet sich die Aufschrift „FRAT:ET·DVCES·SAXON“, was so viel heißt wie  Brüder und Fürsten Sachsens. Beim Öffnen des Schraubtalers entdeckten die Forschenden auf der Innenfläche ein Porträt einer unbekannten Person, und auf der anderen Seite zwei Tauben mit Ringen im Schnabel, darunter ein brennendes Herz und das Jahr 1635. Es wird vermutet, dass der Schraubtaler ein Hochzeitsgeschenk des abgebildeten Mannes an seine Frau war, bevor er an der St. Lamberti Kirche begraben wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem wurden drei Würfel entdeckt, dessen Bedeutung allerdings ungewiss bleibt. Es wurden außerdem noch weitere Gräber ohne bedeutende Gaben gefunden. Sie alle wurden christlich in West-Ost-Richtung, teilweise übereinander, begraben. Die Gebeine wurden nach der Untersuchung wieder bestattet&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Grabungen im Jahr 2000 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2000 fand eine erneute Grabung der Lüneburger [[Stadtarchäologie]] am [[Lambertiplatz]] statt, bei der das Kirchenschiff in der Nähe des Kirchturms ausgegraben werden sollte. Die Forschenden hofften drauf, weitere Gruften und eine Seitenkapelle zu entdecken, da der Bereich von den Umbaumaßnahmen des 18. Jahrhunderts nicht betroffen sein sollte&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang Juni setzten die Forschenden der Lüneburger [[Stadtarchäologie]] einen 6x15 m großen Schnitt von der Nordseite der Kirche, bis in die Mitte des Hauptschiffs hinein. Die Grabungen stellten sich allerdings als erfolglos heraus, da ein Splitterschutzgraben aus dem 2. Weltkrieg die Außenfundamente der Seitenkapelle nahezu vollständig zerstört hatte&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Aus diesem Umstand heraus verzichtete das Ausgrabungsteam auf weitere Ausgrabungen in diesem Abschnitt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Südlich des Splitterschutzgrabens hingegen konnte erstmalig das Fußbodenniveau der St. Lamberti Kirche dokumentiert werden, welcher aus trocken gesetzten Backsteinen im Fischgrätenmuster bestand&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Außerdem konnte der Standort der westlichen Pfeiler bestätigt werden, indem Fundamentreste am West- und Ostrand der Pfeiler freigelegt wurden. Bei diesen Grabungen konnte ebenfalls bestätigt werden, dass die Kirche direkt auf der sogenannten Abbruchkante zum [[Senkungsgebiet]] der Lüneburger [[Altstadt]] und der [[Saline]] erbaut wurde. Der westliche Pfeiler zeigte bei den Ausgrabungen keine Veränderung seit der Erbauungszeit im 13. Jahrhundert, war aber stark nach Westen gekippt. Der östliche Pfeiler hingegen war im 18. Jahrhundert ausgebessert worden, was auch historische Berichte bestätigen. Durch die Absenkung in diesem Gebiet neigte sich der Pfeiler bis 1730 so stark nach Westen, dass er ausgebessert werden musste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Forschenden konnten ebenfalls herausfinden, dass die ehemalige St. Lamberti Kirche zunächst aus einer massiven Backsteinkonstruktion bestand, welche anschließend im 18. Jahrhundert durch ein Schalenmauerwerk aus Backsteinen und Feldsteinen, gefüllt mit Bauschutt, ausgetauscht wurde. Die Grabungen zeigten außerdem, dass beim Abriss der Kirche im Jahr 1860/61 nur noch das unterste Niveau des Fundamentes bestehen blieb und der Rest der Kirche abgetragen wurde. Es wurden außerdem sieben große Feldsteine entdeckt, welche an der nördlichen und westlichen Kante das Fundament begrenzten. Zusätzlich konnte eine Gipsmörtelschicht mit einer Dicke von etwa 5 cm freigelegt werden, welche sich im Inneren der Kirche befand. In diese waren etwa 30 rechteckige, 30 – 40 cm lange Pfosten eingeschlagen. Alle Pfosten waren annähernd quadratisch, mit einer Kantenlänge von etwa 10 cm und am unteren Ende angespitzt. Diese wären bei der Erbauung um 1300 theoretisch nicht nötig gewesen, aufgrund der Gegebenheiten des Bodens. Die Forschenden nehmen deshalb an, dass bereits beim Bau der Kirche Senkungsschäden auftraten, welche durch den Einsatz der eben beschriebenen Maßnahmen kompensiert werden sollten&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch bei der Grabung im Jahr 2000 konnten wieder viele Gräber freigelegt werden, welche sich bis auf eines alle im Hauptschiff befanden. Aus Platzgründen wurden auch diese in mehreren Schichten begraben. Es wurden nur Särge aus Holz mit metallenen Griffen gefunden, wobei es Unterschiede bei der Anzahl und Anbringung der Griffe gab. Die Lüneburger [[Stadtarchäologie]] nimmt aus diesem Grund an, dass die unterschiedliche Anzahl und Verarbeitung der Griffe auf soziale Unterschiede der Verstorbenen hinweist&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Grabungen konnte eine ganz besondere Bestattung dokumentiert werden. Eine Frau wurde mit reichlichen Schmuckbeigaben beerdigt. An den Armen trug sie Armbänder aus Hohlglasperlen und auf dem Haupt eine Totenkrone, welche als Schmuckgegenstand für die Bestattung von jung Verstorbenen, Ledigen oder auch bei Kindern und Säuglingen zugegeben wurde&amp;lt;ref&amp;gt;Wikipedia Artikel zur Totenkrone, online verfügbar unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Totenkrone, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. An der Krone wurden noch Reste des Haupthaars und aufgenähter Textilien gefunden. Auf Höhe der Ohren der Verstorbenen wurden außerdem zwei Anhänger aus feinem Kupfer- und Bronzegeflechten entdeckt, welche ebenfalls mit Glasperlen verziert waren. Diese Anhänger wurden im [https://kulturerbe.niedersachsen.de/kultureinrichtung/isil_DE-2299/ Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege] restauriert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein benachbartes weibliches Skelett wurde ebenfalls geborgen und wies einen bemerkenswert schlechten Zustand der Zähne auf, wobei ein starker Kariesbefall auf der linken Seite des Kiefers festgestellt wurde und eine sehr geringe Abnutzung rechtsseitig. Diese Funde weisen darauf hin, dass die Frau offenbar jahrelang nur die linke Kieferseite zum Kauen nutze&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise zur weitergehenden Rechereche==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Dreger, Klaus und Joachim Stark (1999):&#039;&#039;&#039; St. Lamberti. Ausgrabung einer untergegangenen Kirche. Denkmalpflege in Lüneburg 1999.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ring, Edgar (1999):&#039;&#039;&#039; Lamberti. Ausgrabung einer untergegangenen Kirche in Lüneburg. Archäologie in Niedersachsen 2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kühlborn, Marc (2000):&#039;&#039;&#039; Die Ausgrabungen in der Lüneburger St. Lambertikirche. Denkmalpflege in Lüneburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ring, Edgar (2000):&#039;&#039;&#039; Der verschlossene Mann. Ein Schraubtaler aus der Gruft der St. Lambertikirche. Denkmalpflege in Lüneburg.&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Alisa Walenziak</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.luenepedia.de/index.php?title=St._Lamberti&amp;diff=10860</id>
		<title>St. Lamberti</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.luenepedia.de/index.php?title=St._Lamberti&amp;diff=10860"/>
		<updated>2021-09-09T11:58:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Alisa Walenziak: /* Geschichte der Kirche */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ehemalige St. Lamberti Kirche1.jpg|mini|rechts|St. Lamberti Kirche mit der Zeitsprung App, Fotograf: Lukas Essig|verweis=Special:FilePath/Ehemalige_St._Lamberti_Kirche1.jpg]] Die St. Lamberti Kirche ist eine ehemalige Kirche in der Stadt Lüneburg. Erstmalig wurde sie 1269 erwähnt. Im Jahr 1860/1861 musste sie aufgrund von vielen Schäden abgerissen werden. Am St. [[Lambertiplatz]] befindet sich noch heute eine Informationstafel zur Geschichte und den Grabungen, welche zwischen 1998 und 2000 stattfanden. Mit der App [[Zeitsprung Lüneburg]] lässt sich die ehemalige Kirche mithilfe von Augmentet Reality (dt. erweiterte Realität) betrachten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;map&amp;quot;&amp;gt;{{#display_map:St.Lambertiplatz, Lüneburg~&#039;&#039;&#039;St. Lambertiplatz zu Lüneburg&#039;&#039;&#039;|fullscreen=on|scrollzoom=off}}St. Lambertiplatz zu Lüneburg&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Übersicht zur Geschichte der Kirche &amp;lt;ref&amp;gt;Die Ausgrabungen in der St. Lambertikirche, Online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;== &lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1269 || Die St. Lamberti Kapelle wird zum ersten Mal erwähnt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1382 || Einweihung der Sakristei&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1398 || Bau des Kirchturms&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1491 || Umgestaltung des Kirchturms zugunsten eines leichteren Turmgestells &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1530|| Durch die Reformation erlangt die St. Lamberti den Status einer Pfarrkirche, der Lüneburger Rat schafft die katholische Messe ab und führt evangelische Gottesdienste ein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1541 || Das erste Taufbecken wird in der Kirche aufgestellt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1544-45 || Der Kirchturm wird erneut umgestaltet und erhält eine pyramidale Spitze &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1578|| Durch einen Sturm wird der Kirchturm beschädigt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1703|| Ein Sturm bringt den Kirchturm zum Einsturz&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1712 || Eine neue Turmspitze in Form einer niedrigen Haube mit offener Laterne wird gebaut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1732-1738|| Das Gewölbe der Kirche bröckelt, weshalb eine Holzdecke gebaut werden muss, der Gottesdienst wird in die Marienkirche zu Lüneburg verlegt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1752 || Die Glocken im Kirchturm müssen stabilisiert und ein Stockwerk tiefer angebracht werden, der Turm wird mit Pfeilern gestützt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1806-1814 || Die Kirche wird von der französischen Besatzung als Magazin zweckentfremdet&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1818 || Die Kirche befand sich wieder in Lüneburger Händen und das musste erneut am Gewölbe restauriert werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1829 || Aufgrund von anhaltenden Schäden muss das Glockenläuten eingestellt werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1844|| Aufgrund von Einsturzgefahr berät der Lüneburger Rat darüber, die Kirche abreißen zu lassen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1858 || Der letzte Gottesdienst&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1860-1861|| Abriss der Kirche&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte der Kirche==&lt;br /&gt;
Die ehemalige St. Lamberti Kirche wird zum ersten Mal im Jahr 1269 erwähnt, ihr genaues Baujahr ist allerdings unbekannt. Durch die historische Erwähnung und Ausgrabungen durch den Stadtarchäologen Dr. Edgar Ring in den Jahren 1998-2000, wird der Baubeginn um 1300 vermutet&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ehemalige Kirche wurde direkt auf der Abbruchkante zum Lüneburger [[Senkungsgebiet]] und der [[Saline]] gebaut, wodurch das Mauerwerk stetig anfällig für Schäden war. Dieser Umstand führte dazu, dass die Kirche im Jahre 1860/61 abgerissen werden musste. &lt;br /&gt;
[[Datei:St. Lamberti Kirche, Zeitsprung App Lüneburg.png|mini|rechts|Fotograf: Lukas Essig]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau des dreischiffigen Gotteshauses wurde durch Mittel der Lüneburger [[Sülfmeister]] und Bürger*innen der Stadt Lüneburg finanziert&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Jahr 1382 wurde die Sakristei der Kirche eingeweiht. Bereits 1491 musste der Kirchturm durch eine leichtere Spitze ersetzt werden, um den Bau zu entlasten&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Im Jahr 1503 beschloss der Lüneburger Rat sich der Reformation anzuschließen und schaffte die katholischen Messen zugunsten von evangelischen Gottesdiensten ab. Am 6.Mai 1530 begann der evangelische Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche, welche von da an die Rechte einer Pfarrkirche besaß. Noch vor der Reformation hatte die ehemalige Kirche den Status einer Kapelle und besaß deshalb neben dem Hauptaltar noch 22 Nebenalte, welche im Zuge der Reformation abgeschafft wurden&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1541 wurde das erste Taufbecken aufgestellt. Bereits zu dieser Zeit zeigten sich an der Kirche beträchtliche Bauschäden aufgrund des Salzabbaus in der Lüneburger [[Altstadt]]. 1544-1545 musste der Kirchturm erneut umgestaltet werden und bekam eine pyramidale Spitze mit Galerien und Ecktürmen. Doch nicht nur der Salzabbau in Lüneburg schadete dem Bauwerk enorm. Zwei Stürme sorgten letztendlich für den Einsturz des Kirchturmes. 1578 wurde die Kirche durch einen Sturm zunächst nur stark beschädigt, 1703 sorgte ein starker Sturm dann dafür, dass der Kirchturm einstürzte. Erst neun Jahre später, im Jahr 1712, wurde der Kirchturm repariert und durch eine niedrige Haube ausgetauscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während eines Gottesdienstes im Jahr 1732 brachen einige Steine aus dem Gewölbe der Kirche. Um die Besucher*innen der Kirche zu schützen, mussten umfangreiche Bauarbeiten am Gewölbe vorgenommen werden. Der Gottesdienst wurde während des Umbaus deshalb in die [[Marienkirche]] verlegt, welche sich noch heute in der Friedenstraße 8 in [[Lüneburg]] befindet. Die Bauarbeiten dauerten sechs Jahre. Bis 1738 wurde die Gewölbedecke durch eine Holzdecke ersetzt und die Kirchenkonstruktion mit Stützpfeilern verstärkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur vierzehn Jahre später mussten die Kirchenglocken ein Stockwerk tiefer aufgehängt werden, um den gefährdeten Kirchturm zu stabilisieren. Im Westen wurde der Turm durch weitere Strebepfeiler gestützt, um einen Einsturz und die Gefährdung der Kirchenbesucher*innen zu verhindern&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der französischen Besatzung Lüneburgs zwischen 1806- 1814 wurde die St. Lamberti Kirche als Magazin zweckentfremdet. In der Folge einer Niederlage Preußens in der Schlacht bei Jena und Auerstedt im Jahr 1806 war das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg von napoleonischen Truppen besetzt &amp;lt;ref&amp;gt;Wikipedia-Artikel zur Braunschweiger Franzosenzeit, online verfügbar unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Braunschweiger_Franzosenzeit, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nach dem Ende der Besetzung konnte der Gottesdienst bereits im frühen 19. Jahrhundert wieder aufgenommen werden. 1818 musste der Gottesdienst allerdings abermals eingestellt zu werden, da erneute Bauarbeiten am Gewölbe notwendig waren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1829 musste letztendlich, nach anhaltenden Schäden, das Glockenläuten eingestellt werden. Der Klöppel wurde von da an nur noch von Hand gegen die Glocke geschlagen, um ein Schwingen der Glocke zu unterbinden. Als dann 1844, trotz aller Bemühungen, das Gewölbe einzustürzen drohte, wurden die Stimmen im [[Stadtrat]] laut, die Kirche aufzugeben und zum Abriss zu verkaufen.&lt;br /&gt;
Im Jahr 1858 feierte die Kirchengemeinschaft daraufhin den letzten Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche. Am 21.02.1860 wurde folgende Anzeige in der Neuen Hannoverschen Zeitung geschaltet&amp;lt;ref&amp;gt;Lüneburger Stadtarchäologie , online verfügbar unter: https://www.luene-info.de/stadtarch/lamberti/langtxt.htm, zuletzt geöffnet am 09.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;: &lt;br /&gt;
[[Datei:Bekanntmachung Abriss St. Lamberti Kirche.png|mini|links]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einigen Einsendungen erhielt der Maurer- und Zimmermeister Westphal die Möglichkeit, die St. Lamberti Kirche für 13.050 Taler abzureißen. Viele Teile der Kirche konnten allerdings wiederverwertet werden, unter anderem das Kupferdach oder einige bauhistorische Besonderheiten, wodurch das Geschäft für den Maurer- und Zimmermeister lukrativ war&amp;lt;ref Lüneburger Landeszeitung vom 15.12.2015, online verfügbar unter: https://www.landeszeitung.de/lueneburg/45764-warum-st-lamberti-verschwand-und-wo-sich-noch-spuren-finden/, zuletzt geöffnet am 09.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Jahr 1861 war die Kirche vollkommen verschwunden, heute befindet sich auf dem St. Lambertiplatz nur noch eine Infotafel, die an das Bestehen der Kirche erinnert. Das Inventar der Kirche wurde allerdings an andere Kirchen in Lüneburg verteilt. Die [[St. Johanneskirche]] erhielt das 1541 eingeweihte Taufbecken und die [[St. Nicolaikirche]] den Hauptaltar aus dem Jahr 1443. Das Hospital zum heiligen Geist erhielt die Sonntagsglocke und das Uhrwerk der Kirche, welche bis in die fünfziger Jahre genutzt wurde. Dieses wurde anschließend im [[Kaufhaus]] am Hafen in [[Lüneburg]] gelagert und fiel dort Brandstiftern zum Opfer&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=all&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Stadtarchäologische Grabungen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Grabung am [[Lambertiplatz|St. Lambertiplatz]] fand 1998 und 1999 statt. Eine 140m² große Fläche wurde vom Lüneburger Stadtarchäologen [[Dr. Edgar Ring]] und einigen, unter anderem studentischen, Hilfskräften geöffnet, mit dem Ziel die 1861 abgerissene Kirche genau zu lokalisieren. Außerdem interessierte sich das Team rund um Dr. Edgar Ring für den Zeitraum des Baubeginns der Kirche, welcher zu diesem Zeitpunkt noch nicht genau festgelegt werden konnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als der erste Schnitt im Nordosten der Kirche vorgenommen wurde, war es das Ziel, aussagekräftige Funde über die Fundamente der Umgebung des Chores innerhalb und außerhalb der Kirche zu gewinnen&amp;lt;ref&amp;gt; Ergebnisse der Grabungskampagnen 1998–1999, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam1.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die nächsten Schnitte wurden in unmittelbarer Nähe des ersten gesetzt. Nachdem Teile des Fundaments gefunden und mit alten Grundrissen abgeglichen wurden, konnte das Team den genauen Standort der Kirche lokalisieren. Außerdem wurden Scherben aus dem späten 13. Jahrhundert im Fundament gefunden, wodurch die Forschenden annehmen, dass der Baubeginn rund 100 Jahre später als zuerst vermutet stattgefunden haben muss. Durch das Fundament bekamen die Forschenden außerdem Aufschluss über die bereits oben erwähnten verschiedenen Bauphasen der Kirche. &lt;br /&gt;
[[Datei:Lüneburg St. Lamberti.jpg|mini|rechts]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Grabungen wurden auch drei Grüfte gefunden. Alle haben einen etwa rechteckigen Grundriss aus Ziegeln und konnten als Gräber identifiziert werden. Das größte und am sorgfältigsten gebaute Grab besitzt ein Tonnengewölbe. Die beiden kleineren Gräber sind hingegen nur mit mit flachen Grabsteinen bedeckt gewesen. Wie bereits von [[Wilhelm Friedrich Volger]] (* 31. März 1794 in Neetze; † 6.März 1879 Lüneburg) in den Stadtchroniken beschrieben, waren alle Gräber mit Schutt gefüllt. In jedem Grab lagen, unter den Trümmern begraben, zwei Gräber nebeneinander. Die beiden kleineren Gräber sind offensichtlich seit Generationen besetzt, aus Platzgründen mussten die älteren Gräber späteren Gräbern in der darunter liegenden Knochengrube weichen. Das große Grab, dessen Breite Platz für vier Särge bieten kann, enthielt nur zwei. Der in diesem Grab gefundene wappen­förmige Sargbeschlag war für die Forschenden sehr aufschlussreich, da es der Adelsfamilie von Döring, die bis zum 18. Jahrhundert in Lüneburg lebte, zugeordnet werden konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders interessant war für die Forschenden außerdem der Fund eines Schraubtalers von 1598. Ein Schraubtaler ist ein Geldstück, welches aus zwei Teilen besteht und mit einem Gewinde versehen ist. Es wurde in einem der Gräber gefunden und hat einen Durchmesser von 41 mm. Auf der Vorderseite sind die drei sächsischen Kurfürsten Christian II., Johann Georg I. und August zu sehen sowie die Aufschrift „CHRISTIAN·JOHAN GEORG·ET·AVGVSTUS“. Auf der Rückseite befindet sich die Aufschrift „FRAT:ET·DVCES·SAXON“, was so viel heißt wie  Brüder und Fürsten Sachsens. Beim Öffnen des Schraubtalers entdeckten die Forschenden auf der Innenfläche ein Porträt einer unbekannten Person, und auf der anderen Seite zwei Tauben mit Ringen im Schnabel, darunter ein brennendes Herz und das Jahr 1635. Es wird vermutet, dass der Schraubtaler ein Hochzeitsgeschenk des abgebildeten Mannes an seine Frau war, bevor er an der St. Lamberti Kirche begraben wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem wurden drei Würfel entdeckt, dessen Bedeutung allerdings ungewiss bleibt. Es wurden außerdem noch weitere Gräber ohne bedeutende Gaben gefunden. Sie alle wurden christlich in West-Ost-Richtung, teilweise übereinander, begraben. Die Gebeine wurden nach der Untersuchung wieder bestattet&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Grabungen im Jahr 2000 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2000 fand eine erneute Grabung der Lüneburger [[Stadtarchäologie]] am [[Lambertiplatz]] statt, bei der das Kirchenschiff in der Nähe des Kirchturms ausgegraben werden sollte. Die Forschenden hofften drauf, weitere Gruften und eine Seitenkapelle zu entdecken, da der Bereich von den Umbaumaßnahmen des 18. Jahrhunderts nicht betroffen sein sollte&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang Juni setzten die Forschenden der Lüneburger [[Stadtarchäologie]] einen 6x15 m großen Schnitt von der Nordseite der Kirche, bis in die Mitte des Hauptschiffs hinein. Die Grabungen stellten sich allerdings als erfolglos heraus, da ein Splitterschutzgraben aus dem 2. Weltkrieg die Außenfundamente der Seitenkapelle nahezu vollständig zerstört hatte&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Aus diesem Umstand heraus verzichtete das Ausgrabungsteam auf weitere Ausgrabungen in diesem Abschnitt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Südlich des Splitterschutzgrabens hingegen konnte erstmalig das Fußbodenniveau der St. Lamberti Kirche dokumentiert werden, welcher aus trocken gesetzten Backsteinen im Fischgrätenmuster bestand&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Außerdem konnte der Standort der westlichen Pfeiler bestätigt werden, indem Fundamentreste am West- und Ostrand der Pfeiler freigelegt wurden. Bei diesen Grabungen konnte ebenfalls bestätigt werden, dass die Kirche direkt auf der sogenannten Abbruchkante zum [[Senkungsgebiet]] der Lüneburger [[Altstadt]] und der [[Saline]] erbaut wurde. Der westliche Pfeiler zeigte bei den Ausgrabungen keine Veränderung seit der Erbauungszeit im 13. Jahrhundert, war aber stark nach Westen gekippt. Der östliche Pfeiler hingegen war im 18. Jahrhundert ausgebessert worden, was auch historische Berichte bestätigen. Durch die Absenkung in diesem Gebiet neigte sich der Pfeiler bis 1730 so stark nach Westen, dass er ausgebessert werden musste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Forschenden konnten ebenfalls herausfinden, dass die ehemalige St. Lamberti Kirche zunächst aus einer massiven Backsteinkonstruktion bestand, welche anschließend im 18. Jahrhundert durch ein Schalenmauerwerk aus Backsteinen und Feldsteinen, gefüllt mit Bauschutt, ausgetauscht wurde. Die Grabungen zeigten außerdem, dass beim Abriss der Kirche im Jahr 1860/61 nur noch das unterste Niveau des Fundamentes bestehen blieb und der Rest der Kirche abgetragen wurde. Es wurden außerdem sieben große Feldsteine entdeckt, welche an der nördlichen und westlichen Kante das Fundament begrenzten. Zusätzlich konnte eine Gipsmörtelschicht mit einer Dicke von etwa 5 cm freigelegt werden, welche sich im Inneren der Kirche befand. In diese waren etwa 30 rechteckige, 30 – 40 cm lange Pfosten eingeschlagen. Alle Pfosten waren annähernd quadratisch, mit einer Kantenlänge von etwa 10 cm und am unteren Ende angespitzt. Diese wären bei der Erbauung um 1300 theoretisch nicht nötig gewesen, aufgrund der Gegebenheiten des Bodens. Die Forschenden nehmen deshalb an, dass bereits beim Bau der Kirche Senkungsschäden auftraten, welche durch den Einsatz der eben beschriebenen Maßnahmen kompensiert werden sollten&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch bei der Grabung im Jahr 2000 konnten wieder viele Gräber freigelegt werden, welche sich bis auf eines alle im Hauptschiff befanden. Aus Platzgründen wurden auch diese in mehreren Schichten begraben. Es wurden nur Särge aus Holz mit metallenen Griffen gefunden, wobei es Unterschiede bei der Anzahl und Anbringung der Griffe gab. Die Lüneburger [[Stadtarchäologie]] nimmt aus diesem Grund an, dass die unterschiedliche Anzahl und Verarbeitung der Griffe auf soziale Unterschiede der Verstorbenen hinweist&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Grabungen konnte eine ganz besondere Bestattung dokumentiert werden. Eine Frau wurde mit reichlichen Schmuckbeigaben beerdigt. An den Armen trug sie Armbänder aus Hohlglasperlen und auf dem Haupt eine Totenkrone, welche als Schmuckgegenstand für die Bestattung von jung Verstorbenen, Ledigen oder auch bei Kindern und Säuglingen zugegeben wurde&amp;lt;ref&amp;gt;Wikipedia Artikel zur Totenkrone, online verfügbar unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Totenkrone, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. An der Krone wurden noch Reste des Haupthaars und aufgenähter Textilien gefunden. Auf Höhe der Ohren der Verstorbenen wurden außerdem zwei Anhänger aus feinem Kupfer- und Bronzegeflechten entdeckt, welche ebenfalls mit Glasperlen verziert waren. Diese Anhänger wurden im [https://kulturerbe.niedersachsen.de/kultureinrichtung/isil_DE-2299/ Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege] restauriert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein benachbartes weibliches Skelett wurde ebenfalls geborgen und wies einen bemerkenswert schlechten Zustand der Zähne auf, wobei ein starker Kariesbefall auf der linken Seite des Kiefers festgestellt wurde und eine sehr geringe Abnutzung rechtsseitig. Diese Funde weisen darauf hin, dass die Frau offenbar jahrelang nur die linke Kieferseite zum Kauen nutze&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise zur weitergehenden Rechereche==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Dreger, Klaus und Joachim Stark (1999):&#039;&#039;&#039; St. Lamberti. Ausgrabung einer untergegangenen Kirche. Denkmalpflege in Lüneburg 1999.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ring, Edgar (1999):&#039;&#039;&#039; Lamberti. Ausgrabung einer untergegangenen Kirche in Lüneburg. Archäologie in Niedersachsen 2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kühlborn, Marc (2000):&#039;&#039;&#039; Die Ausgrabungen in der Lüneburger St. Lambertikirche. Denkmalpflege in Lüneburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ring, Edgar (2000):&#039;&#039;&#039; Der verschlossene Mann. Ein Schraubtaler aus der Gruft der St. Lambertikirche. Denkmalpflege in Lüneburg.&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Alisa Walenziak</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.luenepedia.de/index.php?title=St._Lamberti&amp;diff=10859</id>
		<title>St. Lamberti</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.luenepedia.de/index.php?title=St._Lamberti&amp;diff=10859"/>
		<updated>2021-09-09T11:54:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Alisa Walenziak: /* Literaturhinweise zur weitergehenden Rechereche */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ehemalige St. Lamberti Kirche1.jpg|mini|rechts|St. Lamberti Kirche mit der Zeitsprung App, Fotograf: Lukas Essig|verweis=Special:FilePath/Ehemalige_St._Lamberti_Kirche1.jpg]] Die St. Lamberti Kirche ist eine ehemalige Kirche in der Stadt Lüneburg. Erstmalig wurde sie 1269 erwähnt. Im Jahr 1860/1861 musste sie aufgrund von vielen Schäden abgerissen werden. Am St. [[Lambertiplatz]] befindet sich noch heute eine Informationstafel zur Geschichte und den Grabungen, welche zwischen 1998 und 2000 stattfanden. Mit der App [[Zeitsprung Lüneburg]] lässt sich die ehemalige Kirche mithilfe von Augmentet Reality (dt. erweiterte Realität) betrachten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;map&amp;quot;&amp;gt;{{#display_map:St.Lambertiplatz, Lüneburg~&#039;&#039;&#039;St. Lambertiplatz zu Lüneburg&#039;&#039;&#039;|fullscreen=on|scrollzoom=off}}St. Lambertiplatz zu Lüneburg&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Übersicht zur Geschichte der Kirche &amp;lt;ref&amp;gt;Die Ausgrabungen in der St. Lambertikirche, Online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;== &lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1269 || Die St. Lamberti Kapelle wird zum ersten Mal erwähnt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1382 || Einweihung der Sakristei&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1398 || Bau des Kirchturms&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1491 || Umgestaltung des Kirchturms zugunsten eines leichteren Turmgestells &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1530|| Durch die Reformation erlangt die St. Lamberti den Status einer Pfarrkirche, der Lüneburger Rat schafft die katholische Messe ab und führt evangelische Gottesdienste ein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1541 || Das erste Taufbecken wird in der Kirche aufgestellt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1544-45 || Der Kirchturm wird erneut umgestaltet und erhält eine pyramidale Spitze &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1578|| Durch einen Sturm wird der Kirchturm beschädigt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1703|| Ein Sturm bringt den Kirchturm zum Einsturz&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1712 || Eine neue Turmspitze in Form einer niedrigen Haube mit offener Laterne wird gebaut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1732-1738|| Das Gewölbe der Kirche bröckelt, weshalb eine Holzdecke gebaut werden muss, der Gottesdienst wird in die Marienkirche zu Lüneburg verlegt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1752 || Die Glocken im Kirchturm müssen stabilisiert und ein Stockwerk tiefer angebracht werden, der Turm wird mit Pfeilern gestützt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1806-1814 || Die Kirche wird von der französischen Besatzung als Magazin zweckentfremdet&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1818 || Die Kirche befand sich wieder in Lüneburger Händen und das musste erneut am Gewölbe restauriert werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1829 || Aufgrund von anhaltenden Schäden muss das Glockenläuten eingestellt werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1844|| Aufgrund von Einsturzgefahr berät der Lüneburger Rat darüber, die Kirche abreißen zu lassen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1858 || Der letzte Gottesdienst&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1860-1861|| Abriss der Kirche&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte der Kirche==&lt;br /&gt;
Die ehemalige St. Lamberti Kirche wird zum ersten Mal im Jahr 1269 erwähnt, ihr genaues Baujahr ist allerdings unbekannt. Durch die historische Erwähnung und Ausgrabungen durch den Stadtarchäologen Dr. Edgar Ring in den Jahren 1998-2000, wird der Baubeginn um 1300 vermutet&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ehemalige Kirche wurde direkt auf der Abbruchkante zum Lüneburger [[Senkungsgebiet]] und der [[Saline]] gebaut, wodurch das Mauerwerk stetig anfällig für Schäden war. Dieser Umstand führte dazu, dass die Kirche im Jahre 1860/61 abgerissen werden musste. &lt;br /&gt;
[[Datei:St. Lamberti Kirche, Zeitsprung App Lüneburg.png|mini|rechts|Fotograf: Lukas Essig]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau des dreischiffigen Gotteshauses wurde durch Mittel der Lüneburger [[Sülfmeister]] und Bürger*innen der Stadt Lüneburg finanziert&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Jahr 1382 wurde die Sakristei der Kirche eingeweiht. Bereits 1491 musste der Kirchturm durch eine leichtere Spitze ersetzt werden, um den Bau zu entlasten&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Im Jahr 1503 beschloss der Lüneburger Rat sich der Reformation anzuschließen und schaffte die katholischen Messen zugunsten von evangelischen Gottesdiensten ab. Am 6.Mai 1530 begann der evangelische Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche, welche von da an die Rechte einer Pfarrkirche besaß. Noch vor der Reformation hatte die ehemalige Kirche den Status einer Kapelle und besaß deshalb neben dem Hauptaltar noch 22 Nebenalte, welche im Zuge der Reformation abgeschafft wurden&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1541 wurde das erste Taufbecken aufgestellt. Bereits zu dieser Zeit zeigten sich an der Kirche beträchtliche Bauschäden aufgrund des Salzabbaus in der Lüneburger [[Altstadt]]. 1544-1545 musste der Kirchturm erneut umgestaltet werden und bekam eine pyramidale Spitze mit Galerien und Ecktürmen. Doch nicht nur der Salzabbau in Lüneburg schadete dem Bauwerk enorm. Zwei Stürme sorgten letztendlich für den Einsturz des Kirchturmes. 1578 wurde die Kirche durch einen Sturm zunächst nur stark beschädigt, 1703 sorgte ein starker Sturm dann dafür, dass der Kirchturm einstürzte. Erst neun Jahre später, im Jahr 1712, wurde der Kirchturm repariert und durch eine niedrige Haube ausgetauscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während eines Gottesdienstes im Jahr 1732 brachen einige Steine aus dem Gewölbe der Kirche. Um die Besucher*innen der Kirche zu schützen, mussten umfangreiche Bauarbeiten am Gewölbe vorgenommen werden. Der Gottesdienst wurde während des Umbaus deshalb in die [[Marienkirche]] verlegt, welche sich noch heute in der Friedenstraße 8 in [[Lüneburg]] befindet. Die Bauarbeiten dauerten sechs Jahre. Bis 1738 wurde die Gewölbedecke durch eine Holzdecke ersetzt und die Kirchenkonstruktion mit Stützpfeilern verstärkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur vierzehn Jahre später mussten die Kirchenglocken ein Stockwerk tiefer aufgehängt werden, um den gefährdeten Kirchturm zu stabilisieren. Im Westen wurde der Turm durch weitere Strebepfeiler gestützt, um einen Einsturz und die Gefährdung der Kirchenbesucher*innen zu verhindern&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der französischen Besatzung Lüneburgs zwischen 1806- 1814 wurde die St. Lamberti Kirche als Magazin zweckentfremdet. In der Folge einer Niederlage Preußens in der Schlacht bei Jena und Auerstedt im Jahr 1806 war das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg von napoleonischen Truppen besetzt &amp;lt;ref&amp;gt;Wikipedia-Artikel zur Braunschweiger Franzosenzeit, online verfügbar unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Braunschweiger_Franzosenzeit, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nach dem Ende der Besetzung konnte der Gottesdienst bereits im frühen 19. Jahrhundert wieder aufgenommen werden. 1818 musste der Gottesdienst allerdings abermals eingestellt zu werden, da erneute Bauarbeiten am Gewölbe notwendig waren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1829 musste letztendlich, nach anhaltenden Schäden, das Glockenläuten eingestellt werden. Der Klöppel wurde von da an nur noch von Hand gegen die Glocke geschlagen, um ein Schwingen der Glocke zu unterbinden. Als dann 1844, trotz aller Bemühungen, das Gewölbe einzustürzen drohte, wurden die Stimmen im [[Stadtrat]] laut, die Kirche aufzugeben und zum Abriss zu verkaufen.&lt;br /&gt;
Im Jahr 1858 feierte die Kirchengemeinschaft daraufhin den letzten Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche. Am 21.02.1860 wurde folgende Anzeige in der Neuen Hannoverschen Zeitung geschaltet&amp;lt;ref&amp;gt;Lüneburger Stadtarchäologie , online verfügbar unter: https://www.luene-info.de/stadtarch/lamberti/langtxt.htm, zuletzt geöffnet am 09.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;: &lt;br /&gt;
[[Datei:Bekanntmachung Abriss St. Lamberti Kirche.png|mini|links]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einigen Einsendungen erhielt der Maurer- und Zimmermeister Westphal die Möglichkeit, die St. Lamberti Kirche für 13.050 Taler abzureißen. Im Jahr 1861 war die Kirche vollkommen verschwunden, heute befindet sich auf dem St. Lambertiplatz nur noch eine Infotafel, die an das Bestehen der Kirche erinnert. Das Inventar der Kirche wurde allerdings an andere Kirchen in Lüneburg verteilt. Die [[St. Johanneskirche]] erhielt das 1541 eingeweihte Taufbecken und die [[St. Nicolaikirche]] den Hauptaltar aus dem Jahr 1443. Das Hospital zum heiligen Geist erhielt die Sonntagsglocke und das Uhrwerk der Kirche, welche bis in die fünfziger Jahre genutzt wurde. Dieses wurde anschließend im [[Kaufhaus]] am Hafen in [[Lüneburg]] gelagert und fiel dort Brandstiftern zum Opfer&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=all&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Stadtarchäologische Grabungen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Grabung am [[Lambertiplatz|St. Lambertiplatz]] fand 1998 und 1999 statt. Eine 140m² große Fläche wurde vom Lüneburger Stadtarchäologen [[Dr. Edgar Ring]] und einigen, unter anderem studentischen, Hilfskräften geöffnet, mit dem Ziel die 1861 abgerissene Kirche genau zu lokalisieren. Außerdem interessierte sich das Team rund um Dr. Edgar Ring für den Zeitraum des Baubeginns der Kirche, welcher zu diesem Zeitpunkt noch nicht genau festgelegt werden konnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als der erste Schnitt im Nordosten der Kirche vorgenommen wurde, war es das Ziel, aussagekräftige Funde über die Fundamente der Umgebung des Chores innerhalb und außerhalb der Kirche zu gewinnen&amp;lt;ref&amp;gt; Ergebnisse der Grabungskampagnen 1998–1999, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam1.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die nächsten Schnitte wurden in unmittelbarer Nähe des ersten gesetzt. Nachdem Teile des Fundaments gefunden und mit alten Grundrissen abgeglichen wurden, konnte das Team den genauen Standort der Kirche lokalisieren. Außerdem wurden Scherben aus dem späten 13. Jahrhundert im Fundament gefunden, wodurch die Forschenden annehmen, dass der Baubeginn rund 100 Jahre später als zuerst vermutet stattgefunden haben muss. Durch das Fundament bekamen die Forschenden außerdem Aufschluss über die bereits oben erwähnten verschiedenen Bauphasen der Kirche. &lt;br /&gt;
[[Datei:Lüneburg St. Lamberti.jpg|mini|rechts]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Grabungen wurden auch drei Grüfte gefunden. Alle haben einen etwa rechteckigen Grundriss aus Ziegeln und konnten als Gräber identifiziert werden. Das größte und am sorgfältigsten gebaute Grab besitzt ein Tonnengewölbe. Die beiden kleineren Gräber sind hingegen nur mit mit flachen Grabsteinen bedeckt gewesen. Wie bereits von [[Wilhelm Friedrich Volger]] (* 31. März 1794 in Neetze; † 6.März 1879 Lüneburg) in den Stadtchroniken beschrieben, waren alle Gräber mit Schutt gefüllt. In jedem Grab lagen, unter den Trümmern begraben, zwei Gräber nebeneinander. Die beiden kleineren Gräber sind offensichtlich seit Generationen besetzt, aus Platzgründen mussten die älteren Gräber späteren Gräbern in der darunter liegenden Knochengrube weichen. Das große Grab, dessen Breite Platz für vier Särge bieten kann, enthielt nur zwei. Der in diesem Grab gefundene wappen­förmige Sargbeschlag war für die Forschenden sehr aufschlussreich, da es der Adelsfamilie von Döring, die bis zum 18. Jahrhundert in Lüneburg lebte, zugeordnet werden konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders interessant war für die Forschenden außerdem der Fund eines Schraubtalers von 1598. Ein Schraubtaler ist ein Geldstück, welches aus zwei Teilen besteht und mit einem Gewinde versehen ist. Es wurde in einem der Gräber gefunden und hat einen Durchmesser von 41 mm. Auf der Vorderseite sind die drei sächsischen Kurfürsten Christian II., Johann Georg I. und August zu sehen sowie die Aufschrift „CHRISTIAN·JOHAN GEORG·ET·AVGVSTUS“. Auf der Rückseite befindet sich die Aufschrift „FRAT:ET·DVCES·SAXON“, was so viel heißt wie  Brüder und Fürsten Sachsens. Beim Öffnen des Schraubtalers entdeckten die Forschenden auf der Innenfläche ein Porträt einer unbekannten Person, und auf der anderen Seite zwei Tauben mit Ringen im Schnabel, darunter ein brennendes Herz und das Jahr 1635. Es wird vermutet, dass der Schraubtaler ein Hochzeitsgeschenk des abgebildeten Mannes an seine Frau war, bevor er an der St. Lamberti Kirche begraben wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem wurden drei Würfel entdeckt, dessen Bedeutung allerdings ungewiss bleibt. Es wurden außerdem noch weitere Gräber ohne bedeutende Gaben gefunden. Sie alle wurden christlich in West-Ost-Richtung, teilweise übereinander, begraben. Die Gebeine wurden nach der Untersuchung wieder bestattet&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Grabungen im Jahr 2000 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2000 fand eine erneute Grabung der Lüneburger [[Stadtarchäologie]] am [[Lambertiplatz]] statt, bei der das Kirchenschiff in der Nähe des Kirchturms ausgegraben werden sollte. Die Forschenden hofften drauf, weitere Gruften und eine Seitenkapelle zu entdecken, da der Bereich von den Umbaumaßnahmen des 18. Jahrhunderts nicht betroffen sein sollte&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang Juni setzten die Forschenden der Lüneburger [[Stadtarchäologie]] einen 6x15 m großen Schnitt von der Nordseite der Kirche, bis in die Mitte des Hauptschiffs hinein. Die Grabungen stellten sich allerdings als erfolglos heraus, da ein Splitterschutzgraben aus dem 2. Weltkrieg die Außenfundamente der Seitenkapelle nahezu vollständig zerstört hatte&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Aus diesem Umstand heraus verzichtete das Ausgrabungsteam auf weitere Ausgrabungen in diesem Abschnitt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Südlich des Splitterschutzgrabens hingegen konnte erstmalig das Fußbodenniveau der St. Lamberti Kirche dokumentiert werden, welcher aus trocken gesetzten Backsteinen im Fischgrätenmuster bestand&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Außerdem konnte der Standort der westlichen Pfeiler bestätigt werden, indem Fundamentreste am West- und Ostrand der Pfeiler freigelegt wurden. Bei diesen Grabungen konnte ebenfalls bestätigt werden, dass die Kirche direkt auf der sogenannten Abbruchkante zum [[Senkungsgebiet]] der Lüneburger [[Altstadt]] und der [[Saline]] erbaut wurde. Der westliche Pfeiler zeigte bei den Ausgrabungen keine Veränderung seit der Erbauungszeit im 13. Jahrhundert, war aber stark nach Westen gekippt. Der östliche Pfeiler hingegen war im 18. Jahrhundert ausgebessert worden, was auch historische Berichte bestätigen. Durch die Absenkung in diesem Gebiet neigte sich der Pfeiler bis 1730 so stark nach Westen, dass er ausgebessert werden musste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Forschenden konnten ebenfalls herausfinden, dass die ehemalige St. Lamberti Kirche zunächst aus einer massiven Backsteinkonstruktion bestand, welche anschließend im 18. Jahrhundert durch ein Schalenmauerwerk aus Backsteinen und Feldsteinen, gefüllt mit Bauschutt, ausgetauscht wurde. Die Grabungen zeigten außerdem, dass beim Abriss der Kirche im Jahr 1860/61 nur noch das unterste Niveau des Fundamentes bestehen blieb und der Rest der Kirche abgetragen wurde. Es wurden außerdem sieben große Feldsteine entdeckt, welche an der nördlichen und westlichen Kante das Fundament begrenzten. Zusätzlich konnte eine Gipsmörtelschicht mit einer Dicke von etwa 5 cm freigelegt werden, welche sich im Inneren der Kirche befand. In diese waren etwa 30 rechteckige, 30 – 40 cm lange Pfosten eingeschlagen. Alle Pfosten waren annähernd quadratisch, mit einer Kantenlänge von etwa 10 cm und am unteren Ende angespitzt. Diese wären bei der Erbauung um 1300 theoretisch nicht nötig gewesen, aufgrund der Gegebenheiten des Bodens. Die Forschenden nehmen deshalb an, dass bereits beim Bau der Kirche Senkungsschäden auftraten, welche durch den Einsatz der eben beschriebenen Maßnahmen kompensiert werden sollten&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch bei der Grabung im Jahr 2000 konnten wieder viele Gräber freigelegt werden, welche sich bis auf eines alle im Hauptschiff befanden. Aus Platzgründen wurden auch diese in mehreren Schichten begraben. Es wurden nur Särge aus Holz mit metallenen Griffen gefunden, wobei es Unterschiede bei der Anzahl und Anbringung der Griffe gab. Die Lüneburger [[Stadtarchäologie]] nimmt aus diesem Grund an, dass die unterschiedliche Anzahl und Verarbeitung der Griffe auf soziale Unterschiede der Verstorbenen hinweist&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Grabungen konnte eine ganz besondere Bestattung dokumentiert werden. Eine Frau wurde mit reichlichen Schmuckbeigaben beerdigt. An den Armen trug sie Armbänder aus Hohlglasperlen und auf dem Haupt eine Totenkrone, welche als Schmuckgegenstand für die Bestattung von jung Verstorbenen, Ledigen oder auch bei Kindern und Säuglingen zugegeben wurde&amp;lt;ref&amp;gt;Wikipedia Artikel zur Totenkrone, online verfügbar unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Totenkrone, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. An der Krone wurden noch Reste des Haupthaars und aufgenähter Textilien gefunden. Auf Höhe der Ohren der Verstorbenen wurden außerdem zwei Anhänger aus feinem Kupfer- und Bronzegeflechten entdeckt, welche ebenfalls mit Glasperlen verziert waren. Diese Anhänger wurden im [https://kulturerbe.niedersachsen.de/kultureinrichtung/isil_DE-2299/ Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege] restauriert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein benachbartes weibliches Skelett wurde ebenfalls geborgen und wies einen bemerkenswert schlechten Zustand der Zähne auf, wobei ein starker Kariesbefall auf der linken Seite des Kiefers festgestellt wurde und eine sehr geringe Abnutzung rechtsseitig. Diese Funde weisen darauf hin, dass die Frau offenbar jahrelang nur die linke Kieferseite zum Kauen nutze&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise zur weitergehenden Rechereche==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Dreger, Klaus und Joachim Stark (1999):&#039;&#039;&#039; St. Lamberti. Ausgrabung einer untergegangenen Kirche. Denkmalpflege in Lüneburg 1999.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ring, Edgar (1999):&#039;&#039;&#039; Lamberti. Ausgrabung einer untergegangenen Kirche in Lüneburg. Archäologie in Niedersachsen 2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kühlborn, Marc (2000):&#039;&#039;&#039; Die Ausgrabungen in der Lüneburger St. Lambertikirche. Denkmalpflege in Lüneburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ring, Edgar (2000):&#039;&#039;&#039; Der verschlossene Mann. Ein Schraubtaler aus der Gruft der St. Lambertikirche. Denkmalpflege in Lüneburg.&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Alisa Walenziak</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.luenepedia.de/index.php?title=St._Lamberti&amp;diff=10858</id>
		<title>St. Lamberti</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.luenepedia.de/index.php?title=St._Lamberti&amp;diff=10858"/>
		<updated>2021-09-09T11:54:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Alisa Walenziak: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ehemalige St. Lamberti Kirche1.jpg|mini|rechts|St. Lamberti Kirche mit der Zeitsprung App, Fotograf: Lukas Essig|verweis=Special:FilePath/Ehemalige_St._Lamberti_Kirche1.jpg]] Die St. Lamberti Kirche ist eine ehemalige Kirche in der Stadt Lüneburg. Erstmalig wurde sie 1269 erwähnt. Im Jahr 1860/1861 musste sie aufgrund von vielen Schäden abgerissen werden. Am St. [[Lambertiplatz]] befindet sich noch heute eine Informationstafel zur Geschichte und den Grabungen, welche zwischen 1998 und 2000 stattfanden. Mit der App [[Zeitsprung Lüneburg]] lässt sich die ehemalige Kirche mithilfe von Augmentet Reality (dt. erweiterte Realität) betrachten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;map&amp;quot;&amp;gt;{{#display_map:St.Lambertiplatz, Lüneburg~&#039;&#039;&#039;St. Lambertiplatz zu Lüneburg&#039;&#039;&#039;|fullscreen=on|scrollzoom=off}}St. Lambertiplatz zu Lüneburg&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Übersicht zur Geschichte der Kirche &amp;lt;ref&amp;gt;Die Ausgrabungen in der St. Lambertikirche, Online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;== &lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1269 || Die St. Lamberti Kapelle wird zum ersten Mal erwähnt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1382 || Einweihung der Sakristei&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1398 || Bau des Kirchturms&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1491 || Umgestaltung des Kirchturms zugunsten eines leichteren Turmgestells &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1530|| Durch die Reformation erlangt die St. Lamberti den Status einer Pfarrkirche, der Lüneburger Rat schafft die katholische Messe ab und führt evangelische Gottesdienste ein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1541 || Das erste Taufbecken wird in der Kirche aufgestellt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1544-45 || Der Kirchturm wird erneut umgestaltet und erhält eine pyramidale Spitze &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1578|| Durch einen Sturm wird der Kirchturm beschädigt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1703|| Ein Sturm bringt den Kirchturm zum Einsturz&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1712 || Eine neue Turmspitze in Form einer niedrigen Haube mit offener Laterne wird gebaut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1732-1738|| Das Gewölbe der Kirche bröckelt, weshalb eine Holzdecke gebaut werden muss, der Gottesdienst wird in die Marienkirche zu Lüneburg verlegt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1752 || Die Glocken im Kirchturm müssen stabilisiert und ein Stockwerk tiefer angebracht werden, der Turm wird mit Pfeilern gestützt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1806-1814 || Die Kirche wird von der französischen Besatzung als Magazin zweckentfremdet&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1818 || Die Kirche befand sich wieder in Lüneburger Händen und das musste erneut am Gewölbe restauriert werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1829 || Aufgrund von anhaltenden Schäden muss das Glockenläuten eingestellt werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1844|| Aufgrund von Einsturzgefahr berät der Lüneburger Rat darüber, die Kirche abreißen zu lassen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1858 || Der letzte Gottesdienst&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1860-1861|| Abriss der Kirche&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte der Kirche==&lt;br /&gt;
Die ehemalige St. Lamberti Kirche wird zum ersten Mal im Jahr 1269 erwähnt, ihr genaues Baujahr ist allerdings unbekannt. Durch die historische Erwähnung und Ausgrabungen durch den Stadtarchäologen Dr. Edgar Ring in den Jahren 1998-2000, wird der Baubeginn um 1300 vermutet&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ehemalige Kirche wurde direkt auf der Abbruchkante zum Lüneburger [[Senkungsgebiet]] und der [[Saline]] gebaut, wodurch das Mauerwerk stetig anfällig für Schäden war. Dieser Umstand führte dazu, dass die Kirche im Jahre 1860/61 abgerissen werden musste. &lt;br /&gt;
[[Datei:St. Lamberti Kirche, Zeitsprung App Lüneburg.png|mini|rechts|Fotograf: Lukas Essig]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau des dreischiffigen Gotteshauses wurde durch Mittel der Lüneburger [[Sülfmeister]] und Bürger*innen der Stadt Lüneburg finanziert&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Jahr 1382 wurde die Sakristei der Kirche eingeweiht. Bereits 1491 musste der Kirchturm durch eine leichtere Spitze ersetzt werden, um den Bau zu entlasten&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Im Jahr 1503 beschloss der Lüneburger Rat sich der Reformation anzuschließen und schaffte die katholischen Messen zugunsten von evangelischen Gottesdiensten ab. Am 6.Mai 1530 begann der evangelische Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche, welche von da an die Rechte einer Pfarrkirche besaß. Noch vor der Reformation hatte die ehemalige Kirche den Status einer Kapelle und besaß deshalb neben dem Hauptaltar noch 22 Nebenalte, welche im Zuge der Reformation abgeschafft wurden&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1541 wurde das erste Taufbecken aufgestellt. Bereits zu dieser Zeit zeigten sich an der Kirche beträchtliche Bauschäden aufgrund des Salzabbaus in der Lüneburger [[Altstadt]]. 1544-1545 musste der Kirchturm erneut umgestaltet werden und bekam eine pyramidale Spitze mit Galerien und Ecktürmen. Doch nicht nur der Salzabbau in Lüneburg schadete dem Bauwerk enorm. Zwei Stürme sorgten letztendlich für den Einsturz des Kirchturmes. 1578 wurde die Kirche durch einen Sturm zunächst nur stark beschädigt, 1703 sorgte ein starker Sturm dann dafür, dass der Kirchturm einstürzte. Erst neun Jahre später, im Jahr 1712, wurde der Kirchturm repariert und durch eine niedrige Haube ausgetauscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während eines Gottesdienstes im Jahr 1732 brachen einige Steine aus dem Gewölbe der Kirche. Um die Besucher*innen der Kirche zu schützen, mussten umfangreiche Bauarbeiten am Gewölbe vorgenommen werden. Der Gottesdienst wurde während des Umbaus deshalb in die [[Marienkirche]] verlegt, welche sich noch heute in der Friedenstraße 8 in [[Lüneburg]] befindet. Die Bauarbeiten dauerten sechs Jahre. Bis 1738 wurde die Gewölbedecke durch eine Holzdecke ersetzt und die Kirchenkonstruktion mit Stützpfeilern verstärkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur vierzehn Jahre später mussten die Kirchenglocken ein Stockwerk tiefer aufgehängt werden, um den gefährdeten Kirchturm zu stabilisieren. Im Westen wurde der Turm durch weitere Strebepfeiler gestützt, um einen Einsturz und die Gefährdung der Kirchenbesucher*innen zu verhindern&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der französischen Besatzung Lüneburgs zwischen 1806- 1814 wurde die St. Lamberti Kirche als Magazin zweckentfremdet. In der Folge einer Niederlage Preußens in der Schlacht bei Jena und Auerstedt im Jahr 1806 war das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg von napoleonischen Truppen besetzt &amp;lt;ref&amp;gt;Wikipedia-Artikel zur Braunschweiger Franzosenzeit, online verfügbar unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Braunschweiger_Franzosenzeit, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nach dem Ende der Besetzung konnte der Gottesdienst bereits im frühen 19. Jahrhundert wieder aufgenommen werden. 1818 musste der Gottesdienst allerdings abermals eingestellt zu werden, da erneute Bauarbeiten am Gewölbe notwendig waren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1829 musste letztendlich, nach anhaltenden Schäden, das Glockenläuten eingestellt werden. Der Klöppel wurde von da an nur noch von Hand gegen die Glocke geschlagen, um ein Schwingen der Glocke zu unterbinden. Als dann 1844, trotz aller Bemühungen, das Gewölbe einzustürzen drohte, wurden die Stimmen im [[Stadtrat]] laut, die Kirche aufzugeben und zum Abriss zu verkaufen.&lt;br /&gt;
Im Jahr 1858 feierte die Kirchengemeinschaft daraufhin den letzten Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche. Am 21.02.1860 wurde folgende Anzeige in der Neuen Hannoverschen Zeitung geschaltet&amp;lt;ref&amp;gt;Lüneburger Stadtarchäologie , online verfügbar unter: https://www.luene-info.de/stadtarch/lamberti/langtxt.htm, zuletzt geöffnet am 09.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;: &lt;br /&gt;
[[Datei:Bekanntmachung Abriss St. Lamberti Kirche.png|mini|links]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einigen Einsendungen erhielt der Maurer- und Zimmermeister Westphal die Möglichkeit, die St. Lamberti Kirche für 13.050 Taler abzureißen. Im Jahr 1861 war die Kirche vollkommen verschwunden, heute befindet sich auf dem St. Lambertiplatz nur noch eine Infotafel, die an das Bestehen der Kirche erinnert. Das Inventar der Kirche wurde allerdings an andere Kirchen in Lüneburg verteilt. Die [[St. Johanneskirche]] erhielt das 1541 eingeweihte Taufbecken und die [[St. Nicolaikirche]] den Hauptaltar aus dem Jahr 1443. Das Hospital zum heiligen Geist erhielt die Sonntagsglocke und das Uhrwerk der Kirche, welche bis in die fünfziger Jahre genutzt wurde. Dieses wurde anschließend im [[Kaufhaus]] am Hafen in [[Lüneburg]] gelagert und fiel dort Brandstiftern zum Opfer&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=all&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Stadtarchäologische Grabungen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Grabung am [[Lambertiplatz|St. Lambertiplatz]] fand 1998 und 1999 statt. Eine 140m² große Fläche wurde vom Lüneburger Stadtarchäologen [[Dr. Edgar Ring]] und einigen, unter anderem studentischen, Hilfskräften geöffnet, mit dem Ziel die 1861 abgerissene Kirche genau zu lokalisieren. Außerdem interessierte sich das Team rund um Dr. Edgar Ring für den Zeitraum des Baubeginns der Kirche, welcher zu diesem Zeitpunkt noch nicht genau festgelegt werden konnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als der erste Schnitt im Nordosten der Kirche vorgenommen wurde, war es das Ziel, aussagekräftige Funde über die Fundamente der Umgebung des Chores innerhalb und außerhalb der Kirche zu gewinnen&amp;lt;ref&amp;gt; Ergebnisse der Grabungskampagnen 1998–1999, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam1.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die nächsten Schnitte wurden in unmittelbarer Nähe des ersten gesetzt. Nachdem Teile des Fundaments gefunden und mit alten Grundrissen abgeglichen wurden, konnte das Team den genauen Standort der Kirche lokalisieren. Außerdem wurden Scherben aus dem späten 13. Jahrhundert im Fundament gefunden, wodurch die Forschenden annehmen, dass der Baubeginn rund 100 Jahre später als zuerst vermutet stattgefunden haben muss. Durch das Fundament bekamen die Forschenden außerdem Aufschluss über die bereits oben erwähnten verschiedenen Bauphasen der Kirche. &lt;br /&gt;
[[Datei:Lüneburg St. Lamberti.jpg|mini|rechts]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Grabungen wurden auch drei Grüfte gefunden. Alle haben einen etwa rechteckigen Grundriss aus Ziegeln und konnten als Gräber identifiziert werden. Das größte und am sorgfältigsten gebaute Grab besitzt ein Tonnengewölbe. Die beiden kleineren Gräber sind hingegen nur mit mit flachen Grabsteinen bedeckt gewesen. Wie bereits von [[Wilhelm Friedrich Volger]] (* 31. März 1794 in Neetze; † 6.März 1879 Lüneburg) in den Stadtchroniken beschrieben, waren alle Gräber mit Schutt gefüllt. In jedem Grab lagen, unter den Trümmern begraben, zwei Gräber nebeneinander. Die beiden kleineren Gräber sind offensichtlich seit Generationen besetzt, aus Platzgründen mussten die älteren Gräber späteren Gräbern in der darunter liegenden Knochengrube weichen. Das große Grab, dessen Breite Platz für vier Särge bieten kann, enthielt nur zwei. Der in diesem Grab gefundene wappen­förmige Sargbeschlag war für die Forschenden sehr aufschlussreich, da es der Adelsfamilie von Döring, die bis zum 18. Jahrhundert in Lüneburg lebte, zugeordnet werden konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders interessant war für die Forschenden außerdem der Fund eines Schraubtalers von 1598. Ein Schraubtaler ist ein Geldstück, welches aus zwei Teilen besteht und mit einem Gewinde versehen ist. Es wurde in einem der Gräber gefunden und hat einen Durchmesser von 41 mm. Auf der Vorderseite sind die drei sächsischen Kurfürsten Christian II., Johann Georg I. und August zu sehen sowie die Aufschrift „CHRISTIAN·JOHAN GEORG·ET·AVGVSTUS“. Auf der Rückseite befindet sich die Aufschrift „FRAT:ET·DVCES·SAXON“, was so viel heißt wie  Brüder und Fürsten Sachsens. Beim Öffnen des Schraubtalers entdeckten die Forschenden auf der Innenfläche ein Porträt einer unbekannten Person, und auf der anderen Seite zwei Tauben mit Ringen im Schnabel, darunter ein brennendes Herz und das Jahr 1635. Es wird vermutet, dass der Schraubtaler ein Hochzeitsgeschenk des abgebildeten Mannes an seine Frau war, bevor er an der St. Lamberti Kirche begraben wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem wurden drei Würfel entdeckt, dessen Bedeutung allerdings ungewiss bleibt. Es wurden außerdem noch weitere Gräber ohne bedeutende Gaben gefunden. Sie alle wurden christlich in West-Ost-Richtung, teilweise übereinander, begraben. Die Gebeine wurden nach der Untersuchung wieder bestattet&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Grabungen im Jahr 2000 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2000 fand eine erneute Grabung der Lüneburger [[Stadtarchäologie]] am [[Lambertiplatz]] statt, bei der das Kirchenschiff in der Nähe des Kirchturms ausgegraben werden sollte. Die Forschenden hofften drauf, weitere Gruften und eine Seitenkapelle zu entdecken, da der Bereich von den Umbaumaßnahmen des 18. Jahrhunderts nicht betroffen sein sollte&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang Juni setzten die Forschenden der Lüneburger [[Stadtarchäologie]] einen 6x15 m großen Schnitt von der Nordseite der Kirche, bis in die Mitte des Hauptschiffs hinein. Die Grabungen stellten sich allerdings als erfolglos heraus, da ein Splitterschutzgraben aus dem 2. Weltkrieg die Außenfundamente der Seitenkapelle nahezu vollständig zerstört hatte&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Aus diesem Umstand heraus verzichtete das Ausgrabungsteam auf weitere Ausgrabungen in diesem Abschnitt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Südlich des Splitterschutzgrabens hingegen konnte erstmalig das Fußbodenniveau der St. Lamberti Kirche dokumentiert werden, welcher aus trocken gesetzten Backsteinen im Fischgrätenmuster bestand&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Außerdem konnte der Standort der westlichen Pfeiler bestätigt werden, indem Fundamentreste am West- und Ostrand der Pfeiler freigelegt wurden. Bei diesen Grabungen konnte ebenfalls bestätigt werden, dass die Kirche direkt auf der sogenannten Abbruchkante zum [[Senkungsgebiet]] der Lüneburger [[Altstadt]] und der [[Saline]] erbaut wurde. Der westliche Pfeiler zeigte bei den Ausgrabungen keine Veränderung seit der Erbauungszeit im 13. Jahrhundert, war aber stark nach Westen gekippt. Der östliche Pfeiler hingegen war im 18. Jahrhundert ausgebessert worden, was auch historische Berichte bestätigen. Durch die Absenkung in diesem Gebiet neigte sich der Pfeiler bis 1730 so stark nach Westen, dass er ausgebessert werden musste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Forschenden konnten ebenfalls herausfinden, dass die ehemalige St. Lamberti Kirche zunächst aus einer massiven Backsteinkonstruktion bestand, welche anschließend im 18. Jahrhundert durch ein Schalenmauerwerk aus Backsteinen und Feldsteinen, gefüllt mit Bauschutt, ausgetauscht wurde. Die Grabungen zeigten außerdem, dass beim Abriss der Kirche im Jahr 1860/61 nur noch das unterste Niveau des Fundamentes bestehen blieb und der Rest der Kirche abgetragen wurde. Es wurden außerdem sieben große Feldsteine entdeckt, welche an der nördlichen und westlichen Kante das Fundament begrenzten. Zusätzlich konnte eine Gipsmörtelschicht mit einer Dicke von etwa 5 cm freigelegt werden, welche sich im Inneren der Kirche befand. In diese waren etwa 30 rechteckige, 30 – 40 cm lange Pfosten eingeschlagen. Alle Pfosten waren annähernd quadratisch, mit einer Kantenlänge von etwa 10 cm und am unteren Ende angespitzt. Diese wären bei der Erbauung um 1300 theoretisch nicht nötig gewesen, aufgrund der Gegebenheiten des Bodens. Die Forschenden nehmen deshalb an, dass bereits beim Bau der Kirche Senkungsschäden auftraten, welche durch den Einsatz der eben beschriebenen Maßnahmen kompensiert werden sollten&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch bei der Grabung im Jahr 2000 konnten wieder viele Gräber freigelegt werden, welche sich bis auf eines alle im Hauptschiff befanden. Aus Platzgründen wurden auch diese in mehreren Schichten begraben. Es wurden nur Särge aus Holz mit metallenen Griffen gefunden, wobei es Unterschiede bei der Anzahl und Anbringung der Griffe gab. Die Lüneburger [[Stadtarchäologie]] nimmt aus diesem Grund an, dass die unterschiedliche Anzahl und Verarbeitung der Griffe auf soziale Unterschiede der Verstorbenen hinweist&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Grabungen konnte eine ganz besondere Bestattung dokumentiert werden. Eine Frau wurde mit reichlichen Schmuckbeigaben beerdigt. An den Armen trug sie Armbänder aus Hohlglasperlen und auf dem Haupt eine Totenkrone, welche als Schmuckgegenstand für die Bestattung von jung Verstorbenen, Ledigen oder auch bei Kindern und Säuglingen zugegeben wurde&amp;lt;ref&amp;gt;Wikipedia Artikel zur Totenkrone, online verfügbar unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Totenkrone, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. An der Krone wurden noch Reste des Haupthaars und aufgenähter Textilien gefunden. Auf Höhe der Ohren der Verstorbenen wurden außerdem zwei Anhänger aus feinem Kupfer- und Bronzegeflechten entdeckt, welche ebenfalls mit Glasperlen verziert waren. Diese Anhänger wurden im [https://kulturerbe.niedersachsen.de/kultureinrichtung/isil_DE-2299/ Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege] restauriert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein benachbartes weibliches Skelett wurde ebenfalls geborgen und wies einen bemerkenswert schlechten Zustand der Zähne auf, wobei ein starker Kariesbefall auf der linken Seite des Kiefers festgestellt wurde und eine sehr geringe Abnutzung rechtsseitig. Diese Funde weisen darauf hin, dass die Frau offenbar jahrelang nur die linke Kieferseite zum Kauen nutze&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise zur weitergehenden Rechereche==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dreger, Klaus und Joachim Stark (1999):St. Lamberti. Ausgrabung einer untergegangenen Kirche. Denkmalpflege in Lüneburg 1999.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ring, Edgar (1999):Lamberti. Ausgrabung einer untergegangenen Kirche in Lüneburg. Archäologie in Niedersachsen 2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kühlborn, Marc (2000): Die Ausgrabungen in der Lüneburger St. Lambertikirche. Denkmalpflege in Lüneburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ring, Edgar (2000): Der verschlossene Mann. Ein Schraubtaler aus der Gruft der St. Lambertikirche. Denkmalpflege in Lüneburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Alisa Walenziak</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.luenepedia.de/index.php?title=St._Lamberti&amp;diff=10857</id>
		<title>St. Lamberti</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.luenepedia.de/index.php?title=St._Lamberti&amp;diff=10857"/>
		<updated>2021-09-09T11:53:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Alisa Walenziak: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ehemalige St. Lamberti Kirche1.jpg|mini|rechts|St. Lamberti Kirche mit der Zeitsprung App, Fotograf: Lukas Essig|verweis=Special:FilePath/Ehemalige_St._Lamberti_Kirche1.jpg]] Die St. Lamberti Kirche ist eine ehemalige Kirche in der Stadt Lüneburg. Erstmalig wurde sie 1269 erwähnt. Im Jahr 1860/1861 musste sie aufgrund von vielen Schäden abgerissen werden. Am St. [[Lambertiplatz]] befindet sich noch heute eine Informationstafel zur Geschichte und den Grabungen, welche zwischen 1998 und 2000 stattfanden. Mit der App [[Zeitsprung Lüneburg]] lässt sich die ehemalige Kirche mithilfe von Augmentet Reality (dt. erweiterte Realität) betrachten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;map&amp;quot;&amp;gt;{{#display_map:St.Lambertiplatz, Lüneburg~&#039;&#039;&#039;St. Lambertiplatz zu Lüneburg&#039;&#039;&#039;|fullscreen=on|scrollzoom=off}}St. Lambertiplatz zu Lüneburg&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Übersicht zur Geschichte der Kirche &amp;lt;ref&amp;gt;Die Ausgrabungen in der St. Lambertikirche, Online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;== &lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1269 || Die St. Lamberti Kapelle wird zum ersten Mal erwähnt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1382 || Einweihung der Sakristei&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1398 || Bau des Kirchturms&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1491 || Umgestaltung des Kirchturms zugunsten eines leichteren Turmgestells &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1530|| Durch die Reformation erlangt die St. Lamberti den Status einer Pfarrkirche, der Lüneburger Rat schafft die katholische Messe ab und führt evangelische Gottesdienste ein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1541 || Das erste Taufbecken wird in der Kirche aufgestellt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1544-45 || Der Kirchturm wird erneut umgestaltet und erhält eine pyramidale Spitze &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1578|| Durch einen Sturm wird der Kirchturm beschädigt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1703|| Ein Sturm bringt den Kirchturm zum Einsturz&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1712 || Eine neue Turmspitze in Form einer niedrigen Haube mit offener Laterne wird gebaut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1732-1738|| Das Gewölbe der Kirche bröckelt, weshalb eine Holzdecke gebaut werden muss, der Gottesdienst wird in die Marienkirche zu Lüneburg verlegt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1752 || Die Glocken im Kirchturm müssen stabilisiert und ein Stockwerk tiefer angebracht werden, der Turm wird mit Pfeilern gestützt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1806-1814 || Die Kirche wird von der französischen Besatzung als Magazin zweckentfremdet&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1818 || Die Kirche befand sich wieder in Lüneburger Händen und das musste erneut am Gewölbe restauriert werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1829 || Aufgrund von anhaltenden Schäden muss das Glockenläuten eingestellt werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1844|| Aufgrund von Einsturzgefahr berät der Lüneburger Rat darüber, die Kirche abreißen zu lassen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1858 || Der letzte Gottesdienst&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1860-1861|| Abriss der Kirche&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte der Kirche==&lt;br /&gt;
Die ehemalige St. Lamberti Kirche wird zum ersten Mal im Jahr 1269 erwähnt, ihr genaues Baujahr ist allerdings unbekannt. Durch die historische Erwähnung und Ausgrabungen durch den Stadtarchäologen Dr. Edgar Ring in den Jahren 1998-2000, wird der Baubeginn um 1300 vermutet&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ehemalige Kirche wurde direkt auf der Abbruchkante zum Lüneburger [[Senkungsgebiet]] und der [[Saline]] gebaut, wodurch das Mauerwerk stetig anfällig für Schäden war. Dieser Umstand führte dazu, dass die Kirche im Jahre 1860/61 abgerissen werden musste. &lt;br /&gt;
[[Datei:St. Lamberti Kirche, Zeitsprung App Lüneburg.png|mini|rechts|Fotograf: Lukas Essig]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau des dreischiffigen Gotteshauses wurde durch Mittel der Lüneburger [[Sülfmeister]] und Bürger*innen der Stadt Lüneburg finanziert&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Jahr 1382 wurde die Sakristei der Kirche eingeweiht. Bereits 1491 musste der Kirchturm durch eine leichtere Spitze ersetzt werden, um den Bau zu entlasten&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Im Jahr 1503 beschloss der Lüneburger Rat sich der Reformation anzuschließen und schaffte die katholischen Messen zugunsten von evangelischen Gottesdiensten ab. Am 6.Mai 1530 begann der evangelische Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche, welche von da an die Rechte einer Pfarrkirche besaß. Noch vor der Reformation hatte die ehemalige Kirche den Status einer Kapelle und besaß deshalb neben dem Hauptaltar noch 22 Nebenalte, welche im Zuge der Reformation abgeschafft wurden&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1541 wurde das erste Taufbecken aufgestellt. Bereits zu dieser Zeit zeigten sich an der Kirche beträchtliche Bauschäden aufgrund des Salzabbaus in der Lüneburger [[Altstadt]]. 1544-1545 musste der Kirchturm erneut umgestaltet werden und bekam eine pyramidale Spitze mit Galerien und Ecktürmen. Doch nicht nur der Salzabbau in Lüneburg schadete dem Bauwerk enorm. Zwei Stürme sorgten letztendlich für den Einsturz des Kirchturmes. 1578 wurde die Kirche durch einen Sturm zunächst nur stark beschädigt, 1703 sorgte ein starker Sturm dann dafür, dass der Kirchturm einstürzte. Erst neun Jahre später, im Jahr 1712, wurde der Kirchturm repariert und durch eine niedrige Haube ausgetauscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während eines Gottesdienstes im Jahr 1732 brachen einige Steine aus dem Gewölbe der Kirche. Um die Besucher*innen der Kirche zu schützen, mussten umfangreiche Bauarbeiten am Gewölbe vorgenommen werden. Der Gottesdienst wurde während des Umbaus deshalb in die [[Marienkirche]] verlegt, welche sich noch heute in der Friedenstraße 8 in [[Lüneburg]] befindet. Die Bauarbeiten dauerten sechs Jahre. Bis 1738 wurde die Gewölbedecke durch eine Holzdecke ersetzt und die Kirchenkonstruktion mit Stützpfeilern verstärkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur vierzehn Jahre später mussten die Kirchenglocken ein Stockwerk tiefer aufgehängt werden, um den gefährdeten Kirchturm zu stabilisieren. Im Westen wurde der Turm durch weitere Strebepfeiler gestützt, um einen Einsturz und die Gefährdung der Kirchenbesucher*innen zu verhindern&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der französischen Besatzung Lüneburgs zwischen 1806- 1814 wurde die St. Lamberti Kirche als Magazin zweckentfremdet. In der Folge einer Niederlage Preußens in der Schlacht bei Jena und Auerstedt im Jahr 1806 war das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg von napoleonischen Truppen besetzt &amp;lt;ref&amp;gt;Wikipedia-Artikel zur Braunschweiger Franzosenzeit, online verfügbar unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Braunschweiger_Franzosenzeit, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nach dem Ende der Besetzung konnte der Gottesdienst bereits im frühen 19. Jahrhundert wieder aufgenommen werden. 1818 musste der Gottesdienst allerdings abermals eingestellt zu werden, da erneute Bauarbeiten am Gewölbe notwendig waren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1829 musste letztendlich, nach anhaltenden Schäden, das Glockenläuten eingestellt werden. Der Klöppel wurde von da an nur noch von Hand gegen die Glocke geschlagen, um ein Schwingen der Glocke zu unterbinden. Als dann 1844, trotz aller Bemühungen, das Gewölbe einzustürzen drohte, wurden die Stimmen im [[Stadtrat]] laut, die Kirche aufzugeben und zum Abriss zu verkaufen.&lt;br /&gt;
Im Jahr 1858 feierte die Kirchengemeinschaft daraufhin den letzten Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche. Am 21.02.1860 wurde folgende Anzeige in der Neuen Hannoverschen Zeitung geschaltet&amp;lt;ref&amp;gt;Lüneburger Stadtarchäologie , online verfügbar unter: https://www.luene-info.de/stadtarch/lamberti/langtxt.htm, zuletzt geöffnet am 09.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;: &lt;br /&gt;
[[Datei:Bekanntmachung Abriss St. Lamberti Kirche.png|mini|links]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einigen Einsendungen erhielt der Maurer- und Zimmermeister Westphal die Möglichkeit, die St. Lamberti Kirche für 13.050 Taler abzureißen. Im Jahr 1861 war die Kirche vollkommen verschwunden, heute befindet sich auf dem St. Lambertiplatz nur noch eine Infotafel, die an das Bestehen der Kirche erinnert. Das Inventar der Kirche wurde allerdings an andere Kirchen in Lüneburg verteilt. Die [[St. Johanneskirche]] erhielt das 1541 eingeweihte Taufbecken und die [[St. Nicolaikirche]] den Hauptaltar aus dem Jahr 1443. Das Hospital zum heiligen Geist erhielt die Sonntagsglocke und das Uhrwerk der Kirche, welche bis in die fünfziger Jahre genutzt wurde. Dieses wurde anschließend im [[Kaufhaus]] am Hafen in [[Lüneburg]] gelagert und fiel dort Brandstiftern zum Opfer&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=all&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Stadtarchäologische Grabungen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Grabung am [[Lambertiplatz|St. Lambertiplatz]] fand 1998 und 1999 statt. Eine 140m² große Fläche wurde vom Lüneburger Stadtarchäologen [[Dr. Edgar Ring]] und einigen, unter anderem studentischen, Hilfskräften geöffnet, mit dem Ziel die 1861 abgerissene Kirche genau zu lokalisieren. Außerdem interessierte sich das Team rund um Dr. Edgar Ring für den Zeitraum des Baubeginns der Kirche, welcher zu diesem Zeitpunkt noch nicht genau festgelegt werden konnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als der erste Schnitt im Nordosten der Kirche vorgenommen wurde, war es das Ziel, aussagekräftige Funde über die Fundamente der Umgebung des Chores innerhalb und außerhalb der Kirche zu gewinnen&amp;lt;ref&amp;gt; Ergebnisse der Grabungskampagnen 1998–1999, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam1.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die nächsten Schnitte wurden in unmittelbarer Nähe des ersten gesetzt. Nachdem Teile des Fundaments gefunden und mit alten Grundrissen abgeglichen wurden, konnte das Team den genauen Standort der Kirche lokalisieren. Außerdem wurden Scherben aus dem späten 13. Jahrhundert im Fundament gefunden, wodurch die Forschenden annehmen, dass der Baubeginn rund 100 Jahre später als zuerst vermutet stattgefunden haben muss. Durch das Fundament bekamen die Forschenden außerdem Aufschluss über die bereits oben erwähnten verschiedenen Bauphasen der Kirche. &lt;br /&gt;
[[Datei:Lüneburg St. Lamberti.jpg|mini|rechts]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Grabungen wurden auch drei Grüfte gefunden. Alle haben einen etwa rechteckigen Grundriss aus Ziegeln und konnten als Gräber identifiziert werden. Das größte und am sorgfältigsten gebaute Grab besitzt ein Tonnengewölbe. Die beiden kleineren Gräber sind hingegen nur mit mit flachen Grabsteinen bedeckt gewesen. Wie bereits von [[Wilhelm Friedrich Volger]] (* 31. März 1794 in Neetze; † 6.März 1879 Lüneburg) in den Stadtchroniken beschrieben, waren alle Gräber mit Schutt gefüllt. In jedem Grab lagen, unter den Trümmern begraben, zwei Gräber nebeneinander. Die beiden kleineren Gräber sind offensichtlich seit Generationen besetzt, aus Platzgründen mussten die älteren Gräber späteren Gräbern in der darunter liegenden Knochengrube weichen. Das große Grab, dessen Breite Platz für vier Särge bieten kann, enthielt nur zwei. Der in diesem Grab gefundene wappen­förmige Sargbeschlag war für die Forschenden sehr aufschlussreich, da es der Adelsfamilie von Döring, die bis zum 18. Jahrhundert in Lüneburg lebte, zugeordnet werden konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders interessant war für die Forschenden außerdem der Fund eines Schraubtalers von 1598. Ein Schraubtaler ist ein Geldstück, welches aus zwei Teilen besteht und mit einem Gewinde versehen ist. Es wurde in einem der Gräber gefunden und hat einen Durchmesser von 41 mm. Auf der Vorderseite sind die drei sächsischen Kurfürsten Christian II., Johann Georg I. und August zu sehen sowie die Aufschrift „CHRISTIAN·JOHAN GEORG·ET·AVGVSTUS“. Auf der Rückseite befindet sich die Aufschrift „FRAT:ET·DVCES·SAXON“, was so viel heißt wie  Brüder und Fürsten Sachsens. Beim Öffnen des Schraubtalers entdeckten die Forschenden auf der Innenfläche ein Porträt einer unbekannten Person, und auf der anderen Seite zwei Tauben mit Ringen im Schnabel, darunter ein brennendes Herz und das Jahr 1635. Es wird vermutet, dass der Schraubtaler ein Hochzeitsgeschenk des abgebildeten Mannes an seine Frau war, bevor er an der St. Lamberti Kirche begraben wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem wurden drei Würfel entdeckt, dessen Bedeutung allerdings ungewiss bleibt. Es wurden außerdem noch weitere Gräber ohne bedeutende Gaben gefunden. Sie alle wurden christlich in West-Ost-Richtung, teilweise übereinander, begraben. Die Gebeine wurden nach der Untersuchung wieder bestattet&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Grabungen im Jahr 2000 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2000 fand eine erneute Grabung der Lüneburger [[Stadtarchäologie]] am [[Lambertiplatz]] statt, bei der das Kirchenschiff in der Nähe des Kirchturms ausgegraben werden sollte. Die Forschenden hofften drauf, weitere Gruften und eine Seitenkapelle zu entdecken, da der Bereich von den Umbaumaßnahmen des 18. Jahrhunderts nicht betroffen sein sollte&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang Juni setzten die Forschenden der Lüneburger [[Stadtarchäologie]] einen 6x15 m großen Schnitt von der Nordseite der Kirche, bis in die Mitte des Hauptschiffs hinein. Die Grabungen stellten sich allerdings als erfolglos heraus, da ein Splitterschutzgraben aus dem 2. Weltkrieg die Außenfundamente der Seitenkapelle nahezu vollständig zerstört hatte&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Aus diesem Umstand heraus verzichtete das Ausgrabungsteam auf weitere Ausgrabungen in diesem Abschnitt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Südlich des Splitterschutzgrabens hingegen konnte erstmalig das Fußbodenniveau der St. Lamberti Kirche dokumentiert werden, welcher aus trocken gesetzten Backsteinen im Fischgrätenmuster bestand&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Außerdem konnte der Standort der westlichen Pfeiler bestätigt werden, indem Fundamentreste am West- und Ostrand der Pfeiler freigelegt wurden. Bei diesen Grabungen konnte ebenfalls bestätigt werden, dass die Kirche direkt auf der sogenannten Abbruchkante zum [[Senkungsgebiet]] der Lüneburger [[Altstadt]] und der [[Saline]] erbaut wurde. Der westliche Pfeiler zeigte bei den Ausgrabungen keine Veränderung seit der Erbauungszeit im 13. Jahrhundert, war aber stark nach Westen gekippt. Der östliche Pfeiler hingegen war im 18. Jahrhundert ausgebessert worden, was auch historische Berichte bestätigen. Durch die Absenkung in diesem Gebiet neigte sich der Pfeiler bis 1730 so stark nach Westen, dass er ausgebessert werden musste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Forschenden konnten ebenfalls herausfinden, dass die ehemalige St. Lamberti Kirche zunächst aus einer massiven Backsteinkonstruktion bestand, welche anschließend im 18. Jahrhundert durch ein Schalenmauerwerk aus Backsteinen und Feldsteinen, gefüllt mit Bauschutt, ausgetauscht wurde. Die Grabungen zeigten außerdem, dass beim Abriss der Kirche im Jahr 1860/61 nur noch das unterste Niveau des Fundamentes bestehen blieb und der Rest der Kirche abgetragen wurde. Es wurden außerdem sieben große Feldsteine entdeckt, welche an der nördlichen und westlichen Kante das Fundament begrenzten. Zusätzlich konnte eine Gipsmörtelschicht mit einer Dicke von etwa 5 cm freigelegt werden, welche sich im Inneren der Kirche befand. In diese waren etwa 30 rechteckige, 30 – 40 cm lange Pfosten eingeschlagen. Alle Pfosten waren annähernd quadratisch, mit einer Kantenlänge von etwa 10 cm und am unteren Ende angespitzt. Diese wären bei der Erbauung um 1300 theoretisch nicht nötig gewesen, aufgrund der Gegebenheiten des Bodens. Die Forschenden nehmen deshalb an, dass bereits beim Bau der Kirche Senkungsschäden auftraten, welche durch den Einsatz der eben beschriebenen Maßnahmen kompensiert werden sollten&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch bei der Grabung im Jahr 2000 konnten wieder viele Gräber freigelegt werden, welche sich bis auf eines alle im Hauptschiff befanden. Aus Platzgründen wurden auch diese in mehreren Schichten begraben. Es wurden nur Särge aus Holz mit metallenen Griffen gefunden, wobei es Unterschiede bei der Anzahl und Anbringung der Griffe gab. Die Lüneburger [[Stadtarchäologie]] nimmt aus diesem Grund an, dass die unterschiedliche Anzahl und Verarbeitung der Griffe auf soziale Unterschiede der Verstorbenen hinweist&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Grabungen konnte eine ganz besondere Bestattung dokumentiert werden. Eine Frau wurde mit reichlichen Schmuckbeigaben beerdigt. An den Armen trug sie Armbänder aus Hohlglasperlen und auf dem Haupt eine Totenkrone, welche als Schmuckgegenstand für die Bestattung von jung Verstorbenen, Ledigen oder auch bei Kindern und Säuglingen zugegeben wurde&amp;lt;ref&amp;gt;Wikipedia Artikel zur Totenkrone, online verfügbar unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Totenkrone, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. An der Krone wurden noch Reste des Haupthaars und aufgenähter Textilien gefunden. Auf Höhe der Ohren der Verstorbenen wurden außerdem zwei Anhänger aus feinem Kupfer- und Bronzegeflechten entdeckt, welche ebenfalls mit Glasperlen verziert waren. Diese Anhänger wurden im [https://kulturerbe.niedersachsen.de/kultureinrichtung/isil_DE-2299/ Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege] restauriert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein benachbartes weibliches Skelett wurde ebenfalls geborgen und wies einen bemerkenswert schlechten Zustand der Zähne auf, wobei ein starker Kariesbefall auf der linken Seite des Kiefers festgestellt wurde und eine sehr geringe Abnutzung rechtsseitig. Diese Funde weisen darauf hin, dass die Frau offenbar jahrelang nur die linke Kieferseite zum Kauen nutze&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise zur weitergehenden Rechereche==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dreger, Klaus und Joachim Stark (1999):St. Lamberti. Ausgrabung einer untergegangenen Kirche. Denkmalpflege in Lüneburg 1999.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ring, Edgar (1999):Lamberti. Ausgrabung einer untergegangenen Kirche in Lüneburg. Archäologie in Niedersachsen 2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kühlborn, Marc (2000): Die Ausgrabungen in der Lüneburger St. Lambertikirche. Denkmalpflege in Lüneburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ring, Edgar (2000): Der verschlossene Mann. Ein Schraubtaler aus der Gruft der St. Lambertikirche. Denkmalpflege in Lüneburg.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Alisa Walenziak</name></author>
	</entry>
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		<id>https://www.luenepedia.de/index.php?title=St._Lamberti&amp;diff=10856</id>
		<title>St. Lamberti</title>
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		<updated>2021-09-09T11:48:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Alisa Walenziak: /* Geschichte der Kirche */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ehemalige St. Lamberti Kirche1.jpg|mini|rechts|St. Lamberti Kirche mit der Zeitsprung App, Fotograf: Lukas Essig|verweis=Special:FilePath/Ehemalige_St._Lamberti_Kirche1.jpg]] Die St. Lamberti Kirche ist eine ehemalige Kirche in der Stadt Lüneburg. Erstmalig wurde sie 1269 erwähnt. Im Jahr 1860/1861 musste sie aufgrund von vielen Schäden abgerissen werden. Am St. [[Lambertiplatz]] befindet sich noch heute eine Informationstafel zur Geschichte und den Grabungen, welche zwischen 1998 und 2000 stattfanden. Mit der App [[Zeitsprung Lüneburg]] lässt sich die ehemalige Kirche mithilfe von Augmentet Reality (dt. erweiterte Realität) betrachten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;map&amp;quot;&amp;gt;{{#display_map:St.Lambertiplatz, Lüneburg~&#039;&#039;&#039;St. Lambertiplatz zu Lüneburg&#039;&#039;&#039;|fullscreen=on|scrollzoom=off}}St. Lambertiplatz zu Lüneburg&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Übersicht zur Geschichte der Kirche &amp;lt;ref&amp;gt;Die Ausgrabungen in der St. Lambertikirche, Online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;== &lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1269 || Die St. Lamberti Kapelle wird zum ersten Mal erwähnt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1382 || Einweihung der Sakristei&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1398 || Bau des Kirchturms&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1491 || Umgestaltung des Kirchturms zugunsten eines leichteren Turmgestells &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1530|| Durch die Reformation erlangt die St. Lamberti den Status einer Pfarrkirche, der Lüneburger Rat schafft die katholische Messe ab und führt evangelische Gottesdienste ein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1541 || Das erste Taufbecken wird in der Kirche aufgestellt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1544-45 || Der Kirchturm wird erneut umgestaltet und erhält eine pyramidale Spitze &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1578|| Durch einen Sturm wird der Kirchturm beschädigt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1703|| Ein Sturm bringt den Kirchturm zum Einsturz&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1712 || Eine neue Turmspitze in Form einer niedrigen Haube mit offener Laterne wird gebaut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1732-1738|| Das Gewölbe der Kirche bröckelt, weshalb eine Holzdecke gebaut werden muss, der Gottesdienst wird in die Marienkirche zu Lüneburg verlegt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1752 || Die Glocken im Kirchturm müssen stabilisiert und ein Stockwerk tiefer angebracht werden, der Turm wird mit Pfeilern gestützt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1806-1814 || Die Kirche wird von der französischen Besatzung als Magazin zweckentfremdet&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1818 || Die Kirche befand sich wieder in Lüneburger Händen und das musste erneut am Gewölbe restauriert werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1829 || Aufgrund von anhaltenden Schäden muss das Glockenläuten eingestellt werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1844|| Aufgrund von Einsturzgefahr berät der Lüneburger Rat darüber, die Kirche abreißen zu lassen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1858 || Der letzte Gottesdienst&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1860-1861|| Abriss der Kirche&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte der Kirche==&lt;br /&gt;
Die ehemalige St. Lamberti Kirche wird zum ersten Mal im Jahr 1269 erwähnt, ihr genaues Baujahr ist allerdings unbekannt. Durch die historische Erwähnung und Ausgrabungen durch den Stadtarchäologen Dr. Edgar Ring in den Jahren 1998-2000, wird der Baubeginn um 1300 vermutet&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ehemalige Kirche wurde direkt auf der Abbruchkante zum Lüneburger [[Senkungsgebiet]] und der [[Saline]] gebaut, wodurch das Mauerwerk stetig anfällig für Schäden war. Dieser Umstand führte dazu, dass die Kirche im Jahre 1860/61 abgerissen werden musste. &lt;br /&gt;
[[Datei:St. Lamberti Kirche, Zeitsprung App Lüneburg.png|mini|rechts|Fotograf: Lukas Essig]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau des dreischiffigen Gotteshauses wurde durch Mittel der Lüneburger [[Sülfmeister]] und Bürger*innen der Stadt Lüneburg finanziert&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Jahr 1382 wurde die Sakristei der Kirche eingeweiht. Bereits 1491 musste der Kirchturm durch eine leichtere Spitze ersetzt werden, um den Bau zu entlasten&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Im Jahr 1503 beschloss der Lüneburger Rat sich der Reformation anzuschließen und schaffte die katholischen Messen zugunsten von evangelischen Gottesdiensten ab. Am 6.Mai 1530 begann der evangelische Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche, welche von da an die Rechte einer Pfarrkirche besaß. Noch vor der Reformation hatte die ehemalige Kirche den Status einer Kapelle und besaß deshalb neben dem Hauptaltar noch 22 Nebenalte, welche im Zuge der Reformation abgeschafft wurden&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1541 wurde das erste Taufbecken aufgestellt. Bereits zu dieser Zeit zeigten sich an der Kirche beträchtliche Bauschäden aufgrund des Salzabbaus in der Lüneburger [[Altstadt]]. 1544-1545 musste der Kirchturm erneut umgestaltet werden und bekam eine pyramidale Spitze mit Galerien und Ecktürmen. Doch nicht nur der Salzabbau in Lüneburg schadete dem Bauwerk enorm. Zwei Stürme sorgten letztendlich für den Einsturz des Kirchturmes. 1578 wurde die Kirche durch einen Sturm zunächst nur stark beschädigt, 1703 sorgte ein starker Sturm dann dafür, dass der Kirchturm einstürzte. Erst neun Jahre später, im Jahr 1712, wurde der Kirchturm repariert und durch eine niedrige Haube ausgetauscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während eines Gottesdienstes im Jahr 1732 brachen einige Steine aus dem Gewölbe der Kirche. Um die Besucher*innen der Kirche zu schützen, mussten umfangreiche Bauarbeiten am Gewölbe vorgenommen werden. Der Gottesdienst wurde während des Umbaus deshalb in die [[Marienkirche]] verlegt, welche sich noch heute in der Friedenstraße 8 in [[Lüneburg]] befindet. Die Bauarbeiten dauerten sechs Jahre. Bis 1738 wurde die Gewölbedecke durch eine Holzdecke ersetzt und die Kirchenkonstruktion mit Stützpfeilern verstärkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur vierzehn Jahre später mussten die Kirchenglocken ein Stockwerk tiefer aufgehängt werden, um den gefährdeten Kirchturm zu stabilisieren. Im Westen wurde der Turm durch weitere Strebepfeiler gestützt, um einen Einsturz und die Gefährdung der Kirchenbesucher*innen zu verhindern&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der französischen Besatzung Lüneburgs zwischen 1806- 1814 wurde die St. Lamberti Kirche als Magazin zweckentfremdet. In der Folge einer Niederlage Preußens in der Schlacht bei Jena und Auerstedt im Jahr 1806 war das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg von napoleonischen Truppen besetzt &amp;lt;ref&amp;gt;Wikipedia-Artikel zur Braunschweiger Franzosenzeit, online verfügbar unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Braunschweiger_Franzosenzeit, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nach dem Ende der Besetzung konnte der Gottesdienst bereits im frühen 19. Jahrhundert wieder aufgenommen werden. 1818 musste der Gottesdienst allerdings abermals eingestellt zu werden, da erneute Bauarbeiten am Gewölbe notwendig waren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1829 musste letztendlich, nach anhaltenden Schäden, das Glockenläuten eingestellt werden. Der Klöppel wurde von da an nur noch von Hand gegen die Glocke geschlagen, um ein Schwingen der Glocke zu unterbinden. Als dann 1844, trotz aller Bemühungen, das Gewölbe einzustürzen drohte, wurden die Stimmen im [[Stadtrat]] laut, die Kirche aufzugeben und zum Abriss zu verkaufen.&lt;br /&gt;
Im Jahr 1858 feierte die Kirchengemeinschaft daraufhin den letzten Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche. Am 21.02.1860 wurde folgende Anzeige in der Neuen Hannoverschen Zeitung geschaltet&amp;lt;ref&amp;gt;Lüneburger Stadtarchäologie , online verfügbar unter: https://www.luene-info.de/stadtarch/lamberti/langtxt.htm, zuletzt geöffnet am 09.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;: &lt;br /&gt;
[[Datei:Bekanntmachung Abriss St. Lamberti Kirche.png|mini|links]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einigen Einsendungen erhielt der Maurer- und Zimmermeister Westphal die Möglichkeit, die St. Lamberti Kirche für 13.050 Taler abzureißen. Im Jahr 1861 war die Kirche vollkommen verschwunden, heute befindet sich auf dem St. Lambertiplatz nur noch eine Infotafel, die an das Bestehen der Kirche erinnert. Das Inventar der Kirche wurde allerdings an andere Kirchen in Lüneburg verteilt. Die [[St. Johanneskirche]] erhielt das 1541 eingeweihte Taufbecken und die [[St. Nicolaikirche]] den Hauptaltar aus dem Jahr 1443. Das Hospital zum heiligen Geist erhielt die Sonntagsglocke und das Uhrwerk der Kirche, welche bis in die fünfziger Jahre genutzt wurde. Dieses wurde anschließend im [[Kaufhaus]] am Hafen in [[Lüneburg]] gelagert und fiel dort Brandstiftern zum Opfer&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=all&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Stadtarchäologische Grabungen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Grabung am [[Lambertiplatz|St. Lambertiplatz]] fand 1998 und 1999 statt. Eine 140m² große Fläche wurde vom Lüneburger Stadtarchäologen [[Dr. Edgar Ring]] und einigen, unter anderem studentischen, Hilfskräften geöffnet, mit dem Ziel die 1861 abgerissene Kirche genau zu lokalisieren. Außerdem interessierte sich das Team rund um Dr. Edgar Ring für den Zeitraum des Baubeginns der Kirche, welcher zu diesem Zeitpunkt noch nicht genau festgelegt werden konnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als der erste Schnitt im Nordosten der Kirche vorgenommen wurde, war es das Ziel, aussagekräftige Funde über die Fundamente der Umgebung des Chores innerhalb und außerhalb der Kirche zu gewinnen&amp;lt;ref&amp;gt; Ergebnisse der Grabungskampagnen 1998–1999, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam1.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die nächsten Schnitte wurden in unmittelbarer Nähe des ersten gesetzt. Nachdem Teile des Fundaments gefunden und mit alten Grundrissen abgeglichen wurden, konnte das Team den genauen Standort der Kirche lokalisieren. Außerdem wurden Scherben aus dem späten 13. Jahrhundert im Fundament gefunden, wodurch die Forschenden annehmen, dass der Baubeginn rund 100 Jahre später als zuerst vermutet stattgefunden haben muss. Durch das Fundament bekamen die Forschenden außerdem Aufschluss über die bereits oben erwähnten verschiedenen Bauphasen der Kirche. &lt;br /&gt;
[[Datei:Lüneburg St. Lamberti.jpg|mini|rechts]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Grabungen wurden auch drei Grüfte gefunden. Alle haben einen etwa rechteckigen Grundriss aus Ziegeln und konnten als Gräber identifiziert werden. Das größte und am sorgfältigsten gebaute Grab besitzt ein Tonnengewölbe. Die beiden kleineren Gräber sind hingegen nur mit mit flachen Grabsteinen bedeckt gewesen. Wie bereits von [[Wilhelm Friedrich Volger]] (* 31. März 1794 in Neetze; † 6.März 1879 Lüneburg) in den Stadtchroniken beschrieben, waren alle Gräber mit Schutt gefüllt. In jedem Grab lagen, unter den Trümmern begraben, zwei Gräber nebeneinander. Die beiden kleineren Gräber sind offensichtlich seit Generationen besetzt, aus Platzgründen mussten die älteren Gräber späteren Gräbern in der darunter liegenden Knochengrube weichen. Das große Grab, dessen Breite Platz für vier Särge bieten kann, enthielt nur zwei. Der in diesem Grab gefundene wappen­förmige Sargbeschlag war für die Forschenden sehr aufschlussreich, da es der Adelsfamilie von Döring, die bis zum 18. Jahrhundert in Lüneburg lebte, zugeordnet werden konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders interessant war für die Forschenden außerdem der Fund eines Schraubtalers von 1598. Ein Schraubtaler ist ein Geldstück, welches aus zwei Teilen besteht und mit einem Gewinde versehen ist. Es wurde in einem der Gräber gefunden und hat einen Durchmesser von 41 mm. Auf der Vorderseite sind die drei sächsischen Kurfürsten Christian II., Johann Georg I. und August zu sehen sowie die Aufschrift „CHRISTIAN·JOHAN GEORG·ET·AVGVSTUS“. Auf der Rückseite befindet sich die Aufschrift „FRAT:ET·DVCES·SAXON“, was so viel heißt wie  Brüder und Fürsten Sachsens. Beim Öffnen des Schraubtalers entdeckten die Forschenden auf der Innenfläche ein Porträt einer unbekannten Person, und auf der anderen Seite zwei Tauben mit Ringen im Schnabel, darunter ein brennendes Herz und das Jahr 1635. Es wird vermutet, dass der Schraubtaler ein Hochzeitsgeschenk des abgebildeten Mannes an seine Frau war, bevor er an der St. Lamberti Kirche begraben wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem wurden drei Würfel entdeckt, dessen Bedeutung allerdings ungewiss bleibt. Es wurden außerdem noch weitere Gräber ohne bedeutende Gaben gefunden. Sie alle wurden christlich in West-Ost-Richtung, teilweise übereinander, begraben. Die Gebeine wurden nach der Untersuchung wieder bestattet&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Grabungen im Jahr 2000 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2000 fand eine erneute Grabung der Lüneburger [[Stadtarchäologie]] am [[Lambertiplatz]] statt, bei der das Kirchenschiff in der Nähe des Kirchturms ausgegraben werden sollte. Die Forschenden hofften drauf, weitere Gruften und eine Seitenkapelle zu entdecken, da der Bereich von den Umbaumaßnahmen des 18. Jahrhunderts nicht betroffen sein sollte&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang Juni setzten die Forschenden der Lüneburger [[Stadtarchäologie]] einen 6x15 m großen Schnitt von der Nordseite der Kirche, bis in die Mitte des Hauptschiffs hinein. Die Grabungen stellten sich allerdings als erfolglos heraus, da ein Splitterschutzgraben aus dem 2. Weltkrieg die Außenfundamente der Seitenkapelle nahezu vollständig zerstört hatte&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Aus diesem Umstand heraus verzichtete das Ausgrabungsteam auf weitere Ausgrabungen in diesem Abschnitt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Südlich des Splitterschutzgrabens hingegen konnte erstmalig das Fußbodenniveau der St. Lamberti Kirche dokumentiert werden, welcher aus trocken gesetzten Backsteinen im Fischgrätenmuster bestand&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Außerdem konnte der Standort der westlichen Pfeiler bestätigt werden, indem Fundamentreste am West- und Ostrand der Pfeiler freigelegt wurden. Bei diesen Grabungen konnte ebenfalls bestätigt werden, dass die Kirche direkt auf der sogenannten Abbruchkante zum [[Senkungsgebiet]] der Lüneburger [[Altstadt]] und der [[Saline]] erbaut wurde. Der westliche Pfeiler zeigte bei den Ausgrabungen keine Veränderung seit der Erbauungszeit im 13. Jahrhundert, war aber stark nach Westen gekippt. Der östliche Pfeiler hingegen war im 18. Jahrhundert ausgebessert worden, was auch historische Berichte bestätigen. Durch die Absenkung in diesem Gebiet neigte sich der Pfeiler bis 1730 so stark nach Westen, dass er ausgebessert werden musste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Forschenden konnten ebenfalls herausfinden, dass die ehemalige St. Lamberti Kirche zunächst aus einer massiven Backsteinkonstruktion bestand, welche anschließend im 18. Jahrhundert durch ein Schalenmauerwerk aus Backsteinen und Feldsteinen, gefüllt mit Bauschutt, ausgetauscht wurde. Die Grabungen zeigten außerdem, dass beim Abriss der Kirche im Jahr 1860/61 nur noch das unterste Niveau des Fundamentes bestehen blieb und der Rest der Kirche abgetragen wurde. Es wurden außerdem sieben große Feldsteine entdeckt, welche an der nördlichen und westlichen Kante das Fundament begrenzten. Zusätzlich konnte eine Gipsmörtelschicht mit einer Dicke von etwa 5 cm freigelegt werden, welche sich im Inneren der Kirche befand. In diese waren etwa 30 rechteckige, 30 – 40 cm lange Pfosten eingeschlagen. Alle Pfosten waren annähernd quadratisch, mit einer Kantenlänge von etwa 10 cm und am unteren Ende angespitzt. Diese wären bei der Erbauung um 1300 theoretisch nicht nötig gewesen, aufgrund der Gegebenheiten des Bodens. Die Forschenden nehmen deshalb an, dass bereits beim Bau der Kirche Senkungsschäden auftraten, welche durch den Einsatz der eben beschriebenen Maßnahmen kompensiert werden sollten&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch bei der Grabung im Jahr 2000 konnten wieder viele Gräber freigelegt werden, welche sich bis auf eines alle im Hauptschiff befanden. Aus Platzgründen wurden auch diese in mehreren Schichten begraben. Es wurden nur Särge aus Holz mit metallenen Griffen gefunden, wobei es Unterschiede bei der Anzahl und Anbringung der Griffe gab. Die Lüneburger [[Stadtarchäologie]] nimmt aus diesem Grund an, dass die unterschiedliche Anzahl und Verarbeitung der Griffe auf soziale Unterschiede der Verstorbenen hinweist&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Grabungen konnte eine ganz besondere Bestattung dokumentiert werden. Eine Frau wurde mit reichlichen Schmuckbeigaben beerdigt. An den Armen trug sie Armbänder aus Hohlglasperlen und auf dem Haupt eine Totenkrone, welche als Schmuckgegenstand für die Bestattung von jung Verstorbenen, Ledigen oder auch bei Kindern und Säuglingen zugegeben wurde&amp;lt;ref&amp;gt;Wikipedia Artikel zur Totenkrone, online verfügbar unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Totenkrone, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. An der Krone wurden noch Reste des Haupthaars und aufgenähter Textilien gefunden. Auf Höhe der Ohren der Verstorbenen wurden außerdem zwei Anhänger aus feinem Kupfer- und Bronzegeflechten entdeckt, welche ebenfalls mit Glasperlen verziert waren. Diese Anhänger wurden im [https://kulturerbe.niedersachsen.de/kultureinrichtung/isil_DE-2299/ Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege] restauriert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein benachbartes weibliches Skelett wurde ebenfalls geborgen und wies einen bemerkenswert schlechten Zustand der Zähne auf, wobei ein starker Kariesbefall auf der linken Seite des Kiefers festgestellt wurde und eine sehr geringe Abnutzung rechtsseitig. Diese Funde weisen darauf hin, dass die Frau offenbar jahrelang nur die linke Kieferseite zum Kauen nutze&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Alisa Walenziak</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.luenepedia.de/index.php?title=St._Lamberti&amp;diff=10779</id>
		<title>St. Lamberti</title>
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		<updated>2021-09-08T11:43:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Alisa Walenziak: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ehemalige St. Lamberti Kirche1.jpg|mini|rechts|St. Lamberti Kirche mit der Zeitsprung App, Fotograf: Lukas Essig|verweis=Special:FilePath/Ehemalige_St._Lamberti_Kirche1.jpg]] Die St. Lamberti Kirche ist eine ehemalige Kirche in der Stadt Lüneburg. Erstmalig wurde sie 1269 erwähnt. Im Jahr 1860/1861 musste sie aufgrund von vielen Schäden abgerissen werden. Am St. [[Lambertiplatz]] befindet sich noch heute eine Informationstafel zur Geschichte und den Grabungen, welche zwischen 1998 und 2000 stattfanden. Mit der App [[Zeitsprung Lüneburg]] lässt sich die ehemalige Kirche mithilfe von Augmentet Reality (dt. erweiterte Realität) betrachten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;map&amp;quot;&amp;gt;{{#display_map:St.Lambertiplatz, Lüneburg~&#039;&#039;&#039;St. Lambertiplatz zu Lüneburg&#039;&#039;&#039;|fullscreen=on|scrollzoom=off}}St. Lambertiplatz zu Lüneburg&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Übersicht zur Geschichte der Kirche &amp;lt;ref&amp;gt;Die Ausgrabungen in der St. Lambertikirche, Online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;== &lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1269 || Die St. Lamberti Kapelle wird zum ersten Mal erwähnt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1382 || Einweihung der Sakristei&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1398 || Bau des Kirchturms&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1491 || Umgestaltung des Kirchturms zugunsten eines leichteren Turmgestells &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1530|| Durch die Reformation erlangt die St. Lamberti den Status einer Pfarrkirche, der Lüneburger Rat schafft die katholische Messe ab und führt evangelische Gottesdienste ein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1541 || Das erste Taufbecken wird in der Kirche aufgestellt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1544-45 || Der Kirchturm wird erneut umgestaltet und erhält eine pyramidale Spitze &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1578|| Durch einen Sturm wird der Kirchturm beschädigt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1703|| Ein Sturm bringt den Kirchturm zum Einsturz&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1712 || Eine neue Turmspitze in Form einer niedrigen Haube mit offener Laterne wird gebaut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1732-1738|| Das Gewölbe der Kirche bröckelt, weshalb eine Holzdecke gebaut werden muss, der Gottesdienst wird in die Marienkirche zu Lüneburg verlegt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1752 || Die Glocken im Kirchturm müssen stabilisiert und ein Stockwerk tiefer angebracht werden, der Turm wird mit Pfeilern gestützt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1806-1814 || Die Kirche wird von der französischen Besatzung als Magazin zweckentfremdet&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1818 || Die Kirche befand sich wieder in Lüneburger Händen und das musste erneut am Gewölbe restauriert werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1829 || Aufgrund von anhaltenden Schäden muss das Glockenläuten eingestellt werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1844|| Aufgrund von Einsturzgefahr berät der Lüneburger Rat darüber, die Kirche abreißen zu lassen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1858 || Der letzte Gottesdienst&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1860-1861|| Abriss der Kirche&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte der Kirche==&lt;br /&gt;
Die ehemalige St. Lamberti Kirche wird zum ersten Mal im Jahr 1269 erwähnt, ihr genaues Baujahr ist allerdings unbekannt. Durch die historische Erwähnung und Ausgrabungen durch den Stadtarchäologen Dr. Edgar Ring in den Jahren 1998-2000, wird der Baubeginn um 1300 vermutet&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ehemalige Kirche wurde direkt auf der Abbruchkante zum Lüneburger [[Senkungsgebiet]] und der [[Saline]] gebaut, wodurch das Mauerwerk stetig anfällig für Schäden war. Dieser Umstand führte dazu, dass die Kirche im Jahre 1860/61 abgerissen werden musste. &lt;br /&gt;
[[Datei:St. Lamberti Kirche, Zeitsprung App Lüneburg.png|mini|rechts|Fotograf: Lukas Essig]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau des dreischiffigen Gotteshauses wurde durch Mittel der Lüneburger [[Sülfmeister]] und Bürger*innen der Stadt Lüneburg finanziert&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Jahr 1382 wurde die Sakristei der Kirche eingeweiht. Bereits 1491 musste der Kirchturm durch eine leichtere Spitze ersetzt werden, um den Bau zu entlasten&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Im Jahr 1503 beschloss der Lüneburger Rat sich der Reformation anzuschließen und schaffte die katholischen Messen zugunsten von evangelischen Gottesdiensten ab. Am 6.Mai 1530 begann der evangelische Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche, welche von da an die Rechte einer Pfarrkirche besaß. Noch vor der Reformation hatte die ehemalige Kirche den Status einer Kapelle und besaß deshalb neben dem Hauptaltar noch 22 Nebenalte, welche im Zuge der Reformation abgeschafft wurden&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1541 wurde das erste Taufbecken aufgestellt. Bereits zu dieser Zeit zeigten sich an der Kirche beträchtliche Bauschäden aufgrund des Salzabbaus in der Lüneburger [[Altstadt]]. 1544-1545 musste der Kirchturm erneut umgestaltet werden und bekam eine pyramidale Spitze mit Galerien und Ecktürmen. Doch nicht nur der Salzabbau in Lüneburg schadete dem Bauwerk enorm. Zwei Stürme sorgten letztendlich für den Einsturz des Kirchturmes. 1578 wurde die Kirche durch einen Sturm zunächst nur stark beschädigt, 1703 sorgte ein starker Sturm dann dafür, dass der Kirchturm einstürzte. Erst neun Jahre später, im Jahr 1712, wurde der Kirchturm repariert und durch eine niedrige Haube ausgetauscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während eines Gottesdienstes im Jahr 1732 brachen einige Steine aus dem Gewölbe der Kirche. Um die Besucher*innen der Kirche zu schützen, mussten umfangreiche Bauarbeiten am Gewölbe vorgenommen werden. Der Gottesdienst wurde während des Umbaus deshalb in die [[Marienkirche]] verlegt, welche sich noch heute in der Friedenstraße 8 in [[Lüneburg]] befindet. Die Bauarbeiten dauerten sechs Jahre. Bis 1738 wurde die Gewölbedecke durch eine Holzdecke ersetzt und die Kirchenkonstruktion mit Stützpfeilern verstärkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur vierzehn Jahre später mussten die Kirchenglocken ein Stockwerk tiefer aufgehängt werden, um den gefährdeten Kirchturm zu stabilisieren. Im Westen wurde der Turm durch weitere Strebepfeiler gestützt, um einen Einsturz und die Gefährdung der Kirchenbesucher*innen zu verhindern&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der französischen Besatzung Lüneburgs zwischen 1806- 1814 wurde die St. Lamberti Kirche als Magazin zweckentfremdet. In der Folge einer Niederlage Preußens in der Schlacht bei Jena und Auerstedt im Jahr 1806 war das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg von napoleonischen Truppen besetzt &amp;lt;ref&amp;gt;Wikipedia-Artikel zur Braunschweiger Franzosenzeit, online verfügbar unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Braunschweiger_Franzosenzeit, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nach dem Ende der Besetzung konnte der Gottesdienst bereits im frühen 19. Jahrhundert wieder aufgenommen werden. 1818 musste der Gottesdienst allerdings abermals eingestellt zu werden, da erneute Bauarbeiten am Gewölbe notwendig waren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1829 musste letztendlich, nach anhaltenden Schäden, das Glockenläuten eingestellt werden. Der Klöppel wurde von da an nur noch von Hand gegen die Glocke geschlagen, um ein Schwingen der Glocke zu unterbinden. Als dann 1844, trotz aller Bemühungen, das Gewölbe einzustürzen drohte, wurden die Stimmen im [[Stadtrat]] laut, die Kirche aufzugeben und zum Abriss zu verkaufen.&lt;br /&gt;
Im Jahr 1858 feierte die Kirchengemeinschaft daraufhin den letzten Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche. Am 21.02.1860 wurde folgende Anzeige in der Neuen Hannoverschen Zeitung geschaltet: &lt;br /&gt;
[[Datei:Bekanntmachung Abriss St. Lamberti Kirche.png|mini|links]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einigen Einsendungen erhielt der Maurer- und Zimmermeister Westphal die Möglichkeit, die St. Lamberti Kirche für 13.050 Taler abzureißen. Im Jahr 1861 war die Kirche vollkommen verschwunden, heute befindet sich auf dem St. Lambertiplatz nur noch eine Infotafel, die an das Bestehen der Kirche erinnert. Das Inventar der Kirche wurde allerdings an andere Kirchen in Lüneburg verteilt. Die [[St. Johanneskirche]] erhielt das 1541 eingeweihte Taufbecken und die [[St. Nicolaikirche]] den Hauptaltar aus dem Jahr 1443. Das Hospital zum heiligen Geist erhielt die Sonntagsglocke und das Uhrwerk der Kirche, welche bis in die fünfziger Jahre genutzt wurde. Dieses wurde anschließend im [[Kaufhaus]] am Hafen in [[Lüneburg]] gelagert und fiel dort Brandstiftern zum Opfer&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=all&amp;gt;&lt;br /&gt;
==Stadtarchäologische Grabungen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Grabung am [[Lambertiplatz|St. Lambertiplatz]] fand 1998 und 1999 statt. Eine 140m² große Fläche wurde vom Lüneburger Stadtarchäologen [[Dr. Edgar Ring]] und einigen, unter anderem studentischen, Hilfskräften geöffnet, mit dem Ziel die 1861 abgerissene Kirche genau zu lokalisieren. Außerdem interessierte sich das Team rund um Dr. Edgar Ring für den Zeitraum des Baubeginns der Kirche, welcher zu diesem Zeitpunkt noch nicht genau festgelegt werden konnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als der erste Schnitt im Nordosten der Kirche vorgenommen wurde, war es das Ziel, aussagekräftige Funde über die Fundamente der Umgebung des Chores innerhalb und außerhalb der Kirche zu gewinnen&amp;lt;ref&amp;gt; Ergebnisse der Grabungskampagnen 1998–1999, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam1.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die nächsten Schnitte wurden in unmittelbarer Nähe des ersten gesetzt. Nachdem Teile des Fundaments gefunden und mit alten Grundrissen abgeglichen wurden, konnte das Team den genauen Standort der Kirche lokalisieren. Außerdem wurden Scherben aus dem späten 13. Jahrhundert im Fundament gefunden, wodurch die Forschenden annehmen, dass der Baubeginn rund 100 Jahre später als zuerst vermutet stattgefunden haben muss. Durch das Fundament bekamen die Forschenden außerdem Aufschluss über die bereits oben erwähnten verschiedenen Bauphasen der Kirche. &lt;br /&gt;
[[Datei:Lüneburg St. Lamberti.jpg|mini|rechts]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Grabungen wurden auch drei Grüfte gefunden. Alle haben einen etwa rechteckigen Grundriss aus Ziegeln und konnten als Gräber identifiziert werden. Das größte und am sorgfältigsten gebaute Grab besitzt ein Tonnengewölbe. Die beiden kleineren Gräber sind hingegen nur mit mit flachen Grabsteinen bedeckt gewesen. Wie bereits von [[Wilhelm Friedrich Volger]] (* 31. März 1794 in Neetze; † 6.März 1879 Lüneburg) in den Stadtchroniken beschrieben, waren alle Gräber mit Schutt gefüllt. In jedem Grab lagen, unter den Trümmern begraben, zwei Gräber nebeneinander. Die beiden kleineren Gräber sind offensichtlich seit Generationen besetzt, aus Platzgründen mussten die älteren Gräber späteren Gräbern in der darunter liegenden Knochengrube weichen. Das große Grab, dessen Breite Platz für vier Särge bieten kann, enthielt nur zwei. Der in diesem Grab gefundene wappen­förmige Sargbeschlag war für die Forschenden sehr aufschlussreich, da es der Adelsfamilie von Döring, die bis zum 18. Jahrhundert in Lüneburg lebte, zugeordnet werden konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders interessant war für die Forschenden außerdem der Fund eines Schraubtalers von 1598. Ein Schraubtaler ist ein Geldstück, welches aus zwei Teilen besteht und mit einem Gewinde versehen ist. Es wurde in einem der Gräber gefunden und hat einen Durchmesser von 41 mm. Auf der Vorderseite sind die drei sächsischen Kurfürsten Christian II., Johann Georg I. und August zu sehen sowie die Aufschrift „CHRISTIAN·JOHAN GEORG·ET·AVGVSTUS“. Auf der Rückseite befindet sich die Aufschrift „FRAT:ET·DVCES·SAXON“, was so viel heißt wie  Brüder und Fürsten Sachsens. Beim Öffnen des Schraubtalers entdeckten die Forschenden auf der Innenfläche ein Porträt einer unbekannten Person, und auf der anderen Seite zwei Tauben mit Ringen im Schnabel, darunter ein brennendes Herz und das Jahr 1635. Es wird vermutet, dass der Schraubtaler ein Hochzeitsgeschenk des abgebildeten Mannes an seine Frau war, bevor er an der St. Lamberti Kirche begraben wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem wurden drei Würfel entdeckt, dessen Bedeutung allerdings ungewiss bleibt. Es wurden außerdem noch weitere Gräber ohne bedeutende Gaben gefunden. Sie alle wurden christlich in West-Ost-Richtung, teilweise übereinander, begraben. Die Gebeine wurden nach der Untersuchung wieder bestattet&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Grabungen im Jahr 2000 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2000 fand eine erneute Grabung der Lüneburger [[Stadtarchäologie]] am [[Lambertiplatz]] statt, bei der das Kirchenschiff in der Nähe des Kirchturms ausgegraben werden sollte. Die Forschenden hofften drauf, weitere Gruften und eine Seitenkapelle zu entdecken, da der Bereich von den Umbaumaßnahmen des 18. Jahrhunderts nicht betroffen sein sollte&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang Juni setzten die Forschenden der Lüneburger [[Stadtarchäologie]] einen 6x15 m großen Schnitt von der Nordseite der Kirche, bis in die Mitte des Hauptschiffs hinein. Die Grabungen stellten sich allerdings als erfolglos heraus, da ein Splitterschutzgraben aus dem 2. Weltkrieg die Außenfundamente der Seitenkapelle nahezu vollständig zerstört hatte&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Aus diesem Umstand heraus verzichtete das Ausgrabungsteam auf weitere Ausgrabungen in diesem Abschnitt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Südlich des Splitterschutzgrabens hingegen konnte erstmalig das Fußbodenniveau der St. Lamberti Kirche dokumentiert werden, welcher aus trocken gesetzten Backsteinen im Fischgrätenmuster bestand&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Außerdem konnte der Standort der westlichen Pfeiler bestätigt werden, indem Fundamentreste am West- und Ostrand der Pfeiler freigelegt wurden. Bei diesen Grabungen konnte ebenfalls bestätigt werden, dass die Kirche direkt auf der sogenannten Abbruchkante zum [[Senkungsgebiet]] der Lüneburger [[Altstadt]] und der [[Saline]] erbaut wurde. Der westliche Pfeiler zeigte bei den Ausgrabungen keine Veränderung seit der Erbauungszeit im 13. Jahrhundert, war aber stark nach Westen gekippt. Der östliche Pfeiler hingegen war im 18. Jahrhundert ausgebessert worden, was auch historische Berichte bestätigen. Durch die Absenkung in diesem Gebiet neigte sich der Pfeiler bis 1730 so stark nach Westen, dass er ausgebessert werden musste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Forschenden konnten ebenfalls herausfinden, dass die ehemalige St. Lamberti Kirche zunächst aus einer massiven Backsteinkonstruktion bestand, welche anschließend im 18. Jahrhundert durch ein Schalenmauerwerk aus Backsteinen und Feldsteinen, gefüllt mit Bauschutt, ausgetauscht wurde. Die Grabungen zeigten außerdem, dass beim Abriss der Kirche im Jahr 1860/61 nur noch das unterste Niveau des Fundamentes bestehen blieb und der Rest der Kirche abgetragen wurde. Es wurden außerdem sieben große Feldsteine entdeckt, welche an der nördlichen und westlichen Kante das Fundament begrenzten. Zusätzlich konnte eine Gipsmörtelschicht mit einer Dicke von etwa 5 cm freigelegt werden, welche sich im Inneren der Kirche befand. In diese waren etwa 30 rechteckige, 30 – 40 cm lange Pfosten eingeschlagen. Alle Pfosten waren annähernd quadratisch, mit einer Kantenlänge von etwa 10 cm und am unteren Ende angespitzt. Diese wären bei der Erbauung um 1300 theoretisch nicht nötig gewesen, aufgrund der Gegebenheiten des Bodens. Die Forschenden nehmen deshalb an, dass bereits beim Bau der Kirche Senkungsschäden auftraten, welche durch den Einsatz der eben beschriebenen Maßnahmen kompensiert werden sollten&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch bei der Grabung im Jahr 2000 konnten wieder viele Gräber freigelegt werden, welche sich bis auf eines alle im Hauptschiff befanden. Aus Platzgründen wurden auch diese in mehreren Schichten begraben. Es wurden nur Särge aus Holz mit metallenen Griffen gefunden, wobei es Unterschiede bei der Anzahl und Anbringung der Griffe gab. Die Lüneburger [[Stadtarchäologie]] nimmt aus diesem Grund an, dass die unterschiedliche Anzahl und Verarbeitung der Griffe auf soziale Unterschiede der Verstorbenen hinweist&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Grabungen konnte eine ganz besondere Bestattung dokumentiert werden. Eine Frau wurde mit reichlichen Schmuckbeigaben beerdigt. An den Armen trug sie Armbänder aus Hohlglasperlen und auf dem Haupt eine Totenkrone, welche als Schmuckgegenstand für die Bestattung von jung Verstorbenen, Ledigen oder auch bei Kindern und Säuglingen zugegeben wurde&amp;lt;ref&amp;gt;Wikipedia Artikel zur Totenkrone, online verfügbar unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Totenkrone, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. An der Krone wurden noch Reste des Haupthaars und aufgenähter Textilien gefunden. Auf Höhe der Ohren der Verstorbenen wurden außerdem zwei Anhänger aus feinem Kupfer- und Bronzegeflechten entdeckt, welche ebenfalls mit Glasperlen verziert waren. Diese Anhänger wurden im [https://kulturerbe.niedersachsen.de/kultureinrichtung/isil_DE-2299/ Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege] restauriert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein benachbartes weibliches Skelett wurde ebenfalls geborgen und wies einen bemerkenswert schlechten Zustand der Zähne auf, wobei ein starker Kariesbefall auf der linken Seite des Kiefers festgestellt wurde und eine sehr geringe Abnutzung rechtsseitig. Diese Funde weisen darauf hin, dass die Frau offenbar jahrelang nur die linke Kieferseite zum Kauen nutze&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Alisa Walenziak</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.luenepedia.de/index.php?title=St._Lamberti&amp;diff=10778</id>
		<title>St. Lamberti</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.luenepedia.de/index.php?title=St._Lamberti&amp;diff=10778"/>
		<updated>2021-09-08T11:39:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Alisa Walenziak: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ehemalige St. Lamberti Kirche1.jpg|mini|rechts|St. Lamberti Kirche mit der Zeitsprung App, Fotograf: Lukas Essig|verweis=Special:FilePath/Ehemalige_St._Lamberti_Kirche1.jpg]] Die St. Lamberti Kirche ist eine ehemalige Kirche in der Stadt Lüneburg. Erstmalig wurde sie 1269 erwähnt. Im Jahr 1860/1861 musste sie aufgrund von vielen Schäden abgerissen werden. Am St. [[Lambertiplatz]] befindet sich noch heute eine Informationstafel zur Geschichte und den Grabungen, welche zwischen 1998 und 2000 stattfanden. Mit der App [[Zeitsprung Lüneburg]] lässt sich die ehemalige Kirche mithilfe von Augmentet Reality (dt. erweiterte Realität) betrachten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;map&amp;quot;&amp;gt;{{#display_map:St.Lambertiplatz, Lüneburg~&#039;&#039;&#039;St. Lambertiplatz zu Lüneburg&#039;&#039;&#039;|fullscreen=on|scrollzoom=off}}St. Lambertiplatz zu Lüneburg&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Übersicht zur Geschichte der Kirche &amp;lt;ref&amp;gt;Die Ausgrabungen in der St. Lambertikirche, Online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;== &lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1269 || Die St. Lamberti Kapelle wird zum ersten Mal erwähnt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1382 || Einweihung der Sakristei&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1398 || Bau des Kirchturms&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1491 || Umgestaltung des Kirchturms zugunsten eines leichteren Turmgestells &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1530|| Durch die Reformation erlangt die St. Lamberti den Status einer Pfarrkirche, der Lüneburger Rat schafft die katholische Messe ab und führt evangelische Gottesdienste ein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1541 || Das erste Taufbecken wird in der Kirche aufgestellt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1544-45 || Der Kirchturm wird erneut umgestaltet und erhält eine pyramidale Spitze &lt;br /&gt;
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| 1578|| Durch einen Sturm wird der Kirchturm beschädigt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1703|| Ein Sturm bringt den Kirchturm zum Einsturz&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1712 || Eine neue Turmspitze in Form einer niedrigen Haube mit offener Laterne wird gebaut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1732-1738|| Das Gewölbe der Kirche bröckelt, weshalb eine Holzdecke gebaut werden muss, der Gottesdienst wird in die Marienkirche zu Lüneburg verlegt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1752 || Die Glocken im Kirchturm müssen stabilisiert und ein Stockwerk tiefer angebracht werden, der Turm wird mit Pfeilern gestützt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1806-1814 || Die Kirche wird von der französischen Besatzung als Magazin zweckentfremdet&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1818 || Die Kirche befand sich wieder in Lüneburger Händen und das musste erneut am Gewölbe restauriert werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1829 || Aufgrund von anhaltenden Schäden muss das Glockenläuten eingestellt werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1844|| Aufgrund von Einsturzgefahr berät der Lüneburger Rat darüber, die Kirche abreißen zu lassen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1858 || Der letzte Gottesdienst&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1860-1861|| Abriss der Kirche&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte der Kirche==&lt;br /&gt;
Die ehemalige St. Lamberti Kirche wird zum ersten Mal im Jahr 1269 erwähnt, ihr genaues Baujahr ist allerdings unbekannt. Durch die historische Erwähnung und Ausgrabungen durch den Stadtarchäologen Dr. Edgar Ring in den Jahren 1998-2000, wird der Baubeginn um 1300 vermutet&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ehemalige Kirche wurde direkt auf der Abbruchkante zum Lüneburger [[Senkungsgebiet]] und der [[Saline]] gebaut, wodurch das Mauerwerk stetig anfällig für Schäden war. Dieser Umstand führte dazu, dass die Kirche im Jahre 1860/61 abgerissen werden musste. &lt;br /&gt;
[[Datei:St. Lamberti Kirche, Zeitsprung App Lüneburg.png|mini|rechts|Fotograf: Lukas Essig]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau des dreischiffigen Gotteshauses wurde durch Mittel der Lüneburger [[Sülfmeister]] und Bürger*innen der Stadt Lüneburg finanziert&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Jahr 1382 wurde die Sakristei der Kirche eingeweiht. Bereits 1491 musste der Kirchturm durch eine leichtere Spitze ersetzt werden, um den Bau zu entlasten&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Im Jahr 1503 beschloss der Lüneburger Rat sich der Reformation anzuschließen und schaffte die katholischen Messen zugunsten von evangelischen Gottesdiensten ab. Am 6.Mai 1530 begann der evangelische Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche, welche von da an die Rechte einer Pfarrkirche besaß. Noch vor der Reformation hatte die ehemalige Kirche den Status einer Kapelle und besaß deshalb neben dem Hauptaltar noch 22 Nebenalte, welche im Zuge der Reformation abgeschafft wurden&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1541 wurde das erste Taufbecken aufgestellt. Bereits zu dieser Zeit zeigten sich an der Kirche beträchtliche Bauschäden aufgrund des Salzabbaus in der Lüneburger [[Altstadt]]. 1544-1545 musste der Kirchturm erneut umgestaltet werden und bekam eine pyramidale Spitze mit Galerien und Ecktürmen. Doch nicht nur der Salzabbau in Lüneburg schadete dem Bauwerk enorm. Zwei Stürme sorgten letztendlich für den Einsturz des Kirchturmes. 1578 wurde die Kirche durch einen Sturm zunächst nur stark beschädigt, 1703 sorgte ein starker Sturm dann dafür, dass der Kirchturm einstürzte. Erst neun Jahre später, im Jahr 1712, wurde der Kirchturm repariert und durch eine niedrige Haube ausgetauscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während eines Gottesdienstes im Jahr 1732 brachen einige Steine aus dem Gewölbe der Kirche. Um die Besucher*innen der Kirche zu schützen, mussten umfangreiche Bauarbeiten am Gewölbe vorgenommen werden. Der Gottesdienst wurde während des Umbaus deshalb in die [[Marienkirche]] verlegt, welche sich noch heute in der Friedenstraße 8 in [[Lüneburg]] befindet. Die Bauarbeiten dauerten sechs Jahre. Bis 1738 wurde die Gewölbedecke durch eine Holzdecke ersetzt und die Kirchenkonstruktion mit Stützpfeilern verstärkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur vierzehn Jahre später mussten die Kirchenglocken ein Stockwerk tiefer aufgehängt werden, um den gefährdeten Kirchturm zu stabilisieren. Im Westen wurde der Turm durch weitere Strebepfeiler gestützt, um einen Einsturz und die Gefährdung der Kirchenbesucher*innen zu verhindern&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der französischen Besatzung Lüneburgs zwischen 1806- 1814 wurde die St. Lamberti Kirche als Magazin zweckentfremdet. In der Folge einer Niederlage Preußens in der Schlacht bei Jena und Auerstedt im Jahr 1806 war das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg von napoleonischen Truppen besetzt &amp;lt;ref&amp;gt;Wikipedia-Artikel zur Braunschweiger Franzosenzeit, online verfügbar unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Braunschweiger_Franzosenzeit, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nach dem Ende der Besetzung konnte der Gottesdienst bereits im frühen 19. Jahrhundert wieder aufgenommen werden. 1818 musste der Gottesdienst allerdings abermals eingestellt zu werden, da erneute Bauarbeiten am Gewölbe notwendig waren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1829 musste letztendlich, nach anhaltenden Schäden, das Glockenläuten eingestellt werden. Der Klöppel wurde von da an nur noch von Hand gegen die Glocke geschlagen, um ein Schwingen der Glocke zu unterbinden. Als dann 1844, trotz aller Bemühungen, das Gewölbe einzustürzen drohte, wurden die Stimmen im [[Stadtrat]] laut, die Kirche aufzugeben und zum Abriss zu verkaufen.&lt;br /&gt;
Im Jahr 1858 feierte die Kirchengemeinschaft daraufhin den letzten Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche. Am 21.02.1860 wurde folgende Anzeige in der Neuen Hannoverschen Zeitung geschaltet: &lt;br /&gt;
[[Datei:Bekanntmachung Abriss St. Lamberti Kirche.png|mini|links]] &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einigen Einsendungen erhielt der Maurer- und Zimmermeister Westphal die Möglichkeit, die St. Lamberti Kirche für 13.050 Taler abzureißen. Im Jahr 1861 war die Kirche vollkommen verschwunden, heute befindet sich auf dem St. Lambertiplatz nur noch eine Infotafel, die an das Bestehen der Kirche erinnert. Das Inventar der Kirche wurde allerdings an andere Kirchen in Lüneburg verteilt. Die [[St. Johanneskirche]] erhielt das 1541 eingeweihte Taufbecken und die [[St. Nicolaikirche]] den Hauptaltar aus dem Jahr 1443. Das Hospital zum heiligen Geist erhielt die Sonntagsglocke und das Uhrwerk der Kirche, welche bis in die fünfziger Jahre genutzt wurde. Dieses wurde anschließend im [[Kaufhaus]] am Hafen in [[Lüneburg]] gelagert und fiel dort Brandstiftern zum Opfer&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Stadtarchäologische Grabungen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Grabung am [[Lambertiplatz|St. Lambertiplatz]] fand 1998 und 1999 statt. Eine 140m² große Fläche wurde vom Lüneburger Stadtarchäologen [[Dr. Edgar Ring]] und einigen, unter anderem studentischen, Hilfskräften geöffnet, mit dem Ziel die 1861 abgerissene Kirche genau zu lokalisieren. Außerdem interessierte sich das Team rund um Dr. Edgar Ring für den Zeitraum des Baubeginns der Kirche, welcher zu diesem Zeitpunkt noch nicht genau festgelegt werden konnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als der erste Schnitt im Nordosten der Kirche vorgenommen wurde, war es das Ziel, aussagekräftige Funde über die Fundamente der Umgebung des Chores innerhalb und außerhalb der Kirche zu gewinnen&amp;lt;ref&amp;gt; Ergebnisse der Grabungskampagnen 1998–1999, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam1.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die nächsten Schnitte wurden in unmittelbarer Nähe des ersten gesetzt. Nachdem Teile des Fundaments gefunden und mit alten Grundrissen abgeglichen wurden, konnte das Team den genauen Standort der Kirche lokalisieren. Außerdem wurden Scherben aus dem späten 13. Jahrhundert im Fundament gefunden, wodurch die Forschenden annehmen, dass der Baubeginn rund 100 Jahre später als zuerst vermutet stattgefunden haben muss. Durch das Fundament bekamen die Forschenden außerdem Aufschluss über die bereits oben erwähnten verschiedenen Bauphasen der Kirche. &lt;br /&gt;
[[Datei:Lüneburg St. Lamberti.jpg|mini|rechts]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Grabungen wurden auch drei Grüfte gefunden. Alle haben einen etwa rechteckigen Grundriss aus Ziegeln und konnten als Gräber identifiziert werden. Das größte und am sorgfältigsten gebaute Grab besitzt ein Tonnengewölbe. Die beiden kleineren Gräber sind hingegen nur mit mit flachen Grabsteinen bedeckt gewesen. Wie bereits von [[Wilhelm Friedrich Volger]] (* 31. März 1794 in Neetze; † 6.März 1879 Lüneburg) in den Stadtchroniken beschrieben, waren alle Gräber mit Schutt gefüllt. In jedem Grab lagen, unter den Trümmern begraben, zwei Gräber nebeneinander. Die beiden kleineren Gräber sind offensichtlich seit Generationen besetzt, aus Platzgründen mussten die älteren Gräber späteren Gräbern in der darunter liegenden Knochengrube weichen. Das große Grab, dessen Breite Platz für vier Särge bieten kann, enthielt nur zwei. Der in diesem Grab gefundene wappen­förmige Sargbeschlag war für die Forschenden sehr aufschlussreich, da es der Adelsfamilie von Döring, die bis zum 18. Jahrhundert in Lüneburg lebte, zugeordnet werden konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders interessant war für die Forschenden außerdem der Fund eines Schraubtalers von 1598. Ein Schraubtaler ist ein Geldstück, welches aus zwei Teilen besteht und mit einem Gewinde versehen ist. Es wurde in einem der Gräber gefunden und hat einen Durchmesser von 41 mm. Auf der Vorderseite sind die drei sächsischen Kurfürsten Christian II., Johann Georg I. und August zu sehen sowie die Aufschrift „CHRISTIAN·JOHAN GEORG·ET·AVGVSTUS“. Auf der Rückseite befindet sich die Aufschrift „FRAT:ET·DVCES·SAXON“, was so viel heißt wie  Brüder und Fürsten Sachsens. Beim Öffnen des Schraubtalers entdeckten die Forschenden auf der Innenfläche ein Porträt einer unbekannten Person, und auf der anderen Seite zwei Tauben mit Ringen im Schnabel, darunter ein brennendes Herz und das Jahr 1635. Es wird vermutet, dass der Schraubtaler ein Hochzeitsgeschenk des abgebildeten Mannes an seine Frau war, bevor er an der St. Lamberti Kirche begraben wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem wurden drei Würfel entdeckt, dessen Bedeutung allerdings ungewiss bleibt. Es wurden außerdem noch weitere Gräber ohne bedeutende Gaben gefunden. Sie alle wurden christlich in West-Ost-Richtung, teilweise übereinander, begraben. Die Gebeine wurden nach der Untersuchung wieder bestattet&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Grabungen im Jahr 2000 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2000 fand eine erneute Grabung der Lüneburger [[Stadtarchäologie]] am [[Lambertiplatz]] statt, bei der das Kirchenschiff in der Nähe des Kirchturms ausgegraben werden sollte. Die Forschenden hofften drauf, weitere Gruften und eine Seitenkapelle zu entdecken, da der Bereich von den Umbaumaßnahmen des 18. Jahrhunderts nicht betroffen sein sollte&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang Juni setzten die Forschenden der Lüneburger [[Stadtarchäologie]] einen 6x15 m großen Schnitt von der Nordseite der Kirche, bis in die Mitte des Hauptschiffs hinein. Die Grabungen stellten sich allerdings als erfolglos heraus, da ein Splitterschutzgraben aus dem 2. Weltkrieg die Außenfundamente der Seitenkapelle nahezu vollständig zerstört hatte&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Aus diesem Umstand heraus verzichtete das Ausgrabungsteam auf weitere Ausgrabungen in diesem Abschnitt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Südlich des Splitterschutzgrabens hingegen konnte erstmalig das Fußbodenniveau der St. Lamberti Kirche dokumentiert werden, welcher aus trocken gesetzten Backsteinen im Fischgrätenmuster bestand&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Außerdem konnte der Standort der westlichen Pfeiler bestätigt werden, indem Fundamentreste am West- und Ostrand der Pfeiler freigelegt wurden. Bei diesen Grabungen konnte ebenfalls bestätigt werden, dass die Kirche direkt auf der sogenannten Abbruchkante zum [[Senkungsgebiet]] der Lüneburger [[Altstadt]] und der [[Saline]] erbaut wurde. Der westliche Pfeiler zeigte bei den Ausgrabungen keine Veränderung seit der Erbauungszeit im 13. Jahrhundert, war aber stark nach Westen gekippt. Der östliche Pfeiler hingegen war im 18. Jahrhundert ausgebessert worden, was auch historische Berichte bestätigen. Durch die Absenkung in diesem Gebiet neigte sich der Pfeiler bis 1730 so stark nach Westen, dass er ausgebessert werden musste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Forschenden konnten ebenfalls herausfinden, dass die ehemalige St. Lamberti Kirche zunächst aus einer massiven Backsteinkonstruktion bestand, welche anschließend im 18. Jahrhundert durch ein Schalenmauerwerk aus Backsteinen und Feldsteinen, gefüllt mit Bauschutt, ausgetauscht wurde. Die Grabungen zeigten außerdem, dass beim Abriss der Kirche im Jahr 1860/61 nur noch das unterste Niveau des Fundamentes bestehen blieb und der Rest der Kirche abgetragen wurde. Es wurden außerdem sieben große Feldsteine entdeckt, welche an der nördlichen und westlichen Kante das Fundament begrenzten. Zusätzlich konnte eine Gipsmörtelschicht mit einer Dicke von etwa 5 cm freigelegt werden, welche sich im Inneren der Kirche befand. In diese waren etwa 30 rechteckige, 30 – 40 cm lange Pfosten eingeschlagen. Alle Pfosten waren annähernd quadratisch, mit einer Kantenlänge von etwa 10 cm und am unteren Ende angespitzt. Diese wären bei der Erbauung um 1300 theoretisch nicht nötig gewesen, aufgrund der Gegebenheiten des Bodens. Die Forschenden nehmen deshalb an, dass bereits beim Bau der Kirche Senkungsschäden auftraten, welche durch den Einsatz der eben beschriebenen Maßnahmen kompensiert werden sollten&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch bei der Grabung im Jahr 2000 konnten wieder viele Gräber freigelegt werden, welche sich bis auf eines alle im Hauptschiff befanden. Aus Platzgründen wurden auch diese in mehreren Schichten begraben. Es wurden nur Särge aus Holz mit metallenen Griffen gefunden, wobei es Unterschiede bei der Anzahl und Anbringung der Griffe gab. Die Lüneburger [[Stadtarchäologie]] nimmt aus diesem Grund an, dass die unterschiedliche Anzahl und Verarbeitung der Griffe auf soziale Unterschiede der Verstorbenen hinweist&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Grabungen konnte eine ganz besondere Bestattung dokumentiert werden. Eine Frau wurde mit reichlichen Schmuckbeigaben beerdigt. An den Armen trug sie Armbänder aus Hohlglasperlen und auf dem Haupt eine Totenkrone, welche als Schmuckgegenstand für die Bestattung von jung Verstorbenen, Ledigen oder auch bei Kindern und Säuglingen zugegeben wurde&amp;lt;ref&amp;gt;Wikipedia Artikel zur Totenkrone, online verfügbar unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Totenkrone, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. An der Krone wurden noch Reste des Haupthaars und aufgenähter Textilien gefunden. Auf Höhe der Ohren der Verstorbenen wurden außerdem zwei Anhänger aus feinem Kupfer- und Bronzegeflechten entdeckt, welche ebenfalls mit Glasperlen verziert waren. Diese Anhänger wurden im [https://kulturerbe.niedersachsen.de/kultureinrichtung/isil_DE-2299/ Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege] restauriert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein benachbartes weibliches Skelett wurde ebenfalls geborgen und wies einen bemerkenswert schlechten Zustand der Zähne auf, wobei ein starker Kariesbefall auf der linken Seite des Kiefers festgestellt wurde und eine sehr geringe Abnutzung rechtsseitig. Diese Funde weisen darauf hin, dass die Frau offenbar jahrelang nur die linke Kieferseite zum Kauen nutze&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Alisa Walenziak</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.luenepedia.de/index.php?title=St._Lamberti&amp;diff=10777</id>
		<title>St. Lamberti</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.luenepedia.de/index.php?title=St._Lamberti&amp;diff=10777"/>
		<updated>2021-09-08T11:25:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Alisa Walenziak: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ehemalige St. Lamberti Kirche1.jpg|mini|rechts|St. Lamberti Kirche mit der Zeitsprung App, Fotograf: Lukas Essig|verweis=Special:FilePath/Ehemalige_St._Lamberti_Kirche1.jpg]] Die St. Lamberti Kirche ist eine ehemalige Kirche in der Stadt Lüneburg. Erstmalig wurde sie 1269 erwähnt. Im Jahr 1860/1861 musste sie aufgrund von vielen Schäden abgerissen werden. Am St. [[Lambertiplatz]] befindet sich noch heute eine Informationstafel zur Geschichte und den Grabungen, welche zwischen 1998 und 2000 stattfanden. Mit der App [[Zeitsprung Lüneburg]] lässt sich die ehemalige Kirche mithilfe von Augmentet Reality (dt. erweiterte Realität) betrachten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;map&amp;quot;&amp;gt;{{#display_map:St.Lambertiplatz, Lüneburg~&#039;&#039;&#039;St. Lambertiplatz zu Lüneburg&#039;&#039;&#039;|fullscreen=on|scrollzoom=off}}St. Lambertiplatz zu Lüneburg&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Übersicht zur Geschichte der Kirche &amp;lt;ref&amp;gt;Die Ausgrabungen in der St. Lambertikirche, Online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;== &lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1269 || Die St. Lamberti Kapelle wird zum ersten Mal erwähnt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1382 || Einweihung der Sakristei&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1398 || Bau des Kirchturms&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1491 || Umgestaltung des Kirchturms zugunsten eines leichteren Turmgestells &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1530|| Durch die Reformation erlangt die St. Lamberti den Status einer Pfarrkirche, der Lüneburger Rat schafft die katholische Messe ab und führt evangelische Gottesdienste ein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1541 || Das erste Taufbecken wird in der Kirche aufgestellt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1544-45 || Der Kirchturm wird erneut umgestaltet und erhält eine pyramidale Spitze &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1578|| Durch einen Sturm wird der Kirchturm beschädigt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1703|| Ein Sturm bringt den Kirchturm zum Einsturz&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1712 || Eine neue Turmspitze in Form einer niedrigen Haube mit offener Laterne wird gebaut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1732-1738|| Das Gewölbe der Kirche bröckelt, weshalb eine Holzdecke gebaut werden muss, der Gottesdienst wird in die Marienkirche zu Lüneburg verlegt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1752 || Die Glocken im Kirchturm müssen stabilisiert und ein Stockwerk tiefer angebracht werden, der Turm wird mit Pfeilern gestützt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1806-1814 || Die Kirche wird von der französischen Besatzung als Magazin zweckentfremdet&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1818 || Die Kirche befand sich wieder in Lüneburger Händen und das musste erneut am Gewölbe restauriert werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1829 || Aufgrund von anhaltenden Schäden muss das Glockenläuten eingestellt werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1844|| Aufgrund von Einsturzgefahr berät der Lüneburger Rat darüber, die Kirche abreißen zu lassen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1858 || Der letzte Gottesdienst&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1860-1861|| Abriss der Kirche&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte der Kirche==&lt;br /&gt;
Die ehemalige St. Lamberti Kirche wird zum ersten Mal im Jahr 1269 erwähnt, ihr genaues Baujahr ist allerdings unbekannt. Durch die historische Erwähnung und Ausgrabungen durch den Stadtarchäologen Dr. Edgar Ring in den Jahren 1998-2000, wird der Baubeginn um 1300 vermutet&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ehemalige Kirche wurde direkt auf der Abbruchkante zum Lüneburger [[Senkungsgebiet]] und der [[Saline]] gebaut, wodurch das Mauerwerk stetig anfällig für Schäden war. Dieser Umstand führte dazu, dass die Kirche im Jahre 1860/61 abgerissen werden musste. &lt;br /&gt;
[[Datei:St. Lamberti Kirche, Zeitsprung App Lüneburg.png|mini|rechts|Fotograf: Lukas Essig]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau des dreischiffigen Gotteshauses wurde durch Mittel der Lüneburger [[Sülfmeister]] und Bürger*innen der Stadt Lüneburg finanziert&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Jahr 1382 wurde die Sakristei der Kirche eingeweiht. Bereits 1491 musste der Kirchturm durch eine leichtere Spitze ersetzt werden, um den Bau zu entlasten&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Im Jahr 1503 beschloss der Lüneburger Rat sich der Reformation anzuschließen und schaffte die katholischen Messen zugunsten von evangelischen Gottesdiensten ab. Am 6.Mai 1530 begann der evangelische Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche, welche von da an die Rechte einer Pfarrkirche besaß. Noch vor der Reformation hatte die ehemalige Kirche den Status einer Kapelle und besaß deshalb neben dem Hauptaltar noch 22 Nebenalte, welche im Zuge der Reformation abgeschafft wurden&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1541 wurde das erste Taufbecken aufgestellt. Bereits zu dieser Zeit zeigten sich an der Kirche beträchtliche Bauschäden aufgrund des Salzabbaus in der Lüneburger [[Altstadt]]. 1544-1545 musste der Kirchturm erneut umgestaltet werden und bekam eine pyramidale Spitze mit Galerien und Ecktürmen. Doch nicht nur der Salzabbau in Lüneburg schadete dem Bauwerk enorm. Zwei Stürme sorgten letztendlich für den Einsturz des Kirchturmes. 1578 wurde die Kirche durch einen Sturm zunächst nur stark beschädigt, 1703 sorgte ein starker Sturm dann dafür, dass der Kirchturm einstürzte. Erst neun Jahre später, im Jahr 1712, wurde der Kirchturm repariert und durch eine niedrige Haube ausgetauscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während eines Gottesdienstes im Jahr 1732 brachen einige Steine aus dem Gewölbe der Kirche. Um die Besucher*innen der Kirche zu schützen, mussten umfangreiche Bauarbeiten am Gewölbe vorgenommen werden. Der Gottesdienst wurde während des Umbaus deshalb in die [[Marienkirche]] verlegt, welche sich noch heute in der Friedenstraße 8 in [[Lüneburg]] befindet. Die Bauarbeiten dauerten sechs Jahre. Bis 1738 wurde die Gewölbedecke durch eine Holzdecke ersetzt und die Kirchenkonstruktion mit Stützpfeilern verstärkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur vierzehn Jahre später mussten die Kirchenglocken ein Stockwerk tiefer aufgehängt werden, um den gefährdeten Kirchturm zu stabilisieren. Im Westen wurde der Turm durch weitere Strebepfeiler gestützt, um einen Einsturz und die Gefährdung der Kirchenbesucher*innen zu verhindern&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der französischen Besatzung Lüneburgs zwischen 1806- 1814 wurde die St. Lamberti Kirche als Magazin zweckentfremdet. In der Folge einer Niederlage Preußens in der Schlacht bei Jena und Auerstedt im Jahr 1806 war das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg von napoleonischen Truppen besetzt &amp;lt;ref&amp;gt;Wikipedia-Artikel zur Braunschweiger Franzosenzeit, online verfügbar unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Braunschweiger_Franzosenzeit, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nach dem Ende der Besetzung konnte der Gottesdienst bereits im frühen 19. Jahrhundert wieder aufgenommen werden. 1818 musste der Gottesdienst allerdings abermals eingestellt zu werden, da erneute Bauarbeiten am Gewölbe notwendig waren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1829 musste letztendlich, nach anhaltenden Schäden, das Glockenläuten eingestellt werden. Der Klöppel wurde von da an nur noch von Hand gegen die Glocke geschlagen, um ein Schwingen der Glocke zu unterbinden. Als dann 1844, trotz aller Bemühungen, das Gewölbe einzustürzen drohte, wurden die Stimmen im [[Stadtrat]] laut, die Kirche aufzugeben und zum Abriss zu verkaufen.&lt;br /&gt;
Im Jahr 1858 feierte die Kirchengemeinschaft daraufhin den letzten Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche. Am 21.02.1860 wurde folgende Anzeige in der Neuen Hannoverschen Zeitung geschaltet: &lt;br /&gt;
[[Datei:Bekanntmachung Abriss St. Lamberti Kirche.png|mini|links]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einigen Einsendungen erhielt der Maurer- und Zimmermeister Westphal die Möglichkeit, die St. Lamberti Kirche für 13.050 Taler abzureißen. Im Jahr 1861 war die Kirche vollkommen verschwunden, heute befindet sich auf dem St. Lambertiplatz nur noch eine Infotafel, die an das Bestehen der Kirche erinnert. Das Inventar der Kirche wurde allerdings an andere Kirchen in Lüneburg verteilt. Die [[St. Johanneskirche]] erhielt das 1541 eingeweihte Taufbecken und die [[St. Nicolaikirche]] den Hauptaltar aus dem Jahr 1443. Das Hospital zum heiligen Geist erhielt die Sonntagsglocke und das Uhrwerk der Kirche, welche bis in die fünfziger Jahre genutzt wurde. Dieses wurde anschließend im [[Kaufhaus]] am Hafen in [[Lüneburg]] gelagert und fiel dort Brandstiftern zum Opfer&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Stadtarchäologische Grabungen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Grabung am [[Lambertiplatz|St. Lambertiplatz]] fand 1998 und 1999 statt. Eine 140m² große Fläche wurde vom Lüneburger Stadtarchäologen [[Dr. Edgar Ring]] und einigen, unter anderem studentischen, Hilfskräften geöffnet, mit dem Ziel die 1861 abgerissene Kirche genau zu lokalisieren. Außerdem interessierte sich das Team rund um Dr. Edgar Ring für den Zeitraum des Baubeginns der Kirche, welcher zu diesem Zeitpunkt noch nicht genau festgelegt werden konnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als der erste Schnitt im Nordosten der Kirche vorgenommen wurde, war es das Ziel, aussagekräftige Funde über die Fundamente der Umgebung des Chores innerhalb und außerhalb der Kirche zu gewinnen&amp;lt;ref&amp;gt; Ergebnisse der Grabungskampagnen 1998–1999, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam1.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die nächsten Schnitte wurden in unmittelbarer Nähe des ersten gesetzt. Nachdem Teile des Fundaments gefunden und mit alten Grundrissen abgeglichen wurden, konnte das Team den genauen Standort der Kirche lokalisieren. Außerdem wurden Scherben aus dem späten 13. Jahrhundert im Fundament gefunden, wodurch die Forschenden annehmen, dass der Baubeginn rund 100 Jahre später als zuerst vermutet stattgefunden haben muss. Durch das Fundament bekamen die Forschenden außerdem Aufschluss über die bereits oben erwähnten verschiedenen Bauphasen der Kirche. &lt;br /&gt;
[[Datei:Lüneburg St. Lamberti.jpg|mini|rechts]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Grabungen wurden auch drei Grüfte gefunden. Alle haben einen etwa rechteckigen Grundriss aus Ziegeln und konnten als Gräber identifiziert werden. Das größte und am sorgfältigsten gebaute Grab besitzt ein Tonnengewölbe. Die beiden kleineren Gräber sind hingegen nur mit mit flachen Grabsteinen bedeckt gewesen. Wie bereits von [[Wilhelm Friedrich Volger]] (* 31. März 1794 in Neetze; † 6.März 1879 Lüneburg) in den Stadtchroniken beschrieben, waren alle Gräber mit Schutt gefüllt. In jedem Grab lagen, unter den Trümmern begraben, zwei Gräber nebeneinander. Die beiden kleineren Gräber sind offensichtlich seit Generationen besetzt, aus Platzgründen mussten die älteren Gräber späteren Gräbern in der darunter liegenden Knochengrube weichen. Das große Grab, dessen Breite Platz für vier Särge bieten kann, enthielt nur zwei. Der in diesem Grab gefundene wappen­förmige Sargbeschlag war für die Forschenden sehr aufschlussreich, da es der Adelsfamilie von Döring, die bis zum 18. Jahrhundert in Lüneburg lebte, zugeordnet werden konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders interessant war für die Forschenden außerdem der Fund eines Schraubtalers von 1598. Ein Schraubtaler ist ein Geldstück, welches aus zwei Teilen besteht und mit einem Gewinde versehen ist. Es wurde in einem der Gräber gefunden und hat einen Durchmesser von 41 mm. Auf der Vorderseite sind die drei sächsischen Kurfürsten Christian II., Johann Georg I. und August zu sehen sowie die Aufschrift „CHRISTIAN·JOHAN GEORG·ET·AVGVSTUS“. Auf der Rückseite befindet sich die Aufschrift „FRAT:ET·DVCES·SAXON“, was so viel heißt wie  Brüder und Fürsten Sachsens. Beim Öffnen des Schraubtalers entdeckten die Forschenden auf der Innenfläche ein Porträt einer unbekannten Person, und auf der anderen Seite zwei Tauben mit Ringen im Schnabel, darunter ein brennendes Herz und das Jahr 1635. Es wird vermutet, dass der Schraubtaler ein Hochzeitsgeschenk des abgebildeten Mannes an seine Frau war, bevor er an der St. Lamberti Kirche begraben wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem wurden drei Würfel entdeckt, dessen Bedeutung allerdings ungewiss bleibt. Es wurden außerdem noch weitere Gräber ohne bedeutende Gaben gefunden. Sie alle wurden christlich in West-Ost-Richtung, teilweise übereinander, begraben. Die Gebeine wurden nach der Untersuchung wieder bestattet&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Grabungen im Jahr 2000 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2000 fand eine erneute Grabung der Lüneburger [[Stadtarchäologie]] am [[Lambertiplatz]] statt, bei der das Kirchenschiff in der Nähe des Kirchturms ausgegraben werden sollte. Die Forschenden hofften drauf, weitere Gruften und eine Seitenkapelle zu entdecken, da der Bereich von den Umbaumaßnahmen des 18. Jahrhunderts nicht betroffen sein sollte&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang Juni setzten die Forschenden der Lüneburger [[Stadtarchäologie]] einen 6x15 m großen Schnitt von der Nordseite der Kirche, bis in die Mitte des Hauptschiffs hinein. Die Grabungen stellten sich allerdings als erfolglos heraus, da ein Splitterschutzgraben aus dem 2. Weltkrieg die Außenfundamente der Seitenkapelle nahezu vollständig zerstört hatte&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Aus diesem Umstand heraus verzichtete das Ausgrabungsteam auf weitere Ausgrabungen in diesem Abschnitt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Südlich des Splitterschutzgrabens hingegen konnte erstmalig das Fußbodenniveau der St. Lamberti Kirche dokumentiert werden, welcher aus trocken gesetzten Backsteinen im Fischgrätenmuster bestand&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Außerdem konnte der Standort der westlichen Pfeiler bestätigt werden, indem Fundamentreste am West- und Ostrand der Pfeiler freigelegt wurden. Bei diesen Grabungen konnte ebenfalls bestätigt werden, dass die Kirche direkt auf der sogenannten Abbruchkante zum [[Senkungsgebiet]] der Lüneburger [[Altstadt]] und der [[Saline]] erbaut wurde. Der westliche Pfeiler zeigte bei den Ausgrabungen keine Veränderung seit der Erbauungszeit im 13. Jahrhundert, war aber stark nach Westen gekippt. Der östliche Pfeiler hingegen war im 18. Jahrhundert ausgebessert worden, was auch historische Berichte bestätigen. Durch die Absenkung in diesem Gebiet neigte sich der Pfeiler bis 1730 so stark nach Westen, dass er ausgebessert werden musste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Forschenden konnten ebenfalls herausfinden, dass die ehemalige St. Lamberti Kirche zunächst aus einer massiven Backsteinkonstruktion bestand, welche anschließend im 18. Jahrhundert durch ein Schalenmauerwerk aus Backsteinen und Feldsteinen, gefüllt mit Bauschutt, ausgetauscht wurde. Die Grabungen zeigten außerdem, dass beim Abriss der Kirche im Jahr 1860/61 nur noch das unterste Niveau des Fundamentes bestehen blieb und der Rest der Kirche abgetragen wurde. Es wurden außerdem sieben große Feldsteine entdeckt, welche an der nördlichen und westlichen Kante das Fundament begrenzten. Zusätzlich konnte eine Gipsmörtelschicht mit einer Dicke von etwa 5 cm freigelegt werden, welche sich im Inneren der Kirche befand. In diese waren etwa 30 rechteckige, 30 – 40 cm lange Pfosten eingeschlagen. Alle Pfosten waren annähernd quadratisch, mit einer Kantenlänge von etwa 10 cm und am unteren Ende angespitzt. Diese wären bei der Erbauung um 1300 theoretisch nicht nötig gewesen, aufgrund der Gegebenheiten des Bodens. Die Forschenden nehmen deshalb an, dass bereits beim Bau der Kirche Senkungsschäden auftraten, welche durch den Einsatz der eben beschriebenen Maßnahmen kompensiert werden sollten&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch bei der Grabung im Jahr 2000 konnten wieder viele Gräber freigelegt werden, welche sich bis auf eines alle im Hauptschiff befanden. Aus Platzgründen wurden auch diese in mehreren Schichten begraben. Es wurden nur Särge aus Holz mit metallenen Griffen gefunden, wobei es Unterschiede bei der Anzahl und Anbringung der Griffe gab. Die Lüneburger [[Stadtarchäologie]] nimmt aus diesem Grund an, dass die unterschiedliche Anzahl und Verarbeitung der Griffe auf soziale Unterschiede der Verstorbenen hinweist&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Grabungen konnte eine ganz besondere Bestattung dokumentiert werden. Eine Frau wurde mit reichlichen Schmuckbeigaben beerdigt. An den Armen trug sie Armbänder aus Hohlglasperlen und auf dem Haupt eine Totenkrone, welche als Schmuckgegenstand für die Bestattung von jung Verstorbenen, Ledigen oder auch bei Kindern und Säuglingen zugegeben wurde&amp;lt;ref&amp;gt;Wikipedia Artikel zur Totenkrone, online verfügbar unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Totenkrone, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. An der Krone wurden noch Reste des Haupthaars und aufgenähter Textilien gefunden. Auf Höhe der Ohren der Verstorbenen wurden außerdem zwei Anhänger aus feinem Kupfer- und Bronzegeflechten entdeckt, welche ebenfalls mit Glasperlen verziert waren. Diese Anhänger wurden im [https://kulturerbe.niedersachsen.de/kultureinrichtung/isil_DE-2299/ Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege] restauriert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein benachbartes weibliches Skelett wurde ebenfalls geborgen und wies einen bemerkenswert schlechten Zustand der Zähne auf, wobei ein starker Kariesbefall auf der linken Seite des Kiefers festgestellt wurde und eine sehr geringe Abnutzung rechtsseitig. Diese Funde weisen darauf hin, dass die Frau offenbar jahrelang nur die linke Kieferseite zum Kauen nutze&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Alisa Walenziak</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.luenepedia.de/index.php?title=St._Lamberti&amp;diff=10776</id>
		<title>St. Lamberti</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.luenepedia.de/index.php?title=St._Lamberti&amp;diff=10776"/>
		<updated>2021-09-08T11:18:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Alisa Walenziak: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die St. Lamberti Kirche ist eine ehemalige Kirche in der Stadt Lüneburg. Erstmalig wurde sie 1269 erwähnt. Im Jahr 1860/1861 musste sie aufgrund von vielen Schäden abgerissen werden. Am St. [[Lambertiplatz]] befindet sich noch heute eine Informationstafel zur Geschichte und den Grabungen, welche zwischen 1998 und 2000 stattfanden. Mit der App [[Zeitsprung Lüneburg]] lässt sich die ehemalige Kirche mithilfe von Augmentet Reality (dt. erweiterte Realität) betrachten. &lt;br /&gt;
[[Datei:Ehemalige St. Lamberti Kirche1.jpg|mini|rechts|Fotograf: Lukas Essig|verweis=Special:FilePath/Ehemalige_St._Lamberti_Kirche1.jpg]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;map&amp;quot;&amp;gt;{{#display_map:St.Lambertiplatz, Lüneburg~&#039;&#039;&#039;St. Lambertiplatz zu Lüneburg&#039;&#039;&#039;|fullscreen=on|scrollzoom=off}}St. Lambertiplatz zu Lüneburg&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Übersicht zur Geschichte der Kirche &amp;lt;ref&amp;gt;Die Ausgrabungen in der St. Lambertikirche, Online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;== &lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1269 || Die St. Lamberti Kapelle wird zum ersten Mal erwähnt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1382 || Einweihung der Sakristei&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1398 || Bau des Kirchturms&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1491 || Umgestaltung des Kirchturms zugunsten eines leichteren Turmgestells &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1530|| Durch die Reformation erlangt die St. Lamberti den Status einer Pfarrkirche, der Lüneburger Rat schafft die katholische Messe ab und führt evangelische Gottesdienste ein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1541 || Das erste Taufbecken wird in der Kirche aufgestellt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1544-45 || Der Kirchturm wird erneut umgestaltet und erhält eine pyramidale Spitze &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1578|| Durch einen Sturm wird der Kirchturm beschädigt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1703|| Ein Sturm bringt den Kirchturm zum Einsturz&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1712 || Eine neue Turmspitze in Form einer niedrigen Haube mit offener Laterne wird gebaut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1732-1738|| Das Gewölbe der Kirche bröckelt, weshalb eine Holzdecke gebaut werden muss, der Gottesdienst wird in die Marienkirche zu Lüneburg verlegt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1752 || Die Glocken im Kirchturm müssen stabilisiert und ein Stockwerk tiefer angebracht werden, der Turm wird mit Pfeilern gestützt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1806-1814 || Die Kirche wird von der französischen Besatzung als Magazin zweckentfremdet&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1818 || Die Kirche befand sich wieder in Lüneburger Händen und das musste erneut am Gewölbe restauriert werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1829 || Aufgrund von anhaltenden Schäden muss das Glockenläuten eingestellt werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1844|| Aufgrund von Einsturzgefahr berät der Lüneburger Rat darüber, die Kirche abreißen zu lassen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1858 || Der letzte Gottesdienst&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1860-1861|| Abriss der Kirche&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte der Kirche==&lt;br /&gt;
Die ehemalige St. Lamberti Kirche wird zum ersten Mal im Jahr 1269 erwähnt, ihr genaues Baujahr ist allerdings unbekannt. Durch die historische Erwähnung und Ausgrabungen durch den Stadtarchäologen Dr. Edgar Ring in den Jahren 1998-2000, wird der Baubeginn um 1300 vermutet&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ehemalige Kirche wurde direkt auf der Abbruchkante zum Lüneburger [[Senkungsgebiet]] und der [[Saline]] gebaut, wodurch das Mauerwerk stetig anfällig für Schäden war. Dieser Umstand führte dazu, dass die Kirche im Jahre 1860/61 abgerissen werden musste. &lt;br /&gt;
[[Datei:St. Lamberti Kirche, Zeitsprung App Lüneburg.png|mini|rechts|Fotograf: Lukas Essig]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau des dreischiffigen Gotteshauses wurde durch Mittel der Lüneburger [[Sülfmeister]] und Bürger*innen der Stadt Lüneburg finanziert&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Jahr 1382 wurde die Sakristei der Kirche eingeweiht. Bereits 1491 musste der Kirchturm durch eine leichtere Spitze ersetzt werden, um den Bau zu entlasten&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Im Jahr 1503 beschloss der Lüneburger Rat sich der Reformation anzuschließen und schaffte die katholischen Messen zugunsten von evangelischen Gottesdiensten ab. Am 6.Mai 1530 begann der evangelische Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche, welche von da an die Rechte einer Pfarrkirche besaß. Noch vor der Reformation hatte die ehemalige Kirche den Status einer Kapelle und besaß deshalb neben dem Hauptaltar noch 22 Nebenalte, welche im Zuge der Reformation abgeschafft wurden&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1541 wurde das erste Taufbecken aufgestellt. Bereits zu dieser Zeit zeigten sich an der Kirche beträchtliche Bauschäden aufgrund des Salzabbaus in der Lüneburger [[Altstadt]]. 1544-1545 musste der Kirchturm erneut umgestaltet werden und bekam eine pyramidale Spitze mit Galerien und Ecktürmen. Doch nicht nur der Salzabbau in Lüneburg schadete dem Bauwerk enorm. Zwei Stürme sorgten letztendlich für den Einsturz des Kirchturmes. 1578 wurde die Kirche durch einen Sturm zunächst nur stark beschädigt, 1703 sorgte ein starker Sturm dann dafür, dass der Kirchturm einstürzte. Erst neun Jahre später, im Jahr 1712, wurde der Kirchturm repariert und durch eine niedrige Haube ausgetauscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während eines Gottesdienstes im Jahr 1732 brachen einige Steine aus dem Gewölbe der Kirche. Um die Besucher*innen der Kirche zu schützen, mussten umfangreiche Bauarbeiten am Gewölbe vorgenommen werden. Der Gottesdienst wurde während des Umbaus deshalb in die [[Marienkirche]] verlegt, welche sich noch heute in der Friedenstraße 8 in [[Lüneburg]] befindet. Die Bauarbeiten dauerten sechs Jahre. Bis 1738 wurde die Gewölbedecke durch eine Holzdecke ersetzt und die Kirchenkonstruktion mit Stützpfeilern verstärkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur vierzehn Jahre später mussten die Kirchenglocken ein Stockwerk tiefer aufgehängt werden, um den gefährdeten Kirchturm zu stabilisieren. Im Westen wurde der Turm durch weitere Strebepfeiler gestützt, um einen Einsturz und die Gefährdung der Kirchenbesucher*innen zu verhindern&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der französischen Besatzung Lüneburgs zwischen 1806- 1814 wurde die St. Lamberti Kirche als Magazin zweckentfremdet. In der Folge einer Niederlage Preußens in der Schlacht bei Jena und Auerstedt im Jahr 1806 war das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg von napoleonischen Truppen besetzt &amp;lt;ref&amp;gt;Wikipedia-Artikel zur Braunschweiger Franzosenzeit, online verfügbar unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Braunschweiger_Franzosenzeit, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nach dem Ende der Besetzung konnte der Gottesdienst bereits im frühen 19. Jahrhundert wieder aufgenommen werden. 1818 musste der Gottesdienst allerdings abermals eingestellt zu werden, da erneute Bauarbeiten am Gewölbe notwendig waren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1829 musste letztendlich, nach anhaltenden Schäden, das Glockenläuten eingestellt werden. Der Klöppel wurde von da an nur noch von Hand gegen die Glocke geschlagen, um ein Schwingen der Glocke zu unterbinden. Als dann 1844, trotz aller Bemühungen, das Gewölbe einzustürzen drohte, wurden die Stimmen im [[Stadtrat]] laut, die Kirche aufzugeben und zum Abriss zu verkaufen.&lt;br /&gt;
Im Jahr 1858 feierte die Kirchengemeinschaft daraufhin den letzten Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche. Am 21.02.1860 wurde folgende Anzeige in der Neuen Hannoverschen Zeitung geschaltet: &lt;br /&gt;
[[Datei:Bekanntmachung Abriss St. Lamberti Kirche.png|mini|links]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einigen Einsendungen erhielt der Maurer- und Zimmermeister Westphal die Möglichkeit, die St. Lamberti Kirche für 13.050 Taler abzureißen. Im Jahr 1861 war die Kirche vollkommen verschwunden, heute befindet sich auf dem St. Lambertiplatz nur noch eine Infotafel, die an das Bestehen der Kirche erinnert. Das Inventar der Kirche wurde allerdings an andere Kirchen in Lüneburg verteilt. Die [[St. Johanneskirche]] erhielt das 1541 eingeweihte Taufbecken und die [[St. Nicolaikirche]] den Hauptaltar aus dem Jahr 1443. Das Hospital zum heiligen Geist erhielt die Sonntagsglocke und das Uhrwerk der Kirche, welche bis in die fünfziger Jahre genutzt wurde. Dieses wurde anschließend im [[Kaufhaus]] am Hafen in [[Lüneburg]] gelagert und fiel dort Brandstiftern zum Opfer&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Stadtarchäologische Grabungen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Grabung am [[Lambertiplatz|St. Lambertiplatz]] fand 1998 und 1999 statt. Eine 140m² große Fläche wurde vom Lüneburger Stadtarchäologen [[Dr. Edgar Ring]] und einigen, unter anderem studentischen, Hilfskräften geöffnet, mit dem Ziel die 1861 abgerissene Kirche genau zu lokalisieren. Außerdem interessierte sich das Team rund um Dr. Edgar Ring für den Zeitraum des Baubeginns der Kirche, welcher zu diesem Zeitpunkt noch nicht genau festgelegt werden konnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als der erste Schnitt im Nordosten der Kirche vorgenommen wurde, war es das Ziel, aussagekräftige Funde über die Fundamente der Umgebung des Chores innerhalb und außerhalb der Kirche zu gewinnen&amp;lt;ref&amp;gt; Ergebnisse der Grabungskampagnen 1998–1999, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam1.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die nächsten Schnitte wurden in unmittelbarer Nähe des ersten gesetzt. Nachdem Teile des Fundaments gefunden und mit alten Grundrissen abgeglichen wurden, konnte das Team den genauen Standort der Kirche lokalisieren. Außerdem wurden Scherben aus dem späten 13. Jahrhundert im Fundament gefunden, wodurch die Forschenden annehmen, dass der Baubeginn rund 100 Jahre später als zuerst vermutet stattgefunden haben muss. Durch das Fundament bekamen die Forschenden außerdem Aufschluss über die bereits oben erwähnten verschiedenen Bauphasen der Kirche. &lt;br /&gt;
[[Datei:Lüneburg St. Lamberti.jpg|mini|rechts]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Grabungen wurden auch drei Grüfte gefunden. Alle haben einen etwa rechteckigen Grundriss aus Ziegeln und konnten als Gräber identifiziert werden. Das größte und am sorgfältigsten gebaute Grab besitzt ein Tonnengewölbe. Die beiden kleineren Gräber sind hingegen nur mit mit flachen Grabsteinen bedeckt gewesen. Wie bereits von [[Wilhelm Friedrich Volger]] (* 31. März 1794 in Neetze; † 6.März 1879 Lüneburg) in den Stadtchroniken beschrieben, waren alle Gräber mit Schutt gefüllt. In jedem Grab lagen, unter den Trümmern begraben, zwei Gräber nebeneinander. Die beiden kleineren Gräber sind offensichtlich seit Generationen besetzt, aus Platzgründen mussten die älteren Gräber späteren Gräbern in der darunter liegenden Knochengrube weichen. Das große Grab, dessen Breite Platz für vier Särge bieten kann, enthielt nur zwei. Der in diesem Grab gefundene wappen­förmige Sargbeschlag war für die Forschenden sehr aufschlussreich, da es der Adelsfamilie von Döring, die bis zum 18. Jahrhundert in Lüneburg lebte, zugeordnet werden konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders interessant war für die Forschenden außerdem der Fund eines Schraubtalers von 1598. Ein Schraubtaler ist ein Geldstück, welches aus zwei Teilen besteht und mit einem Gewinde versehen ist. Es wurde in einem der Gräber gefunden und hat einen Durchmesser von 41 mm. Auf der Vorderseite sind die drei sächsischen Kurfürsten Christian II., Johann Georg I. und August zu sehen sowie die Aufschrift „CHRISTIAN·JOHAN GEORG·ET·AVGVSTUS“. Auf der Rückseite befindet sich die Aufschrift „FRAT:ET·DVCES·SAXON“, was so viel heißt wie  Brüder und Fürsten Sachsens. Beim Öffnen des Schraubtalers entdeckten die Forschenden auf der Innenfläche ein Porträt einer unbekannten Person, und auf der anderen Seite zwei Tauben mit Ringen im Schnabel, darunter ein brennendes Herz und das Jahr 1635. Es wird vermutet, dass der Schraubtaler ein Hochzeitsgeschenk des abgebildeten Mannes an seine Frau war, bevor er an der St. Lamberti Kirche begraben wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem wurden drei Würfel entdeckt, dessen Bedeutung allerdings ungewiss bleibt. Es wurden außerdem noch weitere Gräber ohne bedeutende Gaben gefunden. Sie alle wurden christlich in West-Ost-Richtung, teilweise übereinander, begraben. Die Gebeine wurden nach der Untersuchung wieder bestattet&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Grabungen im Jahr 2000 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2000 fand eine erneute Grabung der Lüneburger [[Stadtarchäologie]] am [[Lambertiplatz]] statt, bei der das Kirchenschiff in der Nähe des Kirchturms ausgegraben werden sollte. Die Forschenden hofften drauf, weitere Gruften und eine Seitenkapelle zu entdecken, da der Bereich von den Umbaumaßnahmen des 18. Jahrhunderts nicht betroffen sein sollte&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang Juni setzten die Forschenden der Lüneburger [[Stadtarchäologie]] einen 6x15 m großen Schnitt von der Nordseite der Kirche, bis in die Mitte des Hauptschiffs hinein. Die Grabungen stellten sich allerdings als erfolglos heraus, da ein Splitterschutzgraben aus dem 2. Weltkrieg die Außenfundamente der Seitenkapelle nahezu vollständig zerstört hatte&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Aus diesem Umstand heraus verzichtete das Ausgrabungsteam auf weitere Ausgrabungen in diesem Abschnitt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Südlich des Splitterschutzgrabens hingegen konnte erstmalig das Fußbodenniveau der St. Lamberti Kirche dokumentiert werden, welcher aus trocken gesetzten Backsteinen im Fischgrätenmuster bestand&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Außerdem konnte der Standort der westlichen Pfeiler bestätigt werden, indem Fundamentreste am West- und Ostrand der Pfeiler freigelegt wurden. Bei diesen Grabungen konnte ebenfalls bestätigt werden, dass die Kirche direkt auf der sogenannten Abbruchkante zum [[Senkungsgebiet]] der Lüneburger [[Altstadt]] und der [[Saline]] erbaut wurde. Der westliche Pfeiler zeigte bei den Ausgrabungen keine Veränderung seit der Erbauungszeit im 13. Jahrhundert, war aber stark nach Westen gekippt. Der östliche Pfeiler hingegen war im 18. Jahrhundert ausgebessert worden, was auch historische Berichte bestätigen. Durch die Absenkung in diesem Gebiet neigte sich der Pfeiler bis 1730 so stark nach Westen, dass er ausgebessert werden musste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Forschenden konnten ebenfalls herausfinden, dass die ehemalige St. Lamberti Kirche zunächst aus einer massiven Backsteinkonstruktion bestand, welche anschließend im 18. Jahrhundert durch ein Schalenmauerwerk aus Backsteinen und Feldsteinen, gefüllt mit Bauschutt, ausgetauscht wurde. Die Grabungen zeigten außerdem, dass beim Abriss der Kirche im Jahr 1860/61 nur noch das unterste Niveau des Fundamentes bestehen blieb und der Rest der Kirche abgetragen wurde. Es wurden außerdem sieben große Feldsteine entdeckt, welche an der nördlichen und westlichen Kante das Fundament begrenzten. Zusätzlich konnte eine Gipsmörtelschicht mit einer Dicke von etwa 5 cm freigelegt werden, welche sich im Inneren der Kirche befand. In diese waren etwa 30 rechteckige, 30 – 40 cm lange Pfosten eingeschlagen. Alle Pfosten waren annähernd quadratisch, mit einer Kantenlänge von etwa 10 cm und am unteren Ende angespitzt. Diese wären bei der Erbauung um 1300 theoretisch nicht nötig gewesen, aufgrund der Gegebenheiten des Bodens. Die Forschenden nehmen deshalb an, dass bereits beim Bau der Kirche Senkungsschäden auftraten, welche durch den Einsatz der eben beschriebenen Maßnahmen kompensiert werden sollten&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch bei der Grabung im Jahr 2000 konnten wieder viele Gräber freigelegt werden, welche sich bis auf eines alle im Hauptschiff befanden. Aus Platzgründen wurden auch diese in mehreren Schichten begraben. Es wurden nur Särge aus Holz mit metallenen Griffen gefunden, wobei es Unterschiede bei der Anzahl und Anbringung der Griffe gab. Die Lüneburger [[Stadtarchäologie]] nimmt aus diesem Grund an, dass die unterschiedliche Anzahl und Verarbeitung der Griffe auf soziale Unterschiede der Verstorbenen hinweist&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Grabungen konnte eine ganz besondere Bestattung dokumentiert werden. Eine Frau wurde mit reichlichen Schmuckbeigaben beerdigt. An den Armen trug sie Armbänder aus Hohlglasperlen und auf dem Haupt eine Totenkrone, welche als Schmuckgegenstand für die Bestattung von jung Verstorbenen, Ledigen oder auch bei Kindern und Säuglingen zugegeben wurde&amp;lt;ref&amp;gt;Wikipedia Artikel zur Totenkrone, online verfügbar unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Totenkrone, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. An der Krone wurden noch Reste des Haupthaars und aufgenähter Textilien gefunden. Auf Höhe der Ohren der Verstorbenen wurden außerdem zwei Anhänger aus feinem Kupfer- und Bronzegeflechten entdeckt, welche ebenfalls mit Glasperlen verziert waren. Diese Anhänger wurden im [https://kulturerbe.niedersachsen.de/kultureinrichtung/isil_DE-2299/ Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege] restauriert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein benachbartes weibliches Skelett wurde ebenfalls geborgen und wies einen bemerkenswert schlechten Zustand der Zähne auf, wobei ein starker Kariesbefall auf der linken Seite des Kiefers festgestellt wurde und eine sehr geringe Abnutzung rechtsseitig. Diese Funde weisen darauf hin, dass die Frau offenbar jahrelang nur die linke Kieferseite zum Kauen nutze&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Alisa Walenziak</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.luenepedia.de/index.php?title=St._Lamberti&amp;diff=10775</id>
		<title>St. Lamberti</title>
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		<updated>2021-09-08T10:30:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Alisa Walenziak: /* Stadtarchäologische Grabungen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die St. Lamberti Kirche ist eine ehemalige Kirche in der Stadt Lüneburg. Erstmalig wurde sie 1269 erwähnt. Im Jahr 1860/1861 musste sie aufgrund von vielen Schäden abgerissen werden. Am St. [[Lambertiplatz]] befindet sich noch heute eine Informationstafel zur Geschichte und den Grabungen, welche zwischen 1998 und 2000 stattfanden. Mit der App [[Zeitsprung Lüneburg]] lässt sich die ehemalige Kirche mithilfe von Augmentet Reality (dt. erweiterte Realität) betrachten. &lt;br /&gt;
[[Datei:Lüneburg St. Lamberti.jpg|mini|rechts]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ehemalige St. Lamberti Kirche1.jpg|mini|rechts|Fotograf: Lukas Essig|verweis=Special:FilePath/Ehemalige_St._Lamberti_Kirche1.jpg]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;map&amp;quot;&amp;gt;{{#display_map:St.Lambertiplatz, Lüneburg~&#039;&#039;&#039;St. Lambertiplatz zu Lüneburg&#039;&#039;&#039;|fullscreen=on|scrollzoom=off}}St. Lambertiplatz zu Lüneburg&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Übersicht zur Geschichte der Kirche &amp;lt;ref&amp;gt;Die Ausgrabungen in der St. Lambertikirche, Online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;== &lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1269 || Die St. Lamberti Kapelle wird zum ersten Mal erwähnt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1382 || Einweihung der Sakristei&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1398 || Bau des Kirchturms&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1491 || Umgestaltung des Kirchturms zugunsten eines leichteren Turmgestells &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1530|| Durch die Reformation erlangt die St. Lamberti den Status einer Pfarrkirche, der Lüneburger Rat schafft die katholische Messe ab und führt evangelische Gottesdienste ein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1541 || Das erste Taufbecken wird in der Kirche aufgestellt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1544-45 || Der Kirchturm wird erneut umgestaltet und erhält eine pyramidale Spitze &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1578|| Durch einen Sturm wird der Kirchturm beschädigt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1703|| Ein Sturm bringt den Kirchturm zum Einsturz&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1712 || Eine neue Turmspitze in Form einer niedrigen Haube mit offener Laterne wird gebaut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1732-1738|| Das Gewölbe der Kirche bröckelt, weshalb eine Holzdecke gebaut werden muss, der Gottesdienst wird in die Marienkirche zu Lüneburg verlegt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1752 || Die Glocken im Kirchturm müssen stabilisiert und ein Stockwerk tiefer angebracht werden, der Turm wird mit Pfeilern gestützt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1806-1814 || Die Kirche wird von der französischen Besatzung als Magazin zweckentfremdet&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1818 || Die Kirche befand sich wieder in Lüneburger Händen und das musste erneut am Gewölbe restauriert werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1829 || Aufgrund von anhaltenden Schäden muss das Glockenläuten eingestellt werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1844|| Aufgrund von Einsturzgefahr berät der Lüneburger Rat darüber, die Kirche abreißen zu lassen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1858 || Der letzte Gottesdienst&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1860-1861|| Abriss der Kirche&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte der Kirche==&lt;br /&gt;
Die ehemalige St. Lamberti Kirche wird zum ersten Mal im Jahr 1269 erwähnt, ihr genaues Baujahr ist allerdings unbekannt. Durch die historische Erwähnung und Ausgrabungen durch den Stadtarchäologen Dr. Edgar Ring in den Jahren 1998-2000, wird der Baubeginn um 1300 vermutet&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ehemalige Kirche wurde direkt auf der Abbruchkante zum Lüneburger [[Senkungsgebiet]] und der [[Saline]] gebaut, wodurch das Mauerwerk stetig anfällig für Schäden war. Dieser Umstand führte dazu, dass die Kirche im Jahre 1860/61 abgerissen werden musste. &lt;br /&gt;
[[Datei:St. Lamberti Kirche, Zeitsprung App Lüneburg.png|mini|rechts|Fotograf: Lukas Essig]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau des dreischiffigen Gotteshauses wurde durch Mittel der Lüneburger [[Sülfmeister]] und Bürger*innen der Stadt Lüneburg finanziert&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Jahr 1382 wurde die Sakristei der Kirche eingeweiht. Bereits 1491 musste der Kirchturm durch eine leichtere Spitze ersetzt werden, um den Bau zu entlasten&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Im Jahr 1503 beschloss der Lüneburger Rat sich der Reformation anzuschließen und schaffte die katholischen Messen zugunsten von evangelischen Gottesdiensten ab. Am 6.Mai 1530 begann der evangelische Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche, welche von da an die Rechte einer Pfarrkirche besaß. Noch vor der Reformation hatte die ehemalige Kirche den Status einer Kapelle und besaß deshalb neben dem Hauptaltar noch 22 Nebenalte, welche im Zuge der Reformation abgeschafft wurden&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1541 wurde das erste Taufbecken aufgestellt. Bereits zu dieser Zeit zeigten sich an der Kirche beträchtliche Bauschäden aufgrund des Salzabbaus in der Lüneburger [[Altstadt]]. 1544-1545 musste der Kirchturm erneut umgestaltet werden und bekam eine pyramidale Spitze mit Galerien und Ecktürmen. Doch nicht nur der Salzabbau in Lüneburg schadete dem Bauwerk enorm. Zwei Stürme sorgten letztendlich für den Einsturz des Kirchturmes. 1578 wurde die Kirche durch einen Sturm zunächst nur stark beschädigt, 1703 sorgte ein starker Sturm dann dafür, dass der Kirchturm einstürzte. Erst neun Jahre später, im Jahr 1712, wurde der Kirchturm repariert und durch eine niedrige Haube ausgetauscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während eines Gottesdienstes im Jahr 1732 brachen einige Steine aus dem Gewölbe der Kirche. Um die Besucher*innen der Kirche zu schützen, mussten umfangreiche Bauarbeiten am Gewölbe vorgenommen werden. Der Gottesdienst wurde während des Umbaus deshalb in die [[Marienkirche]] verlegt, welche sich noch heute in der Friedenstraße 8 in [[Lüneburg]] befindet. Die Bauarbeiten dauerten sechs Jahre. Bis 1738 wurde die Gewölbedecke durch eine Holzdecke ersetzt und die Kirchenkonstruktion mit Stützpfeilern verstärkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur vierzehn Jahre später mussten die Kirchenglocken ein Stockwerk tiefer aufgehängt werden, um den gefährdeten Kirchturm zu stabilisieren. Im Westen wurde der Turm durch weitere Strebepfeiler gestützt, um einen Einsturz und die Gefährdung der Kirchenbesucher*innen zu verhindern&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der französischen Besatzung Lüneburgs zwischen 1806- 1814 wurde die St. Lamberti Kirche als Magazin zweckentfremdet. In der Folge einer Niederlage Preußens in der Schlacht bei Jena und Auerstedt im Jahr 1806 war das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg von napoleonischen Truppen besetzt &amp;lt;ref&amp;gt;Wikipedia-Artikel zur Braunschweiger Franzosenzeit, online verfügbar unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Braunschweiger_Franzosenzeit, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nach dem Ende der Besetzung konnte der Gottesdienst bereits im frühen 19. Jahrhundert wieder aufgenommen werden. 1818 musste der Gottesdienst allerdings abermals eingestellt zu werden, da erneute Bauarbeiten am Gewölbe notwendig waren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1829 musste letztendlich, nach anhaltenden Schäden, das Glockenläuten eingestellt werden. Der Klöppel wurde von da an nur noch von Hand gegen die Glocke geschlagen, um ein Schwingen der Glocke zu unterbinden. Als dann 1844, trotz aller Bemühungen, das Gewölbe einzustürzen drohte, wurden die Stimmen im [[Stadtrat]] laut, die Kirche aufzugeben und zum Abriss zu verkaufen.&lt;br /&gt;
Im Jahr 1858 feierte die Kirchengemeinschaft daraufhin den letzten Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche. Am 21.02.1860 wurde folgende Anzeige in der Neuen Hannoverschen Zeitung geschaltet: &lt;br /&gt;
[[Datei:Bekanntmachung Abriss St. Lamberti Kirche.png|mini|links]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einigen Einsendungen erhielt der Maurer- und Zimmermeister Westphal die Möglichkeit, die St. Lamberti Kirche für 13.050 Taler abzureißen. Im Jahr 1861 war die Kirche vollkommen verschwunden, heute befindet sich auf dem St. Lambertiplatz nur noch eine Infotafel, die an das Bestehen der Kirche erinnert. Das Inventar der Kirche wurde allerdings an andere Kirchen in Lüneburg verteilt. Die [[St. Johanneskirche]] erhielt das 1541 eingeweihte Taufbecken und die [[St. Nicolaikirche]] den Hauptaltar aus dem Jahr 1443. Das Hospital zum heiligen Geist erhielt die Sonntagsglocke und das Uhrwerk der Kirche, welche bis in die fünfziger Jahre genutzt wurde. Dieses wurde anschließend im [[Kaufhaus]] am Hafen in [[Lüneburg]] gelagert und fiel dort Brandstiftern zum Opfer&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Stadtarchäologische Grabungen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Grabung am [[Lambertiplatz|St. Lambertiplatz]] fand 1998 und 1999 statt. Eine 140m² große Fläche wurde vom Lüneburger Stadtarchäologen [[Dr. Edgar Ring]] und einigen, unter anderem studentischen, Hilfskräften geöffnet, mit dem Ziel die 1861 abgerissene Kirche genau zu lokalisieren. Außerdem interessierte sich das Team rund um Dr. Edgar Ring für den Zeitraum des Baubeginns der Kirche, welcher zu diesem Zeitpunkt noch nicht genau festgelegt werden konnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als der erste Schnitt im Nordosten der Kirche vorgenommen wurde, war es das Ziel, aussagekräftige Funde über die Fundamente der Umgebung des Chores innerhalb und außerhalb der Kirche zu gewinnen&amp;lt;ref&amp;gt; Ergebnisse der Grabungskampagnen 1998–1999, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam1.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die nächsten Schnitte wurden in unmittelbarer Nähe des ersten gesetzt. Nachdem Teile des Fundaments gefunden und mit alten Grundrissen abgeglichen wurden, konnte das Team den genauen Standort der Kirche lokalisieren. Außerdem wurden Scherben aus dem späten 13. Jahrhundert im Fundament gefunden, wodurch die Forschenden annehmen, dass der Baubeginn rund 100 Jahre später als zuerst vermutet stattgefunden haben muss. Durch das Fundament bekamen die Forschenden außerdem Aufschluss über die bereits oben erwähnten verschiedenen Bauphasen der Kirche. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Grabungen wurden auch drei Grüfte gefunden. Alle haben einen etwa rechteckigen Grundriss aus Ziegeln und konnten als Gräber identifiziert werden. Das größte und am sorgfältigsten gebaute Grab besitzt ein Tonnengewölbe. Die beiden kleineren Gräber sind hingegen nur mit mit flachen Grabsteinen bedeckt gewesen. Wie bereits von [[Wilhelm Friedrich Volger]] (* 31. März 1794 in Neetze; † 6.März 1879 Lüneburg) in den Stadtchroniken beschrieben, waren alle Gräber mit Schutt gefüllt. In jedem Grab lagen, unter den Trümmern begraben, zwei Gräber nebeneinander. Die beiden kleineren Gräber sind offensichtlich seit Generationen besetzt, aus Platzgründen mussten die älteren Gräber späteren Gräbern in der darunter liegenden Knochengrube weichen. Das große Grab, dessen Breite Platz für vier Särge bieten kann, enthielt nur zwei. Der in diesem Grab gefundene wappen­förmige Sargbeschlag war für die Forschenden sehr aufschlussreich, da es der Adelsfamilie von Döring, die bis zum 18. Jahrhundert in Lüneburg lebte, zugeordnet werden konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders interessant war für die Forschenden außerdem der Fund eines Schraubtalers von 1598. Ein Schraubtaler ist ein Geldstück, welches aus zwei Teilen besteht und mit einem Gewinde versehen ist. Es wurde in einem der Gräber gefunden und hat einen Durchmesser von 41 mm. Auf der Vorderseite sind die drei sächsischen Kurfürsten Christian II., Johann Georg I. und August zu sehen sowie die Aufschrift „CHRISTIAN·JOHAN GEORG·ET·AVGVSTUS“. Auf der Rückseite befindet sich die Aufschrift „FRAT:ET·DVCES·SAXON“, was so viel heißt wie  Brüder und Fürsten Sachsens. Beim Öffnen des Schraubtalers entdeckten die Forschenden auf der Innenfläche ein Porträt einer unbekannten Person, und auf der anderen Seite zwei Tauben mit Ringen im Schnabel, darunter ein brennendes Herz und das Jahr 1635. Es wird vermutet, dass der Schraubtaler ein Hochzeitsgeschenk des abgebildeten Mannes an seine Frau war, bevor er an der St. Lamberti Kirche begraben wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem wurden drei Würfel entdeckt, dessen Bedeutung allerdings ungewiss bleibt. Es wurden außerdem noch weitere Gräber ohne bedeutende Gaben gefunden. Sie alle wurden christlich in West-Ost-Richtung, teilweise übereinander, begraben. Die Gebeine wurden nach der Untersuchung wieder bestattet&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Grabungen im Jahr 2000 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2000 fand eine erneute Grabung der Lüneburger [[Stadtarchäologie]] am [[Lambertiplatz]] statt, bei der das Kirchenschiff in der Nähe des Kirchturms ausgegraben werden sollte. Die Forschenden hofften drauf, weitere Gruften und eine Seitenkapelle zu entdecken, da der Bereich von den Umbaumaßnahmen des 18. Jahrhunderts nicht betroffen sein sollte&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang Juni setzten die Forschenden der Lüneburger [[Stadtarchäologie]] einen 6x15 m großen Schnitt von der Nordseite der Kirche, bis in die Mitte des Hauptschiffs hinein. Die Grabungen stellten sich allerdings als erfolglos heraus, da ein Splitterschutzgraben aus dem 2. Weltkrieg die Außenfundamente der Seitenkapelle nahezu vollständig zerstört hatte&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Aus diesem Umstand heraus verzichtete das Ausgrabungsteam auf weitere Ausgrabungen in diesem Abschnitt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Südlich des Splitterschutzgrabens hingegen konnte erstmalig das Fußbodenniveau der St. Lamberti Kirche dokumentiert werden, welcher aus trocken gesetzten Backsteinen im Fischgrätenmuster bestand&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Außerdem konnte der Standort der westlichen Pfeiler bestätigt werden, indem Fundamentreste am West- und Ostrand der Pfeiler freigelegt wurden. Bei diesen Grabungen konnte ebenfalls bestätigt werden, dass die Kirche direkt auf der sogenannten Abbruchkante zum [[Senkungsgebiet]] der Lüneburger [[Altstadt]] und der [[Saline]] erbaut wurde. Der westliche Pfeiler zeigte bei den Ausgrabungen keine Veränderung seit der Erbauungszeit im 13. Jahrhundert, war aber stark nach Westen gekippt. Der östliche Pfeiler hingegen war im 18. Jahrhundert ausgebessert worden, was auch historische Berichte bestätigen. Durch die Absenkung in diesem Gebiet neigte sich der Pfeiler bis 1730 so stark nach Westen, dass er ausgebessert werden musste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Forschenden konnten ebenfalls herausfinden, dass die ehemalige St. Lamberti Kirche zunächst aus einer massiven Backsteinkonstruktion bestand, welche anschließend im 18. Jahrhundert durch ein Schalenmauerwerk aus Backsteinen und Feldsteinen, gefüllt mit Bauschutt, ausgetauscht wurde. Die Grabungen zeigten außerdem, dass beim Abriss der Kirche im Jahr 1860/61 nur noch das unterste Niveau des Fundamentes bestehen blieb und der Rest der Kirche abgetragen wurde. Es wurden außerdem sieben große Feldsteine entdeckt, welche an der nördlichen und westlichen Kante das Fundament begrenzten. Zusätzlich konnte eine Gipsmörtelschicht mit einer Dicke von etwa 5 cm freigelegt werden, welche sich im Inneren der Kirche befand. In diese waren etwa 30 rechteckige, 30 – 40 cm lange Pfosten eingeschlagen. Alle Pfosten waren annähernd quadratisch, mit einer Kantenlänge von etwa 10 cm und am unteren Ende angespitzt. Diese wären bei der Erbauung um 1300 theoretisch nicht nötig gewesen, aufgrund der Gegebenheiten des Bodens. Die Forschenden nehmen deshalb an, dass bereits beim Bau der Kirche Senkungsschäden auftraten, welche durch den Einsatz der eben beschriebenen Maßnahmen kompensiert werden sollten&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch bei der Grabung im Jahr 2000 konnten wieder viele Gräber freigelegt werden, welche sich bis auf eines alle im Hauptschiff befanden. Aus Platzgründen wurden auch diese in mehreren Schichten begraben. Es wurden nur Särge aus Holz mit metallenen Griffen gefunden, wobei es Unterschiede bei der Anzahl und Anbringung der Griffe gab. Die Lüneburger [[Stadtarchäologie]] nimmt aus diesem Grund an, dass die unterschiedliche Anzahl und Verarbeitung der Griffe auf soziale Unterschiede der Verstorbenen hinweist&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Grabungen konnte eine ganz besondere Bestattung dokumentiert werden. Eine Frau wurde mit reichlichen Schmuckbeigaben beerdigt. An den Armen trug sie Armbänder aus Hohlglasperlen und auf dem Haupt eine Totenkrone, welche als Schmuckgegenstand für die Bestattung von jung Verstorbenen, Ledigen oder auch bei Kindern und Säuglingen zugegeben wurde&amp;lt;ref&amp;gt;Wikipedia Artikel zur Totenkrone, online verfügbar unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Totenkrone, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. An der Krone wurden noch Reste des Haupthaars und aufgenähter Textilien gefunden. Auf Höhe der Ohren der Verstorbenen wurden außerdem zwei Anhänger aus feinem Kupfer- und Bronzegeflechten entdeckt, welche ebenfalls mit Glasperlen verziert waren. Diese Anhänger wurden im [https://kulturerbe.niedersachsen.de/kultureinrichtung/isil_DE-2299/ Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege] restauriert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein benachbartes weibliches Skelett wurde ebenfalls geborgen und wies einen bemerkenswert schlechten Zustand der Zähne auf, wobei ein starker Kariesbefall auf der linken Seite des Kiefers festgestellt wurde und eine sehr geringe Abnutzung rechtsseitig. Diese Funde weisen darauf hin, dass die Frau offenbar jahrelang nur die linke Kieferseite zum Kauen nutze&amp;lt;ref&amp;gt;Die dritte Grabungskampagne im Jahr 2000, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam3.htm, zuletzt geöffnet am 08.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Alisa Walenziak</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.luenepedia.de/index.php?title=Zeitsprung_L%C3%BCneburg&amp;diff=10741</id>
		<title>Zeitsprung Lüneburg</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.luenepedia.de/index.php?title=Zeitsprung_L%C3%BCneburg&amp;diff=10741"/>
		<updated>2021-09-07T13:52:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Alisa Walenziak: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die App &#039;&#039;Zeitsprung Lüneburg&#039;&#039; ermöglicht es ihren User:innen längst verschwundene Orte in [[Lüneburg]] durch die Unterstützung von Augmentet Reality (dt. erweiterte Realität) wiederherzustellen und etwas über deren Geschichte zu erfahren. An den gekennzeichneten Plätzen in der Stadt können mithilfe eines Smartphones oder Tablets über 50 Orte während verschiedener Epochen betrachtet werden. Zu jeder Epoche erscheint ein Bildausschnitt sowie eine Informationsbox. User:innen haben die Möglichkeit, einzelne Orte zu besuchen oder einen der zwei Rundgänge der App-Entwickler abzugehen, umso mehr über die Stadtgeschichte zu erfahren.&amp;lt;ref&amp;gt;Zeitsprung Website: Die Zeitsprung-Lüneburg-APP, o.D., zuletzt aufgerufen am 05.09.2021. https://zeitsprung-lueneburg.de/index.php/zeitsprung-app&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Zeitsprung Beispielbild2.jpg|mini|rechts|Fotograf: Lukas Essig]]&lt;br /&gt;
== Aufbau und Bedienung ==&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|https://www.youtube.com/watch?v=kATwOGMvHDY|400|right|Erklärvideo zu Zeitsprung Lüneburg}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Buttons neu.jpg|mini]]&lt;br /&gt;
Die App startet regulär in der Kamera-Ansicht. Dazu kommt ein Interface, welches die Bedienung ermöglicht. In der oberen rechten Ecke befinden sich drei Buttons, welche den Nutzer:innen erlauben zwischen verschiedenen Ansichten hin- und herzuwechseln. &lt;br /&gt;
Durch Bedienung des Buttons „Einführung“ (siehe Grafik rechts) öffnet sich eine detaillierte Erklärung über die Funktionen der App und wie diese anzuwenden sind. Außerdem beinhaltet die Ansicht eine Liste aller Sponsoren, den Copyrights und das Menü „Einstellungen“ in welchem Funktionen individuell angepasst werden können.&lt;br /&gt;
Hinter dem Button „Karte“ verbirgt sich eine Kartenansicht der Stadt Lüneburg mit fest-platzierten Wegpunkten, welche andeuten sollen, an welchem Standort ein Zeitsprung möglich ist.&lt;br /&gt;
Die Wegpunkte sind mit der [[Stadtmarke|Lüneburger Stadtmarke]] gekennzeichnet. Beim Auswählen einer dieser Markierungen öffnet sich ein Fenster mit Titel und Infotext zu dem jeweiligen Standort und dessen historischen Hintergrund. Außerdem bietet ein „Play“-Button die Option, das Geschriebene laut vorzulesen.&lt;br /&gt;
Die wohl wichtigste Funktion bietet der „AR“-Button. Hierbei gelangt man in die Kameraansicht, welche durch Augmented Reality (AR) alle Standorte, gekennzeichnet durch die [[Stadtmarke|Lüneburger Stadtmarke]], an die korrekte Position projiziert. Das Smartphone oder Tablet muss dafür nur in die passende Richtung gedreht werden. Nähert man sich einem der Wegpunkte, erscheint ein transparentes Bild auf dem Bildschirm, welches identisch zu der Umgebung des ausgewählten Standorts sein sollte. Dieses Bild muss nach dem echten Erscheinungsbild ausgerichtet werden. Das Ausrichten kann über die „Plus“- und „Minus“-Tasten vereinfacht werden. Wurde das Bild ausgerichtet, kann über den Button „Manuelle Ausrichtung“ ein Zeitsprung durchgeführt werden. An derselben Stelle sollte dann ein dreidimensionales Modell eines historischen Gebäudes erscheinen. Mithilfe des Schiebereglers auf der rechten Seite kann die Epoche verändert werden. Manche Standorte bieten nicht nur einen Zeitsprung, sondern mehrere. Der Schieberegler bietet in der Kartenansicht dazu noch die Möglichkeit, Standorte nach Epoche zu filtern.&lt;br /&gt;
Die Entwickler haben u. a. zwei Rundgänge in die App integriert, welche den Nutzer:innen bei mangelnder Zeit sich alle 58 Standorte anzuschauen, eine ausgewählte Anzahl an Standorten vorgibt. Diese Rundgänge werden angezeigt, wenn der Schieberegler in die unterste Position gebracht wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zeitsprung Lüneburg App&amp;quot;&amp;gt; Zeitsprung Website: [https://zeitsprung-lueneburg.de/index.php/zeitsprung-app &#039;&#039;Die Zeitsprung-Lüneburg-APP&#039;&#039;.] o. D., zuletzt abgerufen am 20.08.2021.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Projektidee und Entwicklung ==&lt;br /&gt;
Die App &#039;&#039;Zeitsprung Lüneburg&#039;&#039; ermöglicht es ihren User:innen längst verschwundene Orte in [[Lüneburg]] durch die Unterstützung von Augmentet Reality (dt. erweiterte Realität) wiederherzustellen und etwas über deren Geschichte zu erfahren. An den gekennzeichneten Plätzen in der Stadt können mithilfe eines Smartphones oder Tablets über 50 Orte während verschiedener Epochen betrachtet werden. Zu jeder Epoche erscheint ein Bildausschnitt sowie eine Informationsbox. User:innen haben die Möglichkeit, einzelne Orte zu besuchen oder einen der zwei Rundgänge der App-Entwickler abzugehen, umso mehr über die Stadtgeschichte zu erfahren.&amp;lt;ref&amp;gt; Zeitsprung Website: Die Zeitsprung-Lüneburg-APP, o.D., zuletzt geöffnet am 05.09.2021, https://zeitsprung-lueneburg.de/index.php/zeitsprung-app &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entwickelt haben die App Wolfgang Graemer, Michael Dahl und Wolfgang Bütow.&amp;lt;ref&amp;gt; Zeitsprung Website : Partner, o.D., zuletzt geöffnet am 05.09.2021, https://zeitsprung-lueneburg.de/index.php/partner &amp;lt;/ref&amp;gt; Wolfgang Graemer ist für die Recherche, den Inhalt sowie die 3D-Konstruktion und Visualisierung der App zuständig. Michael Dahl verantwortet das App-Design sowie die Augmentet Reality (dt. erweiterte Realität) und Wolfgang Bütow kümmert sich um den Bereich Grafik-Design und Marketing. Zur Darstellung und Wiederherstellung der verschwundenen Orte nutzen die Entwickler vorhandenes historisches Material. Laut einem Interview mit der Lüneburger [[Landeszeitung]] arbeiten sie dabei unter anderem mit Stichen und Chroniken von [https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Albrecht_Gebhardi Ludwig Albrecht Gebhardi] (* 13. April 1735 in [[Lüneburg]]; † 26. Oktober 1802), welcher im 18. Jahrhundert als Historiker und Bibliothekar an der [[Ritterakademie]] in [[Lüneburg]] unterrichtete.&amp;lt;ref&amp;gt;Bericht der Lüneburger Landeszeitung vom 20.08.2019, Online aufzurufen bei https://zeitsprung-lueneburg.de/index.php/presse, zuletzt geöffnet am 05.09.2021 &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Idee für die App „Zeitsprung Lüneburg“ entstand aus dem Umstand heraus, dass viele Gebäude und Plätze in Lüneburg heute zerstört, verschwunden oder umgebaut sind. Das liegt unter anderem am [[Senkungsgebiet]] in der [[Altstadt]] von [[Lüneburg]] oder am Um- und Neubau in der Stadt. Wie die Entwickler der „Zeitsprung Lüneburg“ App selbst angeben, sind sieben Kirchen und Kapellen sowie Stadttore, Mauern und Wälle verschwunden.&amp;lt;ref&amp;gt; Zeitsprung Website: Das Projekt, o.D. zuletzt geöffnet am 05.09.2021, https://zeitsprung-lueneburg.de/index.php/das-projekt &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung der App fand in drei Phasen statt. In Phase eins wurde eine Karte von Lüneburg um 1700 erstellt. Dafür wurden Stadttore, Mauern, Häuser, Kirchen, Wälle und viele andere Gebäude dreidimensional am Computer wiederhergestellt. Anschließend nutzen die Entwickler in der ersten Phase Bildmaterialien aus dem 19. und 20. Jahrhundert, um die Zeitsprung-Standorte noch detaillierter darstellen zu können. In Phase eins wurden auch neuere Epochen berücksichtigt und weitere Orte hinzugefügt, wie die [[MTV-Turnhalle]] oder das Badehaus im [[Kurpark]]. Mithilfe des &#039;&#039;X-Ray Röntgenmodus&#039;&#039; versuchten die Entwickler bereits in der ersten Phase zu ermöglichen, dass User:innen hinter Mauern oder unter die Erde sehen können, um beispielsweise verschüttete Orte darzustellen. Dazu zählen vor allem der [[Springingut-Turm]] und die alten Bergwerke der [[Saline]].&lt;br /&gt;
In Phase zwei ermöglichten es die Entwickler den User:innen verschiedene Epochen an einem Ort anzusehen und zeigten so die Entwicklung der Orte über die Jahrhunderte hinweg. Außerdem wurden weitere Orte aus der Zeit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert hinzugefügt. &lt;br /&gt;
In Phase drei folgten Orte aus den ersten 50 Jahren des 20. Jahrhunderts. Es wurden Stolperstein-Standorte in [[Lüneburg]] in die Liste von Orten mit aufgenommen. Die Entwickler ermöglichen es den User:innen an diesen Orten die Lebensgeschichten teils ehemaliger Lüneburger:innen zu erfahren. Dafür nutzen sie Geschichten, Berichte und Fotos von Überlebenden und Nachkommen dieser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Liste von Zeitsprung-Orten&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zeitsprung Lüneburg Standorte&amp;quot;&amp;gt; Zeitsprung Website: [https://zeitsprung-lueneburg.de/index.php/app-standorte-april-2021|&#039;&#039;Standorte April 2021&#039;&#039;.] o. D., zuletzt abgerufen am 20.08.2021.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zeitsprung Lüneburg&amp;quot;&amp;gt; Zeitsprung Lüneburg App: &#039;&#039;Kartenansicht&#039;&#039;. o. D., zuletzt abgerufen am 20.08.2021.&amp;lt;/ref&amp;gt; ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;map&amp;quot; align=&amp;quot;left&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{#display_map: 53.247907, 10.416498~&#039;&#039;&#039;[[Befestigung der Stadt Lüneburg|Altenbrücker Tor]]&#039;&#039;&#039;; 53.251200, 10.415965~&#039;&#039;&#039;[[Befestigung der Stadt Lüneburg|Lüner Tor]]&#039;&#039;&#039;; 53.252946, 10.414604~&#039;&#039;&#039;[[Synagoge]]&#039;&#039;&#039;; 53.253023, 10.412036~&#039;&#039;&#039;[[Am Schifferwall]]&#039;&#039;&#039;; 53.253253, 10.412050~&#039;&#039;&#039;[[Aussenkaufhaus]]&#039;&#039;&#039;; 53.252361, 10.411715~&#039;&#039;&#039;[[Viskulenhof 1]]&#039;&#039;&#039;; Im Wendischen Dorfe 27, 21335 Lüneburg~&#039;&#039;&#039;[[Kastanienwall]]&#039;&#039;&#039;; 53.251483, 10.412966~&#039;&#039;&#039;[[Stintbrücke Viskulenhof]]&#039;&#039;&#039;; 53.251265, 10.412693~&#039;&#039;&#039;[[Altes Kaufhaus]]&#039;&#039;&#039;; 53.251271, 10.413825~&#039;&#039;&#039;[[Befestigung der Stadt Lüneburg|Lüner Tor innen]]&#039;&#039;&#039;; Bei der Lüner Mühle 3, 21335 Lüneburg~&#039;&#039;&#039;[[Lüner Mühle am Werder]]&#039;&#039;&#039;; 53.250333, 10.412134~&#039;&#039;&#039;[[Abtsmühle]]&#039;&#039;&#039;; 53.247535, 10.413794~&#039;&#039;&#039;[[Befestigung der Stadt Lüneburg|Altenbrücker Tor innen]]&#039;&#039;&#039;; 53.248950, 10.411005~&#039;&#039;&#039;[[Heiligentaler Kloster]]&#039;&#039;&#039;; 53.247971, 10.411266~&#039;&#039;&#039;[[Von Stern]]&#039;&#039;&#039;; 53.248351, 10.409949~&#039;&#039;&#039;[[Glockenstraße]]&#039;&#039;&#039;; 53.246804, 10.413088~&#039;&#039;&#039;[[Wasserturm]]&#039;&#039;&#039;; 53.246003, 10.414956~&#039;&#039;&#039;[[Roter Wall Papenmütze]]&#039;&#039;&#039;; 53.247491, 10.409116~&#039;&#039;&#039;[[Einhornapotheke]]&#039;&#039;&#039;; 53.247504, 10.408789~&#039;&#039;&#039;[[Hotel Deutsches Haus]]&#039;&#039;&#039;; 53.245304, 10.409612~&#039;&#039;&#039;[[Befestigung der Stadt Lüneburg|Rotes Tor]]&#039;&#039;&#039;; 53.244932, 10.409704~&#039;&#039;&#039;[[MTV Turnhalle]]&#039;&#039;&#039;; 53.250248, 10.408306~&#039;&#039;&#039;[[Stadtschloss]]&#039;&#039;&#039;; 53.251489, 10.409184~&#039;&#039;&#039;[[Witzendorfsche Haus]]&#039;&#039;&#039;; 53.252272, 10.409271~&#039;&#039;&#039;[[St. Nicolai 1]]&#039;&#039;&#039;; 53.252580, 10.409318~&#039;&#039;&#039;[[Alter Schlachthof]]&#039;&#039;&#039;; 53.253362, 10.409836~&#039;&#039;&#039;[[Befestigung der Stadt Lüneburg|Bardowicker Tor]]&#039;&#039;&#039;; 53.246220, 10.408256~&#039;&#039;&#039;[[Scharffsches Haus]]&#039;&#039;&#039;; 53.244208, 10.407557~&#039;&#039;&#039;[[Reeperbahn]]&#039;&#039;&#039;; 53.245520, 10.406847~&#039;&#039;&#039;[[Wallstraße Pumpgestänge]]&#039;&#039;&#039;; 53.246037, 10.406615~&#039;&#039;&#039;[[Ritterstraße]]&#039;&#039;&#039;; Rackerstraße, Lüneburg~&#039;&#039;&#039;[[Rackerstraße]]&#039;&#039;&#039;; 53.244118, 10.403973~&#039;&#039;&#039;[[Sülztor außen]]&#039;&#039;&#039;; 53.245120, 10.402609~&#039;&#039;&#039;[[St. Lamberti|St. Lamberti 1]]&#039;&#039;&#039;; 53.247521, 10.403826~&#039;&#039;&#039;[[Vierorten erste Ampel]]&#039;&#039;&#039;; 53.247625, 10.403043~&#039;&#039;&#039;[[Auf der Rübekuhle]]&#039;&#039;&#039;; 53.248004, 10.405229~&#039;&#039;&#039;[[Obere Schrangenstraße]]&#039;&#039;&#039;; 53.248624, 10.404889~&#039;&#039;&#039;[[Schaubühne Neue Sülze]]&#039;&#039;&#039;; 53.250283, 10.405824~&#039;&#039;&#039;[[Alte Post]]&#039;&#039;&#039;; 53.250127, 10.405229~&#039;&#039;&#039;[[Marienplatz]]&#039;&#039;&#039;; 53.252078, 10.405236~&#039;&#039;&#039;[[Goldschmiedezwinger]]&#039;&#039;&#039;; 53.252599, 10.406554~&#039;&#039;&#039;[[Graalwall Bastion]]&#039;&#039;&#039;; 53.243855, 10.401558~&#039;&#039;&#039;[[Saline|Saline 1]]&#039;&#039;&#039;; 53.244632, 10.400103~&#039;&#039;&#039;[[Saline|Saline 2]]&#039;&#039;&#039;; 53.248925, 10.401458~&#039;&#039;&#039;[[St. Michaelis|Michaelisschule]]&#039;&#039;&#039;; 53.247699, 10.399143~&#039;&#039;&#039;[[Kettenstrafanstalt]]&#039;&#039;&#039;; 53.249461, 10.399468~&#039;&#039;&#039;[[Befestigung der Stadt Lüneburg|Stadttor Beim Benedikt]]&#039;&#039;&#039;; 53.250802, 10.400858~&#039;&#039;&#039;[[Befestigung der Stadt Lüneburg|Springitgut Turm]]&#039;&#039;&#039;; 53.252321, 10.401861~&#039;&#039;&#039;[[Tor zur Unterwelt]]&#039;&#039;&#039;; 53.249539, 10.397221~&#039;&#039;&#039;[[Kalkbergfestung]]&#039;&#039;&#039;; 53.250612, 10.395776~&#039;&#039;&#039;[[Neues Tor]]&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 |fullscreen=on&lt;br /&gt;
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 |height=300px&lt;br /&gt;
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 }}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Abtsmühle]] || [[Befestigung der Stadt Lüneburg|Bardowicker Tor]] || [[Kastanienwall]] || [[Rackerstraße]] || [[Schaubühne Neue Sülze]] || [[Synagoge]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Befestigung der Stadt Lüneburg|Altenbrücker Tor]] || [[Einhornapotheke]] || [[Kettenstrafanstalt]] || [[Reeperbahn]] || [[Befestigung der Stadt Lüneburg|Springitgut Turm]] || [[Tor zur Unterwelt]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Befestigung der Stadt Lüneburg|Altenbrücker Tor innen]] || [[Glockenstraße]] || [[Lüner Mühle am Werder]] || [[Ritterstraße]] || [[Stadtschloss]] || [[Vierorten erste Ampel]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Alte Post]] || [[Goldschmiedezwinger]] || [[Befestigung der Stadt Lüneburg|Lüner Tor]] || [[Roter Wall Papenmütze]] || [[Befestigung der Stadt Lüneburg|Stadttor Beim Benedikt]] || [[Viskulenhof 1]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Alter Schlachthof]] || [[Graalwall Bastion]] || [[Befestigung der Stadt Lüneburg|Lüner Tor innen]] || [[Befestigung der Stadt Lüneburg|Rotes Tor]] || [[Stintbrücke Viskulenhof]] || [[Wallstraße Pumpgestänge]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Altes Kaufhaus]] || [[Heiligentaler Kloster]] || [[MTV Turnhalle]] || [[Saline|Saline 1]] || [[St. Lamberti|St. Lamberti 1]] || [[Witzendorfsche Haus]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Am Schifferwall]] || [[Hotel Deutsches Haus]] || [[Befestigung der Stadt Lüneburg|Neues Tor]] || [[Saline|Saline 2]] || [[St. Michaelis|Michaelisschule]] ||&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Aussenkaufhaus]] || [[Kalkbergfestung]] || [[Obere Schrangenstraße]] || [[Scharffsches Haus]] || [[Befestigung der Stadt Lüneburg|Sülztor außen]] ||&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Technische Voraussetzungen ==&lt;br /&gt;
Zum Verwenden der App ist ein Smartphone oder Tablet vonnöten, welches entweder das Apple-eigene Betriebssystem &#039;&#039;iOS&#039;&#039; oder das Google-eigene Betriebssystem &#039;&#039;Android&#039;&#039; geladen hat. Bei Apple muss mindestens &#039;&#039;iOS&#039;&#039; in der Version 10.0 vorhanden sein. &#039;&#039;Android&#039;&#039; muss mindestens in der Version 5.0 mit dem Namen „Lollipop“ auf dem verwendeten Gerät laufen. Allerdings wird die App bei mangelnder Kompatibilität auch nicht im Google Play Store angezeigt. Des Weiteren sollte das Gerät über eine integrierte Kamera verfügen und ein Gyroskop verbaut haben, damit der AR-Modus funktioniert. Jedes Gerät auf dem ein Online-Kartendienst mit Standorterkennung, wie z. B. Google Maps, läuft, hat ein integriertes Gyroskop.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zeitsprung Lüneburg App&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
Pressearchiv der Hansestadt Lüneburg vom 15.04.2021. Online aufzurufen über: https://www.hansestadtlueneburg.de/Home-Hansestadt-Lueneburg/Stadt-und-Politik/Aktuelles-hansestadt-lueneburg/Pressearchiv-hansestadt-lueneburg/app-macht-zeitsprung-in-lueneburgs-vergangenheit-moeglich-hansestadt-foerdert-projekt-mit-9-000-euro.aspx, zuletzt geöffnet am 05.09.2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Alisa Walenziak</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.luenepedia.de/index.php?title=Datei:Zeitsprung_Beispielbild2.jpg&amp;diff=10740</id>
		<title>Datei:Zeitsprung Beispielbild2.jpg</title>
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		<updated>2021-09-07T13:51:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Alisa Walenziak: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Fotograf: Lukas Essig&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Alisa Walenziak</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.luenepedia.de/index.php?title=St._Lamberti&amp;diff=10739</id>
		<title>St. Lamberti</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.luenepedia.de/index.php?title=St._Lamberti&amp;diff=10739"/>
		<updated>2021-09-07T13:26:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Alisa Walenziak: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die St. Lamberti Kirche ist eine ehemalige Kirche in der Stadt Lüneburg. Erstmalig wurde sie 1269 erwähnt. Im Jahr 1860/1861 musste sie aufgrund von vielen Schäden abgerissen werden. Am St. [[Lambertiplatz]] befindet sich noch heute eine Informationstafel zur Geschichte und den Grabungen, welche zwischen 1998 und 2000 stattfanden. Mit der App [[Zeitsprung Lüneburg]] lässt sich die ehemalige Kirche mithilfe von Augmentet Reality (dt. erweiterte Realität) betrachten. &lt;br /&gt;
[[Datei:Lüneburg St. Lamberti.jpg|mini|rechts]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ehemalige St. Lamberti Kirche1.jpg|mini|rechts|Fotograf: Lukas Essig|verweis=Special:FilePath/Ehemalige_St._Lamberti_Kirche1.jpg]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;map&amp;quot;&amp;gt;{{#display_map:St.Lambertiplatz, Lüneburg~&#039;&#039;&#039;St. Lambertiplatz zu Lüneburg&#039;&#039;&#039;|fullscreen=on|scrollzoom=off}}St. Lambertiplatz zu Lüneburg&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Übersicht zur Geschichte der Kirche &amp;lt;ref&amp;gt;Die Ausgrabungen in der St. Lambertikirche, Online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;== &lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1269 || Die St. Lamberti Kapelle wird zum ersten Mal erwähnt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1382 || Einweihung der Sakristei&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1398 || Bau des Kirchturms&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1491 || Umgestaltung des Kirchturms zugunsten eines leichteren Turmgestells &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1530|| Durch die Reformation erlangt die St. Lamberti den Status einer Pfarrkirche, der Lüneburger Rat schafft die katholische Messe ab und führt evangelische Gottesdienste ein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1541 || Das erste Taufbecken wird in der Kirche aufgestellt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1544-45 || Der Kirchturm wird erneut umgestaltet und erhält eine pyramidale Spitze &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1578|| Durch einen Sturm wird der Kirchturm beschädigt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1703|| Ein Sturm bringt den Kirchturm zum Einsturz&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1712 || Eine neue Turmspitze in Form einer niedrigen Haube mit offener Laterne wird gebaut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1732-1738|| Das Gewölbe der Kirche bröckelt, weshalb eine Holzdecke gebaut werden muss, der Gottesdienst wird in die Marienkirche zu Lüneburg verlegt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1752 || Die Glocken im Kirchturm müssen stabilisiert und ein Stockwerk tiefer angebracht werden, der Turm wird mit Pfeilern gestützt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1806-1814 || Die Kirche wird von der französischen Besatzung als Magazin zweckentfremdet&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1818 || Die Kirche befand sich wieder in Lüneburger Händen und das musste erneut am Gewölbe restauriert werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1829 || Aufgrund von anhaltenden Schäden muss das Glockenläuten eingestellt werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1844|| Aufgrund von Einsturzgefahr berät der Lüneburger Rat darüber, die Kirche abreißen zu lassen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1858 || Der letzte Gottesdienst&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1860-1861|| Abriss der Kirche&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte der Kirche==&lt;br /&gt;
Die ehemalige St. Lamberti Kirche wird zum ersten Mal im Jahr 1269 erwähnt, ihr genaues Baujahr ist allerdings unbekannt. Durch die historische Erwähnung und Ausgrabungen durch den Stadtarchäologen Dr. Edgar Ring in den Jahren 1998-2000, wird der Baubeginn um 1300 vermutet&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ehemalige Kirche wurde direkt auf der Abbruchkante zum Lüneburger [[Senkungsgebiet]] und der [[Saline]] gebaut, wodurch das Mauerwerk stetig anfällig für Schäden war. Dieser Umstand führte dazu, dass die Kirche im Jahre 1860/61 abgerissen werden musste. &lt;br /&gt;
[[Datei:St. Lamberti Kirche, Zeitsprung App Lüneburg.png|mini|rechts|Fotograf: Lukas Essig]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau des dreischiffigen Gotteshauses wurde durch Mittel der Lüneburger [[Sülfmeister]] und Bürger*innen der Stadt Lüneburg finanziert&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Jahr 1382 wurde die Sakristei der Kirche eingeweiht. Bereits 1491 musste der Kirchturm durch eine leichtere Spitze ersetzt werden, um den Bau zu entlasten&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Im Jahr 1503 beschloss der Lüneburger Rat sich der Reformation anzuschließen und schaffte die katholischen Messen zugunsten von evangelischen Gottesdiensten ab. Am 6.Mai 1530 begann der evangelische Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche, welche von da an die Rechte einer Pfarrkirche besaß. Noch vor der Reformation hatte die ehemalige Kirche den Status einer Kapelle und besaß deshalb neben dem Hauptaltar noch 22 Nebenalte, welche im Zuge der Reformation abgeschafft wurden&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1541 wurde das erste Taufbecken aufgestellt. Bereits zu dieser Zeit zeigten sich an der Kirche beträchtliche Bauschäden aufgrund des Salzabbaus in der Lüneburger [[Altstadt]]. 1544-1545 musste der Kirchturm erneut umgestaltet werden und bekam eine pyramidale Spitze mit Galerien und Ecktürmen. Doch nicht nur der Salzabbau in Lüneburg schadete dem Bauwerk enorm. Zwei Stürme sorgten letztendlich für den Einsturz des Kirchturmes. 1578 wurde die Kirche durch einen Sturm zunächst nur stark beschädigt, 1703 sorgte ein starker Sturm dann dafür, dass der Kirchturm einstürzte. Erst neun Jahre später, im Jahr 1712, wurde der Kirchturm repariert und durch eine niedrige Haube ausgetauscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während eines Gottesdienstes im Jahr 1732 brachen einige Steine aus dem Gewölbe der Kirche. Um die Besucher*innen der Kirche zu schützen, mussten umfangreiche Bauarbeiten am Gewölbe vorgenommen werden. Der Gottesdienst wurde während des Umbaus deshalb in die [[Marienkirche]] verlegt, welche sich noch heute in der Friedenstraße 8 in [[Lüneburg]] befindet. Die Bauarbeiten dauerten sechs Jahre. Bis 1738 wurde die Gewölbedecke durch eine Holzdecke ersetzt und die Kirchenkonstruktion mit Stützpfeilern verstärkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur vierzehn Jahre später mussten die Kirchenglocken ein Stockwerk tiefer aufgehängt werden, um den gefährdeten Kirchturm zu stabilisieren. Im Westen wurde der Turm durch weitere Strebepfeiler gestützt, um einen Einsturz und die Gefährdung der Kirchenbesucher*innen zu verhindern&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der französischen Besatzung Lüneburgs zwischen 1806- 1814 wurde die St. Lamberti Kirche als Magazin zweckentfremdet. In der Folge einer Niederlage Preußens in der Schlacht bei Jena und Auerstedt im Jahr 1806 war das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg von napoleonischen Truppen besetzt &amp;lt;ref&amp;gt;Wikipedia-Artikel zur Braunschweiger Franzosenzeit, online verfügbar unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Braunschweiger_Franzosenzeit, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nach dem Ende der Besetzung konnte der Gottesdienst bereits im frühen 19. Jahrhundert wieder aufgenommen werden. 1818 musste der Gottesdienst allerdings abermals eingestellt zu werden, da erneute Bauarbeiten am Gewölbe notwendig waren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1829 musste letztendlich, nach anhaltenden Schäden, das Glockenläuten eingestellt werden. Der Klöppel wurde von da an nur noch von Hand gegen die Glocke geschlagen, um ein Schwingen der Glocke zu unterbinden. Als dann 1844, trotz aller Bemühungen, das Gewölbe einzustürzen drohte, wurden die Stimmen im [[Stadtrat]] laut, die Kirche aufzugeben und zum Abriss zu verkaufen.&lt;br /&gt;
Im Jahr 1858 feierte die Kirchengemeinschaft daraufhin den letzten Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche. Am 21.02.1860 wurde folgende Anzeige in der Neuen Hannoverschen Zeitung geschaltet: &lt;br /&gt;
[[Datei:Bekanntmachung Abriss St. Lamberti Kirche.png|mini|links]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einigen Einsendungen erhielt der Maurer- und Zimmermeister Westphal die Möglichkeit, die St. Lamberti Kirche für 13.050 Taler abzureißen. Im Jahr 1861 war die Kirche vollkommen verschwunden, heute befindet sich auf dem St. Lambertiplatz nur noch eine Infotafel, die an das Bestehen der Kirche erinnert. Das Inventar der Kirche wurde allerdings an andere Kirchen in Lüneburg verteilt. Die [[St. Johanneskirche]] erhielt das 1541 eingeweihte Taufbecken und die [[St. Nicolaikirche]] den Hauptaltar aus dem Jahr 1443. Das Hospital zum heiligen Geist erhielt die Sonntagsglocke und das Uhrwerk der Kirche, welche bis in die fünfziger Jahre genutzt wurde. Dieses wurde anschließend im [[Kaufhaus]] am Hafen in [[Lüneburg]] gelagert und fiel dort Brandstiftern zum Opfer&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Stadtarchäologische Grabungen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Grabung am [[Lambertiplatz|St. Lambertiplatz]] fand 1998 und 1999 statt. Eine 140m² große Fläche wurde vom Lüneburger Stadtarchäologen [[Dr. Edgar Ring]] und einigen, unter anderem studentischen, Hilfskräften geöffnet, mit dem Ziel die 1861 abgerissene Kirche genau zu lokalisieren. Außerdem interessierte sich das Team rund um Dr. Edgar Ring für den Zeitraum des Baubeginns der Kirche, welcher zu diesem Zeitpunkt noch nicht genau festgelegt werden konnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als der erste Schnitt im Nordosten der Kirche vorgenommen wurde, war es das Ziel, aussagekräftige Funde über die Fundamente der Umgebung des Chores innerhalb und außerhalb der Kirche zu gewinnen&amp;lt;ref&amp;gt; Ergebnisse der Grabungskampagnen 1998–1999, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam1.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die nächsten Schnitte wurden in unmittelbarer Nähe des ersten gesetzt. Nachdem Teile des Fundaments gefunden und mit alten Grundrissen abgeglichen wurden, konnte das Team den genauen Standort der Kirche lokalisieren. Außerdem wurden Scherben aus dem späten 13. Jahrhundert im Fundament gefunden, wodurch die Forschenden annehmen, dass der Baubeginn rund 100 Jahre später als zuerst vermutet stattgefunden haben muss. Durch das Fundament bekamen die Forschenden außerdem Aufschluss über die bereits oben erwähnten verschiedenen Bauphasen der Kirche. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Grabungen wurden auch drei Grüfte gefunden. Alle haben einen etwa rechteckigen Grundriss aus Ziegeln und konnten als Gräber identifiziert werden. Das größte und am sorgfältigsten gebaute Grab besitzt ein Tonnengewölbe. Die beiden kleineren Gräber sind hingegen nur mit mit flachen Grabsteinen bedeckt gewesen. Wie bereits von [[Wilhelm Friedrich Volger]] (* 31. März 1794 in Neetze; † 6.März 1879 Lüneburg) in den Stadtchroniken beschrieben, waren alle Gräber mit Schutt gefüllt. In jedem Grab lagen, unter den Trümmern begraben, zwei Gräber nebeneinander. Die beiden kleineren Gräber sind offensichtlich seit Generationen besetzt, aus Platzgründen mussten die älteren Gräber späteren Gräbern in der darunter liegenden Knochengrube weichen. Das große Grab, dessen Breite Platz für vier Särge bieten kann, enthielt nur zwei. Der in diesem Grab gefundene wappen­förmige Sargbeschlag war für die Forschenden sehr aufschlussreich, da es der Adelsfamilie von Döring, die bis zum 18. Jahrhundert in Lüneburg lebte, zugeordnet werden konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders interessant war für die Forschenden außerdem der Fund eines Schraubtalers von 1598. Ein Schraubtaler ist ein Geldstück, welches aus zwei Teilen besteht und mit einem Gewinde versehen ist. Es wurde in einem der Gräber gefunden und hat einen Durchmesser von 41 mm. Auf der Vorderseite sind die drei sächsischen Kurfürsten Christian II., Johann Georg I. und August zu sehen sowie die Aufschrift „CHRISTIAN·JOHAN GEORG·ET·AVGVSTUS“. Auf der Rückseite befindet sich die Aufschrift „FRAT:ET·DVCES·SAXON“, was so viel heißt wie  Brüder und Fürsten Sachsens. Beim Öffnen des Schraubtalers entdeckten die Forschenden auf der Innenfläche ein Porträt einer unbekannten Person, und auf der anderen Seite zwei Tauben mit Ringen im Schnabel, darunter ein brennendes Herz und das Jahr 1635. Es wird vermutet, dass der Schraubtaler ein Hochzeitsgeschenk des abgebildeten Mannes an seine Frau war, bevor er an der St. Lamberti Kirche begraben wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem wurden drei Würfel entdeckt, dessen Bedeutung allerdings ungewiss bleibt. Es wurden außerdem noch weitere Gräber ohne bedeutende Gaben gefunden. Sie alle wurden christlich in West-Ost-Richtung, teilweise übereinander, begraben. Die Gebeine wurden nach der Untersuchung wieder bestattet&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Alisa Walenziak</name></author>
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		<id>https://www.luenepedia.de/index.php?title=Datei:Ehemalige_St._Lamberti_Kirche_max.jpg&amp;diff=10738</id>
		<title>Datei:Ehemalige St. Lamberti Kirche max.jpg</title>
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&lt;hr /&gt;
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&lt;hr /&gt;
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Alisa Walenziak: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die St. Lamberti Kirche ist eine ehemalige Kirche in der Stadt Lüneburg. Erstmalig wurde sie 1269 erwähnt. Im Jahr 1860/1861 musste sie aufgrund von vielen Schäden abgerissen werden. Am St. [[Lambertiplatz]] befindet sich noch heute eine Informationstafel zur Geschichte und den Grabungen, welche zwischen 1998 und 2000 stattfanden. Mit der App [[Zeitsprung Lüneburg]] lässt sich die ehemalige Kirche mithilfe von Augmentet Reality (dt. erweiterte Realität) betrachten. &lt;br /&gt;
[[Datei:Lüneburg St. Lamberti.jpg|mini|rechts]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ehemalige St. Lamberti Kirche-min.jpg|mini|rechts|Fotograf: Lukas Essig|verweis=Special:FilePath/Ehemalige_St._Lamberti_Kirche-min.jpg]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;map&amp;quot;&amp;gt;{{#display_map:St.Lambertiplatz, Lüneburg~&#039;&#039;&#039;St. Lambertiplatz zu Lüneburg&#039;&#039;&#039;|fullscreen=on|scrollzoom=off}}St. Lambertiplatz zu Lüneburg&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Übersicht zur Geschichte der Kirche &amp;lt;ref&amp;gt;Die Ausgrabungen in der St. Lambertikirche, Online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;== &lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1269 || Die St. Lamberti Kapelle wird zum ersten Mal erwähnt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1382 || Einweihung der Sakristei&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1398 || Bau des Kirchturms&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1491 || Umgestaltung des Kirchturms zugunsten eines leichteren Turmgestells &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1530|| Durch die Reformation erlangt die St. Lamberti den Status einer Pfarrkirche, der Lüneburger Rat schafft die katholische Messe ab und führt evangelische Gottesdienste ein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1541 || Das erste Taufbecken wird in der Kirche aufgestellt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1544-45 || Der Kirchturm wird erneut umgestaltet und erhält eine pyramidale Spitze &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1578|| Durch einen Sturm wird der Kirchturm beschädigt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1703|| Ein Sturm bringt den Kirchturm zum Einsturz&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1712 || Eine neue Turmspitze in Form einer niedrigen Haube mit offener Laterne wird gebaut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1732-1738|| Das Gewölbe der Kirche bröckelt, weshalb eine Holzdecke gebaut werden muss, der Gottesdienst wird in die Marienkirche zu Lüneburg verlegt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1752 || Die Glocken im Kirchturm müssen stabilisiert und ein Stockwerk tiefer angebracht werden, der Turm wird mit Pfeilern gestützt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1806-1814 || Die Kirche wird von der französischen Besatzung als Magazin zweckentfremdet&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1818 || Die Kirche befand sich wieder in Lüneburger Händen und das musste erneut am Gewölbe restauriert werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1829 || Aufgrund von anhaltenden Schäden muss das Glockenläuten eingestellt werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1844|| Aufgrund von Einsturzgefahr berät der Lüneburger Rat darüber, die Kirche abreißen zu lassen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1858 || Der letzte Gottesdienst&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1860-1861|| Abriss der Kirche&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte der Kirche==&lt;br /&gt;
Die ehemalige St. Lamberti Kirche wird zum ersten Mal im Jahr 1269 erwähnt, ihr genaues Baujahr ist allerdings unbekannt. Durch die historische Erwähnung und Ausgrabungen durch den Stadtarchäologen Dr. Edgar Ring in den Jahren 1998-2000, wird der Baubeginn um 1300 vermutet&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ehemalige Kirche wurde direkt auf der Abbruchkante zum Lüneburger [[Senkungsgebiet]] und der [[Saline]] gebaut, wodurch das Mauerwerk stetig anfällig für Schäden war. Dieser Umstand führte dazu, dass die Kirche im Jahre 1860/61 abgerissen werden musste. &lt;br /&gt;
[[Datei:St. Lamberti Kirche, Zeitsprung App Lüneburg.png|mini|rechts|Fotograf: Lukas Essig]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau des dreischiffigen Gotteshauses wurde durch Mittel der Lüneburger [[Sülfmeister]] und Bürger*innen der Stadt Lüneburg finanziert&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Jahr 1382 wurde die Sakristei der Kirche eingeweiht. Bereits 1491 musste der Kirchturm durch eine leichtere Spitze ersetzt werden, um den Bau zu entlasten&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Im Jahr 1503 beschloss der Lüneburger Rat sich der Reformation anzuschließen und schaffte die katholischen Messen zugunsten von evangelischen Gottesdiensten ab. Am 6.Mai 1530 begann der evangelische Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche, welche von da an die Rechte einer Pfarrkirche besaß. Noch vor der Reformation hatte die ehemalige Kirche den Status einer Kapelle und besaß deshalb neben dem Hauptaltar noch 22 Nebenalte, welche im Zuge der Reformation abgeschafft wurden&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1541 wurde das erste Taufbecken aufgestellt. Bereits zu dieser Zeit zeigten sich an der Kirche beträchtliche Bauschäden aufgrund des Salzabbaus in der Lüneburger [[Altstadt]]. 1544-1545 musste der Kirchturm erneut umgestaltet werden und bekam eine pyramidale Spitze mit Galerien und Ecktürmen. Doch nicht nur der Salzabbau in Lüneburg schadete dem Bauwerk enorm. Zwei Stürme sorgten letztendlich für den Einsturz des Kirchturmes. 1578 wurde die Kirche durch einen Sturm zunächst nur stark beschädigt, 1703 sorgte ein starker Sturm dann dafür, dass der Kirchturm einstürzte. Erst neun Jahre später, im Jahr 1712, wurde der Kirchturm repariert und durch eine niedrige Haube ausgetauscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während eines Gottesdienstes im Jahr 1732 brachen einige Steine aus dem Gewölbe der Kirche. Um die Besucher*innen der Kirche zu schützen, mussten umfangreiche Bauarbeiten am Gewölbe vorgenommen werden. Der Gottesdienst wurde während des Umbaus deshalb in die [[Marienkirche]] verlegt, welche sich noch heute in der Friedenstraße 8 in [[Lüneburg]] befindet. Die Bauarbeiten dauerten sechs Jahre. Bis 1738 wurde die Gewölbedecke durch eine Holzdecke ersetzt und die Kirchenkonstruktion mit Stützpfeilern verstärkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur vierzehn Jahre später mussten die Kirchenglocken ein Stockwerk tiefer aufgehängt werden, um den gefährdeten Kirchturm zu stabilisieren. Im Westen wurde der Turm durch weitere Strebepfeiler gestützt, um einen Einsturz und die Gefährdung der Kirchenbesucher*innen zu verhindern&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der französischen Besatzung Lüneburgs zwischen 1806- 1814 wurde die St. Lamberti Kirche als Magazin zweckentfremdet. In der Folge einer Niederlage Preußens in der Schlacht bei Jena und Auerstedt im Jahr 1806 war das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg von napoleonischen Truppen besetzt &amp;lt;ref&amp;gt;Wikipedia-Artikel zur Braunschweiger Franzosenzeit, online verfügbar unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Braunschweiger_Franzosenzeit, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nach dem Ende der Besetzung konnte der Gottesdienst bereits im frühen 19. Jahrhundert wieder aufgenommen werden. 1818 musste der Gottesdienst allerdings abermals eingestellt zu werden, da erneute Bauarbeiten am Gewölbe notwendig waren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1829 musste letztendlich, nach anhaltenden Schäden, das Glockenläuten eingestellt werden. Der Klöppel wurde von da an nur noch von Hand gegen die Glocke geschlagen, um ein Schwingen der Glocke zu unterbinden. Als dann 1844, trotz aller Bemühungen, das Gewölbe einzustürzen drohte, wurden die Stimmen im [[Stadtrat]] laut, die Kirche aufzugeben und zum Abriss zu verkaufen.&lt;br /&gt;
Im Jahr 1858 feierte die Kirchengemeinschaft daraufhin den letzten Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche. Am 21.02.1860 wurde folgende Anzeige in der Neuen Hannoverschen Zeitung geschaltet: &lt;br /&gt;
[[Datei:Bekanntmachung Abriss St. Lamberti Kirche.png|mini|links]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einigen Einsendungen erhielt der Maurer- und Zimmermeister Westphal die Möglichkeit, die St. Lamberti Kirche für 13.050 Taler abzureißen. Im Jahr 1861 war die Kirche vollkommen verschwunden, heute befindet sich auf dem St. Lambertiplatz nur noch eine Infotafel, die an das Bestehen der Kirche erinnert. Das Inventar der Kirche wurde allerdings an andere Kirchen in Lüneburg verteilt. Die [[St. Johanneskirche]] erhielt das 1541 eingeweihte Taufbecken und die [[St. Nicolaikirche]] den Hauptaltar aus dem Jahr 1443. Das Hospital zum heiligen Geist erhielt die Sonntagsglocke und das Uhrwerk der Kirche, welche bis in die fünfziger Jahre genutzt wurde. Dieses wurde anschließend im [[Kaufhaus]] am Hafen in [[Lüneburg]] gelagert und fiel dort Brandstiftern zum Opfer&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Stadtarchäologische Grabungen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Grabung am [[Lambertiplatz|St. Lambertiplatz]] fand 1998 und 1999 statt. Eine 140m² große Fläche wurde vom Lüneburger Stadtarchäologen [[Dr. Edgar Ring]] und einigen, unter anderem studentischen, Hilfskräften geöffnet, mit dem Ziel die 1861 abgerissene Kirche genau zu lokalisieren. Außerdem interessierte sich das Team rund um Dr. Edgar Ring für den Zeitraum des Baubeginns der Kirche, welcher zu diesem Zeitpunkt noch nicht genau festgelegt werden konnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als der erste Schnitt im Nordosten der Kirche vorgenommen wurde, war es das Ziel, aussagekräftige Funde über die Fundamente der Umgebung des Chores innerhalb und außerhalb der Kirche zu gewinnen&amp;lt;ref&amp;gt; Ergebnisse der Grabungskampagnen 1998–1999, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam1.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die nächsten Schnitte wurden in unmittelbarer Nähe des ersten gesetzt. Nachdem Teile des Fundaments gefunden und mit alten Grundrissen abgeglichen wurden, konnte das Team den genauen Standort der Kirche lokalisieren. Außerdem wurden Scherben aus dem späten 13. Jahrhundert im Fundament gefunden, wodurch die Forschenden annehmen, dass der Baubeginn rund 100 Jahre später als zuerst vermutet stattgefunden haben muss. Durch das Fundament bekamen die Forschenden außerdem Aufschluss über die bereits oben erwähnten verschiedenen Bauphasen der Kirche. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Grabungen wurden auch drei Grüfte gefunden. Alle haben einen etwa rechteckigen Grundriss aus Ziegeln und konnten als Gräber identifiziert werden. Das größte und am sorgfältigsten gebaute Grab besitzt ein Tonnengewölbe. Die beiden kleineren Gräber sind hingegen nur mit mit flachen Grabsteinen bedeckt gewesen. Wie bereits von [[Wilhelm Friedrich Volger]] (* 31. März 1794 in Neetze; † 6.März 1879 Lüneburg) in den Stadtchroniken beschrieben, waren alle Gräber mit Schutt gefüllt. In jedem Grab lagen, unter den Trümmern begraben, zwei Gräber nebeneinander. Die beiden kleineren Gräber sind offensichtlich seit Generationen besetzt, aus Platzgründen mussten die älteren Gräber späteren Gräbern in der darunter liegenden Knochengrube weichen. Das große Grab, dessen Breite Platz für vier Särge bieten kann, enthielt nur zwei. Der in diesem Grab gefundene wappen­förmige Sargbeschlag war für die Forschenden sehr aufschlussreich, da es der Adelsfamilie von Döring, die bis zum 18. Jahrhundert in Lüneburg lebte, zugeordnet werden konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders interessant war für die Forschenden außerdem der Fund eines Schraubtalers von 1598. Ein Schraubtaler ist ein Geldstück, welches aus zwei Teilen besteht und mit einem Gewinde versehen ist. Es wurde in einem der Gräber gefunden und hat einen Durchmesser von 41 mm. Auf der Vorderseite sind die drei sächsischen Kurfürsten Christian II., Johann Georg I. und August zu sehen sowie die Aufschrift „CHRISTIAN·JOHAN GEORG·ET·AVGVSTUS“. Auf der Rückseite befindet sich die Aufschrift „FRAT:ET·DVCES·SAXON“, was so viel heißt wie  Brüder und Fürsten Sachsens. Beim Öffnen des Schraubtalers entdeckten die Forschenden auf der Innenfläche ein Porträt einer unbekannten Person, und auf der anderen Seite zwei Tauben mit Ringen im Schnabel, darunter ein brennendes Herz und das Jahr 1635. Es wird vermutet, dass der Schraubtaler ein Hochzeitsgeschenk des abgebildeten Mannes an seine Frau war, bevor er an der St. Lamberti Kirche begraben wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem wurden drei Würfel entdeckt, dessen Bedeutung allerdings ungewiss bleibt. Es wurden außerdem noch weitere Gräber ohne bedeutende Gaben gefunden. Sie alle wurden christlich in West-Ost-Richtung, teilweise übereinander, begraben. Die Gebeine wurden nach der Untersuchung wieder bestattet&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Alisa Walenziak</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.luenepedia.de/index.php?title=St._Lamberti&amp;diff=10735</id>
		<title>St. Lamberti</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.luenepedia.de/index.php?title=St._Lamberti&amp;diff=10735"/>
		<updated>2021-09-07T12:40:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Alisa Walenziak: /* Stadtarchäologische Grabungen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die St. Lamberti Kirche ist eine ehemalige Kirche in der Stadt Lüneburg. Erstmalig wurde sie 1269 erwähnt. Im Jahr 1860/1861 musste sie aufgrund von vielen Schäden abgerissen werden. Am St. [[Lambertiplatz]] befindet sich noch heute eine Informationstafel zur Geschichte und den Grabungen, welche zwischen 1998 und 2000 stattfanden. Mit der App [[Zeitsprung Lüneburg]] lässt sich die ehemalige Kirche mithilfe von Augmentet Reality (dt. erweiterte Realität) betrachten. &lt;br /&gt;
[[Datei:Lüneburg St. Lamberti.jpg|mini|rechts]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ehemalige St. Lamberti Kirche-min.jpg|mini|rechts|Fotograf: Lukas Essig|verweis=Special:FilePath/Ehemalige_St._Lamberti_Kirche-min.jpg]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;map&amp;quot;&amp;gt;{{#display_map:St.Lambertiplatz, Lüneburg~&#039;&#039;&#039;St. Lambertiplatz zu Lüneburg&#039;&#039;&#039;|fullscreen=on|scrollzoom=off}}St. Lambertiplatz zu Lüneburg&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Übersicht zur Geschichte der Kirche &amp;lt;ref&amp;gt;Die Ausgrabungen in der St. Lambertikirche, Online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;== &lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1269 || Die St. Lamberti Kapelle wird zum ersten Mal erwähnt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1382 || Einweihung der Sakristei&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1398 || Bau des Kirchturms&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1491 || Umgestaltung des Kirchturms zugunsten eines leichteren Turmgestells &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1530|| Durch die Reformation erlangt die St. Lamberti den Status einer Pfarrkirche, der Lüneburger Rat schafft die katholische Messe ab und führt evangelische Gottesdienste ein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1541 || Das erste Taufbecken wird in der Kirche aufgestellt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1544-45 || Der Kirchturm wird erneut umgestaltet und erhält eine pyramidale Spitze &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1578|| Durch einen Sturm wird der Kirchturm beschädigt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1703|| Ein Sturm bringt den Kirchturm zum Einsturz&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1712 || Eine neue Turmspitze in Form einer niedrigen Haube mit offener Laterne wird gebaut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1732-1738|| Das Gewölbe der Kirche bröckelt, weshalb eine Holzdecke gebaut werden muss, der Gottesdienst wird in die Marienkirche zu Lüneburg verlegt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1752 || Die Glocken im Kirchturm müssen stabilisiert und ein Stockwerk tiefer angebracht werden, der Turm wird mit Pfeilern gestützt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1806-1814 || Die Kirche wird von der französischen Besatzung als Magazin zweckentfremdet&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1818 || Die Kirche befand sich wieder in Lüneburger Händen und das musste erneut am Gewölbe restauriert werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1829 || Aufgrund von anhaltenden Schäden muss das Glockenläuten eingestellt werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1844|| Aufgrund von Einsturzgefahr berät der Lüneburger Rat darüber, die Kirche abreißen zu lassen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1858 || Der letzte Gottesdienst&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1860-1861|| Abriss der Kirche&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte der Kirche==&lt;br /&gt;
Die ehemalige St. Lamberti Kirche wird zum ersten Mal im Jahr 1269 erwähnt, ihr genaues Baujahr ist allerdings unbekannt. Durch die historische Erwähnung und Ausgrabungen durch den Stadtarchäologen Dr. Edgar Ring in den Jahren 1998-2000, wird der Baubeginn um 1300 vermutet&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ehemalige Kirche wurde direkt auf der Abbruchkante zum Lüneburger [[Senkungsgebiet]] und der [[Saline]] gebaut, wodurch das Mauerwerk stetig anfällig für Schäden war. Dieser Umstand führte dazu, dass die Kirche im Jahre 1860/61 abgerissen werden musste. &lt;br /&gt;
[[Datei:St. Lamberti Kirche, Zeitsprung App Lüneburg.png|mini|rechts|Fotograf: Lukas Essig]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau des dreischiffigen Gotteshauses wurde durch Mittel der Lüneburger [[Sülfmeister]] und Bürger*innen der Stadt Lüneburg finanziert&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Jahr 1382 wurde die Sakristei der Kirche eingeweiht. Bereits 1491 musste der Kirchturm durch eine leichtere Spitze ersetzt werden, um den Bau zu entlasten&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Im Jahr 1503 beschloss der Lüneburger Rat sich der Reformation anzuschließen und schaffte die katholischen Messen zugunsten von evangelischen Gottesdiensten ab. Am 6.Mai 1530 begann der evangelische Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche, welche von da an die Rechte einer Pfarrkirche besaß. Noch vor der Reformation hatte die ehemalige Kirche den Status einer Kapelle und besaß deshalb neben dem Hauptaltar noch 22 Nebenalte, welche im Zuge der Reformation abgeschafft wurden&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1541 wurde das erste Taufbecken aufgestellt. Bereits zu dieser Zeit zeigten sich an der Kirche beträchtliche Bauschäden aufgrund des Salzabbaus in der Lüneburger [[Altstadt]]. 1544-1545 musste der Kirchturm erneut umgestaltet werden und bekam eine pyramidale Spitze mit Galerien und Ecktürmen. Doch nicht nur der Salzabbau in Lüneburg schadete dem Bauwerk enorm. Zwei Stürme sorgten letztendlich für den Einsturz des Kirchturmes. 1578 wurde die Kirche durch einen Sturm zunächst nur stark beschädigt, 1703 sorgte ein starker Sturm dann dafür, dass der Kirchturm einstürzte. Erst neun Jahre später, im Jahr 1712, wurde der Kirchturm repariert und durch eine niedrige Haube ausgetauscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während eines Gottesdienstes im Jahr 1732 brachen einige Steine aus dem Gewölbe der Kirche. Um die Besucher*innen der Kirche zu schützen, mussten umfangreiche Bauarbeiten am Gewölbe vorgenommen werden. Der Gottesdienst wurde während des Umbaus deshalb in die [[Marienkirche]] verlegt, welche sich noch heute in der Friedenstraße 8 in [[Lüneburg]] befindet. Die Bauarbeiten dauerten sechs Jahre. Bis 1738 wurde die Gewölbedecke durch eine Holzdecke ersetzt und die Kirchenkonstruktion mit Stützpfeilern verstärkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur vierzehn Jahre später mussten die Kirchenglocken ein Stockwerk tiefer aufgehängt werden, um den gefährdeten Kirchturm zu stabilisieren. Im Westen wurde der Turm durch weitere Strebepfeiler gestützt, um einen Einsturz und die Gefährdung der Kirchenbesucher*innen zu verhindern&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der französischen Besatzung Lüneburgs zwischen 1806- 1814 wurde die St. Lamberti Kirche als Magazin zweckentfremdet. In der Folge einer Niederlage Preußens in der Schlacht bei Jena und Auerstedt im Jahr 1806 war das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg von napoleonischen Truppen besetzt &amp;lt;ref&amp;gt;Wikipedia-Artikel zur Braunschweiger Franzosenzeit, online verfügbar unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Braunschweiger_Franzosenzeit, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nach dem Ende der Besetzung konnte der Gottesdienst bereits im frühen 19. Jahrhundert wieder aufgenommen werden. 1818 musste der Gottesdienst allerdings abermals eingestellt zu werden, da erneute Bauarbeiten am Gewölbe notwendig waren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1829 musste letztendlich, nach anhaltenden Schäden, das Glockenläuten eingestellt werden. Der Klöppel wurde von da an nur noch von Hand gegen die Glocke geschlagen, um ein Schwingen der Glocke zu unterbinden. Als dann 1844, trotz aller Bemühungen, das Gewölbe einzustürzen drohte, wurden die Stimmen im [[Stadtrat]] laut, die Kirche aufzugeben und zum Abriss zu verkaufen.&lt;br /&gt;
Im Jahr 1858 feierte die Kirchengemeinschaft daraufhin den letzten Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche. Am 21.02.1860 wurde folgende Anzeige in der Neuen Hannoverschen Zeitung geschaltet: &lt;br /&gt;
[[Datei:Bekanntmachung Abriss St. Lamberti Kirche.png|mini|links]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einigen Einsendungen erhielt der Maurer- und Zimmermeister Westphal die Möglichkeit, die St. Lamberti Kirche für 13.050 Taler abzureißen. Im Jahr 1861 war die Kirche vollkommen verschwunden, heute befindet sich auf dem St. Lambertiplatz nur noch eine Infotafel, die an das Bestehen der Kirche erinnert. Das Inventar der Kirche wurde allerdings an andere Kirchen in Lüneburg verteilt. Die [[St. Johanneskirche]] erhielt das 1541 eingeweihte Taufbecken und die [[St. Nicolaikirche]] den Hauptaltar aus dem Jahr 1443. Das Hospital zum heiligen Geist erhielt die Sonntagsglocke und das Uhrwerk der Kirche, welche bis in die fünfziger Jahre genutzt wurde. Dieses wurde anschließend im [[Kaufhaus]] am Hafen in [[Lüneburg]] gelagert und fiel dort Brandstiftern zum Opfer&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Stadtarchäologische Grabungen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Grabung am [[Lambertiplatz|St. Lambertiplatz]] fand 1998 und 1999 statt. Eine 140m² große Fläche wurde vom Lüneburger Stadtarchäologen [[Dr. Edgar Ring]] und einigen, unter anderem studentischen, Hilfskräften geöffnet, mit dem Ziel die 1861 abgerissene Kirche genau zu lokalisieren. Außerdem interessierte sich das Team rund um Dr. Edgar Ring für den Zeitraum des Baubeginns der Kirche, welcher zu diesem Zeitpunkt noch nicht genau festgelegt werden konnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als der erste Schnitt im Nordosten der Kirche vorgenommen wurde, war es das Ziel, aussagekräftige Funde über die Fundamente der Umgebung des Chores innerhalb und außerhalb der Kirche zu gewinnen&amp;lt;ref&amp;gt; Ergebnisse der Grabungskampagnen 1998–1999, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam1.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die nächsten Schnitte wurden in unmittelbarer Nähe des ersten gesetzt. Nachdem Teile des Fundaments gefunden und mit alten Grundrissen abgeglichen wurden, konnte das Team den genauen Standort der Kirche lokalisieren. Außerdem wurden Scherben aus dem späten 13. Jahrhundert im Fundament gefunden, wodurch die Forschenden annehmen, dass der Baubeginn rund 100 Jahre später als zuerst vermutet stattgefunden haben muss. Durch das Fundament bekamen die Forschenden außerdem Aufschluss über die bereits oben erwähnten verschiedenen Bauphasen der Kirche. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Grabungen wurden auch drei Grüfte gefunden. Alle haben einen etwa rechteckigen Grundriss aus Ziegeln und konnten als Gräber identifiziert werden. Das größte und am sorgfältigsten gebaute Grab besitzt ein Tonnengewölbe. Die beiden kleineren Gräber sind hingegen nur mit mit flachen Grabsteinen bedeckt gewesen. Wie bereits von [[Wilhelm Friedrich Volger]] (* 31. März 1794 in Neetze; † 6.März 1879 Lüneburg) in den Stadtchroniken beschrieben, waren alle Gräber mit Schutt gefüllt. In jedem Grab lagen, unter den Trümmern begraben, zwei Gräber nebeneinander. Die beiden kleineren Gräber sind offensichtlich seit Generationen besetzt, aus Platzgründen mussten die älteren Gräber späteren Gräbern in der darunter liegenden Knochengrube weichen. Das große Grab, dessen Breite Platz für vier Särge bieten kann, enthielt nur zwei. Der in diesem Grab gefundene wappen­förmige Sargbeschlag war für die Forschenden sehr aufschlussreich, da es der Adelsfamilie von Döring, die bis zum 18. Jahrhundert in Lüneburg lebte, zugeordnet werden konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders interessant war für die Forschenden außerdem der Fund eines Schraubtalers von 1598. Ein Schraubtaler ist ein Geldstück, welches aus zwei Teilen besteht und mit einem Gewinde versehen ist. Es wurde in einem der Gräber gefunden und hat einen Durchmesser von 41 mm. Auf der Vorderseite sind die drei sächsischen Kurfürsten Christian II., Johann Georg I. und August zu sehen sowie die Aufschrift „CHRISTIAN·JOHAN GEORG·ET·AVGVSTUS“. Auf der Rückseite befindet sich die Aufschrift „FRAT:ET·DVCES·SAXON“, was so viel heißt wie  Brüder und Fürsten Sachsens. Beim Öffnen des Schraubtalers entdeckten die Forschenden auf der Innenfläche ein Porträt einer unbekannten Person, und auf der anderen Seite zwei Tauben mit Ringen im Schnabel, darunter ein brennendes Herz und das Jahr 1635. Es wird vermutet, dass der Schraubtaler ein Hochzeitsgeschenk des abgebildeten Mannes an seine Frau war, bevor er an der St. Lamberti Kirche begraben wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem wurden drei Würfel entdeckt, dessen Bedeutung allerdings ungewiss bleibt. Es wurden außerdem noch weitere Gräber ohne bedeutende Gaben gefunden. Sie alle wurden christlich in West-Ost-Richtung, teilweise übereinander, begraben. Die Gebeine wurden nach der Untersuchung wieder bestattet&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Alisa Walenziak</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.luenepedia.de/index.php?title=St._Lamberti&amp;diff=10734</id>
		<title>St. Lamberti</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.luenepedia.de/index.php?title=St._Lamberti&amp;diff=10734"/>
		<updated>2021-09-07T12:39:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Alisa Walenziak: /* Stadtarchäologische Grabungen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die St. Lamberti Kirche ist eine ehemalige Kirche in der Stadt Lüneburg. Erstmalig wurde sie 1269 erwähnt. Im Jahr 1860/1861 musste sie aufgrund von vielen Schäden abgerissen werden. Am St. [[Lambertiplatz]] befindet sich noch heute eine Informationstafel zur Geschichte und den Grabungen, welche zwischen 1998 und 2000 stattfanden. Mit der App [[Zeitsprung Lüneburg]] lässt sich die ehemalige Kirche mithilfe von Augmentet Reality (dt. erweiterte Realität) betrachten. &lt;br /&gt;
[[Datei:Lüneburg St. Lamberti.jpg|mini|rechts]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ehemalige St. Lamberti Kirche-min.jpg|mini|rechts|Fotograf: Lukas Essig|verweis=Special:FilePath/Ehemalige_St._Lamberti_Kirche-min.jpg]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;map&amp;quot;&amp;gt;{{#display_map:St.Lambertiplatz, Lüneburg~&#039;&#039;&#039;St. Lambertiplatz zu Lüneburg&#039;&#039;&#039;|fullscreen=on|scrollzoom=off}}St. Lambertiplatz zu Lüneburg&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Übersicht zur Geschichte der Kirche &amp;lt;ref&amp;gt;Die Ausgrabungen in der St. Lambertikirche, Online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;== &lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1269 || Die St. Lamberti Kapelle wird zum ersten Mal erwähnt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1382 || Einweihung der Sakristei&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1398 || Bau des Kirchturms&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1491 || Umgestaltung des Kirchturms zugunsten eines leichteren Turmgestells &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1530|| Durch die Reformation erlangt die St. Lamberti den Status einer Pfarrkirche, der Lüneburger Rat schafft die katholische Messe ab und führt evangelische Gottesdienste ein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1541 || Das erste Taufbecken wird in der Kirche aufgestellt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1544-45 || Der Kirchturm wird erneut umgestaltet und erhält eine pyramidale Spitze &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1578|| Durch einen Sturm wird der Kirchturm beschädigt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1703|| Ein Sturm bringt den Kirchturm zum Einsturz&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1712 || Eine neue Turmspitze in Form einer niedrigen Haube mit offener Laterne wird gebaut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1732-1738|| Das Gewölbe der Kirche bröckelt, weshalb eine Holzdecke gebaut werden muss, der Gottesdienst wird in die Marienkirche zu Lüneburg verlegt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1752 || Die Glocken im Kirchturm müssen stabilisiert und ein Stockwerk tiefer angebracht werden, der Turm wird mit Pfeilern gestützt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1806-1814 || Die Kirche wird von der französischen Besatzung als Magazin zweckentfremdet&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1818 || Die Kirche befand sich wieder in Lüneburger Händen und das musste erneut am Gewölbe restauriert werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1829 || Aufgrund von anhaltenden Schäden muss das Glockenläuten eingestellt werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1844|| Aufgrund von Einsturzgefahr berät der Lüneburger Rat darüber, die Kirche abreißen zu lassen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1858 || Der letzte Gottesdienst&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1860-1861|| Abriss der Kirche&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte der Kirche==&lt;br /&gt;
Die ehemalige St. Lamberti Kirche wird zum ersten Mal im Jahr 1269 erwähnt, ihr genaues Baujahr ist allerdings unbekannt. Durch die historische Erwähnung und Ausgrabungen durch den Stadtarchäologen Dr. Edgar Ring in den Jahren 1998-2000, wird der Baubeginn um 1300 vermutet&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ehemalige Kirche wurde direkt auf der Abbruchkante zum Lüneburger [[Senkungsgebiet]] und der [[Saline]] gebaut, wodurch das Mauerwerk stetig anfällig für Schäden war. Dieser Umstand führte dazu, dass die Kirche im Jahre 1860/61 abgerissen werden musste. &lt;br /&gt;
[[Datei:St. Lamberti Kirche, Zeitsprung App Lüneburg.png|mini|rechts|Fotograf: Lukas Essig]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau des dreischiffigen Gotteshauses wurde durch Mittel der Lüneburger [[Sülfmeister]] und Bürger*innen der Stadt Lüneburg finanziert&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Jahr 1382 wurde die Sakristei der Kirche eingeweiht. Bereits 1491 musste der Kirchturm durch eine leichtere Spitze ersetzt werden, um den Bau zu entlasten&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Im Jahr 1503 beschloss der Lüneburger Rat sich der Reformation anzuschließen und schaffte die katholischen Messen zugunsten von evangelischen Gottesdiensten ab. Am 6.Mai 1530 begann der evangelische Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche, welche von da an die Rechte einer Pfarrkirche besaß. Noch vor der Reformation hatte die ehemalige Kirche den Status einer Kapelle und besaß deshalb neben dem Hauptaltar noch 22 Nebenalte, welche im Zuge der Reformation abgeschafft wurden&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1541 wurde das erste Taufbecken aufgestellt. Bereits zu dieser Zeit zeigten sich an der Kirche beträchtliche Bauschäden aufgrund des Salzabbaus in der Lüneburger [[Altstadt]]. 1544-1545 musste der Kirchturm erneut umgestaltet werden und bekam eine pyramidale Spitze mit Galerien und Ecktürmen. Doch nicht nur der Salzabbau in Lüneburg schadete dem Bauwerk enorm. Zwei Stürme sorgten letztendlich für den Einsturz des Kirchturmes. 1578 wurde die Kirche durch einen Sturm zunächst nur stark beschädigt, 1703 sorgte ein starker Sturm dann dafür, dass der Kirchturm einstürzte. Erst neun Jahre später, im Jahr 1712, wurde der Kirchturm repariert und durch eine niedrige Haube ausgetauscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während eines Gottesdienstes im Jahr 1732 brachen einige Steine aus dem Gewölbe der Kirche. Um die Besucher*innen der Kirche zu schützen, mussten umfangreiche Bauarbeiten am Gewölbe vorgenommen werden. Der Gottesdienst wurde während des Umbaus deshalb in die [[Marienkirche]] verlegt, welche sich noch heute in der Friedenstraße 8 in [[Lüneburg]] befindet. Die Bauarbeiten dauerten sechs Jahre. Bis 1738 wurde die Gewölbedecke durch eine Holzdecke ersetzt und die Kirchenkonstruktion mit Stützpfeilern verstärkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur vierzehn Jahre später mussten die Kirchenglocken ein Stockwerk tiefer aufgehängt werden, um den gefährdeten Kirchturm zu stabilisieren. Im Westen wurde der Turm durch weitere Strebepfeiler gestützt, um einen Einsturz und die Gefährdung der Kirchenbesucher*innen zu verhindern&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der französischen Besatzung Lüneburgs zwischen 1806- 1814 wurde die St. Lamberti Kirche als Magazin zweckentfremdet. In der Folge einer Niederlage Preußens in der Schlacht bei Jena und Auerstedt im Jahr 1806 war das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg von napoleonischen Truppen besetzt &amp;lt;ref&amp;gt;Wikipedia-Artikel zur Braunschweiger Franzosenzeit, online verfügbar unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Braunschweiger_Franzosenzeit, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nach dem Ende der Besetzung konnte der Gottesdienst bereits im frühen 19. Jahrhundert wieder aufgenommen werden. 1818 musste der Gottesdienst allerdings abermals eingestellt zu werden, da erneute Bauarbeiten am Gewölbe notwendig waren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1829 musste letztendlich, nach anhaltenden Schäden, das Glockenläuten eingestellt werden. Der Klöppel wurde von da an nur noch von Hand gegen die Glocke geschlagen, um ein Schwingen der Glocke zu unterbinden. Als dann 1844, trotz aller Bemühungen, das Gewölbe einzustürzen drohte, wurden die Stimmen im [[Stadtrat]] laut, die Kirche aufzugeben und zum Abriss zu verkaufen.&lt;br /&gt;
Im Jahr 1858 feierte die Kirchengemeinschaft daraufhin den letzten Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche. Am 21.02.1860 wurde folgende Anzeige in der Neuen Hannoverschen Zeitung geschaltet: &lt;br /&gt;
[[Datei:Bekanntmachung Abriss St. Lamberti Kirche.png|mini|links]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einigen Einsendungen erhielt der Maurer- und Zimmermeister Westphal die Möglichkeit, die St. Lamberti Kirche für 13.050 Taler abzureißen. Im Jahr 1861 war die Kirche vollkommen verschwunden, heute befindet sich auf dem St. Lambertiplatz nur noch eine Infotafel, die an das Bestehen der Kirche erinnert. Das Inventar der Kirche wurde allerdings an andere Kirchen in Lüneburg verteilt. Die [[St. Johanneskirche]] erhielt das 1541 eingeweihte Taufbecken und die [[St. Nicolaikirche]] den Hauptaltar aus dem Jahr 1443. Das Hospital zum heiligen Geist erhielt die Sonntagsglocke und das Uhrwerk der Kirche, welche bis in die fünfziger Jahre genutzt wurde. Dieses wurde anschließend im [[Kaufhaus]] am Hafen in [[Lüneburg]] gelagert und fiel dort Brandstiftern zum Opfer&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Stadtarchäologische Grabungen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Grabung am [[St. Lambertiplatz]] fand 1998 und 1999 statt. Eine 140m² große Fläche wurde vom Lüneburger Stadtarchäologen [[Dr. Edgar Ring]] und einigen, unter anderem studentischen, Hilfskräften geöffnet, mit dem Ziel die 1861 abgerissene Kirche genau zu lokalisieren. Außerdem interessierte sich das Team rund um Dr. Edgar Ring für den Zeitraum des Baubeginns der Kirche, welcher zu diesem Zeitpunkt noch nicht genau festgelegt werden konnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als der erste Schnitt im Nordosten der Kirche vorgenommen wurde, war es das Ziel, aussagekräftige Funde über die Fundamente der Umgebung des Chores innerhalb und außerhalb der Kirche zu gewinnen&amp;lt;ref&amp;gt; Ergebnisse der Grabungskampagnen 1998–1999, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam1.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die nächsten Schnitte wurden in unmittelbarer Nähe des ersten gesetzt. Nachdem Teile des Fundaments gefunden und mit alten Grundrissen abgeglichen wurden, konnte das Team den genauen Standort der Kirche lokalisieren. Außerdem wurden Scherben aus dem späten 13. Jahrhundert im Fundament gefunden, wodurch die Forschenden annehmen, dass der Baubeginn rund 100 Jahre später als zuerst vermutet stattgefunden haben muss. Durch das Fundament bekamen die Forschenden außerdem Aufschluss über die bereits oben erwähnten verschiedenen Bauphasen der Kirche. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Grabungen wurden auch drei Grüfte gefunden. Alle haben einen etwa rechteckigen Grundriss aus Ziegeln und konnten als Gräber identifiziert werden. Das größte und am sorgfältigsten gebaute Grab besitzt ein Tonnengewölbe. Die beiden kleineren Gräber sind hingegen nur mit mit flachen Grabsteinen bedeckt gewesen. Wie bereits von [[Wilhelm Friedrich Volger]] (* 31. März 1794 in Neetze; † 6.März 1879 Lüneburg) in den Stadtchroniken beschrieben, waren alle Gräber mit Schutt gefüllt. In jedem Grab lagen, unter den Trümmern begraben, zwei Gräber nebeneinander. Die beiden kleineren Gräber sind offensichtlich seit Generationen besetzt, aus Platzgründen mussten die älteren Gräber späteren Gräbern in der darunter liegenden Knochengrube weichen. Das große Grab, dessen Breite Platz für vier Särge bieten kann, enthielt nur zwei. Der in diesem Grab gefundene wappen­förmige Sargbeschlag war für die Forschenden sehr aufschlussreich, da es der Adelsfamilie von Döring, die bis zum 18. Jahrhundert in Lüneburg lebte, zugeordnet werden konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders interessant war für die Forschenden außerdem der Fund eines Schraubtalers von 1598. Ein Schraubtaler ist ein Geldstück, welches aus zwei Teilen besteht und mit einem Gewinde versehen ist. Es wurde in einem der Gräber gefunden und hat einen Durchmesser von 41 mm. Auf der Vorderseite sind die drei sächsischen Kurfürsten Christian II., Johann Georg I. und August zu sehen sowie die Aufschrift „CHRISTIAN·JOHAN GEORG·ET·AVGVSTUS“. Auf der Rückseite befindet sich die Aufschrift „FRAT:ET·DVCES·SAXON“, was so viel heißt wie  Brüder und Fürsten Sachsens. Beim Öffnen des Schraubtalers entdeckten die Forschenden auf der Innenfläche ein Porträt einer unbekannten Person, und auf der anderen Seite zwei Tauben mit Ringen im Schnabel, darunter ein brennendes Herz und das Jahr 1635. Es wird vermutet, dass der Schraubtaler ein Hochzeitsgeschenk des abgebildeten Mannes an seine Frau war, bevor er an der St. Lamberti Kirche begraben wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem wurden drei Würfel entdeckt, dessen Bedeutung allerdings ungewiss bleibt. Es wurden außerdem noch weitere Gräber ohne bedeutende Gaben gefunden. Sie alle wurden christlich in West-Ost-Richtung, teilweise übereinander, begraben. Die Gebeine wurden nach der Untersuchung wieder bestattet&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Alisa Walenziak</name></author>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Alisa Walenziak: Verknüpfung erstellt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{#seo:description=Platz in Lüneburg.}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;map&amp;quot;&amp;gt;{{#display_map:Lambertiplatz, Lüneburg~&#039;&#039;&#039;Lambertiplatz&#039;&#039;&#039;|fullscreen=on|scrollzoom=off}}&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Lambertiplatz.jpg|mini|Lambertiplatz heute]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Lambertikirche kurz vor dem Abriss 1843.jpg|mini|Illustration der Lambertikirche (1843) vor dem Abriss]]&lt;br /&gt;
Der Lambertiplatz ist ein zentraler Platz, südwestlich der Lüneburger [[Altstadt]] gelegen. Der Platz ist im Wesentlichen eine Grasfläche. Er liegt an der Kante des [[Senkungsgebiet|Senkungsgebietes]], was an Ort und Stelle deutlich sichtbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Lambertiplatz hat, wie auch die direkt nördlich verlaufende Straße Bei der [[St. Lamberti|St. Lamberti Kirche]], seinen Namen von der Sankt Lamberti-Kirche, die dort bis 1861 stand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verbindung des Ortes mit [https://de.wikipedia.org/wiki/Lambert_von_L%C3%BCttich Sankt Lambertus]  ist allerdings älter als die Kirche. In einer Urkunde des Herzogs [https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_I._(Braunschweig) Otto das Kind] (* 1204; † 9. Juni 1252), die Saline betreffend, wurde ein &amp;quot;Sankt Lamberti Siechenhaus&amp;quot; (Hospital) erwähnt.&amp;lt;ref&amp;gt;Strasser, Ernst: Lüneburg : geliebte Stadt. - Uelzen, Becker-Verlag, 1969, Seite 21. Leider fehlt hier eine Jahresangabe.&amp;lt;/ref&amp;gt; Etwa 1310 wurde im Namen Sankt Lambertus durch den Heiligen Geist ersetzt, und 1322 wurde für das Hospital weiter östlich ein Neubau errichtet, der dort noch immer steht (Heiligengeistschule).&amp;lt;ref&amp;gt;Reinecke, Wilhelm: Geschichte der Stadt Lüneburg. - Nachdruck der Ausgabe Lüneburg 1933. - Lüneburg, Heinrich-Heine-Buchhandlung, 1977, Band 1, Seite 113 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kirchengebäude wurde ungefähr ab 1300 im gotischen Stil erbaut.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.wikipedia.org/wiki/Lambertikirche_(L%C3%BCneburg) https://de.wikipedia.org/wiki/Lambertikirche_(Lüneneburg)]&amp;lt;/ref&amp;gt; Wegen seines Standortes auf der Kante des Senkungsgebiets war das Gebäude seit dem 15. Jahrhundert mehr oder weniger permanent einsturzgefährdet. Das führte zu fortwährenden Stabilisierungs- und Umbaumaßnahmen. 1858 wurde das Gebäude für Gottesdienste gesperrt und in den Jahren 1860 und 1861 abgerissen&amp;lt;ref&amp;gt;Michael, Eckhard; Ring, Edgar: Portrait einer Stadt : Ansichten Lüneburgs im 19. Jahrhundert. - Lüneburg: Verlag der Landeszeitung, 2005, Seiten 76 - 79&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://www.lueneburg.info/stlambertiplatz Lüneburg Tourismus]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geographie]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tourismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Alisa Walenziak</name></author>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Alisa Walenziak: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{#seo:description=Platz in Lüneburg.}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;map&amp;quot;&amp;gt;{{#display_map:Lambertiplatz, Lüneburg~&#039;&#039;&#039;Lambertiplatz&#039;&#039;&#039;|fullscreen=on|scrollzoom=off}}&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Lambertiplatz.jpg|mini|Lambertiplatz heute]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Lambertikirche kurz vor dem Abriss 1843.jpg|mini|Illustration der Lambertikirche (1843) vor dem Abriss]]&lt;br /&gt;
Der Lambertiplatz ist ein zentraler Platz, südwestlich der Lüneburger [[Altstadt]] gelegen. Der Platz ist im Wesentlichen eine Grasfläche. Er liegt an der Kante des [[Senkungsgebiet|Senkungsgebietes]], was an Ort und Stelle deutlich sichtbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Lambertiplatz hat, wie auch die direkt nördlich verlaufende Straße Bei der [[St. Lamberti Kirche]], seinen Namen von der Sankt Lamberti-Kirche, die dort bis 1861 stand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verbindung des Ortes mit [https://de.wikipedia.org/wiki/Lambert_von_L%C3%BCttich Sankt Lambertus]  ist allerdings älter als die Kirche. In einer Urkunde des Herzogs [https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_I._(Braunschweig) Otto das Kind] (* 1204; † 9. Juni 1252), die Saline betreffend, wurde ein &amp;quot;Sankt Lamberti Siechenhaus&amp;quot; (Hospital) erwähnt.&amp;lt;ref&amp;gt;Strasser, Ernst: Lüneburg : geliebte Stadt. - Uelzen, Becker-Verlag, 1969, Seite 21. Leider fehlt hier eine Jahresangabe.&amp;lt;/ref&amp;gt; Etwa 1310 wurde im Namen Sankt Lambertus durch den Heiligen Geist ersetzt, und 1322 wurde für das Hospital weiter östlich ein Neubau errichtet, der dort noch immer steht (Heiligengeistschule).&amp;lt;ref&amp;gt;Reinecke, Wilhelm: Geschichte der Stadt Lüneburg. - Nachdruck der Ausgabe Lüneburg 1933. - Lüneburg, Heinrich-Heine-Buchhandlung, 1977, Band 1, Seite 113 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kirchengebäude wurde ungefähr ab 1300 im gotischen Stil erbaut.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.wikipedia.org/wiki/Lambertikirche_(L%C3%BCneburg) https://de.wikipedia.org/wiki/Lambertikirche_(Lüneneburg)]&amp;lt;/ref&amp;gt; Wegen seines Standortes auf der Kante des Senkungsgebiets war das Gebäude seit dem 15. Jahrhundert mehr oder weniger permanent einsturzgefährdet. Das führte zu fortwährenden Stabilisierungs- und Umbaumaßnahmen. 1858 wurde das Gebäude für Gottesdienste gesperrt und in den Jahren 1860 und 1861 abgerissen&amp;lt;ref&amp;gt;Michael, Eckhard; Ring, Edgar: Portrait einer Stadt : Ansichten Lüneburgs im 19. Jahrhundert. - Lüneburg: Verlag der Landeszeitung, 2005, Seiten 76 - 79&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://www.lueneburg.info/stlambertiplatz Lüneburg Tourismus]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geographie]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tourismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Alisa Walenziak</name></author>
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		<title>St. Lamberti</title>
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		<updated>2021-09-07T12:16:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Alisa Walenziak: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die St. Lamberti Kirche ist eine ehemalige Kirche in der Stadt Lüneburg. Erstmalig wurde sie 1269 erwähnt. Im Jahr 1860/1861 musste sie aufgrund von vielen Schäden abgerissen werden. Am St. [[Lambertiplatz]] befindet sich noch heute eine Informationstafel zur Geschichte und den Grabungen, welche zwischen 1998 und 2000 stattfanden. Mit der App [[Zeitsprung Lüneburg]] lässt sich die ehemalige Kirche mithilfe von Augmentet Reality (dt. erweiterte Realität) betrachten. &lt;br /&gt;
[[Datei:Lüneburg St. Lamberti.jpg|mini|rechts]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ehemalige St. Lamberti Kirche-min.jpg|mini|rechts|Fotograf: Lukas Essig|verweis=Special:FilePath/Ehemalige_St._Lamberti_Kirche-min.jpg]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;map&amp;quot;&amp;gt;{{#display_map:St.Lambertiplatz, Lüneburg~&#039;&#039;&#039;St. Lambertiplatz zu Lüneburg&#039;&#039;&#039;|fullscreen=on|scrollzoom=off}}St. Lambertiplatz zu Lüneburg&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Übersicht zur Geschichte der Kirche &amp;lt;ref&amp;gt;Die Ausgrabungen in der St. Lambertikirche, Online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;== &lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1269 || Die St. Lamberti Kapelle wird zum ersten Mal erwähnt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1382 || Einweihung der Sakristei&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1398 || Bau des Kirchturms&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1491 || Umgestaltung des Kirchturms zugunsten eines leichteren Turmgestells &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1530|| Durch die Reformation erlangt die St. Lamberti den Status einer Pfarrkirche, der Lüneburger Rat schafft die katholische Messe ab und führt evangelische Gottesdienste ein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1541 || Das erste Taufbecken wird in der Kirche aufgestellt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1544-45 || Der Kirchturm wird erneut umgestaltet und erhält eine pyramidale Spitze &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1578|| Durch einen Sturm wird der Kirchturm beschädigt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1703|| Ein Sturm bringt den Kirchturm zum Einsturz&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1712 || Eine neue Turmspitze in Form einer niedrigen Haube mit offener Laterne wird gebaut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1732-1738|| Das Gewölbe der Kirche bröckelt, weshalb eine Holzdecke gebaut werden muss, der Gottesdienst wird in die Marienkirche zu Lüneburg verlegt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1752 || Die Glocken im Kirchturm müssen stabilisiert und ein Stockwerk tiefer angebracht werden, der Turm wird mit Pfeilern gestützt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1806-1814 || Die Kirche wird von der französischen Besatzung als Magazin zweckentfremdet&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1818 || Die Kirche befand sich wieder in Lüneburger Händen und das musste erneut am Gewölbe restauriert werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1829 || Aufgrund von anhaltenden Schäden muss das Glockenläuten eingestellt werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1844|| Aufgrund von Einsturzgefahr berät der Lüneburger Rat darüber, die Kirche abreißen zu lassen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1858 || Der letzte Gottesdienst&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1860-1861|| Abriss der Kirche&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte der Kirche==&lt;br /&gt;
Die ehemalige St. Lamberti Kirche wird zum ersten Mal im Jahr 1269 erwähnt, ihr genaues Baujahr ist allerdings unbekannt. Durch die historische Erwähnung und Ausgrabungen durch den Stadtarchäologen Dr. Edgar Ring in den Jahren 1998-2000, wird der Baubeginn um 1300 vermutet&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ehemalige Kirche wurde direkt auf der Abbruchkante zum Lüneburger [[Senkungsgebiet]] und der [[Saline]] gebaut, wodurch das Mauerwerk stetig anfällig für Schäden war. Dieser Umstand führte dazu, dass die Kirche im Jahre 1860/61 abgerissen werden musste. &lt;br /&gt;
[[Datei:St. Lamberti Kirche, Zeitsprung App Lüneburg.png|mini|rechts|Fotograf: Lukas Essig]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau des dreischiffigen Gotteshauses wurde durch Mittel der Lüneburger [[Sülfmeister]] und Bürger*innen der Stadt Lüneburg finanziert&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Jahr 1382 wurde die Sakristei der Kirche eingeweiht. Bereits 1491 musste der Kirchturm durch eine leichtere Spitze ersetzt werden, um den Bau zu entlasten&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Im Jahr 1503 beschloss der Lüneburger Rat sich der Reformation anzuschließen und schaffte die katholischen Messen zugunsten von evangelischen Gottesdiensten ab. Am 6.Mai 1530 begann der evangelische Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche, welche von da an die Rechte einer Pfarrkirche besaß. Noch vor der Reformation hatte die ehemalige Kirche den Status einer Kapelle und besaß deshalb neben dem Hauptaltar noch 22 Nebenalte, welche im Zuge der Reformation abgeschafft wurden&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1541 wurde das erste Taufbecken aufgestellt. Bereits zu dieser Zeit zeigten sich an der Kirche beträchtliche Bauschäden aufgrund des Salzabbaus in der Lüneburger [[Altstadt]]. 1544-1545 musste der Kirchturm erneut umgestaltet werden und bekam eine pyramidale Spitze mit Galerien und Ecktürmen. Doch nicht nur der Salzabbau in Lüneburg schadete dem Bauwerk enorm. Zwei Stürme sorgten letztendlich für den Einsturz des Kirchturmes. 1578 wurde die Kirche durch einen Sturm zunächst nur stark beschädigt, 1703 sorgte ein starker Sturm dann dafür, dass der Kirchturm einstürzte. Erst neun Jahre später, im Jahr 1712, wurde der Kirchturm repariert und durch eine niedrige Haube ausgetauscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während eines Gottesdienstes im Jahr 1732 brachen einige Steine aus dem Gewölbe der Kirche. Um die Besucher*innen der Kirche zu schützen, mussten umfangreiche Bauarbeiten am Gewölbe vorgenommen werden. Der Gottesdienst wurde während des Umbaus deshalb in die [[Marienkirche]] verlegt, welche sich noch heute in der Friedenstraße 8 in [[Lüneburg]] befindet. Die Bauarbeiten dauerten sechs Jahre. Bis 1738 wurde die Gewölbedecke durch eine Holzdecke ersetzt und die Kirchenkonstruktion mit Stützpfeilern verstärkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur vierzehn Jahre später mussten die Kirchenglocken ein Stockwerk tiefer aufgehängt werden, um den gefährdeten Kirchturm zu stabilisieren. Im Westen wurde der Turm durch weitere Strebepfeiler gestützt, um einen Einsturz und die Gefährdung der Kirchenbesucher*innen zu verhindern&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der französischen Besatzung Lüneburgs zwischen 1806- 1814 wurde die St. Lamberti Kirche als Magazin zweckentfremdet. In der Folge einer Niederlage Preußens in der Schlacht bei Jena und Auerstedt im Jahr 1806 war das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg von napoleonischen Truppen besetzt &amp;lt;ref&amp;gt;Wikipedia-Artikel zur Braunschweiger Franzosenzeit, online verfügbar unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Braunschweiger_Franzosenzeit, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nach dem Ende der Besetzung konnte der Gottesdienst bereits im frühen 19. Jahrhundert wieder aufgenommen werden. 1818 musste der Gottesdienst allerdings abermals eingestellt zu werden, da erneute Bauarbeiten am Gewölbe notwendig waren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1829 musste letztendlich, nach anhaltenden Schäden, das Glockenläuten eingestellt werden. Der Klöppel wurde von da an nur noch von Hand gegen die Glocke geschlagen, um ein Schwingen der Glocke zu unterbinden. Als dann 1844, trotz aller Bemühungen, das Gewölbe einzustürzen drohte, wurden die Stimmen im [[Stadtrat]] laut, die Kirche aufzugeben und zum Abriss zu verkaufen.&lt;br /&gt;
Im Jahr 1858 feierte die Kirchengemeinschaft daraufhin den letzten Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche. Am 21.02.1860 wurde folgende Anzeige in der Neuen Hannoverschen Zeitung geschaltet: &lt;br /&gt;
[[Datei:Bekanntmachung Abriss St. Lamberti Kirche.png|mini|links]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einigen Einsendungen erhielt der Maurer- und Zimmermeister Westphal die Möglichkeit, die St. Lamberti Kirche für 13.050 Taler abzureißen. Im Jahr 1861 war die Kirche vollkommen verschwunden, heute befindet sich auf dem St. Lambertiplatz nur noch eine Infotafel, die an das Bestehen der Kirche erinnert. Das Inventar der Kirche wurde allerdings an andere Kirchen in Lüneburg verteilt. Die [[St. Johanneskirche]] erhielt das 1541 eingeweihte Taufbecken und die [[St. Nicolaikirche]] den Hauptaltar aus dem Jahr 1443. Das Hospital zum heiligen Geist erhielt die Sonntagsglocke und das Uhrwerk der Kirche, welche bis in die fünfziger Jahre genutzt wurde. Dieses wurde anschließend im [[Kaufhaus]] am Hafen in [[Lüneburg]] gelagert und fiel dort Brandstiftern zum Opfer&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Stadtarchäologische Grabungen==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Alisa Walenziak</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.luenepedia.de/index.php?title=Datei:L%C3%BCneburg_St._Lamberti.jpg&amp;diff=10730</id>
		<title>Datei:Lüneburg St. Lamberti.jpg</title>
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		<updated>2021-09-07T12:14:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Alisa Walenziak: Gemeinfrei, https://de.wikipedia.org/wiki/Lambertikirche_(L%C3%BCneburg)#/media/Datei:L%C3%BCneburg_Sankt_Lamberti.jpg&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Gemeinfrei, https://de.wikipedia.org/wiki/Lambertikirche_(L%C3%BCneburg)#/media/Datei:L%C3%BCneburg_Sankt_Lamberti.jpg&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Alisa Walenziak</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.luenepedia.de/index.php?title=St._Lamberti&amp;diff=10729</id>
		<title>St. Lamberti</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.luenepedia.de/index.php?title=St._Lamberti&amp;diff=10729"/>
		<updated>2021-09-07T12:13:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Alisa Walenziak: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die St. Lamberti Kirche ist eine ehemalige Kirche in der Stadt Lüneburg. Erstmalig wurde sie 1269 erwähnt. Im Jahr 1860/1861 musste sie aufgrund von vielen Schäden abgerissen werden. Am St. Lambertiplatz befindet sich noch heute eine Informationstafel zur Geschichte und den Grabungen, welche zwischen 1998 und 2000 stattfanden. Mit der App [[Zeitsprung Lüneburg]] lässt sich die ehemalige Kirche mithilfe von Augmentet Reality (dt. erweiterte Realität) betrachten. &lt;br /&gt;
[[Datei:Lüneburg Sankt Lamberti|mini|rechts]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ehemalige St. Lamberti Kirche-min.jpg|mini|rechts|Fotograf: Lukas Essig|verweis=Special:FilePath/Ehemalige_St._Lamberti_Kirche-min.jpg]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;map&amp;quot;&amp;gt;{{#display_map:St.Lambertiplatz, Lüneburg~&#039;&#039;&#039;St. Lambertiplatz zu Lüneburg&#039;&#039;&#039;|fullscreen=on|scrollzoom=off}}St. Lambertiplatz zu Lüneburg&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Übersicht zur Geschichte der Kirche &amp;lt;ref&amp;gt;Die Ausgrabungen in der St. Lambertikirche, Online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;== &lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1269 || Die St. Lamberti Kapelle wird zum ersten Mal erwähnt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1382 || Einweihung der Sakristei&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1398 || Bau des Kirchturms&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1491 || Umgestaltung des Kirchturms zugunsten eines leichteren Turmgestells &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1530|| Durch die Reformation erlangt die St. Lamberti den Status einer Pfarrkirche, der Lüneburger Rat schafft die katholische Messe ab und führt evangelische Gottesdienste ein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1541 || Das erste Taufbecken wird in der Kirche aufgestellt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1544-45 || Der Kirchturm wird erneut umgestaltet und erhält eine pyramidale Spitze &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1578|| Durch einen Sturm wird der Kirchturm beschädigt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1703|| Ein Sturm bringt den Kirchturm zum Einsturz&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1712 || Eine neue Turmspitze in Form einer niedrigen Haube mit offener Laterne wird gebaut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1732-1738|| Das Gewölbe der Kirche bröckelt, weshalb eine Holzdecke gebaut werden muss, der Gottesdienst wird in die Marienkirche zu Lüneburg verlegt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1752 || Die Glocken im Kirchturm müssen stabilisiert und ein Stockwerk tiefer angebracht werden, der Turm wird mit Pfeilern gestützt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1806-1814 || Die Kirche wird von der französischen Besatzung als Magazin zweckentfremdet&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1818 || Die Kirche befand sich wieder in Lüneburger Händen und das musste erneut am Gewölbe restauriert werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1829 || Aufgrund von anhaltenden Schäden muss das Glockenläuten eingestellt werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1844|| Aufgrund von Einsturzgefahr berät der Lüneburger Rat darüber, die Kirche abreißen zu lassen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1858 || Der letzte Gottesdienst&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1860-1861|| Abriss der Kirche&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte der Kirche==&lt;br /&gt;
Die ehemalige St. Lamberti Kirche wird zum ersten Mal im Jahr 1269 erwähnt, ihr genaues Baujahr ist allerdings unbekannt. Durch die historische Erwähnung und Ausgrabungen durch den Stadtarchäologen Dr. Edgar Ring in den Jahren 1998-2000, wird der Baubeginn um 1300 vermutet&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ehemalige Kirche wurde direkt auf der Abbruchkante zum Lüneburger [[Senkungsgebiet]] und der [[Saline]] gebaut, wodurch das Mauerwerk stetig anfällig für Schäden war. Dieser Umstand führte dazu, dass die Kirche im Jahre 1860/61 abgerissen werden musste. &lt;br /&gt;
[[Datei:St. Lamberti Kirche, Zeitsprung App Lüneburg.png|mini|rechts|Fotograf: Lukas Essig]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau des dreischiffigen Gotteshauses wurde durch Mittel der Lüneburger [[Sülfmeister]] und Bürger*innen der Stadt Lüneburg finanziert&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Jahr 1382 wurde die Sakristei der Kirche eingeweiht. Bereits 1491 musste der Kirchturm durch eine leichtere Spitze ersetzt werden, um den Bau zu entlasten&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Im Jahr 1503 beschloss der Lüneburger Rat sich der Reformation anzuschließen und schaffte die katholischen Messen zugunsten von evangelischen Gottesdiensten ab. Am 6.Mai 1530 begann der evangelische Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche, welche von da an die Rechte einer Pfarrkirche besaß. Noch vor der Reformation hatte die ehemalige Kirche den Status einer Kapelle und besaß deshalb neben dem Hauptaltar noch 22 Nebenalte, welche im Zuge der Reformation abgeschafft wurden&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1541 wurde das erste Taufbecken aufgestellt. Bereits zu dieser Zeit zeigten sich an der Kirche beträchtliche Bauschäden aufgrund des Salzabbaus in der Lüneburger [[Altstadt]]. 1544-1545 musste der Kirchturm erneut umgestaltet werden und bekam eine pyramidale Spitze mit Galerien und Ecktürmen. Doch nicht nur der Salzabbau in Lüneburg schadete dem Bauwerk enorm. Zwei Stürme sorgten letztendlich für den Einsturz des Kirchturmes. 1578 wurde die Kirche durch einen Sturm zunächst nur stark beschädigt, 1703 sorgte ein starker Sturm dann dafür, dass der Kirchturm einstürzte. Erst neun Jahre später, im Jahr 1712, wurde der Kirchturm repariert und durch eine niedrige Haube ausgetauscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während eines Gottesdienstes im Jahr 1732 brachen einige Steine aus dem Gewölbe der Kirche. Um die Besucher*innen der Kirche zu schützen, mussten umfangreiche Bauarbeiten am Gewölbe vorgenommen werden. Der Gottesdienst wurde während des Umbaus deshalb in die [[Marienkirche]] verlegt, welche sich noch heute in der Friedenstraße 8 in [[Lüneburg]] befindet. Die Bauarbeiten dauerten sechs Jahre. Bis 1738 wurde die Gewölbedecke durch eine Holzdecke ersetzt und die Kirchenkonstruktion mit Stützpfeilern verstärkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur vierzehn Jahre später mussten die Kirchenglocken ein Stockwerk tiefer aufgehängt werden, um den gefährdeten Kirchturm zu stabilisieren. Im Westen wurde der Turm durch weitere Strebepfeiler gestützt, um einen Einsturz und die Gefährdung der Kirchenbesucher*innen zu verhindern&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der französischen Besatzung Lüneburgs zwischen 1806- 1814 wurde die St. Lamberti Kirche als Magazin zweckentfremdet. In der Folge einer Niederlage Preußens in der Schlacht bei Jena und Auerstedt im Jahr 1806 war das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg von napoleonischen Truppen besetzt &amp;lt;ref&amp;gt;Wikipedia-Artikel zur Braunschweiger Franzosenzeit, online verfügbar unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Braunschweiger_Franzosenzeit, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nach dem Ende der Besetzung konnte der Gottesdienst bereits im frühen 19. Jahrhundert wieder aufgenommen werden. 1818 musste der Gottesdienst allerdings abermals eingestellt zu werden, da erneute Bauarbeiten am Gewölbe notwendig waren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1829 musste letztendlich, nach anhaltenden Schäden, das Glockenläuten eingestellt werden. Der Klöppel wurde von da an nur noch von Hand gegen die Glocke geschlagen, um ein Schwingen der Glocke zu unterbinden. Als dann 1844, trotz aller Bemühungen, das Gewölbe einzustürzen drohte, wurden die Stimmen im [[Stadtrat]] laut, die Kirche aufzugeben und zum Abriss zu verkaufen.&lt;br /&gt;
Im Jahr 1858 feierte die Kirchengemeinschaft daraufhin den letzten Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche. Am 21.02.1860 wurde folgende Anzeige in der Neuen Hannoverschen Zeitung geschaltet: &lt;br /&gt;
[[Datei:Bekanntmachung Abriss St. Lamberti Kirche.png|mini|links]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einigen Einsendungen erhielt der Maurer- und Zimmermeister Westphal die Möglichkeit, die St. Lamberti Kirche für 13.050 Taler abzureißen. Im Jahr 1861 war die Kirche vollkommen verschwunden, heute befindet sich auf dem St. Lambertiplatz nur noch eine Infotafel, die an das Bestehen der Kirche erinnert. Das Inventar der Kirche wurde allerdings an andere Kirchen in Lüneburg verteilt. Die [[St. Johanneskirche]] erhielt das 1541 eingeweihte Taufbecken und die [[St. Nicolaikirche]] den Hauptaltar aus dem Jahr 1443. Das Hospital zum heiligen Geist erhielt die Sonntagsglocke und das Uhrwerk der Kirche, welche bis in die fünfziger Jahre genutzt wurde. Dieses wurde anschließend im [[Kaufhaus]] am Hafen in [[Lüneburg]] gelagert und fiel dort Brandstiftern zum Opfer&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Stadtarchäologische Grabungen==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Alisa Walenziak</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.luenepedia.de/index.php?title=Diskussion:St._Lamberti&amp;diff=10728</id>
		<title>Diskussion:St. Lamberti</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.luenepedia.de/index.php?title=Diskussion:St._Lamberti&amp;diff=10728"/>
		<updated>2021-09-07T12:09:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Alisa Walenziak: Die Seite wurde neu angelegt: „Hey Benutzer:Felix Englisch,  ich arbeite gerade an meinem Artikel zur ehemaligen Kirche und habe herausgefunden, dass bei den Grabungen ein altes Familien…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Hey [[Benutzer:Felix Englisch]],&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ich arbeite gerade an meinem Artikel zur ehemaligen Kirche und habe herausgefunden, dass bei den Grabungen ein altes Familiensiegel gefunden wurde. Das Foto des Siegels findest du hier: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/abb/wappen.htm. Da die Zeichnung aus dem Jahr 1704, nach  J. H. Büttner zu stammen scheint wollte ich nachfragen, ob das Urheber*innenrecht somit aufgehoben ist und ich das Foto des Siegels nutzen kann?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Liebe Grüße, Alisa&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Alisa Walenziak</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.luenepedia.de/index.php?title=St._Lamberti&amp;diff=10725</id>
		<title>St. Lamberti</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.luenepedia.de/index.php?title=St._Lamberti&amp;diff=10725"/>
		<updated>2021-09-07T11:43:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Alisa Walenziak: Falsche Jahreszahl&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die St. Lamberti Kirche ist eine ehemalige Kirche in der Stadt Lüneburg. Erstmalig wurde sie 1269 erwähnt. Im Jahr 1860/1861 musste sie aufgrund von vielen Schäden abgerissen werden. Am St. Lambertiplatz befindet sich noch heute eine Informationstafel zur Geschichte und den Grabungen, welche zwischen 1998 und 2000 stattfanden. Mit der App [[Zeitsprung Lüneburg]] lässt sich die ehemalige Kirche mithilfe von Augmentet Reality (dt. erweiterte Realität) betrachten. &lt;br /&gt;
[[Datei:Ehemalige St. Lamberti Kirche-min.jpg|mini|rechts|Fotograf: Lukas Essig|verweis=Special:FilePath/Ehemalige_St._Lamberti_Kirche-min.jpg]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;map&amp;quot;&amp;gt;{{#display_map:St.Lambertiplatz, Lüneburg~&#039;&#039;&#039;St. Lambertiplatz zu Lüneburg&#039;&#039;&#039;|fullscreen=on|scrollzoom=off}}St. Lambertiplatz zu Lüneburg&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Übersicht zur Geschichte der Kirche &amp;lt;ref&amp;gt;Die Ausgrabungen in der St. Lambertikirche, Online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;== &lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1269 || Die St. Lamberti Kapelle wird zum ersten Mal erwähnt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1382 || Einweihung der Sakristei&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1398 || Bau des Kirchturms&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1491 || Umgestaltung des Kirchturms zugunsten eines leichteren Turmgestells &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1530|| Durch die Reformation erlangt die St. Lamberti den Status einer Pfarrkirche, der Lüneburger Rat schafft die katholische Messe ab und führt evangelische Gottesdienste ein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1541 || Das erste Taufbecken wird in der Kirche aufgestellt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1544-45 || Der Kirchturm wird erneut umgestaltet und erhält eine pyramidale Spitze &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1578|| Durch einen Sturm wird der Kirchturm beschädigt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1703|| Ein Sturm bringt den Kirchturm zum Einsturz&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1712 || Eine neue Turmspitze in Form einer niedrigen Haube mit offener Laterne wird gebaut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1732-1738|| Das Gewölbe der Kirche bröckelt, weshalb eine Holzdecke gebaut werden muss, der Gottesdienst wird in die Marienkirche zu Lüneburg verlegt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1752 || Die Glocken im Kirchturm müssen stabilisiert und ein Stockwerk tiefer angebracht werden, der Turm wird mit Pfeilern gestützt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1806-1814 || Die Kirche wird von der französischen Besatzung als Magazin zweckentfremdet&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1818 || Die Kirche befand sich wieder in Lüneburger Händen und das musste erneut am Gewölbe restauriert werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1829 || Aufgrund von anhaltenden Schäden muss das Glockenläuten eingestellt werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1844|| Aufgrund von Einsturzgefahr berät der Lüneburger Rat darüber, die Kirche abreißen zu lassen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1858 || Der letzte Gottesdienst&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1860-1861|| Abriss der Kirche&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte der Kirche==&lt;br /&gt;
Die ehemalige St. Lamberti Kirche wird zum ersten Mal im Jahr 1269 erwähnt, ihr genaues Baujahr ist allerdings unbekannt. Durch die historische Erwähnung und Ausgrabungen durch den Stadtarchäologen Dr. Edgar Ring in den Jahren 1998-2000, wird der Baubeginn um 1300 vermutet&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ehemalige Kirche wurde direkt auf der Abbruchkante zum Lüneburger [[Senkungsgebiet]] und der [[Saline]] gebaut, wodurch das Mauerwerk stetig anfällig für Schäden war. Dieser Umstand führte dazu, dass die Kirche im Jahre 1860/61 abgerissen werden musste. &lt;br /&gt;
[[Datei:St. Lamberti Kirche, Zeitsprung App Lüneburg.png|mini|rechts|Fotograf: Lukas Essig]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau des dreischiffigen Gotteshauses wurde durch Mittel der Lüneburger [[Sülfmeister]] und Bürger*innen der Stadt Lüneburg finanziert&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Jahr 1382 wurde die Sakristei der Kirche eingeweiht. Bereits 1491 musste der Kirchturm durch eine leichtere Spitze ersetzt werden, um den Bau zu entlasten&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Im Jahr 1503 beschloss der Lüneburger Rat sich der Reformation anzuschließen und schaffte die katholischen Messen zugunsten von evangelischen Gottesdiensten ab. Am 6.Mai 1530 begann der evangelische Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche, welche von da an die Rechte einer Pfarrkirche besaß. Noch vor der Reformation hatte die ehemalige Kirche den Status einer Kapelle und besaß deshalb neben dem Hauptaltar noch 22 Nebenalte, welche im Zuge der Reformation abgeschafft wurden&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1541 wurde das erste Taufbecken aufgestellt. Bereits zu dieser Zeit zeigten sich an der Kirche beträchtliche Bauschäden aufgrund des Salzabbaus in der Lüneburger [[Altstadt]]. 1544-1545 musste der Kirchturm erneut umgestaltet werden und bekam eine pyramidale Spitze mit Galerien und Ecktürmen. Doch nicht nur der Salzabbau in Lüneburg schadete dem Bauwerk enorm. Zwei Stürme sorgten letztendlich für den Einsturz des Kirchturmes. 1578 wurde die Kirche durch einen Sturm zunächst nur stark beschädigt, 1703 sorgte ein starker Sturm dann dafür, dass der Kirchturm einstürzte. Erst neun Jahre später, im Jahr 1712, wurde der Kirchturm repariert und durch eine niedrige Haube ausgetauscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während eines Gottesdienstes im Jahr 1732 brachen einige Steine aus dem Gewölbe der Kirche. Um die Besucher*innen der Kirche zu schützen, mussten umfangreiche Bauarbeiten am Gewölbe vorgenommen werden. Der Gottesdienst wurde während des Umbaus deshalb in die [[Marienkirche]] verlegt, welche sich noch heute in der Friedenstraße 8 in [[Lüneburg]] befindet. Die Bauarbeiten dauerten sechs Jahre. Bis 1738 wurde die Gewölbedecke durch eine Holzdecke ersetzt und die Kirchenkonstruktion mit Stützpfeilern verstärkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur vierzehn Jahre später mussten die Kirchenglocken ein Stockwerk tiefer aufgehängt werden, um den gefährdeten Kirchturm zu stabilisieren. Im Westen wurde der Turm durch weitere Strebepfeiler gestützt, um einen Einsturz und die Gefährdung der Kirchenbesucher*innen zu verhindern&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der französischen Besatzung Lüneburgs zwischen 1806- 1814 wurde die St. Lamberti Kirche als Magazin zweckentfremdet. In der Folge einer Niederlage Preußens in der Schlacht bei Jena und Auerstedt im Jahr 1806 war das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg von napoleonischen Truppen besetzt &amp;lt;ref&amp;gt;Wikipedia-Artikel zur Braunschweiger Franzosenzeit, online verfügbar unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Braunschweiger_Franzosenzeit, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nach dem Ende der Besetzung konnte der Gottesdienst bereits im frühen 19. Jahrhundert wieder aufgenommen werden. 1818 musste der Gottesdienst allerdings abermals eingestellt zu werden, da erneute Bauarbeiten am Gewölbe notwendig waren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1829 musste letztendlich, nach anhaltenden Schäden, das Glockenläuten eingestellt werden. Der Klöppel wurde von da an nur noch von Hand gegen die Glocke geschlagen, um ein Schwingen der Glocke zu unterbinden. Als dann 1844, trotz aller Bemühungen, das Gewölbe einzustürzen drohte, wurden die Stimmen im [[Stadtrat]] laut, die Kirche aufzugeben und zum Abriss zu verkaufen.&lt;br /&gt;
Im Jahr 1858 feierte die Kirchengemeinschaft daraufhin den letzten Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche. Am 21.02.1860 wurde folgende Anzeige in der Neuen Hannoverschen Zeitung geschaltet: &lt;br /&gt;
[[Datei:Bekanntmachung Abriss St. Lamberti Kirche.png|mini|links]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einigen Einsendungen erhielt der Maurer- und Zimmermeister Westphal die Möglichkeit, die St. Lamberti Kirche für 13.050 Taler abzureißen. Im Jahr 1861 war die Kirche vollkommen verschwunden, heute befindet sich auf dem St. Lambertiplatz nur noch eine Infotafel, die an das Bestehen der Kirche erinnert. Das Inventar der Kirche wurde allerdings an andere Kirchen in Lüneburg verteilt. Die [[St. Johanneskirche]] erhielt das 1541 eingeweihte Taufbecken und die [[St. Nicolaikirche]] den Hauptaltar aus dem Jahr 1443. Das Hospital zum heiligen Geist erhielt die Sonntagsglocke und das Uhrwerk der Kirche, welche bis in die fünfziger Jahre genutzt wurde. Dieses wurde anschließend im [[Kaufhaus]] am Hafen in [[Lüneburg]] gelagert und fiel dort Brandstiftern zum Opfer&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Stadtarchäologische Grabungen==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Alisa Walenziak</name></author>
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	<entry>
		<id>https://www.luenepedia.de/index.php?title=St._Lamberti&amp;diff=10723</id>
		<title>St. Lamberti</title>
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		<updated>2021-09-07T11:38:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Alisa Walenziak: /* Geschichte der Kirche */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die St. Lamberti Kirche ist eine ehemalige Kirche in der Stadt Lüneburg. Erstmalig wurde sie 1269 erwähnt. Im Jahr 1860/1861 musste sie aufgrund von vielen Schäden abgerissen werden. Am St. Lambertiplatz befindet sich noch heute eine Informationstafel zur Geschichte und den Grabungen, welche zwischen 1988 und 2000 stattfanden. Mit der App [[Zeitsprung Lüneburg]] lässt sich die ehemalige Kirche mithilfe von Augmentet Reality (dt. erweiterte Realität) betrachten. &lt;br /&gt;
[[Datei:Ehemalige St. Lamberti Kirche-min.jpg|mini|rechts|Fotograf: Lukas Essig]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;map&amp;quot;&amp;gt;{{#display_map:St.Lambertiplatz, Lüneburg~&#039;&#039;&#039;St. Lambertiplatz zu Lüneburg&#039;&#039;&#039;|fullscreen=on|scrollzoom=off}}St. Lambertiplatz zu Lüneburg&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Übersicht zur Geschichte der Kirche &amp;lt;ref&amp;gt;Die Ausgrabungen in der St. Lambertikirche, Online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;== &lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1269 || Die St. Lamberti Kapelle wird zum ersten Mal erwähnt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1382 || Einweihung der Sakristei&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1398 || Bau des Kirchturms&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1491 || Umgestaltung des Kirchturms zugunsten eines leichteren Turmgestells &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1530|| Durch die Reformation erlangt die St. Lamberti den Status einer Pfarrkirche, der Lüneburger Rat schafft die katholische Messe ab und führt evangelische Gottesdienste ein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1541 || Das erste Taufbecken wird in der Kirche aufgestellt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1544-45 || Der Kirchturm wird erneut umgestaltet und erhält eine pyramidale Spitze &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1578|| Durch einen Sturm wird der Kirchturm beschädigt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1703|| Ein Sturm bringt den Kirchturm zum Einsturz&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1712 || Eine neue Turmspitze in Form einer niedrigen Haube mit offener Laterne wird gebaut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1732-1738|| Das Gewölbe der Kirche bröckelt, weshalb eine Holzdecke gebaut werden muss, der Gottesdienst wird in die Marienkirche zu Lüneburg verlegt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1752 || Die Glocken im Kirchturm müssen stabilisiert und ein Stockwerk tiefer angebracht werden, der Turm wird mit Pfeilern gestützt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1806-1814 || Die Kirche wird von der französischen Besatzung als Magazin zweckentfremdet&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1818 || Die Kirche befand sich wieder in Lüneburger Händen und das musste erneut am Gewölbe restauriert werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1829 || Aufgrund von anhaltenden Schäden muss das Glockenläuten eingestellt werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1844|| Aufgrund von Einsturzgefahr berät der Lüneburger Rat darüber, die Kirche abreißen zu lassen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1858 || Der letzte Gottesdienst&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1860-1861|| Abriss der Kirche&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte der Kirche==&lt;br /&gt;
Die ehemalige St. Lamberti Kirche wird zum ersten Mal im Jahr 1269 erwähnt, ihr genaues Baujahr ist allerdings unbekannt. Durch die historische Erwähnung und Ausgrabungen durch den Stadtarchäologen Dr. Edgar Ring in den Jahren 1988-2000, wird der Baubeginn um 1300 vermutet&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ehemalige Kirche wurde direkt auf der Abbruchkante zum Lüneburger [[Senkungsgebiet]] und der [[Saline]] gebaut, wodurch das Mauerwerk stetig anfällig für Schäden war. Dieser Umstand führte dazu, dass die Kirche im Jahre 1860/61 abgerissen werden musste. &lt;br /&gt;
[[Datei:St. Lamberti Kirche, Zeitsprung App Lüneburg.png|mini|rechts|Fotograf: Lukas Essig]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau des dreischiffigen Gotteshauses wurde durch Mittel der Lüneburger [[Sülfmeister]] und Bürger*innen der Stadt Lüneburg finanziert&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Jahr 1382 wurde die Sakristei der Kirche eingeweiht. Bereits 1491 musste der Kirchturm durch eine leichtere Spitze ersetzt werden, um den Bau zu entlasten&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Im Jahr 1503 beschloss der Lüneburger Rat sich der Reformation anzuschließen und schaffte die katholischen Messen zugunsten von evangelischen Gottesdiensten ab. Am 6.Mai 1530 begann der evangelische Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche, welche von da an die Rechte einer Pfarrkirche besaß. Noch vor der Reformation hatte die ehemalige Kirche den Status einer Kapelle und besaß deshalb neben dem Hauptaltar noch 22 Nebenalte, welche im Zuge der Reformation abgeschafft wurden&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1541 wurde das erste Taufbecken aufgestellt. Bereits zu dieser Zeit zeigten sich an der Kirche beträchtliche Bauschäden aufgrund des Salzabbaus in der Lüneburger [[Altstadt]]. 1544-1545 musste der Kirchturm erneut umgestaltet werden und bekam eine pyramidale Spitze mit Galerien und Ecktürmen. Doch nicht nur der Salzabbau in Lüneburg schadete dem Bauwerk enorm. Zwei Stürme sorgten letztendlich für den Einsturz des Kirchturmes. 1578 wurde die Kirche durch einen Sturm zunächst nur stark beschädigt, 1703 sorgte ein starker Sturm dann dafür, dass der Kirchturm einstürzte. Erst neun Jahre später, im Jahr 1712, wurde der Kirchturm repariert und durch eine niedrige Haube ausgetauscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während eines Gottesdienstes im Jahr 1732 brachen einige Steine aus dem Gewölbe der Kirche. Um die Besucher*innen der Kirche zu schützen, mussten umfangreiche Bauarbeiten am Gewölbe vorgenommen werden. Der Gottesdienst wurde während des Umbaus deshalb in die [[Marienkirche]] verlegt, welche sich noch heute in der Friedenstraße 8 in [[Lüneburg]] befindet. Die Bauarbeiten dauerten sechs Jahre. Bis 1738 wurde die Gewölbedecke durch eine Holzdecke ersetzt und die Kirchenkonstruktion mit Stützpfeilern verstärkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur vierzehn Jahre später mussten die Kirchenglocken ein Stockwerk tiefer aufgehängt werden, um den gefährdeten Kirchturm zu stabilisieren. Im Westen wurde der Turm durch weitere Strebepfeiler gestützt, um einen Einsturz und die Gefährdung der Kirchenbesucher*innen zu verhindern&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der französischen Besatzung Lüneburgs zwischen 1806- 1814 wurde die St. Lamberti Kirche als Magazin zweckentfremdet. In der Folge einer Niederlage Preußens in der Schlacht bei Jena und Auerstedt im Jahr 1806 war das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg von napoleonischen Truppen besetzt &amp;lt;ref&amp;gt;Wikipedia-Artikel zur Braunschweiger Franzosenzeit, online verfügbar unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Braunschweiger_Franzosenzeit, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nach dem Ende der Besetzung konnte der Gottesdienst bereits im frühen 19. Jahrhundert wieder aufgenommen werden. 1818 musste der Gottesdienst allerdings abermals eingestellt zu werden, da erneute Bauarbeiten am Gewölbe notwendig waren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1829 musste letztendlich, nach anhaltenden Schäden, das Glockenläuten eingestellt werden. Der Klöppel wurde von da an nur noch von Hand gegen die Glocke geschlagen, um ein Schwingen der Glocke zu unterbinden. Als dann 1844, trotz aller Bemühungen, das Gewölbe einzustürzen drohte, wurden die Stimmen im [[Stadtrat]] laut, die Kirche aufzugeben und zum Abriss zu verkaufen.&lt;br /&gt;
Im Jahr 1858 feierte die Kirchengemeinschaft daraufhin den letzten Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche. Am 21.02.1860 wurde folgende Anzeige in der Neuen Hannoverschen Zeitung geschaltet: &lt;br /&gt;
[[Datei:Bekanntmachung Abriss St. Lamberti Kirche.png|mini|links]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einigen Einsendungen erhielt der Maurer- und Zimmermeister Westphal die Möglichkeit, die St. Lamberti Kirche für 13.050 Taler abzureißen. Im Jahr 1861 war die Kirche vollkommen verschwunden, heute befindet sich auf dem St. Lambertiplatz nur noch eine Infotafel, die an das Bestehen der Kirche erinnert. Das Inventar der Kirche wurde allerdings an andere Kirchen in Lüneburg verteilt. Die [[St. Johanneskirche]] erhielt das 1541 eingeweihte Taufbecken und die [[St. Nicolaikirche]] den Hauptaltar aus dem Jahr 1443. Das Hospital zum heiligen Geist erhielt die Sonntagsglocke und das Uhrwerk der Kirche, welche bis in die fünfziger Jahre genutzt wurde. Dieses wurde anschließend im [[Kaufhaus]] am Hafen in [[Lüneburg]] gelagert und fiel dort Brandstiftern zum Opfer&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Stadtarchäologische Grabungen==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Alisa Walenziak</name></author>
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		<id>https://www.luenepedia.de/index.php?title=Datei:St._Lamberti_Kirche,_Zeitsprung_App_L%C3%BCneburg.png&amp;diff=10722</id>
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		<updated>2021-09-07T11:38:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Alisa Walenziak: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die St. Lamberti Kirche am St. Lambertiplatz, gezeigt durch die Zeitsprung App Lüneburg&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Alisa Walenziak</name></author>
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		<title>St. Lamberti</title>
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		<updated>2021-09-07T10:52:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Alisa Walenziak: /* Geschichte der Kirche */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die St. Lamberti Kirche ist eine ehemalige Kirche in der Stadt Lüneburg. Erstmalig wurde sie 1269 erwähnt. Im Jahr 1860/1861 musste sie aufgrund von vielen Schäden abgerissen werden. Am St. Lambertiplatz befindet sich noch heute eine Informationstafel zur Geschichte und den Grabungen, welche zwischen 1988 und 2000 stattfanden. Mit der App [[Zeitsprung Lüneburg]] lässt sich die ehemalige Kirche mithilfe von Augmentet Reality (dt. erweiterte Realität) betrachten. &lt;br /&gt;
[[Datei:Ehemalige St. Lamberti Kirche-min.jpg|mini|rechts|Fotograf: Lukas Essig]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;map&amp;quot;&amp;gt;{{#display_map:St.Lambertiplatz, Lüneburg~&#039;&#039;&#039;St. Lambertiplatz zu Lüneburg&#039;&#039;&#039;|fullscreen=on|scrollzoom=off}}St. Lambertiplatz zu Lüneburg&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Übersicht zur Geschichte der Kirche &amp;lt;ref&amp;gt;Die Ausgrabungen in der St. Lambertikirche, Online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;== &lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1269 || Die St. Lamberti Kapelle wird zum ersten Mal erwähnt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1382 || Einweihung der Sakristei&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1398 || Bau des Kirchturms&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1491 || Umgestaltung des Kirchturms zugunsten eines leichteren Turmgestells &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1530|| Durch die Reformation erlangt die St. Lamberti den Status einer Pfarrkirche, der Lüneburger Rat schafft die katholische Messe ab und führt evangelische Gottesdienste ein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1541 || Das erste Taufbecken wird in der Kirche aufgestellt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1544-45 || Der Kirchturm wird erneut umgestaltet und erhält eine pyramidale Spitze &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1578|| Durch einen Sturm wird der Kirchturm beschädigt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1703|| Ein Sturm bringt den Kirchturm zum Einsturz&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1712 || Eine neue Turmspitze in Form einer niedrigen Haube mit offener Laterne wird gebaut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1732-1738|| Das Gewölbe der Kirche bröckelt, weshalb eine Holzdecke gebaut werden muss, der Gottesdienst wird in die Marienkirche zu Lüneburg verlegt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1752 || Die Glocken im Kirchturm müssen stabilisiert und ein Stockwerk tiefer angebracht werden, der Turm wird mit Pfeilern gestützt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1806-1814 || Die Kirche wird von der französischen Besatzung als Magazin zweckentfremdet&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1818 || Die Kirche befand sich wieder in Lüneburger Händen und das musste erneut am Gewölbe restauriert werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1829 || Aufgrund von anhaltenden Schäden muss das Glockenläuten eingestellt werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1844|| Aufgrund von Einsturzgefahr berät der Lüneburger Rat darüber, die Kirche abreißen zu lassen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1858 || Der letzte Gottesdienst&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1860-1861|| Abriss der Kirche&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte der Kirche==&lt;br /&gt;
Die ehemalige St. Lamberti Kirche wird zum ersten Mal im Jahr 1269 erwähnt, ihr genaues Baujahr ist allerdings unbekannt. Durch die historische Erwähnung und Ausgrabungen durch den Stadtarchäologen Dr. Edgar Ring in den Jahren 1988-2000, wird der Baubeginn um 1300 vermutet&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ehemalige Kirche wurde direkt auf der Abbruchkante zum Lüneburger [[Senkungsgebiet]] und der [[Saline]] gebaut, wodurch das Mauerwerk stetig anfällig für Schäden war. Dieser Umstand führte dazu, dass die Kirche im Jahre 1860/61 abgerissen werden musste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau des dreischiffigen Gotteshauses wurde durch Mittel der Lüneburger [[Sülfmeister]] und Bürger*innen der Stadt Lüneburg finanziert&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Jahr 1382 wurde die Sakristei der Kirche eingeweiht. Bereits 1491 musste der Kirchturm durch eine leichtere Spitze ersetzt werden, um den Bau zu entlasten&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Im Jahr 1503 beschloss der Lüneburger Rat sich der Reformation anzuschließen und schaffte die katholischen Messen zugunsten von evangelischen Gottesdiensten ab. Am 6.Mai 1530 begann der evangelische Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche, welche von da an die Rechte einer Pfarrkirche besaß. Noch vor der Reformation hatte die ehemalige Kirche den Status einer Kapelle und besaß deshalb neben dem Hauptaltar noch 22 Nebenalte, welche im Zuge der Reformation abgeschafft wurden&amp;lt;ref&amp;gt;Quadrat Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.quadratlueneburg.de/kirche-im-senkungsgebiet-st-lamberti.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1541 wurde das erste Taufbecken aufgestellt. Bereits zu dieser Zeit zeigten sich an der Kirche beträchtliche Bauschäden aufgrund des Salzabbaus in der Lüneburger [[Altstadt]]. 1544-1545 musste der Kirchturm erneut umgestaltet werden und bekam eine pyramidale Spitze mit Galerien und Ecktürmen. Doch nicht nur der Salzabbau in Lüneburg schadete dem Bauwerk enorm. Zwei Stürme sorgten letztendlich für den Einsturz des Kirchturmes. 1578 wurde die Kirche durch einen Sturm zunächst nur stark beschädigt, 1703 sorgte ein starker Sturm dann dafür, dass der Kirchturm einstürzte. Erst neun Jahre später, im Jahr 1712, wurde der Kirchturm repariert und durch eine niedrige Haube ausgetauscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während eines Gottesdienstes im Jahr 1732 brachen einige Steine aus dem Gewölbe der Kirche. Um die Besucher*innen der Kirche zu schützen, mussten umfangreiche Bauarbeiten am Gewölbe vorgenommen werden. Der Gottesdienst wurde während des Umbaus deshalb in die [[Marienkirche]] verlegt, welche sich noch heute in der Friedenstraße 8 in [[Lüneburg]] befindet. Die Bauarbeiten dauerten sechs Jahre. Bis 1738 wurde die Gewölbedecke durch eine Holzdecke ersetzt und die Kirchenkonstruktion mit Stützpfeilern verstärkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur vierzehn Jahre später mussten die Kirchenglocken ein Stockwerk tiefer aufgehängt werden, um den gefährdeten Kirchturm zu stabilisieren. Im Westen wurde der Turm durch weitere Strebepfeiler gestützt, um einen Einsturz und die Gefährdung der Kirchenbesucher*innen zu verhindern&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der französischen Besatzung Lüneburgs zwischen 1806- 1814 wurde die St. Lamberti Kirche als Magazin zweckentfremdet. In der Folge einer Niederlage Preußens in der Schlacht bei Jena und Auerstedt im Jahr 1806 war das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg von napoleonischen Truppen besetzt &amp;lt;ref&amp;gt;Wikipedia-Artikel zur Braunschweiger Franzosenzeit, online verfügbar unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Braunschweiger_Franzosenzeit, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nach dem Ende der Besetzung konnte der Gottesdienst bereits im frühen 19. Jahrhundert wieder aufgenommen werden. 1818 musste der Gottesdienst allerdings abermals eingestellt zu werden, da erneute Bauarbeiten am Gewölbe notwendig waren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1829 musste letztendlich, nach anhaltenden Schäden, das Glockenläuten eingestellt werden. Der Klöppel wurde von da an nur noch von Hand gegen die Glocke geschlagen, um ein Schwingen der Glocke zu unterbinden. Als dann 1844, trotz aller Bemühungen, das Gewölbe einzustürzen drohte, wurden die Stimmen im [[Stadtrat]] laut, die Kirche aufzugeben und zum Abriss zu verkaufen.&lt;br /&gt;
Im Jahr 1858 feierte die Kirchengemeinschaft daraufhin den letzten Gottesdienst in der St. Lamberti Kirche. Am 21.02.1860 wurde folgende Anzeige in der Neuen Hannoverschen Zeitung geschaltet: &lt;br /&gt;
[[Datei:Bekanntmachung Abriss St. Lamberti Kirche.png|mini|links]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einigen Einsendungen erhielt der Maurer- und Zimmermeister Westphal die Möglichkeit, die St. Lamberti Kirche für 13.050 Taler abzureißen. Im Jahr 1861 war die Kirche vollkommen verschwunden, heute befindet sich auf dem St. Lambertiplatz nur noch eine Infotafel, die an das Bestehen der Kirche erinnert. Das Inventar der Kirche wurde allerdings an andere Kirchen in Lüneburg verteilt. Die [[St. Johanneskirche]] erhielt das 1541 eingeweihte Taufbecken und die [[St. Nicolaikirche]] den Hauptaltar aus dem Jahr 1443. Das Hospital zum heiligen Geist erhielt die Sonntagsglocke und das Uhrwerk der Kirche, welche bis in die fünfziger Jahre genutzt wurde. Dieses wurde anschließend im [[Kaufhaus]] am Hafen in [[Lüneburg]] gelagert und fiel dort Brandstiftern zum Opfer&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchäologie Lüneburg, online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Stadtarchäologische Grabungen==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Alisa Walenziak</name></author>
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		<id>https://www.luenepedia.de/index.php?title=Datei:Bekanntmachung_Abriss_St._Lamberti_Kirche.png&amp;diff=10714</id>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Alisa Walenziak: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Erstellt von Alisa Walenziak, der Text stammt aus der Stadtarchäologie Lüneburg, online aufzurufen unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.html&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Alisa Walenziak</name></author>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Alisa Walenziak: /* Übersicht zur Geschichte der Kirche Die Ausgrabungen in der St. Lambertikirche, Online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die St. Lamberti Kirche ist eine ehemalige Kirche in der Stadt Lüneburg. Erstmalig wurde sie 1269 erwähnt. Im Jahr 1860/1861 musste sie aufgrund von vielen Schäden abgerissen werden. Am St. Lambertiplatz befindet sich noch heute eine Informationstafel zur Geschichte und den Grabungen, welche zwischen 1988 und 2000 stattfanden. Mit der App [[Zeitsprung Lüneburg]] lässt sich die ehemalige Kirche mithilfe von Augmentet Reality (dt. erweiterte Realität) betrachten. &lt;br /&gt;
[[Datei:Ehemalige St. Lamberti Kirche-min.jpg|mini|rechts|Fotograf: Lukas Essig]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;map&amp;quot;&amp;gt;{{#display_map:St.Lambertiplatz, Lüneburg~&#039;&#039;&#039;St. Lambertiplatz zu Lüneburg&#039;&#039;&#039;|fullscreen=on|scrollzoom=off}}St. Lambertiplatz zu Lüneburg&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Übersicht zur Geschichte der Kirche &amp;lt;ref&amp;gt;Die Ausgrabungen in der St. Lambertikirche, Online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;== &lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1269 || Die St. Lamberti Kapelle wird zum ersten Mal erwähnt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1382 || Einweihung der Sakristei&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1398 || Bau des Kirchturms&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1491 || Umgestaltung des Kirchturms zugunsten eines leichteren Turmgestells &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1530|| Durch die Reformation erlangt die St. Lamberti den Status einer Pfarrkirche, der Lüneburger Rat schafft die katholische Messe ab und führt evangelische Gottesdienste ein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1541 || Das erste Taufbecken wird in der Kirche aufgestellt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1544-45 || Der Kirchturm wird erneut umgestaltet und erhält eine pyramidale Spitze &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1578|| Durch einen Sturm wird der Kirchturm beschädigt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1703|| Ein Sturm bringt den Kirchturm zum Einsturz&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1712 || Eine neue Turmspitze in Form einer niedrigen Haube mit offener Laterne wird gebaut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1732-1738|| Das Gewölbe der Kirche bröckelt, weshalb eine Holzdecke gebaut werden muss, der Gottesdienst wird in die Marienkirche zu Lüneburg verlegt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1752 || Die Glocken im Kirchturm müssen stabilisiert und ein Stockwerk tiefer angebracht werden, der Turm wird mit Pfeilern gestützt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1806-1814 || Die Kirche wird von der französischen Besatzung als Magazin zweckentfremdet&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1818 || Die Kirche befand sich wieder in Lüneburger Händen und das musste erneut am Gewölbe restauriert werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1829 || Aufgrund von anhaltenden Schäden muss das Glockenläuten eingestellt werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1844|| Aufgrund von Einsturzgefahr berät der Lüneburger Rat darüber, die Kirche abreißen zu lassen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1858 || Der letzte Gottesdienst&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1860-1861|| Abriss der Kirche&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte der Kirche==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Stadtarchäologische Grabungen==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Alisa Walenziak</name></author>
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	<entry>
		<id>https://www.luenepedia.de/index.php?title=St._Lamberti&amp;diff=10705</id>
		<title>St. Lamberti</title>
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		<updated>2021-09-07T09:57:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Alisa Walenziak: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die St. Lamberti Kirche ist eine ehemalige Kirche in der Stadt Lüneburg. Erstmalig wurde sie 1269 erwähnt. Im Jahr 1860/1861 musste sie aufgrund von vielen Schäden abgerissen werden. Am St. Lambertiplatz befindet sich noch heute eine Informationstafel zur Geschichte und den Grabungen, welche zwischen 1988 und 2000 stattfanden. Mit der App [[Zeitsprung Lüneburg]] lässt sich die ehemalige Kirche mithilfe von Augmentet Reality (dt. erweiterte Realität) betrachten. &lt;br /&gt;
[[Datei:Ehemalige St. Lamberti Kirche-min.jpg|mini|rechts|Fotograf: Lukas Essig]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;map&amp;quot;&amp;gt;{{#display_map:St.Lambertiplatz, Lüneburg~&#039;&#039;&#039;St. Lambertiplatz zu Lüneburg&#039;&#039;&#039;|fullscreen=on|scrollzoom=off}}St. Lambertiplatz zu Lüneburg&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Übersicht zur Geschichte der Kirche &amp;lt;ref&amp;gt;Die Ausgrabungen in der St. Lambertikirche, Online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;== &lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1269 || Die St. Lamberti Kapelle wird zum ersten Mal erwähnt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1382 || Einweihung der Sakristei&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1398 || Bau des Kirchturms&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1491 || Umgestaltung des Kirchturms zugunsten eines leichteren Turmgestells &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1530|| Durch die Reformation erlangt die St. Lamberti den Status einer Pfarrkirche &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1541 || Das erste Taufbecken wird in der Kirche aufgestellt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1544-45 || Der Kirchturm wird erneut umgestaltet und erhält eine pyramidale Spitze &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1578|| Durch einen Sturm wird der Kirchturm beschädigt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1703|| Ein Sturm bringt den Kirchturm zum Einsturz&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1712 || Eine neue Turmspitze in Form einer niedrigen Haube mit offener Laterne wird gebaut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1732-1738|| Das Gewölbe der Kirche bröckelt, weshalb eine Holzdecke gebaut werden muss, der Gottesdienst wird in die Marienkirche zu Lüneburg verlegt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1752 || Die Glocken im Kirchturm müssen stabilisiert und ein Stockwerk tiefer angebracht werden, der Turm wird mit Pfeilern gestützt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1806-1814 || Die Kirche wird von der französischen Besatzung als Magazin zweckentfremdet&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1818 || Die Kirche befand sich wieder in Lüneburger Händen und das musste erneut am Gewölbe restauriert werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1829 || Aufgrund von anhaltenden Schäden muss das Glockenläuten eingestellt werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1844|| Aufgrund von Einsturzgefahr berät der Lüneburger Rat darüber, die Kirche abreißen zu lassen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1858 || Der letzte Gottesdienst&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1860-1861|| Abriss der Kirche&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte der Kirche==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Stadtarchäologische Grabungen==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Alisa Walenziak</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.luenepedia.de/index.php?title=Datei:Ehemalige_St._Lamberti_Kirche-min.jpg&amp;diff=10704</id>
		<title>Datei:Ehemalige St. Lamberti Kirche-min.jpg</title>
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		<updated>2021-09-07T09:56:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Alisa Walenziak: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Fotograf Lukas Essig&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Alisa Walenziak</name></author>
	</entry>
	<entry>
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		<title>St. Lamberti</title>
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		<updated>2021-09-07T09:50:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Alisa Walenziak: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die St. Lamberti Kirche ist eine ehemalige Kirche in der Stadt Lüneburg. Erstmalig wurde sie 1269 erwähnt. Im Jahr 1860/1861 musste sie aufgrund von vielen Schäden abgerissen werden. Am St. Lambertiplatz befindet sich noch heute eine Informationstafel zur Geschichte und den Grabungen, welche zwischen 1988 und 2000 stattfanden. Mit der App [[Zeitsprung Lüneburg]] lässt sich die ehemalige Kirche mithilfe von Augmentet Reality (dt. erweiterte Realität) betrachten. &lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;map&amp;quot;&amp;gt;{{#display_map:St.Lambertiplatz, Lüneburg~&#039;&#039;&#039;St. Lambertiplatz zu Lüneburg&#039;&#039;&#039;|fullscreen=on|scrollzoom=off}}St. Lambertiplatz zu Lüneburg&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Übersicht zur Geschichte der Kirche &amp;lt;ref&amp;gt;Die Ausgrabungen in der St. Lambertikirche, Online verfügbar unter: https://www.stadtarchaeologie-lueneburg.de/grab/st-lam2.htm, zuletzt geöffnet am 07.09.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;== &lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1269 || Die St. Lamberti Kapelle wird zum ersten Mal erwähnt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1382 || Einweihung der Sakristei&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1398 || Bau des Kirchturms&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1491 || Umgestaltung des Kirchturms zugunsten eines leichteren Turmgestells &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1530|| Durch die Reformation erlangt die St. Lamberti den Status einer Pfarrkirche &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1541 || Das erste Taufbecken wird in der Kirche aufgestellt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1544-45 || Der Kirchturm wird erneut umgestaltet und erhält eine pyramidale Spitze &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1578|| Durch einen Sturm wird der Kirchturm beschädigt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1703|| Ein Sturm bringt den Kirchturm zum Einsturz&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1712 || Eine neue Turmspitze in Form einer niedrigen Haube mit offener Laterne wird gebaut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1732-1738|| Das Gewölbe der Kirche bröckelt, weshalb eine Holzdecke gebaut werden muss, der Gottesdienst wird in die Marienkirche zu Lüneburg verlegt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1752 || Die Glocken im Kirchturm müssen stabilisiert und ein Stockwerk tiefer angebracht werden, der Turm wird mit Pfeilern gestützt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1806-1814 || Die Kirche wird von der französischen Besatzung als Magazin zweckentfremdet&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1818 || Die Kirche befand sich wieder in Lüneburger Händen und das musste erneut am Gewölbe restauriert werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1829 || Aufgrund von anhaltenden Schäden muss das Glockenläuten eingestellt werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1844|| Aufgrund von Einsturzgefahr berät der Lüneburger Rat darüber, die Kirche abreißen zu lassen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1858 || Der letzte Gottesdienst&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1860-1861|| Abriss der Kirche&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte der Kirche==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Stadtarchäologische Grabungen==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Alisa Walenziak</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.luenepedia.de/index.php?title=Zeitsprung_L%C3%BCneburg&amp;diff=10701</id>
		<title>Zeitsprung Lüneburg</title>
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		<updated>2021-09-07T09:23:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Alisa Walenziak: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die App &#039;&#039;Zeitsprung Lüneburg&#039;&#039; ermöglicht es ihren User:innen längst verschwundene Orte in [[Lüneburg]] durch die Unterstützung von Augmentet Reality (dt. erweiterte Realität) wiederherzustellen und etwas über deren Geschichte zu erfahren. An den gekennzeichneten Plätzen in der Stadt können mithilfe eines Smartphones oder Tablets über 50 Orte während verschiedener Epochen betrachtet werden. Zu jeder Epoche erscheint ein Bildausschnitt sowie eine Informationsbox. User:innen haben die Möglichkeit, einzelne Orte zu besuchen oder einen der zwei Rundgänge der App-Entwickler abzugehen, umso mehr über die Stadtgeschichte zu erfahren.&amp;lt;ref&amp;gt;Zeitsprung Website: Die Zeitsprung-Lüneburg-APP, o.D., zuletzt aufgerufen am 05.09.2021. https://zeitsprung-lueneburg.de/index.php/zeitsprung-app&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Zeitsprung Beispielbild1|mini|rechts|Fotograf: Lukas Essig]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufbau und Bedienung ==&lt;br /&gt;
{{#ev:youtube|https://www.youtube.com/watch?v=kATwOGMvHDY|400|right|Erklärvideo zu Zeitsprung Lüneburg}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Buttons neu.jpg|mini]]&lt;br /&gt;
Die App startet regulär in der Kamera-Ansicht. Dazu kommt ein Interface, welches die Bedienung ermöglicht. In der oberen rechten Ecke befinden sich drei Buttons, welche den Nutzer:innen erlauben zwischen verschiedenen Ansichten hin- und herzuwechseln. &lt;br /&gt;
Durch Bedienung des Buttons „Einführung“ (siehe Grafik rechts) öffnet sich eine detaillierte Erklärung über die Funktionen der App und wie diese anzuwenden sind. Außerdem beinhaltet die Ansicht eine Liste aller Sponsoren, den Copyrights und das Menü „Einstellungen“ in welchem Funktionen individuell angepasst werden können.&lt;br /&gt;
Hinter dem Button „Karte“ verbirgt sich eine Kartenansicht der Stadt Lüneburg mit fest-platzierten Wegpunkten, welche andeuten sollen, an welchem Standort ein Zeitsprung möglich ist.&lt;br /&gt;
Die Wegpunkte sind mit der [[Stadtmarke|Lüneburger Stadtmarke]] gekennzeichnet. Beim Auswählen einer dieser Markierungen öffnet sich ein Fenster mit Titel und Infotext zu dem jeweiligen Standort und dessen historischen Hintergrund. Außerdem bietet ein „Play“-Button die Option, das Geschriebene laut vorzulesen.&lt;br /&gt;
Die wohl wichtigste Funktion bietet der „AR“-Button. Hierbei gelangt man in die Kameraansicht, welche durch Augmented Reality (AR) alle Standorte, gekennzeichnet durch die [[Stadtmarke|Lüneburger Stadtmarke]], an die korrekte Position projiziert. Das Smartphone oder Tablet muss dafür nur in die passende Richtung gedreht werden. Nähert man sich einem der Wegpunkte, erscheint ein transparentes Bild auf dem Bildschirm, welches identisch zu der Umgebung des ausgewählten Standorts sein sollte. Dieses Bild muss nach dem echten Erscheinungsbild ausgerichtet werden. Das Ausrichten kann über die „Plus“- und „Minus“-Tasten vereinfacht werden. Wurde das Bild ausgerichtet, kann über den Button „Manuelle Ausrichtung“ ein Zeitsprung durchgeführt werden. An derselben Stelle sollte dann ein dreidimensionales Modell eines historischen Gebäudes erscheinen. Mithilfe des Schiebereglers auf der rechten Seite kann die Epoche verändert werden. Manche Standorte bieten nicht nur einen Zeitsprung, sondern mehrere. Der Schieberegler bietet in der Kartenansicht dazu noch die Möglichkeit, Standorte nach Epoche zu filtern.&lt;br /&gt;
Die Entwickler haben u. a. zwei Rundgänge in die App integriert, welche den Nutzer:innen bei mangelnder Zeit sich alle 58 Standorte anzuschauen, eine ausgewählte Anzahl an Standorten vorgibt. Diese Rundgänge werden angezeigt, wenn der Schieberegler in die unterste Position gebracht wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zeitsprung Lüneburg App&amp;quot;&amp;gt; Zeitsprung Website: [https://zeitsprung-lueneburg.de/index.php/zeitsprung-app &#039;&#039;Die Zeitsprung-Lüneburg-APP&#039;&#039;.] o. D., zuletzt abgerufen am 20.08.2021.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Projektidee und Entwicklung ==&lt;br /&gt;
Die App &#039;&#039;Zeitsprung Lüneburg&#039;&#039; ermöglicht es ihren User:innen längst verschwundene Orte in [[Lüneburg]] durch die Unterstützung von Augmentet Reality (dt. erweiterte Realität) wiederherzustellen und etwas über deren Geschichte zu erfahren. An den gekennzeichneten Plätzen in der Stadt können mithilfe eines Smartphones oder Tablets über 50 Orte während verschiedener Epochen betrachtet werden. Zu jeder Epoche erscheint ein Bildausschnitt sowie eine Informationsbox. User:innen haben die Möglichkeit, einzelne Orte zu besuchen oder einen der zwei Rundgänge der App-Entwickler abzugehen, umso mehr über die Stadtgeschichte zu erfahren.&amp;lt;ref&amp;gt; Zeitsprung Website: Die Zeitsprung-Lüneburg-APP, o.D., zuletzt geöffnet am 05.09.2021, https://zeitsprung-lueneburg.de/index.php/zeitsprung-app &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entwickelt haben die App Wolfgang Graemer, Michael Dahl und Wolfgang Bütow.&amp;lt;ref&amp;gt; Zeitsprung Website : Partner, o.D., zuletzt geöffnet am 05.09.2021, https://zeitsprung-lueneburg.de/index.php/partner &amp;lt;/ref&amp;gt; Wolfgang Graemer ist für die Recherche, den Inhalt sowie die 3D-Konstruktion und Visualisierung der App zuständig. Michael Dahl verantwortet das App-Design sowie die Augmentet Reality (dt. erweiterte Realität) und Wolfgang Bütow kümmert sich um den Bereich Grafik-Design und Marketing. Zur Darstellung und Wiederherstellung der verschwundenen Orte nutzen die Entwickler vorhandenes historisches Material. Laut einem Interview mit der Lüneburger [[Landeszeitung]] arbeiten sie dabei unter anderem mit Stichen und Chroniken von [https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Albrecht_Gebhardi Ludwig Albrecht Gebhardi] (* 13. April 1735 in [[Lüneburg]]; † 26. Oktober 1802), welcher im 18. Jahrhundert als Historiker und Bibliothekar an der [[Ritterakademie]] in [[Lüneburg]] unterrichtete.&amp;lt;ref&amp;gt;Bericht der Lüneburger Landeszeitung vom 20.08.2019, Online aufzurufen bei https://zeitsprung-lueneburg.de/index.php/presse, zuletzt geöffnet am 05.09.2021 &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Idee für die App „Zeitsprung Lüneburg“ entstand aus dem Umstand heraus, dass viele Gebäude und Plätze in Lüneburg heute zerstört, verschwunden oder umgebaut sind. Das liegt unter anderem am [[Senkungsgebiet]] in der [[Altstadt]] von [[Lüneburg]] oder am Um- und Neubau in der Stadt. Wie die Entwickler der „Zeitsprung Lüneburg“ App selbst angeben, sind sieben Kirchen und Kapellen sowie Stadttore, Mauern und Wälle verschwunden.&amp;lt;ref&amp;gt; Zeitsprung Website: Das Projekt, o.D. zuletzt geöffnet am 05.09.2021, https://zeitsprung-lueneburg.de/index.php/das-projekt &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung der App fand in drei Phasen statt. In Phase eins wurde eine Karte von Lüneburg um 1700 erstellt. Dafür wurden Stadttore, Mauern, Häuser, Kirchen, Wälle und viele andere Gebäude dreidimensional am Computer wiederhergestellt. Anschließend nutzen die Entwickler in der ersten Phase Bildmaterialien aus dem 19. und 20. Jahrhundert, um die Zeitsprung-Standorte noch detaillierter darstellen zu können. In Phase eins wurden auch neuere Epochen berücksichtigt und weitere Orte hinzugefügt, wie die [[MTV-Turnhalle]] oder das Badehaus im [[Kurpark]]. Mithilfe des &#039;&#039;X-Ray Röntgenmodus&#039;&#039; versuchten die Entwickler bereits in der ersten Phase zu ermöglichen, dass User:innen hinter Mauern oder unter die Erde sehen können, um beispielsweise verschüttete Orte darzustellen. Dazu zählen vor allem der [[Springingut-Turm]] und die alten Bergwerke der [[Saline]].&lt;br /&gt;
In Phase zwei ermöglichten es die Entwickler den User:innen verschiedene Epochen an einem Ort anzusehen und zeigten so die Entwicklung der Orte über die Jahrhunderte hinweg. Außerdem wurden weitere Orte aus der Zeit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert hinzugefügt. &lt;br /&gt;
In Phase drei folgten Orte aus den ersten 50 Jahren des 20. Jahrhunderts. Es wurden Stolperstein-Standorte in [[Lüneburg]] in die Liste von Orten mit aufgenommen. Die Entwickler ermöglichen es den User:innen an diesen Orten die Lebensgeschichten teils ehemaliger Lüneburger:innen zu erfahren. Dafür nutzen sie Geschichten, Berichte und Fotos von Überlebenden und Nachkommen dieser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Liste von Zeitsprung-Orten&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zeitsprung Lüneburg Standorte&amp;quot;&amp;gt; Zeitsprung Website: [https://zeitsprung-lueneburg.de/index.php/app-standorte-april-2021|&#039;&#039;Standorte April 2021&#039;&#039;.] o. D., zuletzt abgerufen am 20.08.2021.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zeitsprung Lüneburg&amp;quot;&amp;gt; Zeitsprung Lüneburg App: &#039;&#039;Kartenansicht&#039;&#039;. o. D., zuletzt abgerufen am 20.08.2021.&amp;lt;/ref&amp;gt; ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;map&amp;quot; align=&amp;quot;left&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{#display_map: 53.247907, 10.416498~&#039;&#039;&#039;[[Befestigung der Stadt Lüneburg|Altenbrücker Tor]]&#039;&#039;&#039;; 53.251200, 10.415965~&#039;&#039;&#039;[[Befestigung der Stadt Lüneburg|Lüner Tor]]&#039;&#039;&#039;; 53.252946, 10.414604~&#039;&#039;&#039;[[Synagoge]]&#039;&#039;&#039;; 53.253023, 10.412036~&#039;&#039;&#039;[[Am Schifferwall]]&#039;&#039;&#039;; 53.253253, 10.412050~&#039;&#039;&#039;[[Aussenkaufhaus]]&#039;&#039;&#039;; 53.252361, 10.411715~&#039;&#039;&#039;[[Viskulenhof 1]]&#039;&#039;&#039;; Im Wendischen Dorfe 27, 21335 Lüneburg~&#039;&#039;&#039;[[Kastanienwall]]&#039;&#039;&#039;; 53.251483, 10.412966~&#039;&#039;&#039;[[Stintbrücke Viskulenhof]]&#039;&#039;&#039;; 53.251265, 10.412693~&#039;&#039;&#039;[[Altes Kaufhaus]]&#039;&#039;&#039;; 53.251271, 10.413825~&#039;&#039;&#039;[[Befestigung der Stadt Lüneburg|Lüner Tor innen]]&#039;&#039;&#039;; Bei der Lüner Mühle 3, 21335 Lüneburg~&#039;&#039;&#039;[[Lüner Mühle am Werder]]&#039;&#039;&#039;; 53.250333, 10.412134~&#039;&#039;&#039;[[Abtsmühle]]&#039;&#039;&#039;; 53.247535, 10.413794~&#039;&#039;&#039;[[Befestigung der Stadt Lüneburg|Altenbrücker Tor innen]]&#039;&#039;&#039;; 53.248950, 10.411005~&#039;&#039;&#039;[[Heiligentaler Kloster]]&#039;&#039;&#039;; 53.247971, 10.411266~&#039;&#039;&#039;[[Von Stern]]&#039;&#039;&#039;; 53.248351, 10.409949~&#039;&#039;&#039;[[Glockenstraße]]&#039;&#039;&#039;; 53.246804, 10.413088~&#039;&#039;&#039;[[Wasserturm]]&#039;&#039;&#039;; 53.246003, 10.414956~&#039;&#039;&#039;[[Roter Wall Papenmütze]]&#039;&#039;&#039;; 53.247491, 10.409116~&#039;&#039;&#039;[[Einhornapotheke]]&#039;&#039;&#039;; 53.247504, 10.408789~&#039;&#039;&#039;[[Hotel Deutsches Haus]]&#039;&#039;&#039;; 53.245304, 10.409612~&#039;&#039;&#039;[[Befestigung der Stadt Lüneburg|Rotes Tor]]&#039;&#039;&#039;; 53.244932, 10.409704~&#039;&#039;&#039;[[MTV Turnhalle]]&#039;&#039;&#039;; 53.250248, 10.408306~&#039;&#039;&#039;[[Stadtschloss]]&#039;&#039;&#039;; 53.251489, 10.409184~&#039;&#039;&#039;[[Witzendorfsche Haus]]&#039;&#039;&#039;; 53.252272, 10.409271~&#039;&#039;&#039;[[St. Nicolai 1]]&#039;&#039;&#039;; 53.252580, 10.409318~&#039;&#039;&#039;[[Alter Schlachthof]]&#039;&#039;&#039;; 53.253362, 10.409836~&#039;&#039;&#039;[[Befestigung der Stadt Lüneburg|Bardowicker Tor]]&#039;&#039;&#039;; 53.246220, 10.408256~&#039;&#039;&#039;[[Scharffsches Haus]]&#039;&#039;&#039;; 53.244208, 10.407557~&#039;&#039;&#039;[[Reeperbahn]]&#039;&#039;&#039;; 53.245520, 10.406847~&#039;&#039;&#039;[[Wallstraße Pumpgestänge]]&#039;&#039;&#039;; 53.246037, 10.406615~&#039;&#039;&#039;[[Ritterstraße]]&#039;&#039;&#039;; Rackerstraße, Lüneburg~&#039;&#039;&#039;[[Rackerstraße]]&#039;&#039;&#039;; 53.244118, 10.403973~&#039;&#039;&#039;[[Sülztor außen]]&#039;&#039;&#039;; 53.245120, 10.402609~&#039;&#039;&#039;[[St. Lamberti|St. Lamberti 1]]&#039;&#039;&#039;; 53.247521, 10.403826~&#039;&#039;&#039;[[Vierorten erste Ampel]]&#039;&#039;&#039;; 53.247625, 10.403043~&#039;&#039;&#039;[[Auf der Rübekuhle]]&#039;&#039;&#039;; 53.248004, 10.405229~&#039;&#039;&#039;[[Obere Schrangenstraße]]&#039;&#039;&#039;; 53.248624, 10.404889~&#039;&#039;&#039;[[Schaubühne Neue Sülze]]&#039;&#039;&#039;; 53.250283, 10.405824~&#039;&#039;&#039;[[Alte Post]]&#039;&#039;&#039;; 53.250127, 10.405229~&#039;&#039;&#039;[[Marienplatz]]&#039;&#039;&#039;; 53.252078, 10.405236~&#039;&#039;&#039;[[Goldschmiedezwinger]]&#039;&#039;&#039;; 53.252599, 10.406554~&#039;&#039;&#039;[[Graalwall Bastion]]&#039;&#039;&#039;; 53.243855, 10.401558~&#039;&#039;&#039;[[Saline|Saline 1]]&#039;&#039;&#039;; 53.244632, 10.400103~&#039;&#039;&#039;[[Saline|Saline 2]]&#039;&#039;&#039;; 53.248925, 10.401458~&#039;&#039;&#039;[[St. Michaelis|Michaelisschule]]&#039;&#039;&#039;; 53.247699, 10.399143~&#039;&#039;&#039;[[Kettenstrafanstalt]]&#039;&#039;&#039;; 53.249461, 10.399468~&#039;&#039;&#039;[[Befestigung der Stadt Lüneburg|Stadttor Beim Benedikt]]&#039;&#039;&#039;; 53.250802, 10.400858~&#039;&#039;&#039;[[Befestigung der Stadt Lüneburg|Springitgut Turm]]&#039;&#039;&#039;; 53.252321, 10.401861~&#039;&#039;&#039;[[Tor zur Unterwelt]]&#039;&#039;&#039;; 53.249539, 10.397221~&#039;&#039;&#039;[[Kalkbergfestung]]&#039;&#039;&#039;; 53.250612, 10.395776~&#039;&#039;&#039;[[Neues Tor]]&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 |fullscreen=on&lt;br /&gt;
 |scrollzoom=off&lt;br /&gt;
 |height=300px&lt;br /&gt;
 |width=400px&lt;br /&gt;
 }}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Abtsmühle]] || [[Befestigung der Stadt Lüneburg|Bardowicker Tor]] || [[Kastanienwall]] || [[Rackerstraße]] || [[Schaubühne Neue Sülze]] || [[Synagoge]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Befestigung der Stadt Lüneburg|Altenbrücker Tor]] || [[Einhornapotheke]] || [[Kettenstrafanstalt]] || [[Reeperbahn]] || [[Befestigung der Stadt Lüneburg|Springitgut Turm]] || [[Tor zur Unterwelt]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Befestigung der Stadt Lüneburg|Altenbrücker Tor innen]] || [[Glockenstraße]] || [[Lüner Mühle am Werder]] || [[Ritterstraße]] || [[Stadtschloss]] || [[Vierorten erste Ampel]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Alte Post]] || [[Goldschmiedezwinger]] || [[Befestigung der Stadt Lüneburg|Lüner Tor]] || [[Roter Wall Papenmütze]] || [[Befestigung der Stadt Lüneburg|Stadttor Beim Benedikt]] || [[Viskulenhof 1]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Alter Schlachthof]] || [[Graalwall Bastion]] || [[Befestigung der Stadt Lüneburg|Lüner Tor innen]] || [[Befestigung der Stadt Lüneburg|Rotes Tor]] || [[Stintbrücke Viskulenhof]] || [[Wallstraße Pumpgestänge]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Altes Kaufhaus]] || [[Heiligentaler Kloster]] || [[MTV Turnhalle]] || [[Saline|Saline 1]] || [[St. Lamberti|St. Lamberti 1]] || [[Witzendorfsche Haus]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Am Schifferwall]] || [[Hotel Deutsches Haus]] || [[Befestigung der Stadt Lüneburg|Neues Tor]] || [[Saline|Saline 2]] || [[St. Michaelis|Michaelisschule]] ||&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Aussenkaufhaus]] || [[Kalkbergfestung]] || [[Obere Schrangenstraße]] || [[Scharffsches Haus]] || [[Befestigung der Stadt Lüneburg|Sülztor außen]] ||&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Technische Voraussetzungen ==&lt;br /&gt;
Zum Verwenden der App ist ein Smartphone oder Tablet vonnöten, welches entweder das Apple-eigene Betriebssystem &#039;&#039;iOS&#039;&#039; oder das Google-eigene Betriebssystem &#039;&#039;Android&#039;&#039; geladen hat. Bei Apple muss mindestens &#039;&#039;iOS&#039;&#039; in der Version 10.0 vorhanden sein. &#039;&#039;Android&#039;&#039; muss mindestens in der Version 5.0 mit dem Namen „Lollipop“ auf dem verwendeten Gerät laufen. Allerdings wird die App bei mangelnder Kompatibilität auch nicht im Google Play Store angezeigt. Des Weiteren sollte das Gerät über eine integrierte Kamera verfügen und ein Gyroskop verbaut haben, damit der AR-Modus funktioniert. Jedes Gerät auf dem ein Online-Kartendienst mit Standorterkennung, wie z. B. Google Maps, läuft, hat ein integriertes Gyroskop.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zeitsprung Lüneburg App&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
Pressearchiv der Hansestadt Lüneburg vom 15.04.2021. Online aufzurufen über: https://www.hansestadtlueneburg.de/Home-Hansestadt-Lueneburg/Stadt-und-Politik/Aktuelles-hansestadt-lueneburg/Pressearchiv-hansestadt-lueneburg/app-macht-zeitsprung-in-lueneburgs-vergangenheit-moeglich-hansestadt-foerdert-projekt-mit-9-000-euro.aspx, zuletzt geöffnet am 05.09.2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Alisa Walenziak</name></author>
	</entry>
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